AtomausstiegRöttgens historische Mission

Der Umweltminister wirbt an der Freien Universität in Berlin für die Energiewende der Regierung. Besser als es Kanzlerin Merkel bisher gelungen ist. M. Schlieben war dabei.

"Historisch" – noch bevor Norbert Röttgen zu sprechen beginnt, flattert das Wort schon durch die Luft. Die Leiterin des Forschungszentrums für Umweltpolitik gebraucht es mehrfach zur Begrüßung: Welch Ehre, dass der Umweltminister nach dem "sehr historischen Tag" gestern nun persönlich vorbeischaue. "Wirklich historisch", was die Regierung geleistet habe.

Röttgen ist ebenfalls ein Freund großer Worte. In den ersten Sätzen seiner Rede misst er der Kabinettsentscheidung über die Energiewende vom Vortag eine "nationale Bedeutung" und "globale Relevanz" zu. Seine Rede ist mit "Aufbruch in ein neues Energiezeitalter" überschrieben.

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Der Umweltminister ist das Gesicht dieses Aufbruchs – weg von der Atomenergie, hin zu erneuerbaren Energieträgern. Sein Ministerium hat beim neuen Mega-Projekt von Schwarz-Gelb die Federführung. Früher als andere in seiner Partei hat Röttgen den Umstieg auf erneuerbare Energien befürwortet. Manche in der CDU bezeichnen ihn deshalb als Gewinner der Atomwende. Andere verweisen darauf, dass Röttgen die umstrittene und von der Opposition erbittert bekämpfte Atom-Laufzeitverlängerung vom Vorjahr ebenfalls mitgetragen hat. Sie sehen ihn ihm eher einen "Wendehals".

So oder so, ein historischer Paradigmenwechsel bedarf jedenfalls einer Erklärung, oder noch besser: einer historischen Rede. Kanzlerin Angela Merkel ist diese bislang schuldig geblieben, Röttgen scheint gewillt, sie an diesem Dienstagabend zu halten. Er hat einen würdigen Rahmen gewählt, den Hörsaal A 1 der Freien Universität Berlin, in dem die Geburtstagsfeier des Forschungszentrums stattfindet. Auch Merkel oder der frühere Umweltminister Joschka Fischer haben für Grundsatzreden gern die Berliner Unis besucht.

Atom

Der Atomausstieg sieht vor, dass die acht bereits abgeschalteten Atomkraftwerke vom Netz bleiben. Die Bundesnetzagentur soll aber bis September entscheiden, ob eines davon für den Fall von Stromengpässen bis 2013 in Bereitschaft bleibt. Die Reihenfolge der Abschaltungen der neun verbleibenden Meiler: 2015 Grafenrheinfeld, 2017 Gundremmingen B, 2019 Philippsburg II, 2021 Grohnde, Brokdorf und Gundremmingen C, 2022 Isar II, Neckarwestheim II und Emsland. Aus rechtlichen Gründen sollen von stillgelegten AKW Stromproduktionsgenehmigungen auf neuere Meiler übertragen werden dürfen.

Steuer

Die Steuer auf neue Brennelemente bleibt bis 2016, sie bringt bei neun Kraftwerken nur noch 1,3 statt 2,3 Milliarden Euro jährlich. Pro Kraftwerk und Jahr müssen die Betreiber etwa 150 Millionen Euro zahlen.

Müll

Bis Jahresende 2011 soll es eine gesetzliche Regelung für das Lagern von Atommüll geben. Neben der Erkundung des Salzstocks in Gorleben, die bereits rund 1,5 Milliarden Euro gekostet hat, sollen weitere geologische Untersuchungen gemacht werden – womöglich bundesweit. Neben Salz könnten auch Tongesteine und mit Abstrichen Granit für hoch radioaktive Abfälle geeignet sein. Die Zeit drängt: Schon jetzt ist nicht vor 2030 mit einem Endlager zu rechnen.

Neubau

Mit einem Beschleunigungsprogramm sollen Kapazitäten von bis zu zehn Gigawatt Kraftwerksleistung gebaut werden, um den Wegfall der Atomkraftwerke aufzufangen. Unter anderem soll es mehr Gaskraftwerke geben. Bis 2020 müssen zudem bis zu 4.450 Kilometer neue Stromleitungen gebaut werden. Der Bund will die Bau- und Planungszeiten von gut zehn auf vier Jahre verkürzen und dazu mit einem Beschleunigungsgesetz Kompetenzen der Länder an sich ziehen.

