Sächsische Schweiz Ein Dorf macht die NPD stark

Die Stärke der NPD beruht oft auf der Schwäche der etablierten Parteien. Ein Beispiel für den falschen Umgang mit ihr ist Rathmannsdorf in der Sächsischen Schweiz.

Dass es oft die Kommunalpolitiker der etablierten Parteien sind, die die NPD stark machen, ließ sich zuletzt in Rathmannsdorf in der Sächsischen Schweiz beobachten. Zu einer öffentlichen Gemeinderatssitzung im Februar kamen mehr Rathmannsdorfer als sonst, sie wollten Kritik am Bürgermeister loswerden. Es hätte genügend Sitzplätze gegeben, hätte man denn erlaubt, Stühle aus dem Nachbarraum zu holen. Doch der Bürgermeister Reiner Hähnel entschied anders, mit der Zustimmung des Gemeinderats: Das überzählige Publikum soll stehen oder gehen.

Es war also ein leichtes für Gemeinderat Steffen Konkol, danach festzustellen, dass die Rathmannsdorfer Politiker offensichtlich gerne unter sich blieben. Herr Konkol ist von der NPD.

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Die 1000-Einwohner-Gemeinde Rathmannsdorf macht ziemlich viel falsch, was man im Umgang mit der NPD falsch machen kann. Die den Grünen nahe stehende Heinrich-Böll-Stiftung sieht Rathmannsdorf als ein mustergültiges Beispiel dafür, wie Kommunalpolitiker die NPD geradezu einladen, sich zu profilieren. Immer wieder liefere die Gemeinde der NPD "Steilvorlagen", heißt es in der gerade veröffentlichten Studie Nazis in den Parlamenten.

Erst kürzlich konnte die NPD im Dorf wieder eine Vorlage verwandeln. Sie heftete sich an eine Unterschriftenaktion zweier Rathmannsdorfer, deren Ziel es ist, den Bürgermeister aus dem Amt zu drängen. Fast jeder dritte volljährige Rathmannsdorfer unterschrieb die Liste. Die NPD-Beteiligung hinderte sie nicht daran.

Bei der Rathmannsdorfer Gemeinderatswahl erhielt die NPD 2009 elf Prozent der Stimmen. Die NPD ist in Rathmannsdorf damit weniger stark als in einigen Nachbargemeinden. Noch zumindest: Laut Böll-Stiftung könnte sich das aber bald ändern. Was nicht zuletzt daran liegt, dass sich der NPD-Mann Konkol als einer der aktivsten Politiker vor Ort inszenieren kann. Gemeinderatsprotokolle zeigten, dass er im Gemeinderat die meisten Anfragen stelle. Dabei geht es nur selten um die nationalistische Ideologie, sondern oft auch um ganz praktische Angelegenheiten, wie um eine defekte Beleuchtungsanlage im Ort oder um den Winterdienst.

Und so scheinen auch die ersten beiden Forderungen der Unterschriftenliste gegen den Bürgermeister harmlos – und entsprechen der Wahrnehmung vieler Rathmannsdorfer: Das Stadtoberhaupt wird aufgefordert, mit seinen Bürgern über einen Zusammenschluss mit Bad Schandau zu diskutieren, außerdem über die "Wiedererlangung des Titels "Anerkannter Erholungsort Rathmannsdorf'". In den anderen Forderungen wird der Bürgermeister allerdings direkt und überaus persönlich attackiert. Er solle seine "ständigen Lügen" erklären und sein Amt ruhen lassen.

Konkol, von Beruf Bergsteiger, ist laut dem NPD-Ortsverband viel unterwegs und deshalb für ein Gespräch nicht zu erreichen. Frank Henke und Bernhard Pietschmann wollen gerne sprechen, sie hatten vor einem halben Jahr die Idee zu der Unterschriftenliste. Henke hat eine Dachdeckerfirma am Ortsrand, als ehemaliger parteiloser Gemeinderat kennt ihn fast jeder hier. Kommt das Gespräch auf die NPD, wird der Mann mit den hochgekrempelten Hemdsärmeln lauter. "Ich distanziere mich von deren Positionen", sagt er deutlich. Allerdings sei Konkol im Gemeinderat nun mal der einzige, der Opposition übe, so Henke, und deshalb brauche er seine Hilfe. Mindestens 180 Rathmannsdorfer sehen es laut Unterschriftenliste ähnlich, also weit mehr, als die NPD hier Wähler hat.

