Deutsche Reaktion auf NorwegenWarum auch sachlich bleiben?

Während Norwegen still trauert, debattiert man in Deutschland über schärfere Gesetze. Das ist schamlos und ebenso billig wie der Reflex hiesiger Medien. Ein Kommentar von 

An diesem Tag würde man gern mal Hans-Peter Uhl sein. Fünf Minuten bloß, um zu verstehen, was dieser Mann – er ist innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion – dachte, als er diese Sätze sagte : "Wir brauchen die Vorratsdatenspeicherung .... Nur wenn die Ermittler die Kommunikation bei der Planung von Anschlägen verfolgen können, können sie solche Taten vereiteln und Menschen schützen." Solche Taten: Damit meinte er die Attentate von Oslo und Utøya.

Wie tickt einer, der zwei Tage nach diesem Massaker eine solche Forderung erhebt? Ob er sich unwohl dabei fühlt, weil er weiß, dass die Toten noch nicht einmal beerdigt sind, während er schon wieder Parteipolitik betreibt? Ob er ein wenig unsicher ist, ob dies der richtige Satz war angesichts des Verbrechens und der Trauer? Ob er, wenigstens kurz vielleicht, daran zweifelt, dass die Vorratsdatenspeicherung eine solche Tat hätte verhindern können, weil der Attentäter Anders Behring Breivik zwar viele radikale Gedanken ins Netz stellte, aber eben nichts, das als Hinweis auf ein bevorstehendes Massaker gedeutet werden könnte.

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Ja, man wüsste gern, ob Hans-Peter Uhl von der Regierungspartei CSU all dies weiß und trotzdem die Chuzpe hat, sein immergleiches Sprüchlein mit der Vorratsdatenspeicherung aufzusagen. Oder ob er einfach furchtbar schlecht informiert ist.

Mit schnellem Reflex reagierte auch der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut. Er forderte allen Ernstes, eine Datei auffälliger Personen einzurichten – und zwar am Freitagabend, als gerade die ersten Nachrichten vom Amoklauf im Jugendlager bekannt wurden. Wie schamlos muss eine Organisation sein, um zu einem solchen Zeitpunkt eine solche PR zu betreiben?

Oder Joachim Herrmann, der Innenminister in Bayern. Der CSU-Mann will nun "diese Interneteinträge noch aufmerksamer verfolgen" lassen. Im Grunde genommen ist Herrmann noch ein wenig schlimmer als sein Parteifreund Uhl, nicht nur, weil er als Innenminister mehr Einfluss hat. Sondern vor allem, weil er sogar zugibt, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat: Bei Einzeltätern komme man "mit der Beobachtung der Kommunikation nicht weiter", sagt er im selben Interview , in dem er die genauere Beobachtung des Internets fordert. Nach was will er dort eigentlich suchen? Nach islamophober Hetze, wie sie der Attentäter von sich gab? Ob er weiß, dass er recht schnell bei den Postings von Henryk M. Broder landen wird? Oder bei den Populisten von Pro Deutschland?

Nicht einmal in Norwegen wird zu diesem Zeitpunkt die Verschärfung irgendeines Gesetzes debattiert. Hier dauerte es keine drei Tage. Willkommen im Land der schnellen Reflexe. Wie billig diese und wie sehr auch die Medien hierzulande davon befallen sind, das zeigte sich schon am Freitagabend, unmittelbar nach den Anschlägen. Nichts war zu diesem Zeitpunkt bekannt, schon gar nicht das Motiv. Dennoch waren sich viele deutsche Medien nicht zu schade, Experten zu Wort kommen zu lassen, die von einem islamistischen Hintergrund sprachen. Auch ZEIT ONLINE war nicht frei von diesem Reflex . Im ZDF allerdings durfte der "Terrorexperte" Elmar Theveßen diese Ansicht noch vertreten, als längst Erkenntnisse über den blonden, blauäugigen Täter bekannt geworden waren.

