TransplantationsgesetzEinigung in der Organspende-Reform deutet sich an

Ist grundsätzlich jeder Organspender oder sollte er erst zustimmen? Die Parteien nähern sich einem Konsens. Doch für Experten geht die Debatte am Hauptproblem vorbei. von dpa

Eine Mitarbeiterin der Deutschen Stiftung für Organtransplantation trägt eine Kühlbox zum Transport von Spenderorganen (Archivbild).

Eine Mitarbeiterin der Deutschen Stiftung für Organtransplantation trägt eine Kühlbox zum Transport von Spenderorganen (Archivbild).   |  © Frank May/dpa

Für eine neue Organspende-Regelung zeichnet sich im Bundestag ein parteiübergreifender Konsens ab. "Die Chancen sind sehr gut. Bis Ende des Jahres, so meine Prognose, wird der Bundestag das Transplantationsgesetz neu gefasst haben", sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU).

Auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach äußerte sich in diese Richtung: "Ich glaube, dass jetzt die kritische Masse von Abgeordneten da ist, die sagen: So geht es nicht weiter."

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Vor allem für die sogenannte Entscheidungslösung zeichne sich eine Mehrheit ab. Dabei wird jeder Bürger mindestens einmal gefragt, ob er nach seinem Tod Organe spenden möchte. Die Widerspruchslösung, bei der zunächst jeder als Spender gilt, solange er dies nicht ausgeschlossen hat, sei nicht mehrheitsfähig. "In der Bevölkerung könnte sie unnötig Vorbehalte schüren", sagte Lauterbach.

Kauder betonte: "Der Staat darf die Bürger nicht durch Gesetze zunächst auf eine Organspende festlegen, von der sie sich nur aktiv durch einen Widerspruch lösen können."

Experten halten neues Transplantationsgesetz für unnötig

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation sieht keine Notwendigkeit für ein neues Transplantationsgesetz. Das Problem liege nicht in der Regelung wie gespendet wird, sondern in der Organisation, sagt ihr Vorstand Günter Kirste. "Wir haben zwar die gesetzliche Verpflichtung, dass Organspender gemeldet werden müssen, aber das wird in keiner Weise verfolgt oder kontrolliert", sagte er. "Wir brauchen mehr Verbindlichkeiten im System."

Weder die Entscheidungs- noch die Widerspruchslösung sei ein Allheilmittel.

Kirste kritisierte, dass die Bundesländer ihrer Aufsichtspflicht nicht genügend nachkämen. Nur acht von ihnen hätten ein Ausführungsgesetz zum aktuellen Transplantationsgesetz erlassen. Danach müssen Krankenhäuser jeden möglichen Organspender melden. "Nachhaltig kontrolliert wird aber nirgendwo", so Kirste.

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Leserkommentare
  1. wenn man einen leichten Seitenblick auf das Grundgesetz riskiert. Ganz davon ab, dass es keine Mehrheiten für eine Widerspruchslösung geben dürfte, ist diese auch nicht angebracht, wenn man die Rechte der Menschen auch der sterbenden achtet.

    • goddi
    • 26. Juni 2011 13:34 Uhr

    Entfernt. Bitte Verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Sofern Sie Zitate oder Tatsachenbehauptungen veröffentlichen, bitten wir um Verweise auf eine entsprechende Quelle. Danke. Die Redaktion/vn

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    • yeksaa
    • 26. Juni 2011 14:03 Uhr

    Leider scheint den Politikern das Interesse an den Bürgern absolut abhanden gekommen, denn ein solches Thema zur pauschalen Anwendung zu bringen - Nein Danke!

    Abgesehen vom angebrachten Misstrauen bezüglich des Umgangs, des Reglements und "Schindluder", das mit den Organen unter der Hand betrieben wird, sehe ich mich wider einer solchen Entscheidung - es sollte jedem selbst überlassen bleiben, ohne die Einmischung irgend welcher Möchtegern-Politiker!

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    Kassenpatienten warten erheblich länger auf Behandlung als Privatpatienten, das ist eine anerkannte Tatsache.

    Entsprechend häufiger dürften sie auch als Spender auftreten, das wäre nur logisch.

    Dass die Organtransplantation auf Privatpatienten viel mehr (300%) Geld einbringt als bei Kassenpatienten kann doch kaum ohne Folgen bleiben, wenn man die Natur des Menschen bedenkt. Ärzte sind auch nur Menschen.

    http://www.apotheke-adhoc.de/index.php?m=1&id=907

    "Die in den Niederlanden ansässige Organisation könne bei der Vergabe überhaupt nicht einsehen, wie ein Patient versichert sei, so Blome."

    Umso schlimmer! Es ist nicht mehr nachvollziehbar warum gerade Patient x Dringlichkeit bekommt und Patient y nicht. Ein Arzt könnte also leicht finanzielle Aspekte verschleiern.

    Ich glaube kaum, dass sich seit 2007 grundlegend etwas geändert hat.

    Solange in dieser Sache keine Klarheit hergestellt werden kann, bin ich nicht bereit, als Spender aufzutreten.

    Vermutlich bin ich ohnehin schon zu alt. Sind nicht die Patienten jünger als 30 die idealen Spender?
    Es würde mich nicht überraschen, wenn gerade diese Gruppe häufiger tödliche Komplikationen erleiden müsste, als es dem Alter nach zu erwarten wäre.

  2. Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie kritisch Bezug nehmen, wurde bereits entfernt. Die Redaktion/vn

    Antwort auf "Organhandel"
    • Ron777
    • 26. Juni 2011 14:07 Uhr

    Schickt jedem Deutschen im Rahmen einer groß angelegten Werbeaktion Infomaterial und einen Spenderformular mit portofreiem Rückumschlag. Schon hätten wir Millionen von potentiellen Spendern! Aber wir retten ja lieber den nie gesehenen Feldhamster mit Millionen von Euros...

  3. 6. Unfug

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    Antwort auf "Organhandel"
    • peto1
    • 26. Juni 2011 14:15 Uhr

    "Ist grundsätzlich jeder Organspender oder sollte er erst zustimmen?"
    Weder noch, Es wird an der falchen ende angefangen, Richtig währe. Die Genetiche Forschung entlich Foranzutreiben die Religion hat in der Gen Forschung nichts zu suchen sie haben jahrzehntelang sich eingemischt und die Forschung gestopt oder Blockiert, Gen Forschung darf kein Tabu mehr sein.

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Danke. Die Redaktion/vn

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Karl Lauterbach | Volker Kauder | CDU | Bevölkerung | Bundestag | Krankenhaus
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