Leser-Kommentare
  1. Mitten im Artikel musste ich unterbrechen, um etwas zu recherchieren. Ich musste sofort an Duisburg denken und mich fragen, ob die dort Ansässige NPD die Vorlagen von Herrn Sauerland wohl auch so gut für sich in Zuspruch zu verwandeln weiß. Gott sei Dank scheinen sie auf den Trichter noch nicht gekommen zu sein, auf der Seite des Regionlaverbandes geht es fast ausschließlich um Moscheen, die nicht gebaut werden sollen.

    Glück gehabt, liebe Duisburger CDU!

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  2. Ich rege mich über den Umgang der anderen Parteien mit der NPD, ebenso wie mit "Die Linke" auf. - Es werden Beratungszentren geschaffen, es wird eine Partei als Solche angegriffen, es wird bei Abstimmungen gegen die eigene Fraktion gestimmt, wenn die anderen dafür stimmen und weitere Politische Tricks ...

    Es ist absolut lächerlich und undemokratisch. - Würden die Parteien Demokratie und Diskussion mit Argumenten und Sachthemen leben, so würde es keine 'Gefahr' von Links oder Rechts geben!

    20 Leser-Empfehlungen
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    Bei allen freien Gedanken...

    Ich sehe dies als konservativer Bürger anders: Unsere Demokratie wird von extremen Kräften bedroht, die das System BRD abschaffen oder gar bekämpfen wollen.
    Hier müssen die wirklich demokratischen Parteien, eben solche, die auf menschenfeindliche Ansätze / Gewalt verzichten oder keine "Nachfolgeorganisation" (auch in Hinblick auf manche finanzielle Mittel) einer Partei (SED) darstellen, Stellung beziehen und unsere, im Übrigen erkämpften, Rechte und Grundsätze vertreten. Hierzu gehört auch meiner Ansicht nach eine wehrhafte Demokratie, innen wie außen, die unseren (Rechts-)Staat verteidigt..

    Gerade deshalb gibt es Behörden wie den Verfassungsschutz...

    Eine Gefahr von extremen Kräften besteht immer, da könnten wir die Feinde unserer Demokratie noch so normal behandeln, sie würden diese Räume nur konsequent ausnutzen (wie es ja bereits der Fall ist..)
    Wichtig ist die Aufklärung und die wehrhafte Haltung aller Demokraten, dies ist mitnichten lächerlich und schon gar nicht undemokratisch...

    • lepkeb
    • 28.07.2011 um 16:33 Uhr

    leider ist es aufgrund des Personals (oder Mangels an fähigem) der angestammten Parteien imho schwer möglich, eine konstruktive Diskussion mit der im Artikel genannten Partei zu führen und diese als das vorzuführen, was sie sind. Denn sie besetzen Felder, die die angestammten Parteien aufgrund ihrer Wirtschaftshörigkeit verlassen haben (Bildung, Familie etc.) und punkten mit der Forderung danach.
    Auch ist imho die intellektuelle Kapazität Strippenzieher, die sich noch im Hintergrund halten nicht zu unterschätzen, denn diese Leute sieht man (noch) nicht auf der Straße.
    Und auch wenn die ZEIT und der gm Bürger es nicht wahrhaben wollen, es lassen sich Parallelen mit der Hezbollah (die ich in die selbe Ecke stellen würde) ziehen, die haben auch so angefangen (Schulen, Kinderspeisung, Familienversorgung) und sie sind jetzt fast die erste Macht im Libanon.
    Leider unterschätzt die Gesellschaft, aufgrund ihrer auf Konsens ausgelegten Philosophie, diese Kräfte.
    Und wenn es im Westen der Republik zu den gleichen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen kommen wird wie im Osten, dann kann sich die dt. Gesellschaft schon mal warm anziehen.

    Bei allen freien Gedanken...

    Ich sehe dies als konservativer Bürger anders: Unsere Demokratie wird von extremen Kräften bedroht, die das System BRD abschaffen oder gar bekämpfen wollen.
    Hier müssen die wirklich demokratischen Parteien, eben solche, die auf menschenfeindliche Ansätze / Gewalt verzichten oder keine "Nachfolgeorganisation" (auch in Hinblick auf manche finanzielle Mittel) einer Partei (SED) darstellen, Stellung beziehen und unsere, im Übrigen erkämpften, Rechte und Grundsätze vertreten. Hierzu gehört auch meiner Ansicht nach eine wehrhafte Demokratie, innen wie außen, die unseren (Rechts-)Staat verteidigt..