Doch warum den gewohnten Pfad verlassen, der sich seit 9/11 als so bequem und eingängig erwiesen hat? Warum über etwas anderes nachdenken als bombende Muslime? Warum über menschenverachtenden Rechtspopulismus und seine Protagonisten (auch in Deutschland!) reden, wenn man mal wieder die Vorratsdatenspeicherung fordern kann? Dieses für Norwegen so grausame Wochenende hat einmal mehr gezeigt, wie reflexhaft und substanzlos in Deutschland oft debattiert wird.

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Leserkommentare
  1. Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um differenzierte Beiträge. Danke. Die Redaktion/sc

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    • joG
    • 26. Juli 2011 8:10 Uhr

    ....die, ausgeführt, dem Staat, den Regierenden und den Beamten mehr Macht über die Bürger einräumen will.

    Will er nicht den Verdacht nähren, er strebe eine unbillige Veränderung der demokratischen Ordnung an, so muss er auch befürworten, dass man das Tun der aller Regierenden, Parlamentarier und hohen Beamten laufend aufzeichnet, damit man im Ernstfall dem Nixon die Tat nachweisen kann.

  2. Haftstrafen für Mord oder gar Morde sind in Deutschland genauso ein Witz wie in der restlichen EU.
    Jemand der willentlich ein Leben nimmt hat es - in meiner zugegeben subjektiven Meinung - nicht verdient in unserer Mitte zu leben.
    Eine Diskussion darüber ist längst überfällig und wir sollten nicht erst warten bis jemand in Deutschland für 90fachen Mord vor Gericht steht.
    Ich bin ein Gegner der Todesstrafe aber wer mordet hat nichts in unserer Gesellschaft verloren, er/sie hat sich selbst disqualifiziert.
    Lebenslang sollte Lebenslang bedeuten, egal ob das dann 5 Jahre sind oder 50.

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    Dem kann ich nur zustimmen. Ein demokratischer Staat darf keine Menschen hinrichten. Es gibt jedoch Verbrechen bei denen es nicht mehr um die Resozialisierung bzw. psychologische Behandlung des Täters gehen darf, sondern in erster Linie um den Schütz der Bevölkerung. Dafür halte ich lebenslange Haftstrafen für angemessen.

    @Zeit: Sehr guter Artikel.

    es wird ja auch Zeit.

    Ich warte nur auf Leute die jetzt das Waffengesetz entschärfen wollen mit dem Argument: Hätten auf dem Camp einige Menschen Waffen bei sich getragen, hätten Sie sich gegen den Angreifer zur Wehr setzen können.

    Mit der Kraft der Angst kann man viel bewegen, aber bite keine Todesstrafe und keine Waffen wür alle, bite auch keine Vorratsdatenspeicherung und keinen gläsernen Staat.

    Beste Grüße.
    FSonntag

    Es gibt dazu bereits eine bekannte Entscheidung vom BVErfG. Eine lebenslang zu verbüßende Haftstraße ohne Perspektive auf Freilassung ist mit der Menschenwürde, Art. 1 GG nicht zu vereinbaren und damit verfassungswidrig. Der Täter hat also die Möglichkeit nach spätestens 15 Jahren einen Antrag auf Entlassung zu stellen. Ob dem dann entsprochen wird ist ja eine andere Frage...

    Bitte bedenken sie:
    Aufgrund von Rohstoffspekulation (v.a. bei Agrarrohstoffen) sterben weltweit hunderttausende Menschen einen qualvollen Hungertod.
    Aufgrund von Profitmaximierung sterben weltweit hundertausende allein an vielfältigsten Vergiftungen aufgrund nicht eingehaltener Umweltschutzvorgaben durch Unternehmen.

    Das lässt sich ganz lange fortsetzen.
    Anderswo krepieren Menschen, damit in Deutschland durch billige Produkte der Massenwohlstand aufrecht erhalten werden kann oder Arbeitsplätze gesichert werden.
    Z.B. durch den Verkauf von zur Aufstandsbekämpfung umgerüsteten Leopard 2 an ein despotisches Nah-Ost-Regime, was keine Hemmungen hat, auf die unterdrückte Bevölkerung zu schießen.
    Praktisch da diese Diktatur auch ein Garant für die billige Versorgung des Westens mit Öl ist.

