Rüstungsindustrie Brisantes Panzergeschäft mit Saudi-Arabien

Es wäre ein vollständiger Kurswechsel: Die Bundesregierung will nach einem Medienbericht eine Panzerlieferung nach Saudi-Arabien genehmigen. Die Linke ist empört.

Ein Kampfpanzer Leopard 2 auf dem Truppenübungsplatz in Bergen

Ein Kampfpanzer Leopard 2 auf dem Truppenübungsplatz in Bergen

Die Bundesregierung hat einem Spiegel-Bericht zufolge erstmals die Lieferung schwerer Kampfpanzer nach Saudi- Arabien genehmigt. Der Bundessicherheitsrat habe vor wenigen Tagen den Export von modernen Leopard-2-Panzern in das autoritär geführte Land erlaubt, berichtet das Magazin. Die Saudis wollen mehr als 200 Exemplare kaufen. Es wäre ein Milliardengeschäft für die deutsche Rüstungsindustrie.

Doch der Panzerdeal mit Saudi-Arabien wäre hochbrisant, gerade vor dem Hintergrund der Aufstände in der arabischen Welt. Saudi-Arabien hatte im März die Herrscher in Bahrain mit 1000 Soldaten unterstützt, um die dortigen Proteste niederzuschlagen. Die Bundesregierung wollte den Bericht unter Hinweis auf die für Sicherheitsratsbeschlüsse geltende Geheimhaltungspflicht nicht kommentieren. Möglicherweise wird sich diese Woche der Bundestag damit befassen. 

Mit einer Lieferung der Panzer würde die Bundesregierung von einer über Jahrzehnte durchgehaltenen Linie zu Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien abweichen. Die Saudis interessieren sich schon seit Anfang der 80er Jahre für die schweren Kampfpanzer, die zu den erfolgreichsten Exportschlagern der deutschen Rüstungsindustrie zählen. 1983 erteilte ihnen der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl bei einem Besuch in Riad erstmals eine Absage. Damit nahm er auch auf massive Vorbehalte Israels gegen den Export solch schwerer Waffen an den mächtigen Nachbarn Rücksicht.

Derzeit ist Saudi-Arabien vor dem Hintergrund der wachsenden militärischen Macht des Irans dabei, seine Streitkräfte von Grund auf zu modernisieren. Im vergangenen Jahr hatte es bereits Berichte über Verhandlungen mit der Regierung in Madrid über die Lieferung der spanischen Variante des Leopard-Panzers gegeben. Damals war der Ankauf von 270 Exemplaren im Wert von drei Milliarden Euro im Gespräch.

Laut Spiegel zeichnet sich inzwischen aber ab, dass ein Großteil der Panzer aus Deutschland kommen sollen. Dabei geht es um die modernste Variante mit der Kennung "2A7+" Am Bau des Leopard sind neben Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall zahlreiche deutsche Zulieferunternehmen beteiligt.

Saudi-Arabien zählt zu den wichtigsten Zielländern deutscher Rüstungsexporte. 2009 genehmigte die Regierung nach dem jüngsten Rüstungsexportbericht sieben Geschäfte mit einem Gesamtumfang von 168 Millionen Euro. Damit war Saudi-Arabien auf Platz sechs der Bestimmungsländer. Im selben Jahr wurden 147 Leopard-Panzer an Chile, Finnland, Griechenland, Singapur, die Türkei und nach Brasilien geliefert.

In der Opposition regt sich bereits Widerstand gegen den Beschluss. Die Linke will die Rüstungsexporte an Saudi-Arabien in dieser Woche zum Thema einer Aktuellen Stunde im Bundestag machen. "Die schlimmsten Unterdrücker bekommen die tödlichsten deutschen Panzer - das ist Merkels Beitrag zum Arabischen Frühling", erklärte der Linken-Außenexperte Jan van Aken. Saudi-Arabien gehöre zu den "schlimmsten Menschenrechtsverletzern der Region".
 

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Leser-Kommentare
    • Zack34
    • 03.07.2011 um 17:36 Uhr

    ist hierbei nur die Tatsache, dass nur die Linke dies kritisiert.