    Gerade deshalb gibt es Behörden wie den Verfassungsschutz...

    Eine Gefahr von extremen Kräften besteht immer, da könnten wir die Feinde unserer Demokratie noch so normal behandeln, sie würden diese Räume nur konsequent ausnutzen (wie es ja bereits der Fall ist..)
    Wichtig ist die Aufklärung und die wehrhafte Haltung aller Demokraten, dies ist mitnichten lächerlich und schon gar nicht undemokratisch...

    • lepkeb
    • 28.07.2011 um 16:33 Uhr

    leider ist es aufgrund des Personals (oder Mangels an fähigem) der angestammten Parteien imho schwer möglich, eine konstruktive Diskussion mit der im Artikel genannten Partei zu führen und diese als das vorzuführen, was sie sind. Denn sie besetzen Felder, die die angestammten Parteien aufgrund ihrer Wirtschaftshörigkeit verlassen haben (Bildung, Familie etc.) und punkten mit der Forderung danach.
    Auch ist imho die intellektuelle Kapazität Strippenzieher, die sich noch im Hintergrund halten nicht zu unterschätzen, denn diese Leute sieht man (noch) nicht auf der Straße.
    Und auch wenn die ZEIT und der gm Bürger es nicht wahrhaben wollen, es lassen sich Parallelen mit der Hezbollah (die ich in die selbe Ecke stellen würde) ziehen, die haben auch so angefangen (Schulen, Kinderspeisung, Familienversorgung) und sie sind jetzt fast die erste Macht im Libanon.
    Leider unterschätzt die Gesellschaft, aufgrund ihrer auf Konsens ausgelegten Philosophie, diese Kräfte.
    Und wenn es im Westen der Republik zu den gleichen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen kommen wird wie im Osten, dann kann sich die dt. Gesellschaft schon mal warm anziehen.

  3. Bei allen freien Gedanken...

    Ich sehe dies als konservativer Bürger anders: Unsere Demokratie wird von extremen Kräften bedroht, die das System BRD abschaffen oder gar bekämpfen wollen.
    Hier müssen die wirklich demokratischen Parteien, eben solche, die auf menschenfeindliche Ansätze / Gewalt verzichten oder keine "Nachfolgeorganisation" (auch in Hinblick auf manche finanzielle Mittel) einer Partei (SED) darstellen, Stellung beziehen und unsere, im Übrigen erkämpften, Rechte und Grundsätze vertreten. Hierzu gehört auch meiner Ansicht nach eine wehrhafte Demokratie, innen wie außen, die unseren (Rechts-)Staat verteidigt..

    Gerade deshalb gibt es Behörden wie den Verfassungsschutz...

    Eine Gefahr von extremen Kräften besteht immer, da könnten wir die Feinde unserer Demokratie noch so normal behandeln, sie würden diese Räume nur konsequent ausnutzen (wie es ja bereits der Fall ist..)
    Wichtig ist die Aufklärung und die wehrhafte Haltung aller Demokraten, dies ist mitnichten lächerlich und schon gar nicht undemokratisch...

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    Antwort auf "Frage des Stils"
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    ...sind eher im Inneren zu finden, und sie sind bereits mittendrin unsere Demokratie zu zerstören.

    Vorratsdatenspeicherung, SWIFT-Abkommen, Bundeswehr-Einsatz im Inneren, Lauschangriff, Bundes-Trojaner, BKA-Gesetz-
    nur um dafür ein paar aktuelle Beispiele zu nennen.

    Wenn Sie wirklich ein "konservativer Bürger" sind, sollte es Sie zutiefst empören, wenn vorgebliche "Christdemokratische" Spitzenpolitker bereits ungestraft öffentlich schwadronieren dürfen, dass es gut wäre, Verdächtige(!) zu internieren, bzw. gezielt zu ermorden aber auch Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu beschränken.

    http://www.spiegel.de/pol...

    Immer langsam mit den jungen Pferden...

