Energiepolitik Bundestag beschließt unterirdische CO2-Speicherung
Unkalkulierbares Risiko oder grüne Technik? Über die unterirdische Speicherung von CO2 wird heftig gestritten. Der Bundestag hat sie nun per Gesetz erlaubt.
Energiekonzerne dürfen künftig an ausgewählten Standorten klimaschädliches Kohlendioxid unterirdisch speichern. Das hat der Bundestag mit einem Gesetz zur Speicherung von CO2 beschlossen, mit dem gleichzeitig eine entsprechende EU-Richtlinie umgesetzt wurde. Die Technik soll trotz des Widerstands zahlreicher Bürgerinitiativen probeweise eingesetzt werden.
Die Abscheidung des Treibhausgases CO2 gilt als Voraussetzung, um langfristig Kohlekraftwerke in Deutschland betreiben zu können. Allerdings erhalten die Bundesländer umfangreiche Rechte, um das sogenannte CCS (Carbon Capture and Storage) auf ihrem Gebiet zu untersagen. Niedersachsen und Schleswig-Holstein hatten darauf gedrängt. Nur hier gibt es frühere Gaslagerstätten, die für CO2 geeignet sind.
Während Vertreter von Union und FDP von einer Chance für die Technik sprachen, bemängelte die Opposition die Ausstiegsrechte für die Länder. Der SPD-Experte Matthias Miersch kritisierte: "Sie machen ein Gesetz, was morgen schon nicht mehr gilt, weil die Länder aussteigen werden." Oliver Krischer von den Grünen sagte, die meisten Nachbarländer hätten CCS auf Eis gelegt und kaum einer die Richtlinie umgesetzt. "CCS ist keine Zukunftstechnologie in Europa."
Umweltschützer uneins über Speichertechnik
Gegen das CCS-Konzept wehren sich auch zahlreiche Bürgerinitiativen. Sie befürchten, das Gas könne an der Erdoberfläche austreten oder das Grundwasser versalzen. Zudem werden langfristig Pipelines für das Gas gebraucht, gegen deren Bau es ebenfalls Widerstand gibt. Auch wegen dieser Proteste war das Gesetz mehrmals verschoben worden.
Umweltschützer sind sich uneinig. Greenpeace und BUND lehnen das CCS-Verfahren ab: Der klimaschädlichen Kohleverstromung solle so nur ein grünes Mäntelchen umgehängt werden. Der WWF hingegen empfiehlt zur Erreichung der Klimaziele eine Erprobung von CCS.
Die tatsächliche Speicherung von CO2 wird sich zunächst wohl vor allem auf Brandenburg konzentrieren. Dort will das Unternehmen Vattenfall in Jänschwalde bis 2015 ein 250-Megawatt-Demonstrationskraftwerk errichten, das bis zu 1,5 Milliarden Euro kosten soll. Der Energiekonzern kritisierte die Ausstiegsklauseln im beschlossenen Gesetz. "Wenn das CCS-Gesetz so kommt, wie es heute im Bundestag verabschiedet wurde, dann wird Vattenfall über Jahre nicht in der Lage sein, diese Technologie in Deutschland weiter voranzutreiben", sagte Hartmuth Zeiß, Vorstandschef von Vattenfall. Zeiß sagte, er erwarte "substanzielle Änderungen am Gesetzesinhalt" durch den Bundesrat, der das Gesetz noch billigen muss.
- Datum 07.07.2011 - 19:11 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 52
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Beides hat sich Durchgesetzt.
Keiner kann Garantieren das das CO2 im Erdlager bleibt, weil keiner genau weiß, wie es wirklich da unten aussieht. Wenn Gas hochkommt verschwindet es in der Atmosphäre, fängt möglicherweise auch Feuer. Kommt CO2 hoch wird dies Menschenleben kosten.
Man sollte alle Parlamentarier, die für dieses Gesetz gestimmt haben, Haus und Grundstück neben dieser Lagerstätte schenken. Natürlich ohne es weiterkaufen zu dürfen und darin Wohnen zu müssen. Dann bin ich sofort davon Überzeugt das das CO2 Lager für Menschen ungefährlich ist!
So muss damit gerechnet werden das ein ungewöhnliches Tektonisches Ereignis, das CO2 an die Erdoberfläche drückt!
Habe Fertig.
"Man sollte alle Parlamentarier, die für dieses Gesetz gestimmt haben, Haus und Grundstück neben dieser Lagerstätte schenken."
Ich stimme zu.