    52 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Cando
    • 03.07.2011 um 23:39 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen und konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/ag

    Hallo Zack34,
    .
    Zitat: "Die eigentliche Schande... ist hierbei nur die Tatsache, dass nur die Linke dies kritisiert."
    .
    Ja, was ist da los? Ich denke, der Grund ist die Realpolitik. Saudi-Arabien galt uns Deutschen immer als sehr zuverlässiger Partner, politisch wie wirtschaftlich. Es gibt engste Verbindungen zwischen deutschen Unternehmen und Saudischen Geldgebern, und außerdem hat unsere Verbindung mit dem Land in den letzten Jahrzehnten nie unsere besonderen Beziehungen zu Israel gestört. Das sind beides ganz wichtige Faktoren.
    .
    Wenn wir vor dem Hintergrund der Erhebung in der Arabischen Welt plötzlich die Waffenlieferungen an die Saudis stoppen würden, dann wäre damit unumkehrbar ein Zeichen gesetzt: Ab sofort wären die Saudis nicht mehr unsere engen Partner, sondern wir würden sie uns zum Feind machen. Saudi-Arabien wäre ein weiterer Faktor der Instabilität in der Region, und wir hätten alles auf eine Karte gesetzt.
    .
    Was, wenn im Arabischen Frühling die Falschen obsiegen? Wenn wir mit den Saudis Business as usual machen, behalten wir sie als einen starken und zuverlässigen Verbündeten. Da könnten sie lebenswichtig für uns werden!
    .
    Die Linkspartei interessiert das alles nicht. Die räkeln sich auf den Oppositionsbänken und schreien: Moral! Moral!

    Geld! Geld! Unser Geld!

    • Cando
    • 03.07.2011 um 23:39 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen und konstruktiven Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/ag

    Hallo Zack34,
    .
    Zitat: "Die eigentliche Schande... ist hierbei nur die Tatsache, dass nur die Linke dies kritisiert."
    .
    Ja, was ist da los? Ich denke, der Grund ist die Realpolitik. Saudi-Arabien galt uns Deutschen immer als sehr zuverlässiger Partner, politisch wie wirtschaftlich. Es gibt engste Verbindungen zwischen deutschen Unternehmen und Saudischen Geldgebern, und außerdem hat unsere Verbindung mit dem Land in den letzten Jahrzehnten nie unsere besonderen Beziehungen zu Israel gestört. Das sind beides ganz wichtige Faktoren.
    .
    Wenn wir vor dem Hintergrund der Erhebung in der Arabischen Welt plötzlich die Waffenlieferungen an die Saudis stoppen würden, dann wäre damit unumkehrbar ein Zeichen gesetzt: Ab sofort wären die Saudis nicht mehr unsere engen Partner, sondern wir würden sie uns zum Feind machen. Saudi-Arabien wäre ein weiterer Faktor der Instabilität in der Region, und wir hätten alles auf eine Karte gesetzt.
    .
    Was, wenn im Arabischen Frühling die Falschen obsiegen? Wenn wir mit den Saudis Business as usual machen, behalten wir sie als einen starken und zuverlässigen Verbündeten. Da könnten sie lebenswichtig für uns werden!
    .
    Die Linkspartei interessiert das alles nicht. Die räkeln sich auf den Oppositionsbänken und schreien: Moral! Moral!

    Geld! Geld! Unser Geld!

  1. Mit dem verkauf von hochwertigen panzern und hochwertigen waffen wird womöglich zwischen den Saudis(sunniten,salafiten) und den schiiten,aleviten einen neuen viel schlimmeren Krieg der weg eingeebnet.
    Hier in Deutschland sagt BKA und der Innenminister dass die Salafiten und wahhabiten absolute fanatische menschenhasser sind und auf der anderen seite wird den salafiten und wahhabiten waffen verkauft.
    Versteht jemand diese Zwei-Gesichter-Politik?
    Die arme Bevölkerung im Orient.
    Ganz ironisch gemeint vielleicht wird im nächst auch nach nordkorea panzer verkauft.