    Der wohlstandssaturierte Zyniker würde dies wohl als "grausam aber notwendig" bezeichnen um den Status Quo zu sichern.
    Und wenn sich irgendwo mit irgendwas Geld machen lässt, ist es die heilige Pflicht genau dies auch zu tun.
    Rücksicht auf irgendjemand oder irgendwas nehmen -
    Why?

    Ziehen sie jetzt bitte den Balken aus ihrem Auge!

    Das ganze Land, der ganze Planet ist voller opportunistischer Schreibtischtäter, die, zwar niemand persönlich umbringen, dafür jedoch den von ihnen mitverursachten Tod anderer Menschen billigend, ja gleichgültig in Kauf nehmen.

    Mal ganz davon abgesehen, dass "wir" die schlimmsten Massenmörder in der Regel nicht wegsperren, sondern mit Orden behängen und bejubeln...

    Bitte bemühen Sie sich um einen sachlicheren Ton ohne Polemik. Danke. Die Redaktion/sc

    Dieses Monster ist "nur" Ausdruck unseres Systems. In Gesellschaften, in denen Menschwürde noch ein solche ist, gibt es solche Taten nicht. Wer hier die Todesstrafe fordert, muss auch die Korrektur des Systems fordern.

    • NBau
    • 25. Juli 2011 18:43 Uhr
    3. Danke!

    Danke für diesen Artikel, Sie sprechen mir aus der Seele.

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    Link zum Kurzfilm von Alexander Lehmann:

    http://www.youtube.com/wa...

    (Eine Erinnerung an die Aktion 2009 - "www.dubistterrorist.de" in Anlehnung an die "Du bist deutschland"-Kampagne von 2005.)

    Zum Abschluss ein Zitat von Benjamin Franklin:
    "Diejenigen, die bereit sind grundlegende Freiheiten aufzugeben, um ein wenig kurzfristige Sicherheit zu erlangen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit."

    Quelle:
    http://de.wikiquote.org/w...

    und das Signal auch an uns Bürger, bedachter zu werden.

    Dieser Kommentar ergänzt sich zu
    http://www.zeit.de/politi...

    Wer in diesen betroffenen Stunden menschlich reagiert, ist glaubwürdig.
    Vorbildlich für mich ist in dieser Stunde Herr Jens Stoltenberg.
    An dieser Stelle meine Hochachtung.
    --
    Hans Peter Uhl ist wahrlich schlecht informiert.
    Die VDS hat Norwegen bereits.

    Und die angebliche Gunst der Stunde nutzen deutsche Politiker aus um ihre Interessen , wohl und im Grunde sich selbst, wichtig zu machen.
    Das sind mehr als schlechte Tischmanieren.
    Glaubwürdigkeit ist eine Voraussetzung für Vertrauen.
    Das vermisse ich und sicherlich viele Andere auch, bei manch deutschen Politiker.
    Schlimmer als die Peinlichkeit ist das Traurige daran.

  3. Wir laufen Gefahr, auch die schlimmsten menschlichen Tragödien zu konsumieren wie daily soaps.

    Wir laufen Gefahr, auch die schlimmsten Verbrechen zu instrumentalisieren, um Interessen von Gruppen durchzusetzen - seien die Zusammenhänge zwischen Tat und Forderung nach Konsequenzen auch noch so abwegig und konstruiert.

    Einige sind bereits so abgestumpft, dass man sich für sie nur noch schämen kann.

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    Themen auf der Agenda der CDU/CSU in den nächsten Tagen:

    -Vorratsdatenspeicherung (Check!)
    -Verbot von Kunstdünger
    -Verbot von Biolandbau
    -Verbot von Killerspielen
    -Verbot von Polizeiuniformen

    Kl. Ratespiel: Welche sinnvolle Massnahme werden sie NICHT vorschlagen?

    MfG, J. Dähn

    Mir fiel auf, dass das Luftbild von der Insel mit vielen (vermutlichen) Leichen und einem stehenden Täter nicht von der Polizei war, weil die ja nicht über einen Helikopter verfügte.

