Wahlkampf in Berlin Großes Plakat, kleine Botschaft
Zwei Sekunden nur, dann muss ein Wahlplakat verstanden sein. Vor der Wahl in Berlin haben Experten die Kampagnen der Parteien bewertet – mit teils ernüchterndem Ergebnis.
2,90 auf 3,70 m – so groß ist die Hoffnung im Wahlkampf. Die Mittelstreifen der Straßen stehen voll mit Sperrholzplatten, auf denen sich die Parteien ins beste Licht rücken wollen. Wie das geht, dazu gibt es in etwa so viele Meinungen wie Parteien. Provozieren oder lieber schöne Bilder zeigen, Kandidaten präsentieren oder ambitionierte Ziele formulieren, kurz: Wie plakativ soll das Plakat sein?
Untersuchungen der Werbeforschung zeigen: Wer verstanden werden will, muss sich beschränken, denn die durchschnittliche Betrachtungsdauer von großformatiger Außenwerbung liegt bei maximal zwei Sekunden. Während die SPD aufs Gefühlige setzt und hofft, sofort verstanden zu werden, muten CDU und FDP den Betrachtern viel Text zu – und hoffen, dass ihre Botschaften über die Masse der Plakate den Wähler erreichen.
Der Tagesspiegel wollte wissen, ob’s funktioniert – und hat von jeder der großen Parteien und einer kleinen jeweils ein Kampagnenmotiv ausgewählt. Von den Machern haben wir uns erklären lassen, was sie uns damit sagen wollten. Anschließend haben wir Experten aus den Bereichen Werbepsychologie, Politikwissenschaft und Satire gefragt, ob und wie die Botschaft bei ihnen angekommen ist.
Als Werbefachmann begutachtete Alexander Schimansky die Parteienwerbung, seit 2007 Marketingprofessor an der International School of Management in Dortmund. Die Politologin des Expertentrios ist Andrea Römmele von der Hertie School of Governance. Sie gibt eine Zeitschrift für Politikberatung heraus und bloggt auch für ZEIT ONLINE. Wieviel Witz – oder wie wenig – in Wortwahl und Bildsprache stecken, analysierte der Berliner Karikaturist Klaus Stuttmann.
"Wenn sich die Wahlprogramme immer auffälliger gleichen, rücken die Kandidaten immer stärker in den Mittelpunkt. Die Frage lautet dann: Macht der Politiker auf dem Foto den Eindruck, dass er die Probleme lösen kann", sagt Werbepsychologe Schimansky. Trotz der oft schlichten und stark verknappten Botschaften hält Politikwissenschaftlerin Römmele Wahlplakate für ein unterschätztes Medium. Sie beeinflussten die Passanten unterbewusst, setzten Diskussionen in Gang und beeinflussten die mediale Agenda. Und Stuttmann empfindet den Wahlkampf als sehr inspirierend: "Witz, Humor und beißender Sarkasmus sind in diesem Jahr bestimmend."
- Datum 22.08.2011 - 16:57 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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vermischt mit billigen Lügen, Millionen von Steuergeldern ausgegeben werden, ist einer der vielen Skandale in diesem Land.
Wenn jemand eine Partei wählt wegen des verlogenen Schwachsinns auf deren Plakat, dann gehören ihm eigentlich die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt - und das Wahlrecht sowieso.
Schauen Sie einmal rüber in die USA: dort wird Wahlkampf ganz offen mit Bestechungsgeldern finanziert. Da ist unser System, welches zwar viele Steuergelder verschwendet aber immerhin diese auf Basis der konkreten Wahlerfolge - d.h., dem Willen des Volkes - verteilt.
Schauen Sie einmal rüber in die USA: dort wird Wahlkampf ganz offen mit Bestechungsgeldern finanziert. Da ist unser System, welches zwar viele Steuergelder verschwendet aber immerhin diese auf Basis der konkreten Wahlerfolge - d.h., dem Willen des Volkes - verteilt.
Die "Parteienwerbung" ist erdrückend phantasielos.
Keine Visionen mehr. Genau wie die Politik dahinter.
Das betrifft alle Parteien.
Auch Wowi und der Kasper sind keine Ausnahme.
Politik sollte frei gestalten ...
Meine Haushaltsausgaben für meine Familie führe ich mit strengem Regime. Das habe ich von meiner Mutter und die von ihrer Mutter gelernt. Erst einmal müssen die für das Leben existentiellen bezahlt werden, dann kann man sich was gönnen und wenn dann noch was übrig bleibt, kann man Geld für Blödsinn ausgeben (sollte man aber nicht).