    11 Leser-Empfehlungen
    • ThorHa
    • 03.07.2011 um 17:46 Uhr

    direkt oder mit Hilfe der Terrorganisationen im Libanon oder in palästina (Hams und Hisbollah), hat jede Unterstützung für potentielle gegner und potentielle Opfer dieser Wahnsinnigen meine volle Unterstützung. Das man dafür gebenenfalls in kauf nimmt, dass gelieferte Waffen gegen Menschen eingesetzt werden, die völlig zu Recht Demokratie und Menschenrechte einfordern, gehört zu jenem Preis, den man zahlen muss, wenn man nur die Wahl zwischen mehreren moralisch fragwürdigen Entscheidungen hat. Es geht letztlich um deutsche Interessen. Und das deutsche Interesse an einer Eindämmung der iranischen Klerikalfaschisten ist jedenfalls deutlich höher, als das am Schicksal von Regimeoppositionellen in arabischen Diktaturen. Die arabischen Diktaturen bilden keine Gefahr für Europa, für deren Machthabe sind wir gute Kunden. Die iranische Führung dagegen verfolgt (letztlich weltweite) Ziele, die allem, wofür wir in Europa einstehen, diametral entgegengesetzt sind. Und dann unterstütze ich eben mit bauchschmerzen ihre Gegner. Wem was besseres eunfällt, darf sich gerne melden - solange es sich nicht in der deutschen Lieblingstugend erschöpft - maulend untätig an der Seitenlinie sitzend, damit das eigene zarte Gewissen ja nicht beeinträchtigt wird.

    12 Leser-Empfehlungen
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    • bodo5
    • 03.07.2011 um 18:16 Uhr

    Die Regierung schreibt in ihren politischen Grundsätzen zum Export von Kriegswaffen:
    Die Lieferung von Kriegswaffen und kriegswaffennahen sonstigen Rüstungsgütern wird nicht genehmigt in Länder,
    - die in bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt sind oder wo eine solche droht,
    - in denen ein Ausbruch bewaffneter Auseinandersetzungen droht oder bestehende Spannungen und Konflikte durch den Export ausgelöst, aufrechterhalten oder verschärft würden.

    Falls im Nahen Osten ein Konflikt (z.B: zw. Iran und Saudi Arabien) drohen sollte, wird der Verkauf der 200 Panzer ja (wie's hier steht) nicht genehmigt.

    Zum Glück wissen wir jetzt, das da ja nichts passieren wird.
    Der Nahe Osten ist eine Friedens-Oase par exellence.
    Oder ...

    • Zack34
    • 03.07.2011 um 18:23 Uhr

    dass Sie von der saudischen Unterstützung diverser Klerikalfaschisten auf dem ganzen Planeten noch nie was gehört haben?

    Und war etwa die militärische Intervention der Sauds in Bahrain auch im Sinne der deutschen Interessen, ja der Freiheit, Demokratie und Menschenrechte?

    Zitat:
    "Und das deutsche Interesse an einer Eindämmung der iranischen Klerikalfaschisten ist jedenfalls deutlich höher, als das am Schicksal von Regimeoppositionellen in arabischen Diktaturen."

    Erstens geht es dort z.Zt. um weitaus mehr als nur um die "Regimeoppositionellen"... und zweitens - woher holen Sie denn diese Gewissheit ob des iranischen Klerikalfaschismus, etwa aus dem SPIEGEL? Schon mal was vom Scholl-Latour dazu gelesen?

    Eins steht nun klar: abgesehen von tieferen Kenntnissen der deutschen strategischen Interessen*)... mit Gewissen haben Sie zumindest diesbezüglich offenbar keine Probleme. Gut für Sie.

    *)
    Zum Thema strategische Interessen:
    Die Kanzlerin hat soeben behauptet, im Falle von Palästina sei eine einseitige Anerkennung des palest. Staates keine Option im Sinne einer Zweistaaten-Lösung (SZ vom letzten Freitag, 01.07.)

    Im Falle von Kosovo war man da komplett anderer Meinung, trotz Resolution 1244... kommt irgendwie bekannt vor, nicht wahr? Naja, so ist das mit den (geo)strategischen Interessen... eine anstrengende Sache sowas, immer will es mit üblichem Floskel-Instrumentarium an den Michel gebracht werden.

    • talwer
    • 03.07.2011 um 18:41 Uhr

    Sie schreiben: "Die arabischen Diktaturen bilden keine Gefahr für Europa".