Im gleichen Sinne, sollten alle Parlamentarier, die für die Erzeugung von Atommüll verantwortlich sind die Lagerung auf dem Privatgrundstück übernehmen.
Richtig, niemand weiß, ob es funktioniert.
Ich halte es aber gerade deshalb für logisch, diese Technologie zu erforschen und diese Frage zu klären.
Man beachte, dass keine Grundsatzentscheidung pro CCS gefällt wurde (dafür gibt es wohl dann irgendwann eine Ethikkommission), sondern nur die Erforschung.
Möglicherweise rächt sich jetzt der überhastete Ausstieg aus der Kernkraft. Erneuerbare Energien werden überragende Bedeutung gewinn, doch in den nächsten Jahrzehnten werden sie eben Kernkraft oder Kohleverstromung ersetzen können, nicht beides. Da die gewählte Brückentechnologie klimaneutral sein muss, war klar, dass Atomausstieg dann logischerweise Kohle mit CCS-Technologie nach sich zieht.
Oder war das nicht allen Ausstiegsbefürwortern klar?
Es ist zwar Dummheit das CO2 unter die Erde zu verpressen, aber die Gegenargumente sollten nicht genauso dumm sein.
CO2 ist bei dem hohen Druck in einer Tiefe von 3000 m so dicht, dass es schwerer als Wasser ist. Dadurch kann es auch salzhaltiges Grundwasser verdrängen, welches sich eventuell in höhere Schichten bewegt. Dort wird häufig Trinkwasser entnommen, welches so versalzen könnte. Die nötigen Entsalzungsanlagen soll dann wohl der Steuerzahler bezahlen.
Außerdem wirkt CO2 bei hohem Druck als Lösungsmittel und Schmiermittel, wodurch unter Umständen Erdbeben ausgelöst werden können. Diese Befürchtungen sind also korrekt.
Brennbar ist CO2 aber nicht.
Die Abscheidung von CO2 aus den Rauchgasen verbraucht etwa 20% der im Kraftwerk gewonnenen elektrischen Energie, entweder zur Luftzerlegung (Pre-Combustion) oder zur Rauchgaswäsche mit Aminen (Post-Combustion). Um also genau so viel Strom verkaufen zu können, muß mindestens 25% mehr Kohle verbrannt werden. Die Stromgestehungskosten werden also entsprechend steigen. Diese Technik ist ungeheuer kapitalintensiv und verlangt deshalb nach kräftiger Rendite. Das verteuert den Strom weiter.
Weit besser wäre es in der Landwirtschaft die Bodenbearbeitung so zu verändern, daß der Boden nicht CO2 abgibt, sondern durch Humusaufbau bindet. Damit ließe sich mehr Co2 aus der Luft holen, als die gesamte CCS-Technik könnte.
In einem wirklich sehenswerten Film wird die segensreiche Wirkung von Humus erklärt.
http://www.humus-derfilm.at/
"Man sollte alle Parlamentarier, die für dieses Gesetz gestimmt haben, Haus und Grundstück neben dieser Lagerstätte schenken."
Ich stimme zu.
Im gleichen Sinne, sollten alle Parlamentarier, die für die Erzeugung von Atommüll verantwortlich sind die Lagerung auf dem Privatgrundstück übernehmen.
Richtig, niemand weiß, ob es funktioniert.
Ich halte es aber gerade deshalb für logisch, diese Technologie zu erforschen und diese Frage zu klären.
Man beachte, dass keine Grundsatzentscheidung pro CCS gefällt wurde (dafür gibt es wohl dann irgendwann eine Ethikkommission), sondern nur die Erforschung.
Möglicherweise rächt sich jetzt der überhastete Ausstieg aus der Kernkraft. Erneuerbare Energien werden überragende Bedeutung gewinn, doch in den nächsten Jahrzehnten werden sie eben Kernkraft oder Kohleverstromung ersetzen können, nicht beides. Da die gewählte Brückentechnologie klimaneutral sein muss, war klar, dass Atomausstieg dann logischerweise Kohle mit CCS-Technologie nach sich zieht.
Oder war das nicht allen Ausstiegsbefürwortern klar?
Es ist zwar Dummheit das CO2 unter die Erde zu verpressen, aber die Gegenargumente sollten nicht genauso dumm sein.
CO2 ist bei dem hohen Druck in einer Tiefe von 3000 m so dicht, dass es schwerer als Wasser ist. Dadurch kann es auch salzhaltiges Grundwasser verdrängen, welches sich eventuell in höhere Schichten bewegt. Dort wird häufig Trinkwasser entnommen, welches so versalzen könnte. Die nötigen Entsalzungsanlagen soll dann wohl der Steuerzahler bezahlen.