    Wenn das stimmt, dann ist das auch in Oslo so, dass "Polizeireporter" (die schlimmste Sorte nach meiner Meinung) v o r dem Polizeieinsatz von oben filmen konnte.

    Amerikanische Verhältnisse, wo die Presse meistens vor der Polizei am Tatort ist und die Opfer bis in die hintersten Zahnlücken filmen kann.

    Hier wäre es mal angebracht gewesen, dass die "freie" Presse gezeigt hätte was soziale Verantwort und Pietät sind.

    Hoffentlich bekommt Murdochs Ableger in Norwegen nicht die Handynummern der Opfer.

  4. Bleiben Sie mal sachlich, Herr Horeld.
    Natürlich fällt die erste Vermutung bei einem Bombenanschlag nach den Attentaten der vergangenen Jahre auf Islamisten.
    Dass diese Vermutung dann auch in Medien im Konjunktiv gesendet wird, kann man nicht beanstanden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • yarx
    • 25. Juli 2011 19:31 Uhr

    Warum wohl fällt denn die erste Vermutung so aus? Weil wir seit Jahren mit solchem Unsinn in allen Medien traktiert werden. Früher hatten wir die RAF, da kam jede Gefahr von links. Angelich. Heute die Islamisten. Von NeoNazis ist nur selten die Rede. Und von real existierenden Politikern, die unser aller Freiheit immer mehr einschränken, die am liebsten von jedem Menschen immer wüßten wo er bzw. sein Handy, grade steckt, von denen reden noch weniger.
    Mir schwant die tatsächliche Gefahr kommt von ganz woanders....

    Warum natürlich?
    Mein (sicherlich nicht relevanter) erster Gedanke als ich von dem Anschlag hörte, war "Erstmal abwarten". Das es ein Anschlag mit islamistischen Hintergrund hätte sein können, war nicht mein erster Verdacht.
    Als man dann in den deutschen Medien dahin gelenkt wurde, dachte ich viel mehr, dass doch gerade die Norweger nicht wirklich durch eine aggressive Außenpolitik aufgefallen sind.
    Der unvermeidliche Herr Thevesen, mit seinen außergewöhnlich guten Kontakten zu allen Geheimdiensten auf der Welt, schritt dabei tapfer voran!
    Auf der anderen Seite berichtete beispielsweise die ARD angenehm zurückhaltend über die Attentate und vorsichtig über mögliche Täter. (also zumindest nach den Sendungen zu urteilen die ich gesehen habe)

    Was in Herrn Uhl und Herrn Herrmann vorgeht?
    Vielleicht will man wirklich Stück für Stück einen Überwachungsstaat aufbauen. Da kommt natürlich so ein Anschlag ganz recht. Wenn ich da an die Diskussion um den Einsatz der Bundeswehr im Innern der WM 2006 zurückdenke..
    Oder vielleicht artikulieren sie nur die Reflexe der eigenen Klientel?
    Oder vielleicht auch beides...??

    Zum Kommentar:
    Der ist wirklich Klasse und erstaunt mich wirklich sehr. Sehr gut finde ich es, ebenfalls die Berichterstattung der Medien (die eigene bzw. die seines Arbeitgeber) und die der Konkurrenz zu Hinterfragen. Vielleicht könnte die Auseinandersetzung mit dem Thema "mediale Berichterstattung und Terror", ja auch mal eine Titelgeschichte der ZEIT sein.

    • Kyriae
    • 25. Juli 2011 20:43 Uhr

    leider beanstanden, denn das zeigt wie inkompetent die Medien und die Politiker sind, wie einfach sie es sich machen und wie blind sie auf diversen Augen sind.

    ... des islamistischen Hintergrundes nahe?

    Forist Yarx hat es ja schon gesagt: Weil in den Zeitungen ständig davon geschrieben wird und Politiker diese Gefaht ständig heraufbeschwören.