    Ja, um Gottes Willen, wofür unterstützen wir dann die "Freiheitskämpfer" aus Libyen und die Bombardierung von Gaddafi? Sind die Saudi, die besseren Diktatoren?
    Bisher ist es mir nicht aufgefallen, dass die Wahabiten aus Ryad ausgezeichnete Verfechter von Demokratie und Bürger-, Menschen- bzw. Frauenrechte wären.

    Oder sind das "unsere Schurken"? Zugegeben sie sind auch mit dem amerikanischen Siegel der Unbedenklichkeit versehen, zumindest solange sie für die Aufwertung des US-$s sorgen, indem sie ihm für die Bezahlung von Öl akzeptieren!

    • bivi
    • 03.07.2011 um 19:15 Uhr

    Zitat: "Solange Irans Klerikaldiktatur die ganze Region destabilisiert, ..., hat jede Unterstützung für potentielle gegner und potentielle Opfer dieser Wahnsinnigen meine volle Unterstützung."

    Solche politisch-strategischen Kurzschlüsse gingen schon öfter, nicht erst in Afghanistan, voll in die Hose und kamen teuer zu stehen.

    "...hat jede Unterstützung für potentielle gegner und potentielle Opfer dieser Wahnsinnigen meine volle Unterstützung."
    Also sind Sie ein Unterstützer von Al Kaida. Soweit ich weiss, ist das in Deutschland strafbar.

    "Das man dafür gebenenfalls in kauf nimmt, dass gelieferte Waffen gegen Menschen eingesetzt werden, die völlig zu Recht Demokratie und Menschenrechte einfordern..."
    Das muss man nicht weiter kommentieren. So viel Menschenverachtung liest man selten.

    "...gehört zu jenem Preis, den man zahlen muss"
    Wer ist 'man'? Bitte dichten Sie Ihr gestörtes Sozialverhalten nicht anderen an.

    "Und das deutsche Interesse an einer Eindämmung der iranischen Klerikalfaschisten ist jedenfalls deutlich höher, als das am Schicksal von Regimeoppositionellen..."
    Wer sagt denn das?

    "...für deren Machthabe sind wir gute Kunden."
    Für den Iran auch. Da sollten Sie mal ein paar Banken fragen, wie großartig die Geschäfte mit dem Iran trotz des Embargos laufen.

    "Die iranische Führung dagegen verfolgt (letztlich weltweite) Ziele, die allem, wofür wir in Europa einstehen, diametral entgegengesetzt sind."
    Behaupten zumindest Sie - den amerikanischen Kriegstreibern fein nachplappernd.

    "Und dann unterstütze ich eben mit bauchschmerzen ihre Gegner."
    Das kennen wir ja schon. Wer erinnert sich nicht an die Iran-Contra-Affäre oder die Todesschwadronen in Mittelamerika ... deren Opfer vermutlich auch einfach 'der Preis' waren.

    "Wem was besseres eunfällt, darf sich gerne melden"
    Da gibt es durchaus einiges, was einem einfällt:
    Überdenken Sie Ihre rassistische Haltung gegenüber dem Iran.
    Glauben Sie nicht alle amerikanischen Propagandalügen.
    Fordern Sie nicht, Konfliktzonen mit noch mehr Waffen zu beliefern.
    Sehen Sie Menschenleben einfach als Freiwild an.
    Stellen Sie Ihre Interessen nicht grundsätzlich über Andere.
    Lernen Sie, was Menschlichkeit bedeutert.

    Die iranische Regierung ist nicht das Volk!
    Die Mehrheit der Menschen im Iran denken anders und es ist eine Frage der nahen Zukunft, dass sich was ändert.
    Wir sollten verstehen oder herausfinden, warum die iranische Regierung sich so bedroht fühlt. Wer sich mit der Geschichte des Irans beschäftigt wird schnell erkennen, dass dieses Land von Kolonialmächten gedemütigt, erpresst und wegen dem Öl über den Tisch gezogen wurde!

    • damux
    • 04.07.2011 um 12:23 Uhr

    Mal ernsthaft, spätestens nach dem dritten Satz muss doch jeder wissen, dass dieser Post nicht ernstzunehmen ist.

    Entweder ist es ein sarkastischer Seitenhieb (was in geschriebener Form oft schwer auszumachen ist) oder es handelt sich um einen Troll par excellence. Eine sehr kontroverse These in den Raum stellen, damit sich die anderen Foristen mit hochrotem Kopf die Zähne daran ausbeißen. Respekt.