Sanierung

Die Regierung will das Förderprogramm für energetische Gebäudesanierung mit zinsgünstigen Krediten auf 1,5 Milliarden Euro ab 2012 aufstocken. Zudem sollen wahrscheinlich ab 2013 jährlich zehn Prozent der Sanierungskosten von der Steuer abgesetzt werden können. Mieter sollen während dieser Sanierungen nicht mehr die Miete kürzen können; bis zu elf Prozent der Kosten können auf die Jahresmiete aufgeschlagen werden – diese beiden Punkte müssen aber noch in einer Mietrechtsreform fixiert werden.

Ökoenergie

Der Fonds zur Förderung der Ökoenergie wird neu aufgesetzt, da die Zahlungen der Konzerne wegen der Rücknahme der Laufzeitverlängerung entfallen. Nun soll das Geld aus dem Verkauf von CO2-Verschmutzungsrechten komplett hineinfließen. Die Regierung erwartet ab 2013, wenn der Zertifikate-Handel voll startet, jährlich bis 3,3 Milliarden Euro.

Die Regierung will, dass die Ökoenergien schneller marktfähig werden und daher die Subventionen langsam zurückfahren. 2011 sind es rund 13 Milliarden Euro nur an Förderung, die die Verbraucher über den Strompreis mitzahlen. Die Vergütungen für Solarstrom sollen um bis zu 24 Prozent bis 2012 sinken. Für Windstrom an Land soll es 1,5 Prozent weniger geben, derzeit gibt es neun Cent pro Kilowattstunde Anfangsvergütung. Für die bisher kaum vorhandene Windkraft auf See soll die Vergütung um zwei auf 15 Cent steigen – garantiert für zwölf Jahre.

Für die Gewinnung von Windenergie soll es in allen Ländern einheitliche Kriterien für Höhengrenzen und die Ausweisung geeigneter Flächen geben. Geplant ist der Austausch älterer Windräder durch leistungsstärkere. Genehmigungsverfahren für den Ausbau auf See werden beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie gebündelt.

Industrie

Die energieintensive Industrie (etwa die Chemiebranche) soll nicht übermäßig belastet werden. Für rund 4.000 mittelständische Betriebe soll es einen Ausgleich von insgesamt einer halben Milliarde Euro geben.

Allerdings: Ein Gassenfeger ist der Umweltminister noch nicht. Der Hörsaal ist nur halbvoll, die oberen Reihen komplett leer. Das nahende Semesterende, die Bullenhitze, das parallel laufende Länderspiel – als Student hat man viele Gründe, dem Campus fern zu bleiben. Auch Journalisten sind kaum da. Und selbst der Uni-Präsident geht nach kurzer Laudatio. Röttgen und die Forscher bleiben nahezu unter sich in dem Gebäudekomplex, der "Rostlaube" heißt und so alt ist wie viele AKWs in Deutschland. Beide standen mal für Futurismus und Aufbruch. Heute wirkt der oval geschwungene, hellholzige Hörsaal ähnlich antiquiert wie die Meiler in Krümmel oder Biblis.

Von solchen Äußerlichkeiten lässt sich Röttgen aber nicht beirren. Pathetisch kündigt er an, "bei weitem" über mehr sprechen zu wollen als über eine "energiepolitische Fachfrage". Ihm gehe es um "Grundsatzfragen", die künftigen Entwicklungen in Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik betreffend.

Was folgt, sind aber nicht nur Superlative und Hochglanzwörter. Röttgens 45-minütige Rede enthält viele komplexe Gedanken, wie man sie im Bundestag oder auf Parteitagen selten hört. Sie zeugen von tiefer Detailkenntnis und intellektueller Reflektion. Manche Sätze gebraucht er öffentlich vermutlich zum ersten Mal. Sie kommen tastend daher. Nicht so geschliffen wie andere Versatzstücke, die er als versierter Rhetoriker natürlich auch drauf hat.

Röttgen beginnt grundsätzlich, mit dem "anthropologischen Selbstverständnis". Seit der "Welterfahrung von Japan" habe sich dieses Selbstbild verändert. Der Mensch habe erkannt, versagt zu haben. Er habe einer Technologie vertraut, deren Schäden im Risikofall kaum eingrenzbar sind. Insofern seien "ethische und rationale Aspekte" die Grundlage für die deutsche Atomwende. Röttgen zielt damit explizit auf Kritiker, die die deutsche Reaktion auf Fukushima als hysterische "german angst" bezeichnen.