Außerdem wirkt CO2 bei hohem Druck als Lösungsmittel und Schmiermittel, wodurch unter Umständen Erdbeben ausgelöst werden können. Diese Befürchtungen sind also korrekt.
Brennbar ist CO2 aber nicht.
Die Abscheidung von CO2 aus den Rauchgasen verbraucht etwa 20% der im Kraftwerk gewonnenen elektrischen Energie, entweder zur Luftzerlegung (Pre-Combustion) oder zur Rauchgaswäsche mit Aminen (Post-Combustion). Um also genau so viel Strom verkaufen zu können, muß mindestens 25% mehr Kohle verbrannt werden. Die Stromgestehungskosten werden also entsprechend steigen. Diese Technik ist ungeheuer kapitalintensiv und verlangt deshalb nach kräftiger Rendite. Das verteuert den Strom weiter.
Weit besser wäre es in der Landwirtschaft die Bodenbearbeitung so zu verändern, daß der Boden nicht CO2 abgibt, sondern durch Humusaufbau bindet. Damit ließe sich mehr Co2 aus der Luft holen, als die gesamte CCS-Technik könnte.
In einem wirklich sehenswerten Film wird die segensreiche Wirkung von Humus erklärt.
http://www.humus-derfilm.at/
es bleibt unklar ob es sich bei der Entscheidungsfindung um blanke Dummheit, erhebliche kriminelle Energie oder beides handelt!
Wie man sich auf ein thermodynamisch so aberwitziges Verfahren einlassen kann bleibt unerfindlich.
Wie man sich geologisch auf solchen Unsinn einlassen kann belibt ungeklärt!
@ Redaktion,
der Artikel enthält die Behauptung:"Nur hier gibt es frühere Gaslagerstätten, die für CO2 geeignet sind."
Ist hier die Eignungshöffigkeit irgendwie naturwisss. überprüfbar nachgewiesen, oder ist das auch nur wieder Hohlgeschwätz?
Überkritische Phasen von CO2 und "Erdgas" sind nämlich nur sehr bedingt ähnlich im diagenetischen Verhalten.
Und selbst der Gorlebenener Diapir zeigt ja eine gewisse Durchlässigkeit für Gasvorkommen im Liegenden.
Wenn dort schon "Erdgas" eindringen kann, wie mag es dann um die Mobilität von CO2 bestellt sein. Von dessen Drucklösungsvermögen mal ganz abgesehen?
Mit herzlichem Glück auf!
Karl Müller
Erdgas (Methan) befindet sich seit Millionen Jahren in unterirdischen Lagerstätten. Es kommt erst an die Oberfläche, wenn die Lagerstätten angebohrt werden.
Im Unterschied zu Erdgas ist CO2 keineswegs brennbar. In geringen Mengen, vermischt mit der Atemluft, ist es völlig ungefährlich: wenn Sie einen Gasherd, einen Gasbadeofen oder eine Gasheizung haben, wenn Sie ein Auto fahren, erzeugen Sie CO2. Wenn Sie eine Mineralwasserflasche öffnen, lassen Sie CO2 in die Luft entweichen. Wenn Sie oder Ihr Hund atmen, entweicht CO2 in die Atemluft.
Und jeder Schornstein pustet natürlich CO2 in die Umwelt.
CO2 kann allerdings in höherer Konzentration gefährlich werden, und zur Erstickung führen. Das Problem ist, dass es etwas schwerer als Luft ist, und sich deshalb in Vertiefungen ohne entsprechende Belüftung sammeln kann und dann gefährlich ist.
Ebenso kann entwichenes CO2 im Grundwasser dieses Wasser sauer machen (s. sprudelndes Mineralwasser), welches wiederum Salze aus dem Boden lösen kann, was bei hoher Konzentration zu Problemen führt.
Das sind aber weitgehend beherrschbare Probleme.
Das Hauptargument gegen die Speicherung von CO2 im tiefen Untergrund ist, dass es möglicherweise nicht viel bringt, aber eine Menge kostet. Das kann man z.B. untersuchen, indem man es einfach einmal ausprobiert.
Ansonsten gilt: keine Technik ohne Risiko.
Oder: hören Sie bitte sofort auf, Auto zu fahren und Strom zu verbrauchen, zu heizen und zu kochen, um böses CO2 zu vermeiden!