    Ich glaube es handelt sich um ersteres und ist eigentlich ziemlich gelungen ;)

    In diesem Sinne

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/sc

    Dieser Kommentar ist völlig daneben. Wer sind Sie, dass Sie sich herausnehmen den Tod Unschuldiger zum Preis für deutsche Interessen zu erklären. Wie krank muss man in der Seele sein, um derart menschenverachtendes zu äußern. Sie tun mir unendlich Leid. Wie moralisch und fragwürdig ist die Entscheidung eine Diktatur wie Saudi Arabien aufzurüsten. Die Antwort lautet: zutiefst. Man kann den Teufel nicht mit dem Beelzebub austreiben. Man kann auch eine Diktatur nicht gegen eine andere Aufwiegen. Die Geschichte hat dies deutlich gemacht. Siehe Irak und Iran. Hier hatten sich die Amis für die Iraker entschieden, als Bollwerk gegen den Iran. Das Ergebnis kennen wir. Bis heute zwei Kriege und über 1 Million Tote. Eine USA die völlig pleite ist und ein Rüstungskomplex der sich dumm und dämlich verdient hat. Wollen Sie diesen Wahnsinn noch einmal erleben? Wie viel Tote würden Sie für die deutschen Interessen einiger weniger Rüstungsmultis und Politiker hinnehmen? Wieder 1 Million? 5 Millionen? Oder doch lieber 10 Millionen. Wie weit würden Sie Kollateralschäden mitgehen, wenn es Ihre eigene Familie trifft? Ihre Kinder, Mutter, Vater. Würden Sie diese auch für deutsche Interessen opfern, die am Ende doch nicht die Ihren sind. Denken Sie mal darüber nach?

    der Iran hatte in den letzten hundert Jahren keinen Angriffskrieg. Dieses Land wurde von Aussen angegriffen und musste sich immer verteidigen!

    • bodo5
    • 03.07.2011 um 18:16 Uhr

    Die Regierung schreibt in ihren politischen Grundsätzen zum Export von Kriegswaffen:
    Die Lieferung von Kriegswaffen und kriegswaffennahen sonstigen Rüstungsgütern wird nicht genehmigt in Länder,
    - die in bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt sind oder wo eine solche droht,
    - in denen ein Ausbruch bewaffneter Auseinandersetzungen droht oder bestehende Spannungen und Konflikte durch den Export ausgelöst, aufrechterhalten oder verschärft würden.

    Falls im Nahen Osten ein Konflikt (z.B: zw. Iran und Saudi Arabien) drohen sollte, wird der Verkauf der 200 Panzer ja (wie's hier steht) nicht genehmigt.

    Zum Glück wissen wir jetzt, das da ja nichts passieren wird.
    Der Nahe Osten ist eine Friedens-Oase par exellence.
    Oder ...

    • Zack34
    • 03.07.2011 um 18:23 Uhr

    dass Sie von der saudischen Unterstützung diverser Klerikalfaschisten auf dem ganzen Planeten noch nie was gehört haben?

    Und war etwa die militärische Intervention der Sauds in Bahrain auch im Sinne der deutschen Interessen, ja der Freiheit, Demokratie und Menschenrechte?

    Zitat:
    "Und das deutsche Interesse an einer Eindämmung der iranischen Klerikalfaschisten ist jedenfalls deutlich höher, als das am Schicksal von Regimeoppositionellen in arabischen Diktaturen."

    Erstens geht es dort z.Zt. um weitaus mehr als nur um die "Regimeoppositionellen"... und zweitens - woher holen Sie denn diese Gewissheit ob des iranischen Klerikalfaschismus, etwa aus dem SPIEGEL? Schon mal was vom Scholl-Latour dazu gelesen?

    Eins steht nun klar: abgesehen von tieferen Kenntnissen der deutschen strategischen Interessen*)... mit Gewissen haben Sie zumindest diesbezüglich offenbar keine Probleme. Gut für Sie.

    *)
    Zum Thema strategische Interessen:
    Die Kanzlerin hat soeben behauptet, im Falle von Palästina sei eine einseitige Anerkennung des palest. Staates keine Option im Sinne einer Zweistaaten-Lösung (SZ vom letzten Freitag, 01.07.)