Die praktische Konsequenz, laut Röttgen: Andere Energiequellen ausbauen. Gegen alle gäbe es berechtigte Einwände: Fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl setzen Treibhausgase frei. Große Windkraftparks schädigen Wasserlandschaft und Tierwelt. Neue Netzleitungen rufen Bürgerproteste hervor. All das fordre eine neue Risikoabwägung und bringe Konflikte mit sich, die man nun in Kauf nehme. 

Wenn der Atomausstieg gelingt, wäre das gleichbedeutend mit der "Abkehr von zwei Wachstumsverständnissen der Vergangenheit", sagt Röttgen. Zum einen: das der Post-Materialisten, die das Streben nach Wachstum aus ökologischen und sozialen Gründen ablehnen. Zum anderen: das industrielle Wachstumsverständnis, das auf der Ausbeutung natürlicher Ressourcen beruht. Beide hält Röttgen für überholt. Was bleibt, ist eine "neue Symbiose" oder "nachhaltige Moderne", wie er es wahlweise nennt. Der Widerspruch zwischen Ökonomie und Ökologie soll aufgelöst werden, indem man "mit wenig Ressourceneinsatz mehr produziert". Deutschland wäre hier Pionier und vermutlich langfristig Weltmarktführer.

Obendrein, so endet Röttgen, biete das Projekt Atomausstieg die Chance für einen neuen gesellschaftlichen Zusammenhalt. Er wirbt für einen größtmöglichen Konsens. Er wäre ein "Ausdruck demokratischer Reife".

Der Applaus hinterher ist kräftig. Der Berliner Lokalpolitiker, der die Moderation übernimmt, ist ganz aufgekratzt. Er dankt Röttgen für den "hochsensiblen Vortrag": Das sei "mehr als Idealismus" gewesen, hier sei eben eine "neue Gesellschaftspolitik" skizziert worden. Auch ein paar grauhaarige Forscher im Publikum, sicher keine CDU-Wähler, danken dem Minister für Wende und Rede.

Ihre Fragen sind dennoch kritisch. Warum sich die Regierung nicht mehr dem Umbau des Verkehrs- und Technologiesystems widme? Wann sie die Photovoltaik-Vergütung wieder einführe? Warum der Atomausstieg nicht im Grundgesetz festgehalten wird? Wann man endlich der Braunkohle den Kampf ansage? Wann die EU Atom-mäßig nachziehe? Und so weiter.

Röttgen antwortet ausführlich. Einmal seufzt er: "Alles gleichzeitig" könne die Politik nicht machen.

 
Leserkommentare
  1. er liebt die Superlativen alles offenhaltende politischen Absichten. Er scheint in einer virtuellen Welt zu leben.

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    Röttgen lebt in einer evolutionsprozess-logisch geordneten Welt, nicht in einer virtuellen.

    Sein Problem und das seiner Kanzlerin ist, dass sie nicht wagen,die evolutionsprozess-logische Dimension der Systemkrise der frühentwickelten Industriestaaten und deren Evolutionsprojekt-Lösung heute noch nicht in die Diskussion zu bringen. Die geschcihtliche Dimension der Lage ist, dass wir in einer vorrevolutionären Lage leben. Eine Weltrevolution steht ante portas.

    Röttgen lebt in einer evolutionsprozess-logisch geordneten Welt, nicht in einer virtuellen.

    Sein Problem und das seiner Kanzlerin ist, dass sie nicht wagen,die evolutionsprozess-logische Dimension der Systemkrise der frühentwickelten Industriestaaten und deren Evolutionsprojekt-Lösung heute noch nicht in die Diskussion zu bringen. Die geschcihtliche Dimension der Lage ist, dass wir in einer vorrevolutionären Lage leben. Eine Weltrevolution steht ante portas.

    • Dirac
    • 08.06.2011 um 9:03 Uhr

    6 Wochen werden noch Vorlesungen gehalten. Das würde ich nicht gerade als "Das nahende Semesterende" bezeichnen.
    Es scheint eher, dass man wenig Lust auf Regierungs/CDU-Wahlkampf hatte. Etwas anderes sind solche Reden in der Regel leider selten. Außerdem hat Röttgen noch nicht die Reputation erlangt, den typischen "Mainstream-Politik-Interessierten" in die Hörsaal zu locken und dort für 45 Minuten auch zu halten.