"Das Hauptargument gegen die Speicherung von CO2 im tiefen Untergrund ist, dass es möglicherweise nicht viel bringt, aber eine Menge kostet. Das kann man z.B. untersuchen, indem man es einfach einmal ausprobiert."
das Hauptargument gegen CCS ist, dass man das CO2 für immer, also länger als Plutonium sicher einschließen muss. Und das geht nicht.
"Das Hauptargument gegen die Speicherung von CO2 im tiefen Untergrund ist, dass es möglicherweise nicht viel bringt, aber eine Menge kostet. Das kann man z.B. untersuchen, indem man es einfach einmal ausprobiert."
das Hauptargument gegen CCS ist, dass man das CO2 für immer, also länger als Plutonium sicher einschließen muss. Und das geht nicht.
"Man sollte alle Parlamentarier, die für dieses Gesetz gestimmt haben, Haus und Grundstück neben dieser Lagerstätte schenken."
Ich stimme zu.
Im gleichen Sinne, sollten alle Parlamentarier, die für die Erzeugung von Atommüll verantwortlich sind die Lagerung auf dem Privatgrundstück übernehmen.
Den sollten man auch mal ein Jahr Hartz IV zumuten. Die Liste läßt sich beliebig Fortsetzten.
Wenn es Umgesetzt würde, könnten Wir auch auf Vernünftige Gesetze hoffen.
Den sollten man auch mal ein Jahr Hartz IV zumuten. Die Liste läßt sich beliebig Fortsetzten.
Wenn es Umgesetzt würde, könnten Wir auch auf Vernünftige Gesetze hoffen.
Entfernt. In diesem Forum werden gewaltverherrlichende und diffamierende Kommentare nicht geduldet. Die Redaktion/ew
QuoVadis Energiepolitik??
Gerade haben wir der Atomkraft ein Enddatum gesetzt, da wird einer anderen Auslauftechnik die Tür geöffnet. Die Mutlosigkeit der Politik lässt keine Dummheit aus.
Die zentralistische Energielobby der Großkonzerne, die sich mit aller Gewalt gegen die dezentrale Zukunft der Energieversorgung stemmt, hat der Politik wieder ein Projekt aufgeschwatzt, das nur mit der ungesunden Vernetzung der Politik mit den zentralen Energieversorgern erklärbar ist.
Es müsste eine fünfjährige Karenzzeit für Politiker geben, nach ihrer aktiven Zeit in die Energieindustrie gehen zu dürfen. Solche Projekte wie die CCS hätten nicht einmal die Chance in Erwägung gezogen zu werden, geschweige denn durchsetzbar zu sein.
Würde das Geld, das für die Entwicklung von schon bei der Geburt antiquierten Techniken verschwendet wird, konsequent in die Entwicklung erneuerbarer Energietechniken fließen, dann wäre der Komplettumstieg deutlich eher zu erreichen. Der einzige Grund es nicht zu tun, liegt im Überlebenskampf der Großindustrie, die alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel einsetzt, um Nonsens durchzusetzen.
Wann endlich überwinden wir diesen von der Politik gepuderten Krampf???
für mich stellt sich lediglich die frage, wer an dieser technik verdient und wie es diejenigen geschafft haben, sich bei den entscheidern gehör zu verschaffen. mal abgesehen davon, daß sich die "welttemperatur" (was immer das ist und wie sie gemessen wird) seit 10 jahren nicht mehr verändert hat, obwohl der co2-ausstoß ständig zunimmt (auch die öffentlichen diskussionen zu diesem thema sind kaum noch wahrnehmbar)wirkt dieser gigantische marketing-gag immer noch weiter.
Anm.: Bitte versehen Sie Ihre Tatsachenbehauptungen mit Verweisen auf entsprechende Quellen. Danke. Die Redaktion/vn
"Anm.: Bitte versehen Sie Ihre Tatsachenbehauptungen mit Verweisen auf entsprechende Quellen. Danke. Die Redaktion/vn"
http://alt.eike-klima-ene...
http://www.dradio.de/dlf/...
"Anm.: Bitte versehen Sie Ihre Tatsachenbehauptungen mit Verweisen auf entsprechende Quellen. Danke. Die Redaktion/vn"
http://alt.eike-klima-ene...
http://www.dradio.de/dlf/...
Den sollten man auch mal ein Jahr Hartz IV zumuten. Die Liste läßt sich beliebig Fortsetzten.
Wenn es Umgesetzt würde, könnten Wir auch auf Vernünftige Gesetze hoffen.
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