    Wie wenig diese Vermutung in der Wirklichkeit wurzelz, zeigen die jährlichen Statistiken der Europol. Hier ein Kurzlink:

    https://www.privacyfounda...

    Die Zahl der geplanten oder ausgeführten Anschläge mit ISLAMISTISCHEN Hintergrund im gesamten Europa:
    2006: 1 von 498
    2007: 4 von 583
    2008: 1 von 515 o. 441 (je nach Quelle)
    2009: 1 von 291
    2010: 0 von 237

    Das entspricht ungefähr einer Durchschnittsquote von 0,3%.

    Ausserdem ist die Gesamtbedrohung seit 2006 um ca. 50% gesunken.

    Erhöhte Terrorgefahr von Seiten des Islams? Nicht in Europa!

    Sicherlich hat aber diese Medien- und Politiklüge den Mörder in seinem Glauben und Rassismus bestärkt.

    Da kann ich nur von Ihnen verlangen, sachlich nicht nur zu bleiben, sondern zu sein.

    "Ob er sich unwohl dabei fühlt, weil er weiß, dass die Toten noch nicht einmal beerdigt sind, während er schon wieder Parteipolitik betreibt?"

    Wie gut, daß der Autor dieses Artikels weder Parteipolitik verbreitet noch seine politisch-ideologische Provenienz durchblicken läßt.

    "Doch warum den gewohnten Pfad verlassen, der sich seit 9/11 als so bequem und eingängig erwiesen hat? Warum über etwas anderes nachdenken als bombende Muslime? Warum über menschenverachtenden Rechtspopulismus und seine Protagonisten (auch in Deutschland!) reden, wenn man mal wieder die Vorratsdatenspeicherung fordern kann?"

    "Dieses für Norwegen so grausame Wochenende hat einmal mehr gezeigt, wie reflexhaft und substanzlos in Deutschland oft debattiert wird."

    In der Tat, Herr Horeld.

    Jetzt muß ich mich aber doch wundern. Warum wird jede Gewalttat dem Islam gleich zugerechnet? Ohne die wahren Fakten und Hintergründe zu kennen! Wie oberflächlich, voreingenommen sind Sie denn eigentlich??!! Und das ist Schablonen Denken hoch drei!
    Neuerdings sind Attentäter in Schulen dann auch Islamisten oder wie jetzt?! Das Sie auf diese Idee noch gar nicht gekommen sind.

    Schon mal davon gehört das politische Taten auch aus den eigenen Reihen kommen können?! Das es kranke Menschen mit Sucht nach Annerkennung gibt?! Wenn ich was durchsetzen will und politisch keine Handhabe dazu habe, ist so manchem jedes Mittel recht. Da stehen sogar ganze Wirtschaftszweige auf der Matte. So dumm kann man manchmal gar nicht denken.

    Vielleicht geben Sie den Norwegern, die sehr besonnen und sachlich alles angehen, mal die Chanche zu Ende zu ermitteln. Davon kann sich Deutschland eine Scheibe abschneiden!

    Im übrigen hatte Norwegen auch ein Überwachungsgesetz, dass eben nicht geholfen hat. Sie können in keinen Menschen hineinsehen und mit totaler Überwachung Anschläge voraussagen. Egal ob politisch motiviert die Tat ist oder nicht.

    Ich wehre mich gegen einen gläsernen Bürger. Manchmal denke ich so manch einem Politiker gehts mehr um Personenkult als um das Volksverständnis. Jeder will hier was zu sagen haben. Und immer schön am Volk vorbei. Da braucht sich keine CDU/CSU wundern, wenn sie nicht wiedergewählt wird.

    Liebe Zeit....das war ein sehr toller Artikel!! Danke dafür :-)

  5. Dem kann ich nur zustimmen. Ein demokratischer Staat darf keine Menschen hinrichten. Es gibt jedoch Verbrechen bei denen es nicht mehr um die Resozialisierung bzw. psychologische Behandlung des Täters gehen darf, sondern in erster Linie um den Schütz der Bevölkerung. Dafür halte ich lebenslange Haftstrafen für angemessen.