    Ich sehe die Feinde unserer Demokratie eher außen, weil ich immer noch und weiterhin an unseren Rechtsstaat glaube, mag es auch Fehler und falsche Wünsche geben. Alle staatlichen Maßnahmen können, dem Volksempfinden wie in Dresden zum Trotz, letztlich durch Gerichte überprüft und geahndet werden. Das "Feinbild" des Staates, wie es manche erschaffen möchten, halte ich für unzulässig. Wenn wir uns die Rechtsprechung ansehen, dann schreitet z.B. das BVerfG sehr wohl ein und bremst ggf., wenn es nötig ist, die Gedankenspiele der Politik.
    Der Staat muss zudem auf moderne Entwicklungen, z.B. Internet, das kein rechtsfreier Raum sein darf, eingehen können und Daten anlegen dürfen, sonst ist eine Strafverfolgung undenkbar und die Beweisführung eine Zumutung für den Rechtsstaat..

    Aber auch ohne diese Beispiele: Die extremen Parteien bleiben eine Bedrohung die existiert! Und die vom Staat beobachtet werden muss und sollte. Die simple Umkehr von den harmlosen Extremen hin zu den Feinden des Volkes im Staat selbst (und seiner Behörden) ist mir wahrlich zu einfach und oft auch nur zielgerichtete Propaganda der extremen Kräfte.

    Leider gibt es in manchen Gegenden keine "Bürger" mehr in den Schnittstellen wie Kinderbetreuung etc. diese Nischen werden dann von klug agierenden Extremen besetzt...

    ...sind eher im Inneren zu finden, und sie sind bereits mittendrin unsere Demokratie zu zerstören.

    Vorratsdatenspeicherung, SWIFT-Abkommen, Bundeswehr-Einsatz im Inneren, Lauschangriff, Bundes-Trojaner, BKA-Gesetz-
    nur um dafür ein paar aktuelle Beispiele zu nennen.

    Wenn Sie wirklich ein "konservativer Bürger" sind, sollte es Sie zutiefst empören, wenn vorgebliche "Christdemokratische" Spitzenpolitker bereits ungestraft öffentlich schwadronieren dürfen, dass es gut wäre, Verdächtige(!) zu internieren, bzw. gezielt zu ermorden aber auch Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu beschränken.

    http://www.spiegel.de/pol...

    Immer langsam mit den jungen Pferden...

    Ich sehe die Feinde unserer Demokratie eher außen, weil ich immer noch und weiterhin an unseren Rechtsstaat glaube, mag es auch Fehler und falsche Wünsche geben. Alle staatlichen Maßnahmen können, dem Volksempfinden wie in Dresden zum Trotz, letztlich durch Gerichte überprüft und geahndet werden. Das "Feinbild" des Staates, wie es manche erschaffen möchten, halte ich für unzulässig. Wenn wir uns die Rechtsprechung ansehen, dann schreitet z.B. das BVerfG sehr wohl ein und bremst ggf., wenn es nötig ist, die Gedankenspiele der Politik.
    Der Staat muss zudem auf moderne Entwicklungen, z.B. Internet, das kein rechtsfreier Raum sein darf, eingehen können und Daten anlegen dürfen, sonst ist eine Strafverfolgung undenkbar und die Beweisführung eine Zumutung für den Rechtsstaat..

    Aber auch ohne diese Beispiele: Die extremen Parteien bleiben eine Bedrohung die existiert! Und die vom Staat beobachtet werden muss und sollte. Die simple Umkehr von den harmlosen Extremen hin zu den Feinden des Volkes im Staat selbst (und seiner Behörden) ist mir wahrlich zu einfach und oft auch nur zielgerichtete Propaganda der extremen Kräfte.

    Leider gibt es in manchen Gegenden keine "Bürger" mehr in den Schnittstellen wie Kinderbetreuung etc. diese Nischen werden dann von klug agierenden Extremen besetzt...

  4. Warum gibt es eigentlich kein festgelegtes Pensions-/Rentenalter für Politiker? Vielleicht würde das ja helfen, solche Probleme eher wahrzunehmen...

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    • xpeten
    • 29.07.2011 um 10:02 Uhr

    "Warum gibt es eigentlich kein festgelegtes Pensions-/Rentenalter für Politiker? Vielleicht würde das ja helfen, solche Probleme eher wahrzunehmen..."

    Ihr Vorschlag ist nicht sachdienlich. Es gibt Menschen, die sind mit 50 so alt, wie andere mit 25, und es gibt Menschen, die sind mit 25 schon so alt, wie andere mit 70.