    Abschließend sei noch gesagt, dass ein weiterer Grund der kleineren Hörerschaft sein könnte, dass die Regierungsparteien nicht grade als die erste Wahl unter Studenten gelten.

    2 Leserempfehlungen
    • bx16v
    • 08.06.2011 um 9:30 Uhr

    ADENAUER hat mit dem spruch " KEINE EXPERIMENTE " wahlen gewonnen. zu der zeit gab es noch keinen PC um vorraussagen zu machen. heutzutage ist es ein leichtes, alle möglichkeiten zu prognostizieren. so werden z.b. angeblich zutreffende behauptungen aufgestellt, welche temperatur in 100 jahren auf der erde herrscht. trotzdem erstellt niemand prognosen, welche auswirkungen der abriss der tragenden pfeiler unseres energiesystems und der neubau eines von den launen des wetters abhängigen auf unser leben hat. es wäre die aufgabe der forschung nach streng wissenschaftlichen kriterien alle möglichen auswirkungen durchzurechnen. statt dessen heißt es: wir experimentieren! allerdings droht deutschland der bankrott wenn der versuch fehlschlägt, worauf vieles hindeutet. belastbare zahlen werden nicht vorgelegt. stattdessen betätigen sich unsere politiker als hazardeure und richten sich nach den ÖKULTISTEN. diese erklären ihr credo für sakrosant und verhindern jede kontroverse diskussion in der hoffnung, wenn erst einmal alle brücken hinter uns abgebrochen sind, wird der sich der erfolg schon einstellen. nicht verantwortungsvolles handeln, sondern der angeblich vorhandene wille des volkes, ausgedrückt durch wenige lautstarke wirrköpfe, bestimmt das handeln.

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    und legte Adenauers "Kinder kriegen die Leute immer" ad acta.
    Es bedurfte dann keiner Experimente mehr um das Rentensystem an die Wand zu fahren.

    "Vorhersagen sind besonders schwierig, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen" Mark Twain.

    eigentlich weit im Leben? Man ist ja wohl doch nicht mehr so richtig zugänglich für sachliche Argumente von Menschen mit anderen Ansichten, wenn man politische Gegner unter Stichworten wie "ÖKULTISTEN" (LOL CAPSLOCK) und "wirrköpfe" (klein geschrieben) zusammenfasst.

    Seine Politik allerdings, ua. Wiederbewaffnung, Nazipardon, kompromisslose Westbindung und Atomforschung waren auch umfangreiche Experimente ohne Beispiel. Hätte alles wahnsinnig schief gehen können:

    -> Alte Wehrmachteliten übernehmen Bundeswehr und stellen '68 im Zuge einer allgemeinen Unruhe die "Ordnung" wieder her
    -> über Atomenergie wusste man in etwa genauso viel wie man heute über die Quantentheorie weiss, aber man wolle ja unbedingt Reaktoren für alles und jede
    -> Stalins Angebot der Wiedervereinigung zum Preis deutscher Neutralität vglbar. zu Österreich (der ging schief, da das Angebot angeblich ja ernstgemeint war)

    Also bitte etwas differenzierter argumentieren. Man kann berechtigte Einwände gegen den momentanen Weg in der Energieversorgung haben, aber dann bitte begründet und nicht so eklig platt.

    Also erstmal hat Adenauer mit seinem SLOGAN keine Experimente einerseits auf das gescheiterte "Experiment" NS verwiesen, andererseits auf das damals noch laufende "Kommunismus"

    Zweitens ist es schon sehr seltsam, einerseits die Fähigkeit Prognosen aufzustellen anzuzweifeln (die ANGEBLICH in 100 Jahren herrscht), andererseits dann aber genau diese Technik aufzufordern, Prognosen über die neuen Energien aufzustellen.

    Drittens ist es schlicht und ergreifend falsch zu behaupten, dass es diese Prognosen nicht gäbe. Es gibt sie zu Dutzenden. Dummerweise stammt die eine Hälfte von den von Ihnen geschmähten Ökultisten (ohne Herabsetzung des Gegners kommt anscheinend kein AKW-Befürworter aus). Die andere Hälfte dagegen stammt von Unternehmen, die pro AKW pro Tag 1 Mio Euro verdienen und deren Prognosen bisher vorhersagten, dass allein das Abschalten eines AKWs zu Blackouts führen würde. Da momentan mehr als die Hälfte unserer AKWs abgeschaltet sind, ist deren Glaubwürdigkeit halt momentan so lala.