    Im Falle von Kosovo war man da komplett anderer Meinung, trotz Resolution 1244... kommt irgendwie bekannt vor, nicht wahr? Naja, so ist das mit den (geo)strategischen Interessen... eine anstrengende Sache sowas, immer will es mit üblichem Floskel-Instrumentarium an den Michel gebracht werden.

    • talwer
    • 03.07.2011 um 18:41 Uhr

    Sie schreiben: "Die arabischen Diktaturen bilden keine Gefahr für Europa".

    Ja, um Gottes Willen, wofür unterstützen wir dann die "Freiheitskämpfer" aus Libyen und die Bombardierung von Gaddafi? Sind die Saudi, die besseren Diktatoren?
    Bisher ist es mir nicht aufgefallen, dass die Wahabiten aus Ryad ausgezeichnete Verfechter von Demokratie und Bürger-, Menschen- bzw. Frauenrechte wären.

    Oder sind das "unsere Schurken"? Zugegeben sie sind auch mit dem amerikanischen Siegel der Unbedenklichkeit versehen, zumindest solange sie für die Aufwertung des US-$s sorgen, indem sie ihm für die Bezahlung von Öl akzeptieren!

    • bivi
    • 03.07.2011 um 19:15 Uhr

    Zitat: "Solange Irans Klerikaldiktatur die ganze Region destabilisiert, ..., hat jede Unterstützung für potentielle gegner und potentielle Opfer dieser Wahnsinnigen meine volle Unterstützung."

    Solche politisch-strategischen Kurzschlüsse gingen schon öfter, nicht erst in Afghanistan, voll in die Hose und kamen teuer zu stehen.

    "...hat jede Unterstützung für potentielle gegner und potentielle Opfer dieser Wahnsinnigen meine volle Unterstützung."
    Also sind Sie ein Unterstützer von Al Kaida. Soweit ich weiss, ist das in Deutschland strafbar.

    "Das man dafür gebenenfalls in kauf nimmt, dass gelieferte Waffen gegen Menschen eingesetzt werden, die völlig zu Recht Demokratie und Menschenrechte einfordern..."
    Das muss man nicht weiter kommentieren. So viel Menschenverachtung liest man selten.

    "...gehört zu jenem Preis, den man zahlen muss"
    Wer ist 'man'? Bitte dichten Sie Ihr gestörtes Sozialverhalten nicht anderen an.

    "Und das deutsche Interesse an einer Eindämmung der iranischen Klerikalfaschisten ist jedenfalls deutlich höher, als das am Schicksal von Regimeoppositionellen..."
    Wer sagt denn das?

    "...für deren Machthabe sind wir gute Kunden."
    Für den Iran auch. Da sollten Sie mal ein paar Banken fragen, wie großartig die Geschäfte mit dem Iran trotz des Embargos laufen.

    "Die iranische Führung dagegen verfolgt (letztlich weltweite) Ziele, die allem, wofür wir in Europa einstehen, diametral entgegengesetzt sind."
    Behaupten zumindest Sie - den amerikanischen Kriegstreibern fein nachplappernd.

    "Und dann unterstütze ich eben mit bauchschmerzen ihre Gegner."
    Das kennen wir ja schon. Wer erinnert sich nicht an die Iran-Contra-Affäre oder die Todesschwadronen in Mittelamerika ... deren Opfer vermutlich auch einfach 'der Preis' waren.

    "Wem was besseres eunfällt, darf sich gerne melden"
    Da gibt es durchaus einiges, was einem einfällt:
    Überdenken Sie Ihre rassistische Haltung gegenüber dem Iran.
    Glauben Sie nicht alle amerikanischen Propagandalügen.
    Fordern Sie nicht, Konfliktzonen mit noch mehr Waffen zu beliefern.
    Sehen Sie Menschenleben einfach als Freiwild an.
    Stellen Sie Ihre Interessen nicht grundsätzlich über Andere.
    Lernen Sie, was Menschlichkeit bedeutert.