    Dann gibt es noch die, die immer schon 70 waren. Dazu gehört wahrscheinlich der fragliche Bürgermeister. Den hätte man also besser schon mit 16 pensioniert.

    • xpeten
    • 29.07.2011 um 10:02 Uhr

    "Warum gibt es eigentlich kein festgelegtes Pensions-/Rentenalter für Politiker? Vielleicht würde das ja helfen, solche Probleme eher wahrzunehmen..."

    Ihr Vorschlag ist nicht sachdienlich. Es gibt Menschen, die sind mit 50 so alt, wie andere mit 25, und es gibt Menschen, die sind mit 25 schon so alt, wie andere mit 70.

    Dann gibt es noch die, die immer schon 70 waren. Dazu gehört wahrscheinlich der fragliche Bürgermeister. Den hätte man also besser schon mit 16 pensioniert.

  5. Die ZEIT macht genau den gleichen Steilvorlagen-Fehler wie die Gemeinde, wenn sie fast schon empört schreibt: "Dabei geht es nur selten um die nationalistische Ideologie, sondern oft auch um ganz praktische Angelegenheiten, wie um eine defekte Beleuchtungsanlage im Ort oder um den Winterdienst."

    No shit, Sherlock! Die NPD möchte also von Rathmannsdorf aus gar kein viertes Reich starten, sondern lediglich freie Straßen im Winter? Das ist ja unerhört! Die haben gefälligst alle Hitlerbärtchen zu tragen und "Deutschland über alles" zu rufen, damit man sich genüsslich zurücklehnen kann, weil alles bleibt, wie es immer war.

    Falsch gedacht! Wer den Rechtsextremen den Wind aus den Segeln nehmen möchte, der macht am besten erfolgreiche Politik. Wenn es den Menschen gut geht, verschwinden Ideen wie Fremdenhass und Intoleranz. Aber wenn ein NPD-Ortsverband kaum noch Zeit für Naziparolen hat und sich konstruktiv im Parlament mit einbringen will, sagt das viel über den Zustand der Stadt aus. Und wenn man das wie hier im Artikel überrascht feststellt, gleichzeitig aber negativ konnotieren möchte (nach dem Motto: "Sie geben sich sogar pragmatisch...[aber in Wirklichkeit sind's ja doch die bösen Neos]"), kann der Schuss auch nach hinten losgehen.

    30 Leser-Empfehlungen
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    Das trifft es im Kern.

    Ich stimme Ihnen zu, tom lubliner: Populisten leben davon, lautstark vermeintliche oder tatsächliche Mißstände herauszutrompeten; dagegen hilft ein wenig eine Politik, die solche Mißstände möglichst vermeidet. Nur haben Mißstände - vor allem vermeintliche - die Eigenschaft, sich aufgrund höherer Gewalt, knapper Ressourcen und/oder Uneinigkeit über "gut" oder "schlecht" (sh. z. B. "Stuttgart21") nicht immer zu Aller Zufriedenheit vermeiden zu lassen. Die Populisten schert das nicht.

    In Rathmannsdorf kommt erschwerend dazu, dass ein kleines Dorf seit 17 Jahren von einem ehrenamtlichen Bürgermeister geführt wird, der möglicherweise einige honoratioren-typische Verdienste hat (sonst wäre er nicht gewählt), sich aber in seinem beschränkten Aktionsradius (die "professionelle" Musik spielt vermutlich in der in Bad Schandau angesiedelten Verwaltungsgemeinschaft) irgendwie einrichten musste. Der Systemfehler liegt darin, dass solche kleinen Dörfer in Neufünflandien zu Hauf formal selbständig bleiben, statt - wie in der Alt-BRD nach jahrzehntelangen Kämpfen - eingemeindet oder zu lebensfähigen Einheiten mit professionellem Personal zusammengeschlossen zu werden. Schade um das schöne Sachsen und seine freundlichen Bewohner - wegen des dort freilaufenden Neonazi-Packs verkneife ich es mir seit vielen Jahren als Urlaubsziel.

    Im übrigen gehört die NPD endlich verboten. Nicht, weil ich mir davon eine Läuterung ihrer Mitglieder und Sympathisanten verspräche, aber ich habe es satt, das Gesocks über die üppige Parteienfinanzierung aus meinen Steuern zu alimentieren.