    4. Habe ich gerade keine aktuellen Umfragen zur Hand, die Kernkraftgegner waren aber schon vor Fukushima keine "angebliche", sondern eine tatsächliche Mehrheit im Volk.

    und 5. Geht man davon aus, dass der Mensch evolutionär einen Überlebenswillen einprogrammiert hat, dann dürfte es sich bei denjenigen, die ein wenig Angst haben, dass so ein AKW in der Nachbarschaft mal unvermittelt in die Luft fliegt, weniger um "Wirrköpfe" handeln.

    "Wenn der Atomausstieg gelingt, wäre das gleichbedeutend mit der "Abkehr von zwei Wachstumsverständnissen der Vergangenheit", sagt Röttgen. Zum einen: das der Post-Materialisten, die das Streben nach Wachstum aus ökologischen und sozialen Gründen ablehnen. Zum anderen: das industrielle Wachstumsverständnis, das auf der Ausbeutung natürlicher Ressourcen beruht. Beide hält Röttgen für überholt. Was bleibt, ist eine "neue Symbiose" oder "nachhaltige Moderne", .."

    Was Merkel/Röttgen hier vorstellen, wird - evolutionsprozess-gesetzlich zwingend u n d erkennbar - in nichts anderem enden, als im Exodus aus dem 2%Wachstumszwang-Regime der KAPITALSTOCK-Maximierer und in der Implementierung des KREATIVEN Evolutionspfades. Dieser zielt auf die Maximierung der menschlichen Fähigkeiten (= HUMAN-Kapital) u n d auf die Minimierung der nationalen wie globalen Machstrukturen.

    Das ist nicht mehr und nicht wenige als die Vollendung des abendländischen Human-Projekts ins Reich der Freien und der KREATIVEN. KREATIVE an die Macht !

    Ich bin auf die entsprechende Rede von Angela Merkel gespannt. Angela Merkel wird sich als globale Gorbatschowa outen, und den Exodus aus den heute noch absolutistisch herrschenden Front- und Konfliktkampf-Strukturen starten, die von den KAPITALSTOCK-Maximierern in aller Welt gemanagt werden. Diese Wegeentscheidung ist wahrlich als 'historisch' zu bezeichnen. 5000 Jahre Geschichte, die von den Konfliktkämpfern gemacht wurde, gehen nun erkennbar zu ende.

    und legte Adenauers "Kinder kriegen die Leute immer" ad acta.
    Es bedurfte dann keiner Experimente mehr um das Rentensystem an die Wand zu fahren.

    "Vorhersagen sind besonders schwierig, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen" Mark Twain.

    eigentlich weit im Leben? Man ist ja wohl doch nicht mehr so richtig zugänglich für sachliche Argumente von Menschen mit anderen Ansichten, wenn man politische Gegner unter Stichworten wie "ÖKULTISTEN" (LOL CAPSLOCK) und "wirrköpfe" (klein geschrieben) zusammenfasst.

    Seine Politik allerdings, ua. Wiederbewaffnung, Nazipardon, kompromisslose Westbindung und Atomforschung waren auch umfangreiche Experimente ohne Beispiel. Hätte alles wahnsinnig schief gehen können:

    -> Alte Wehrmachteliten übernehmen Bundeswehr und stellen '68 im Zuge einer allgemeinen Unruhe die "Ordnung" wieder her
    -> über Atomenergie wusste man in etwa genauso viel wie man heute über die Quantentheorie weiss, aber man wolle ja unbedingt Reaktoren für alles und jede
    -> Stalins Angebot der Wiedervereinigung zum Preis deutscher Neutralität vglbar. zu Österreich (der ging schief, da das Angebot angeblich ja ernstgemeint war)

    Also bitte etwas differenzierter argumentieren. Man kann berechtigte Einwände gegen den momentanen Weg in der Energieversorgung haben, aber dann bitte begründet und nicht so eklig platt.

    Also erstmal hat Adenauer mit seinem SLOGAN keine Experimente einerseits auf das gescheiterte "Experiment" NS verwiesen, andererseits auf das damals noch laufende "Kommunismus"

    Zweitens ist es schon sehr seltsam, einerseits die Fähigkeit Prognosen aufzustellen anzuzweifeln (die ANGEBLICH in 100 Jahren herrscht), andererseits dann aber genau diese Technik aufzufordern, Prognosen über die neuen Energien aufzustellen.