Ich schlage vor: Weg mit den unsinnigen Plakaten, weiterhin Zahlung des Elterngeldes,um auf ein anderes Forum hier zu verweisen. Elterngeld dient meistens zur familiären Existenzsicherung.
Um es auf den Punkt zu bringen:Die Menschen brauchen diese Gehirnwäsche nicht. Nichts anderes ist Werbung.
als Möllemann noch Wahlplakate aufstellen ließ. Provokant aber mit wahrem Kern.
Vor lauter Gutmenschen-Empörung sind die Plakate heutzutage meist nur noch mainstream-konform. Schade.
... und ihr sucht ausgerechnet *das* raus? Warum nicht „Bildung ist wie Fußball“ oder „Wer in Deutschland leben will, soll auch deutsch essen“?
Witzige Randnotiz: Das Plakat der Grünen wird gelegentlich falschherum aufgehängt.
„Wer in Deutschland leben will, soll auch deutsch essen“ - das plakatiert die FDP nicht wirklich, oder? Das wäre ja... nein, jedes Beschreibung, die mir dazu einfiele, wäre ziemlich emotional und unsachlich. Gibt es das Motiv irgendwo online?
„Wer in Deutschland leben will, soll auch deutsch essen“ - das plakatiert die FDP nicht wirklich, oder? Das wäre ja... nein, jedes Beschreibung, die mir dazu einfiele, wäre ziemlich emotional und unsachlich. Gibt es das Motiv irgendwo online?
SPD und Piraten.
Das Schlagwort in Berlins politischer Landschaft ist "regierender Bürgermeister" und nicht "Berliner Senat". Es ist also vorrangig eine Personenwahl, statt Parteienwahl. Daher mag ich wohl eher das Wowereit Plakat.
Würde ich mich um dieses Amt bewerben, dann in einer dynamischen Pose, eventuell mit hochgekrempelten Ärmeln und optimistischem Gesichtsausdruck vor dem Hintergund der Umrisse Gesamtberlins.
Dazu der Slogan "AoM, mit Herz und Schnauze"
Irgendwo in einer der unteren Ecken, gerade noch wahrnehmbar, das eventuelle Parteilogo.
;)
MfG
AoM
Kann mir jemand mal erklären, was die FDP mit ihrem Plakat inhaltlich überhaupt sagen will? Da der Unterhalt von Nicht-Erwerbsmäßigen, die keine Versicherungsleistung beziehen (sprich: Hartz IV und nicht ALG I), am minimalen Lebensbedarf gemessen wurde, kann das ja nur eine Forderung nach einem nicht zu niedrigen Mindestlohn sein. Oder habe ich da was falsch verstanden?
werden können:
Zitat: "..eine Forderung nach einem nicht zu niedrigen Mindestlohn sein. Oder habe ich da was falsch verstanden?"
Ich glaube schon, dass Sie das was falsch verstanden haben. Denn die FDP votiert von jeher GEGEN den Mindestlohn. Aber genau dieses "Missverständnis" hat der FDP das tolle Ergebnis beschert, als sie als Koalitionspartner in den Bundestag einzog: Da fühlten sich im Wahlkampf Leute angesprochen, die so ganz und gar nicht gemeint waren. Vonwegen "mehr netto vom brutto" oder "der, der arbeitet, soll mehr haben, als der, der nicht arbeitet". Wer dann gleichzeitig gegen einen Mindestlohn votiert, widerspricht sich eigentlich selbst. Und imgrunde hat sich an den Tatsachen bis heute leider auch nichts verändert, denn die Zahl der Aufstocker wird eher größer. Im Übrigen beginnt die Klientel, die von der FDP angesprochen werden soll, bei einem Bruttoeinkommen ab 7.500 €/Monat!
werden können:
Zitat: "..eine Forderung nach einem nicht zu niedrigen Mindestlohn sein. Oder habe ich da was falsch verstanden?"
Ich glaube schon, dass Sie das was falsch verstanden haben. Denn die FDP votiert von jeher GEGEN den Mindestlohn. Aber genau dieses "Missverständnis" hat der FDP das tolle Ergebnis beschert, als sie als Koalitionspartner in den Bundestag einzog: Da fühlten sich im Wahlkampf Leute angesprochen, die so ganz und gar nicht gemeint waren. Vonwegen "mehr netto vom brutto" oder "der, der arbeitet, soll mehr haben, als der, der nicht arbeitet". Wer dann gleichzeitig gegen einen Mindestlohn votiert, widerspricht sich eigentlich selbst. Und imgrunde hat sich an den Tatsachen bis heute leider auch nichts verändert, denn die Zahl der Aufstocker wird eher größer. Im Übrigen beginnt die Klientel, die von der FDP angesprochen werden soll, bei einem Bruttoeinkommen ab 7.500 €/Monat!