    Die iranische Regierung ist nicht das Volk!
    Die Mehrheit der Menschen im Iran denken anders und es ist eine Frage der nahen Zukunft, dass sich was ändert.
    Wir sollten verstehen oder herausfinden, warum die iranische Regierung sich so bedroht fühlt. Wer sich mit der Geschichte des Irans beschäftigt wird schnell erkennen, dass dieses Land von Kolonialmächten gedemütigt, erpresst und wegen dem Öl über den Tisch gezogen wurde!

    • damux
    • 04.07.2011 um 12:23 Uhr

    Mal ernsthaft, spätestens nach dem dritten Satz muss doch jeder wissen, dass dieser Post nicht ernstzunehmen ist.

    Entweder ist es ein sarkastischer Seitenhieb (was in geschriebener Form oft schwer auszumachen ist) oder es handelt sich um einen Troll par excellence. Eine sehr kontroverse These in den Raum stellen, damit sich die anderen Foristen mit hochrotem Kopf die Zähne daran ausbeißen. Respekt.

    Ich glaube es handelt sich um ersteres und ist eigentlich ziemlich gelungen ;)

    In diesem Sinne

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/sc

    Dieser Kommentar ist völlig daneben. Wer sind Sie, dass Sie sich herausnehmen den Tod Unschuldiger zum Preis für deutsche Interessen zu erklären. Wie krank muss man in der Seele sein, um derart menschenverachtendes zu äußern. Sie tun mir unendlich Leid. Wie moralisch und fragwürdig ist die Entscheidung eine Diktatur wie Saudi Arabien aufzurüsten. Die Antwort lautet: zutiefst. Man kann den Teufel nicht mit dem Beelzebub austreiben. Man kann auch eine Diktatur nicht gegen eine andere Aufwiegen. Die Geschichte hat dies deutlich gemacht. Siehe Irak und Iran. Hier hatten sich die Amis für die Iraker entschieden, als Bollwerk gegen den Iran. Das Ergebnis kennen wir. Bis heute zwei Kriege und über 1 Million Tote. Eine USA die völlig pleite ist und ein Rüstungskomplex der sich dumm und dämlich verdient hat. Wollen Sie diesen Wahnsinn noch einmal erleben? Wie viel Tote würden Sie für die deutschen Interessen einiger weniger Rüstungsmultis und Politiker hinnehmen? Wieder 1 Million? 5 Millionen? Oder doch lieber 10 Millionen. Wie weit würden Sie Kollateralschäden mitgehen, wenn es Ihre eigene Familie trifft? Ihre Kinder, Mutter, Vater. Würden Sie diese auch für deutsche Interessen opfern, die am Ende doch nicht die Ihren sind. Denken Sie mal darüber nach?

    der Iran hatte in den letzten hundert Jahren keinen Angriffskrieg. Dieses Land wurde von Aussen angegriffen und musste sich immer verteidigen!

  2. kann man ja auch die Salafisten in Deutschland direkt mit modernen Waffen ausstatten. Vielleicht geht es dann schneller hier................

    • PW
    • 03.07.2011 um 17:49 Uhr

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich differenziert zum Thema des Artikels. Die Redaktion/sc

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Harzer
    • 03.07.2011 um 18:17 Uhr

    ("...Daß man mit schweren Kampfpanzern nicht zwangsläufig eine Diktatur sichern kann, mußten die Menschenrechtsverletzer von der Linken im Herbst 1989 erfahren....")

    ... die DDR-Führung war "einsichtig" und hat notgedrungen/freiwillig, ohne Waffeneinsatz, aufgegeben, was nicht beweißt, daß man nicht mit Panzern ein Blutbad unter Zivilisten anrichten könnte.

    Beispiel China, oder die syrische Regierung scheint ihre Panzer gerade ziemlich "erfolgreich" einzusetzen... .

    wo sind im herbst 89 schwere kampfpanzer gegen die bevölkerung aufgefahren?
    wer von der damaligen regierung bestimmt die heutige politik der linken?
    vielleicht habe ich ja damals als protestierender etwas verpasst.

    die herrschende wahabitenkaste ist eine der reaktionärsten monarchien der welt, die gefährlichkeit des iran wird seit jahren herbeigeredet. und das wird auch noch solange weitergehen, bis auch iran die souveränität über seine ölvorkommen verliert.

    • Harzer
    • 03.07.2011 um 18:17 Uhr

    ("...Daß man mit schweren Kampfpanzern nicht zwangsläufig eine Diktatur sichern kann, mußten die Menschenrechtsverletzer von der Linken im Herbst 1989 erfahren....")