    Drittens ist es schlicht und ergreifend falsch zu behaupten, dass es diese Prognosen nicht gäbe. Es gibt sie zu Dutzenden. Dummerweise stammt die eine Hälfte von den von Ihnen geschmähten Ökultisten (ohne Herabsetzung des Gegners kommt anscheinend kein AKW-Befürworter aus). Die andere Hälfte dagegen stammt von Unternehmen, die pro AKW pro Tag 1 Mio Euro verdienen und deren Prognosen bisher vorhersagten, dass allein das Abschalten eines AKWs zu Blackouts führen würde. Da momentan mehr als die Hälfte unserer AKWs abgeschaltet sind, ist deren Glaubwürdigkeit halt momentan so lala.

    4. Habe ich gerade keine aktuellen Umfragen zur Hand, die Kernkraftgegner waren aber schon vor Fukushima keine "angebliche", sondern eine tatsächliche Mehrheit im Volk.

    und 5. Geht man davon aus, dass der Mensch evolutionär einen Überlebenswillen einprogrammiert hat, dann dürfte es sich bei denjenigen, die ein wenig Angst haben, dass so ein AKW in der Nachbarschaft mal unvermittelt in die Luft fliegt, weniger um "Wirrköpfe" handeln.

    "Wenn der Atomausstieg gelingt, wäre das gleichbedeutend mit der "Abkehr von zwei Wachstumsverständnissen der Vergangenheit", sagt Röttgen. Zum einen: das der Post-Materialisten, die das Streben nach Wachstum aus ökologischen und sozialen Gründen ablehnen. Zum anderen: das industrielle Wachstumsverständnis, das auf der Ausbeutung natürlicher Ressourcen beruht. Beide hält Röttgen für überholt. Was bleibt, ist eine "neue Symbiose" oder "nachhaltige Moderne", .."

    Was Merkel/Röttgen hier vorstellen, wird - evolutionsprozess-gesetzlich zwingend u n d erkennbar - in nichts anderem enden, als im Exodus aus dem 2%Wachstumszwang-Regime der KAPITALSTOCK-Maximierer und in der Implementierung des KREATIVEN Evolutionspfades. Dieser zielt auf die Maximierung der menschlichen Fähigkeiten (= HUMAN-Kapital) u n d auf die Minimierung der nationalen wie globalen Machstrukturen.

    Das ist nicht mehr und nicht wenige als die Vollendung des abendländischen Human-Projekts ins Reich der Freien und der KREATIVEN. KREATIVE an die Macht !

    Ich bin auf die entsprechende Rede von Angela Merkel gespannt. Angela Merkel wird sich als globale Gorbatschowa outen, und den Exodus aus den heute noch absolutistisch herrschenden Front- und Konfliktkampf-Strukturen starten, die von den KAPITALSTOCK-Maximierern in aller Welt gemanagt werden. Diese Wegeentscheidung ist wahrlich als 'historisch' zu bezeichnen. 5000 Jahre Geschichte, die von den Konfliktkämpfern gemacht wurde, gehen nun erkennbar zu ende.

  2. Merkel sprach von Revolution. Röttgen laut Spiegel 6.10.2010 nach der Laufzeitverlängerung: "Ich halte das für das energiepolitisch anspruchsvollste Programm, das es bisher gegeben hat, nicht nur in Deutschland."
    Dann erleben wir jetzt die erste Konterrevolution der geschichte die von den Revolutionären selber herbeigeführt wurde.
    Abschalten durch Abwählen!

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    "Dann erleben wir jetzt die erste Konterrevolution der Geschichte, die von den Revolutionären selber herbeigeführt wurde."

    Wir erleben die Bildung einer deutschen, weltrevolutionären Gruppe. Wenn das Umsteuerungswissen unter die 'nachhaltige Moderne' bekannt wird, dann werden sich Angela und Röttgen sofort zu diesem Wissen bekennen. Dann sind die drei Bedingungen einer Revolution (= Austausch des obersten Steuerungssystems und deren -Spitze) hinreichend erfüllt. Die Folgen können nur revolutionär sein: die Aktien- und Finanzmärkte werden sofort auf das Ende des Ancien Régime spekulieren.