    Das trifft es im Kern.

    Ich stimme Ihnen zu, tom lubliner: Populisten leben davon, lautstark vermeintliche oder tatsächliche Mißstände herauszutrompeten; dagegen hilft ein wenig eine Politik, die solche Mißstände möglichst vermeidet. Nur haben Mißstände - vor allem vermeintliche - die Eigenschaft, sich aufgrund höherer Gewalt, knapper Ressourcen und/oder Uneinigkeit über "gut" oder "schlecht" (sh. z. B. "Stuttgart21") nicht immer zu Aller Zufriedenheit vermeiden zu lassen. Die Populisten schert das nicht.

    In Rathmannsdorf kommt erschwerend dazu, dass ein kleines Dorf seit 17 Jahren von einem ehrenamtlichen Bürgermeister geführt wird, der möglicherweise einige honoratioren-typische Verdienste hat (sonst wäre er nicht gewählt), sich aber in seinem beschränkten Aktionsradius (die "professionelle" Musik spielt vermutlich in der in Bad Schandau angesiedelten Verwaltungsgemeinschaft) irgendwie einrichten musste. Der Systemfehler liegt darin, dass solche kleinen Dörfer in Neufünflandien zu Hauf formal selbständig bleiben, statt - wie in der Alt-BRD nach jahrzehntelangen Kämpfen - eingemeindet oder zu lebensfähigen Einheiten mit professionellem Personal zusammengeschlossen zu werden. Schade um das schöne Sachsen und seine freundlichen Bewohner - wegen des dort freilaufenden Neonazi-Packs verkneife ich es mir seit vielen Jahren als Urlaubsziel.

    Im übrigen gehört die NPD endlich verboten. Nicht, weil ich mir davon eine Läuterung ihrer Mitglieder und Sympathisanten verspräche, aber ich habe es satt, das Gesocks über die üppige Parteienfinanzierung aus meinen Steuern zu alimentieren.

  6. Das trifft es im Kern.

    Antwort auf "Achja..."
    • -Ziet-
    • 28.07.2011 um 16:25 Uhr

    Dieser verknöcherte Bürgermeister spielt immer noch die alte Laier wie viele in den 80/er und 90/er Jahre versuchten die GRÜNEN in den Parlamenten kleinzuhalten. Diese versuchten mit authoritären Methoden und mit Tricks sowohl auf der formalen Schiene als auch mittels Presse-Manipulationen den Gegner schlecht zu machen, bzw in der Ausübung seines Mandates, bzw bürgerlichen Engagements möglichst weit zu behindern.

    Manche lernen es halt nie! - Wie kann man mit Tricks und Authoritären Verhaltensweisen das Vertrauen der Bürger in diese Demokratie gewinnen?!?

    Ich denke, es ist letztlich Feigheit und Angst, was solche Bürgermeister und Fraktiongeklüngel zu solchen Machenschaften treibt. Feigheit, weil diese Leute so die Auseinandersetzung auf inhaltlicher Ebene und mittels Argumente scheuen. Angst, weil diese Leute um die Aufdeckung ihrer Herrschaftsmittel und teils halblegalen Gepflogenheiten fürchten.

    Der Andersdenkede wird, wie so oft in diesem Land, vorwiegend als Störer oder gar als Gegner angesehen. Und dessen Kritik wird gleich als Angriff gewertet, dem selbstverständlich ein Gegenschlag folgen muß. Das funktioniert in diesem Land in den Parlamenten nicht viel anders als bei Lieschen Müller im Wohnzimmer.

    Es gibt nur eine Antwort, wenn die Demokratie in Gefahr kommt - möglichst viele Bürger beteiligen und möglichst offen über alle Sachfragen diskutieren. Bürgerbeteiligung ist das beste Mittel, politische Erfahrungen zu mehren.

    Mitdenken und Mithandeln ist wichtig.

