CDU-Spitzenkandidat Christian von Boetticher ©picture alliance / dpa

Schleswig-Holsteins CDU-Chef Christian von Boetticher hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der 40-Jährige äußerte sich am Abend nach einer CDU-Vorstandssitzung in Kiel. Er wird auch nicht mehr als Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Mai 2012 antreten. Von Boetticher war wegen einer Liebesbeziehung zu einer Minderjährigen in die Kritik geraten.

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) hatte der Bild am Sonntag zuvor gesagt, er gehe davon aus, dass von Boetticher "die richtigen Schlüsse" aus der Angelegenheit ziehen werde.

Laut Bild am Sonntag hatte der 40-Jährige im vergangenen Jahr eine Affäre mit einer 16-jährigen Internet-Bekanntschaft. Er habe die Jugendliche Anfang 2010 auf Facebook kennengelernt. Von Boetticher habe mit dem Mädchen aus Nordrhein-Westfalen zunächst E-Mails ausgetauscht, ab März 2010 sei es zu mehreren Treffen gekommen. Im Mai 2010 habe er die Affäre beendet, als er als Nachfolger von Ministerpräsident Carstensen ins Gespräch kam, der nicht wieder kandidieren will.

Carstensen sagte , er sei am 1. Juli dieses Jahres über die Geschichte informiert worden. Er habe seinen Parteikollegen unverzüglich angerufen und ihn "auf die Brisanz dieser Gerüchte hingewiesen und ihm empfohlen, sehr offen und sehr offensiv mit diesen Gerüchten umzugehen", sagte Carstensen.

Die Lübecker Nachrichten zitierten am Sonntag einen Sprecher von Boettichers mit den Worten: "Es geht um eine Beziehung vor der Zeit seiner Spitzenkandidatur zu einer Frau im Altersbereich von 16 bis 18 Jahren." Die Beziehung sei "weit vor der Nominierung zum Spitzenkandidaten" beendet gewesen.

Von Boetticher, der auch CDU-Fraktionschef im Kieler Landtag ist, war im September 2010 zum Landesvorsitzenden seiner Partei gewählt worden. Im Mai dieses Jahres wurde er dann von der Landes-CDU zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl bestimmt. In Schleswig-Holstein wird am 6. Mai 2012 vorzeitig ein neuer Landtag gewählt, weil das alte Wahlrecht im vergangenen Jahr vom Landesverfassungsgericht als verfassungswidrig eingestuft worden war.