    @Zeit: Sehr guter Artikel.

    Antwort auf "Moment!"
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    ...Ermittlungsmöglichkeiten sind aber auch wichtig. Wenn man rausbekommen könnte, mit wem der Täter Tage vor dem Anschlag telefoniert hat, würde man vielleicht Mittäter oder Mitwisser dingfest machen können. Derzeit ist dies jedenfalls in Deutschland nicht mehr möglich. Ich weiß nicht wie die Rechtslage in Norwegen ist. Vielleicht laufen so Hintermänner der Tat, die sich eines irren Fanatikers bedient haben, ein Leben lang frei herum.

  6. Die staatliche Pflicht zur Praevention von Massenmord als
    schamlos zu bezeichnen und einen Schutz zweifelhafter Daten
    hoeher zu stellen als den Schutz der Opfer entspricht nicht
    mit meinem Rechtsgefuehl. Ich koennte mir vorstellen, dass
    auch andere Mitbuerger so denken, vor allem Angehoerige von
    Opfern, die natuerlich statistisch in der Minderheit sind.

    Bitte argumentieren Sie differenziert. Danke. Die Redaktion/sc

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    ... hat die Datenvorratsspeicherung. Und nu? Artikel noch mal von vorne lesen?

    "....einen Schutz zweifelhafter Daten hoeher zu stellen als den Schutz der Opfer..."

    besser wäre hier der "potentiellen Opfer", da es hier ja um Vorratsdatenspeicherung geht.

    Wozu möchten Sie dann denn bitte zweifelhafte Daten speichern?

    Merke: Leben ist immer lebensgefährlich und die Prognose ist immer negativ.

    zu 9

    Es besteht oder bestand bei diesem Einzeltäter keine staatliche Prävention mit Schutz vor einem Massenmörder, wie Sie sagen.

    Es geht um die Vorratsdatenspeicherung (VDS), die angeblich verhindern soll, dass derartige Dinge passieren.

    Norwegen hat die VDS und jeder kann sich im Netz oder in Buchhandlungen und Bibliotheken jedes Buch besorgen für jeden Zweck.

    Insofern ist es Unsinn, die VDS so in den Vordergrund zu stellen. Sie kann einfach keine Versicherung gegen irgendwelchen Terror oder durchgeknallten Amokläufer sein, egal wie der Hintergrund der Tat auch sein mag.

    Wenn man prophylaktisch Terror und Gewalt verhindern will, muss man in die Kinderstuben gehen, denn dort sind meistens die Wurzeln der Gewalt. (Frei nach Alice Miller, Psychoanalytikerin)

    Ich koennte mir vorstellen, dass
    auch andere Mitbuerger so denken, vor allem Angehoerige von
    Opfern, die natuerlich statistisch in der Minderheit sind.
    --------
    Bei Massenmord kann ich nicht sprechen, aber bei anderen Verbrechen schon. Und nein, ich denke nicht, dass der Staat - wegen möglicher Prävention und Aufklärung - alles machen dürfen muss. Eagl ob Vorratsdatenspeicherung, Kontodatenspeicherung, DNA-Speicherung.

    Zu meinem Sicherheitsgefühl gehört auch das Gefühl der Freiheit und Schutz der Privatsphäre. Ich würde mich als eine totale "gläserne Bürgerin" auch nicht sicher fühlen - weil auch das eine Grenzüberschreitung ist.

    Außerdem war ich einmal in einer Gewaltat verwickelt, wo die Polizei eigentlich eine DNA-Abgleich hätte machen müssen/können. Das wurde nicht gemacht. Was nützt also die ganze Datenspeicherung, wenn man im Zweifelsfall diese Daten nicht nutzt? Heutzutage sind die gesammelten Daten schon so umfangreich, dass man bei der Auswertung Prioritäten setzen muss. Noch mehr Daten bedeutet also nicht automatisch mehr Opferschutz.