    • lepkeb
    • 28.07.2011 um 16:33 Uhr

    leider ist es aufgrund des Personals (oder Mangels an fähigem) der angestammten Parteien imho schwer möglich, eine konstruktive Diskussion mit der im Artikel genannten Partei zu führen und diese als das vorzuführen, was sie sind. Denn sie besetzen Felder, die die angestammten Parteien aufgrund ihrer Wirtschaftshörigkeit verlassen haben (Bildung, Familie etc.) und punkten mit der Forderung danach.
    Auch ist imho die intellektuelle Kapazität Strippenzieher, die sich noch im Hintergrund halten nicht zu unterschätzen, denn diese Leute sieht man (noch) nicht auf der Straße.
    Und auch wenn die ZEIT und der gm Bürger es nicht wahrhaben wollen, es lassen sich Parallelen mit der Hezbollah (die ich in die selbe Ecke stellen würde) ziehen, die haben auch so angefangen (Schulen, Kinderspeisung, Familienversorgung) und sie sind jetzt fast die erste Macht im Libanon.
    Leider unterschätzt die Gesellschaft, aufgrund ihrer auf Konsens ausgelegten Philosophie, diese Kräfte.
    Und wenn es im Westen der Republik zu den gleichen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen kommen wird wie im Osten, dann kann sich die dt. Gesellschaft schon mal warm anziehen.

    Antwort auf "Frage des Stils"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Und wenn es im Westen der Republik zu den gleichen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen kommen wird wie im Osten, dann kann sich die dt. Gesellschaft schon mal warm anziehen."

    Nicht nur die deutsche. Es ist ein gesamteuropäisches 'Phänomen', leider. Das Tragische ist, dass die Gesellschaft sich in die Denkmuster des 20. Jahrhunderts zurückzieht statt für das 21. Jahrhundert nach neuen Wegen zu suchen. Wir brauchen eine Demokratie, die wirklich von unten nach oben regiert wird, und eine Wirtschaftsethik, die erst die Bedürfnisse aller Menschen decken will bevor sie sich für Profit interessiert. Wir müssen global denken statt national, und das nicht im heutigen Ellbögen-raus Duktus sondern im Sinne der Zusammenarbeit im besten Interesse aller Beteiligten, auf Augenhöhe. Das klingt naiv und utopisch, weil der Trend eher in die entgegen gesetzte Richtung geht. Jeder hat Angst, den ersten Schritt zu gehen und als Verlierer da zu stehen. Manchmal wenn ich Kommentare lese, die Politik verfolge, etc., habe ich das Gefühl, es bereiten sich immer mehr auf 'das Schlimmste' (Bürgerkrieg?) vor statt noch ernsthaft Interesse an einer nachhaltigen Lösung zu haben. Man landet nicht auf dem Mond, wenn man nur daran denkt, wie weit weg der ist. Man fragt sich, wie man diese Distanz überwinden könnte, nutzt den berühmten Menschenverstand, und aha!? Wir können doch nicht einfach zusehen, wie unser ganzer Kontinent in sozialen Abgründen, Misstrauen und immer blankerem Hass untergeht??

    "Und wenn es im Westen der Republik zu den gleichen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen kommen wird wie im Osten, dann kann sich die dt. Gesellschaft schon mal warm anziehen."

    Nicht nur die deutsche. Es ist ein gesamteuropäisches 'Phänomen', leider. Das Tragische ist, dass die Gesellschaft sich in die Denkmuster des 20. Jahrhunderts zurückzieht statt für das 21. Jahrhundert nach neuen Wegen zu suchen. Wir brauchen eine Demokratie, die wirklich von unten nach oben regiert wird, und eine Wirtschaftsethik, die erst die Bedürfnisse aller Menschen decken will bevor sie sich für Profit interessiert. Wir müssen global denken statt national, und das nicht im heutigen Ellbögen-raus Duktus sondern im Sinne der Zusammenarbeit im besten Interesse aller Beteiligten, auf Augenhöhe. Das klingt naiv und utopisch, weil der Trend eher in die entgegen gesetzte Richtung geht. Jeder hat Angst, den ersten Schritt zu gehen und als Verlierer da zu stehen. Manchmal wenn ich Kommentare lese, die Politik verfolge, etc., habe ich das Gefühl, es bereiten sich immer mehr auf 'das Schlimmste' (Bürgerkrieg?) vor statt noch ernsthaft Interesse an einer nachhaltigen Lösung zu haben. Man landet nicht auf dem Mond, wenn man nur daran denkt, wie weit weg der ist. Man fragt sich, wie man diese Distanz überwinden könnte, nutzt den berühmten Menschenverstand, und aha!? Wir können doch nicht einfach zusehen, wie unser ganzer Kontinent in sozialen Abgründen, Misstrauen und immer blankerem Hass untergeht??

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