    Die Genialität der Lage ist selbst für Evolutionsprozess-/ Theorie-Blinde sichtbar.
    1.Die Systemkrise der entwickelten Industriestaaten kann nicht anders als im Austausch der Entwicklungslogik enden, die diese globale Absturzkrise hervorgebracht hat.
    2. Das Ancien Régime kann nicht weitermachen wie bisher
    3. Das Volk erwartet von den Spitzen des Ancien Régime keine Problemlösung mehr, sondern nur noch weitere Lasten. Wir leben also nach der klassen Revolutionstheorie in der vorrevolutionären End-Phase, die dem Sturz der Machtspitze der KAPITALSTOCK-Maximierer vorausgeht.

    Dank Fukushima kann sich Angela Merkel dem ihr bekannten Startszenario für den Exodus und für das 'Neue-Weltordnung-des KREATIVEN-Projekt' von Tag zu Tag annähern.

    "Dann erleben wir jetzt die erste Konterrevolution der Geschichte, die von den Revolutionären selber herbeigeführt wurde."

    Wir erleben die Bildung einer deutschen, weltrevolutionären Gruppe. Wenn das Umsteuerungswissen unter die 'nachhaltige Moderne' bekannt wird, dann werden sich Angela und Röttgen sofort zu diesem Wissen bekennen. Dann sind die drei Bedingungen einer Revolution (= Austausch des obersten Steuerungssystems und deren -Spitze) hinreichend erfüllt. Die Folgen können nur revolutionär sein: die Aktien- und Finanzmärkte werden sofort auf das Ende des Ancien Régime spekulieren.

    Die Genialität der Lage ist selbst für Evolutionsprozess-/ Theorie-Blinde sichtbar.
    1.Die Systemkrise der entwickelten Industriestaaten kann nicht anders als im Austausch der Entwicklungslogik enden, die diese globale Absturzkrise hervorgebracht hat.
    2. Das Ancien Régime kann nicht weitermachen wie bisher
    3. Das Volk erwartet von den Spitzen des Ancien Régime keine Problemlösung mehr, sondern nur noch weitere Lasten. Wir leben also nach der klassen Revolutionstheorie in der vorrevolutionären End-Phase, die dem Sturz der Machtspitze der KAPITALSTOCK-Maximierer vorausgeht.

    Dank Fukushima kann sich Angela Merkel dem ihr bekannten Startszenario für den Exodus und für das 'Neue-Weltordnung-des KREATIVEN-Projekt' von Tag zu Tag annähern.

  3. Sparsamer mit Ressoursen umgehen müssen wir bald alle, denn die Vorkommen von Metallen sind nicht unbegrenzt.

    Aber auch die Windräder werden ja aus Stahl produziert und dafür braucht man Metalle und Energie.

    So ganz un-industriell ist also,die von Röttgen beschworene nachhaltige Moderne nicht.

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  4. und legte Adenauers "Kinder kriegen die Leute immer" ad acta.
    Es bedurfte dann keiner Experimente mehr um das Rentensystem an die Wand zu fahren.

    "Vorhersagen sind besonders schwierig, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen" Mark Twain.

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  5. eigentlich weit im Leben? Man ist ja wohl doch nicht mehr so richtig zugänglich für sachliche Argumente von Menschen mit anderen Ansichten, wenn man politische Gegner unter Stichworten wie "ÖKULTISTEN" (LOL CAPSLOCK) und "wirrköpfe" (klein geschrieben) zusammenfasst.

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  6. Seine Politik allerdings, ua. Wiederbewaffnung, Nazipardon, kompromisslose Westbindung und Atomforschung waren auch umfangreiche Experimente ohne Beispiel. Hätte alles wahnsinnig schief gehen können:

    -> Alte Wehrmachteliten übernehmen Bundeswehr und stellen '68 im Zuge einer allgemeinen Unruhe die "Ordnung" wieder her
    -> über Atomenergie wusste man in etwa genauso viel wie man heute über die Quantentheorie weiss, aber man wolle ja unbedingt Reaktoren für alles und jede
    -> Stalins Angebot der Wiedervereinigung zum Preis deutscher Neutralität vglbar. zu Österreich (der ging schief, da das Angebot angeblich ja ernstgemeint war)

    Also bitte etwas differenzierter argumentieren. Man kann berechtigte Einwände gegen den momentanen Weg in der Energieversorgung haben, aber dann bitte begründet und nicht so eklig platt.

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