Altkanzler Helmut Kohl (CDU) hat sich zu den Büchern über seine Familie geäußert. "Die öffentliche Zurschaustellung und Vermarktung meines Privatlebens durch Dritte empfinde ich als unangemessen", schreibt Kohl in einer Mitteilung seines Berliner Büros.

Zwei Bücher über das Leben des Altkanzlers sind derzeit im Buchhandel. Anfang des Jahres hatte Kohls Sohn Walter das Buch Leben oder gelebt werden. Schritte auf dem Weg zur Versöhnung veröffentlicht.

Nun hat jüngst der Journalist Heribert Schwan, ein langjähriger naher Begleiter von Kohls Frau Hannelore, ein Buch über sie veröffentlicht. In Die Frau an seiner Seite Leben und Leiden der Hannelore Kohl schildert der Journalist Hannelore Kohl als eine einsame Frau, die unter vielen Zwängen leidend über Jahre an diesen zugrunde ging. Beide Bücher haben ein breites Medienecho ausgelöst, in der Helmut Kohl als Vater und Ehemann sehr kritisch beleuchtet wurde.

In seiner Erklärung greift Kohl die Veröffentlichungen an; sie überschritten die Grenzen von Geschmack und Anstand weit und stünden "in wesentlichen Punkten mit der Wahrheit nicht in Einklang".

Persönlich wolle sich der Altkanzler zu den Büchern nicht im Detail äußern. Abschließend bittet Kohl um Respekt für seine Privatsphäre. Er "überlasse es der Öffentlichkeit, selbst zu beurteilen, welche Interessen den Publikationen in Wahrheit zugrunde liegen".

Am 5. Juli jährt sich der Todestag von Helmut Kohls Frau Hannelore zum zehnten Mal. In Abschiedsbriefen hatte sie ihren Selbstmord mit einer seltenen, schmerzhaften Lichtallergie begründet.

Helmut Kohl (CDU) war von 1982 bis 1998 Bundeskanzler. Er lebt heute im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim und in Berlin. Im Mai 2008 heiratete er Maike Richter.