    ... die DDR-Führung war "einsichtig" und hat notgedrungen/freiwillig, ohne Waffeneinsatz, aufgegeben, was nicht beweißt, daß man nicht mit Panzern ein Blutbad unter Zivilisten anrichten könnte.

    Beispiel China, oder die syrische Regierung scheint ihre Panzer gerade ziemlich "erfolgreich" einzusetzen... .

    wo sind im herbst 89 schwere kampfpanzer gegen die bevölkerung aufgefahren?
    wer von der damaligen regierung bestimmt die heutige politik der linken?
    vielleicht habe ich ja damals als protestierender etwas verpasst.

    die herrschende wahabitenkaste ist eine der reaktionärsten monarchien der welt, die gefährlichkeit des iran wird seit jahren herbeigeredet. und das wird auch noch solange weitergehen, bis auch iran die souveränität über seine ölvorkommen verliert.

    • Ron777
    • 03.07.2011 um 17:51 Uhr

    Die deutsche Bundesregierung ist sicherlich nicht nur aus wirtschaftlichen Erwägungen von ihrem bisherigen Export-Nein abgewichen. Es geht im Grunde um die Schaffung eines militärischen Gegengewichtes zu den Iranern, die durch den Sturz von Hussein im Irak zu einer dominierenden Macht in der arabischen Welt geworden sind. Der Westen will nun mit allen Mitteln einer Islamisierung der arabischen Welt entgegen wirken. Dies ist auch nötig, denn der arabische Frühling beginnt zu kippen - die Islamisten infiltrieren die maroden politischen Systeme.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • mk142
    • 03.07.2011 um 19:22 Uhr

    Man soll sich also vor Islamisten schützen, indem man Islamisten Panzer verkauft?
    Ihnen ist wohl nicht bewusst, was für ein System in Saudi-Arabien herrscht.

    Engländer. Schlimmere Islamisten als die Saudis gibt es kaum in der Region. Die Taliban bringen mit saudischem Geld deutsche Soldaten in Afghanistan um. Die Meisten Attentäter vom 11 September stammten aus Saudiarabien. Saudische Truppen sind in Bahrain einmarschiert um die Demokratiebewegung zu unterwerfen. Das selbe tut auch Bascher Al-Asad in Syrien. Die Saudis sind Steinzeit-Islamisten.

    Wer wind säht erntet in der Regelsturm.

    • mk142
    • 03.07.2011 um 19:22 Uhr

    Man soll sich also vor Islamisten schützen, indem man Islamisten Panzer verkauft?
    Ihnen ist wohl nicht bewusst, was für ein System in Saudi-Arabien herrscht.

    Engländer. Schlimmere Islamisten als die Saudis gibt es kaum in der Region. Die Taliban bringen mit saudischem Geld deutsche Soldaten in Afghanistan um. Die Meisten Attentäter vom 11 September stammten aus Saudiarabien. Saudische Truppen sind in Bahrain einmarschiert um die Demokratiebewegung zu unterwerfen. Das selbe tut auch Bascher Al-Asad in Syrien. Die Saudis sind Steinzeit-Islamisten.

    Wer wind säht erntet in der Regelsturm.

  3. War da nicht schonmal sowas unter Mitwirkung von Strauss ? Irgendwie sind mir dunkel nächtliche Transporte mit der Bahn von Kampfpanzern Mader und Minenräumpanzer schwach in Erinnerung. Ohne Garantie. Zur aktuellen Situation: Das ganze "keine Waffenlieferungen in Krisengebiete" ist doch schon seit Jahrzehnen Makulatur und politisches Alibigeschwätz. Will man in Krisengebiete liefern, was man ja nicht darf, liefert man nach Belgien, die haben andere Gesetze und schon geht über belgische Mittelsmänner das Kriegsgerät dorthin, wo es hin soll. Die Saudis zahlen wenigstens. Die westliche Welt bricht zusammen ohne die zuverlässigen Lieferungen von Öl aus Saudi Arabien.

    • Harzer
    • 03.07.2011 um 17:54 Uhr

    ... dafür müßte diese Regierung überhaupt erst einmal irgend einen Kurs haben .. ... .

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