    • keox
    • 25. Juli 2011 21:52 Uhr

    "Die staatliche Pflicht zur Praevention von Massenmord als
    schamlos zu bezeichnen und einen Schutz zweifelhafter Daten
    hoeher zu stellen als den Schutz der Opfer entspricht nicht
    mit meinem Rechtsgefuehl. Ich koennte mir vorstellen, dass
    auch andere Mitbuerger so denken, vor allem Angehoerige von
    Opfern, die natuerlich statistisch in der Minderheit sind."

    muß als frühes Instrumente der Überwachung betrachtet werden. Das z.B. 'erlaubte' eine rasch organisierte Judenvernichtung, alles organisiert/kontrolliert. (Wehe, es kommt mir jemand mit der 'Nazikeule').

    Haben Sie daran gedacht, daß völlig legale, friedliche Protestaktionen wie Sternmarsch, Demonstration etc sehr gut mit den TerrorGesetzen zumindest stark behindert werden können?

    Ist es Ihnen wirklich gleichgültig, wenn Ihre Persönlichkeit in allen Facetten 'den Behörden' vertraut/angeblich bekannt ist?

    Sie sind vermutlich ein integrer Mensch, dennoch, wollen Sie wirklich eine Situation, in der Sie durchsichtig sind?

    m.E. mit der Vorratsdatenspeicherung nicht zu verhindern; dann die Vorratsdatenspeicherung zu fordern, ist also, selbst ich sehr höflich bleibe, zumindest ungeschickt, wenn nicht sogar eher nur Ausdruck des Eigeninteresses, von der Presse beachtet zu werden.

  7. Ich habe diese kleingeistigen Politiker, die nichts anderes können, als aus dem Leid Anderer politisches Kapital zu schlagen zu wollen, um ihre eigenen kleinen, verbohrten politischen Ziele durchzusetzen, so unendlich satt.
    Wie menschenverachtend muss man eigentlich drauf sein, um die sog. "Gunst der Stunde" für sich derart geschmacklos nutzen zu wollen.

    Warum sorgen wir Bürger nicht dafür, dass solche Querschläger des menschlichen Anstandes nicht von der politischen Bühne verschwinden? Wer auch nur einen Funken Menschlichkeit besitzt, sollte weder solche Politiker noch solche Parteien wählen, diese hervorbringt und in ihren Reihen duldet.

    Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich diese Debatten (insbesondere zu diesem Zeitpunkt) menschlich anekeln!

    (Man möge mir diese doch heftigen Worte nachsehen...)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...müssen wir uns dies einfach bis zur nächsten Wahl merken und diese Leute nicht mehr wählen.

    Es gibt in der Politik wenige Überzeugungstäter mit dieser Einstellung. Die meisten denken, dass sie damit beim Wähler als "Mensch des Recht und der Ordnung" Hängenbleiben und davon profitieren. Tun Sie das? Wir haben die Wahl!

    Solche Leute müssen echt weg.
    Aber wie wird man sie los?
    Ich meine demokratisch!!!, (nicht dass ich falsch verstanden werde) und weg von der öffentlichen Position, wo sie das Volk vertreten.

    Das greift einfach zu kurz.

    Woher kommt denn diese kurzsichtige Reaktionszeit der Politik? Wohl eher daher, dass Bürger und Medien in der Vergangenheit nach jeder bislang unbekannten Problemstellung nach sofortigsten Maßnahmen gerufen haben und die Politiker beschuldigten, die Sicherheit der Bürger aufs Spiel zu setzen.

    Nun hat die Politik "dazugelernt", allerdings mit einigem Verzugszeitraum, da man inzwischen scheinbar wieder der Auffassung ist, kopflos-Aktionen seien politisch nicht geraten.

    Damit will ich Uhl und Konsorten nicht entschuldigen, sondern nur sagen: eine demokrat. (Medien-)Gesellschaft bekommt eben immer die Sorte Politiker, die sie verdient, bzw. auf die sie jahrelang hingearbeitet hat.

    Sie sprechen mir aus der Seele und bewahren mich vor ironischen Kommentaren wie: "Internet abschalten sofort!"

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Norwegen | CDU | Hans-Peter Uhl | Joachim Herrmann | ZDF | Medien
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