Und wenn die Wahl vorbei ist interessiert sich doch keiner/keine der Parteien mehr für Ihr Wahprogramm/Wahlversprechen/Wahlplakat.
Es geht hier in Berlin immer so weiter wie gehabt.
Wie will denn Fr. Künast die S-Bahn fit machen? Wenn die Politik auf die Deutsche Bahn Einfluß hätte wäre das schon passiert. So schlau ist Wowereit auch.
Wie will denn die CDU die Autobrände verhindern? Jede Berliner Straße überwachen?
Und wie will die PDS/Linke den privaten Vermietern die Miete vorschreiben?
Die FDP ist eh in Berlin unbedeutend.
Piraten? Hässliche Plakate. Mehr nicht.
Es sollten die meckernden Berliner anstatt alle 4 Jahre das kleinere Übel zu wählen mal komplett andere Parteien gewählt werden. Eine oder mehrere der Parteien die nicht oben genannt werden und "unter sonstiges" laufen.
Komplett frischen Wind sozusagen.
Da müssten Ihnen die Piraten eigentlich ja passen, sind die in Berlin überhaupt schonmal angetreten?
In Hamburg sitzen sie jetzt seit kurzem in einigen Bezirksversammlungen und bringen sich da vernünftig ein (nach dem was man so mitbekommt, die Nachrichten aus Bezirksversammlungen sind ja meist nicht so prominent platziert ;) )
Ein für mich wichtiger Punkt (losgelöst vom restlichen Parteiprogramm): Gerade in Bezirksversammlungen etc. ist die Forderung nach Transparenz wichtiger denn je - dass Panzerdeals o.ä. nicht öffentlich sein sollten mag ja ein Thema mit Diskussionspotential sein, aber auf lokaler Ebene würden mir keine Beispiele einfallen, bei denen der Ausschluss der Öffentlichkeit gerechtfertigt wär. Mehr Transparenz würde da vermutlich so manche festgerostete Struktur aufbrechen.
By the Way: Ich find das SPD-Plakat am witzigsten und das Grünen-Plakat am besten. CDU ist einfach nur schlecht, Linke irgendwie lahm und FDP halt relativ stumpfe Klientelpflege.
Nachtrag: Die anderen Plakate der FDP...oh mein Gott. Denken die Leute da eigenlich wirklich in so simplen Bahnen oder halten sie so wenig vom Interlekt des Wählers:
„Warum teilt die FDP nicht den Traum einer autofreien Stadt?“
Antwort: „Weil keine Frau der Welt mit dem Fahrrad in den Kreißsaal will.“
...aaachso! Die Krankenwagen werden zwangsläufig auf den Fahradbetrieb umgestellt? Flugzeuge auch, oder? Die müssen per Muskelkraft aus Berlin rausfliegen, erst dann dürfen sie ihre Motoren anschmeißen...[/irony]
Da müssten Ihnen die Piraten eigentlich ja passen, sind die in Berlin überhaupt schonmal angetreten?
In Hamburg sitzen sie jetzt seit kurzem in einigen Bezirksversammlungen und bringen sich da vernünftig ein (nach dem was man so mitbekommt, die Nachrichten aus Bezirksversammlungen sind ja meist nicht so prominent platziert ;) )
Ein für mich wichtiger Punkt (losgelöst vom restlichen Parteiprogramm): Gerade in Bezirksversammlungen etc. ist die Forderung nach Transparenz wichtiger denn je - dass Panzerdeals o.ä. nicht öffentlich sein sollten mag ja ein Thema mit Diskussionspotential sein, aber auf lokaler Ebene würden mir keine Beispiele einfallen, bei denen der Ausschluss der Öffentlichkeit gerechtfertigt wär. Mehr Transparenz würde da vermutlich so manche festgerostete Struktur aufbrechen.
By the Way: Ich find das SPD-Plakat am witzigsten und das Grünen-Plakat am besten. CDU ist einfach nur schlecht, Linke irgendwie lahm und FDP halt relativ stumpfe Klientelpflege.
Nachtrag: Die anderen Plakate der FDP...oh mein Gott. Denken die Leute da eigenlich wirklich in so simplen Bahnen oder halten sie so wenig vom Interlekt des Wählers:
„Warum teilt die FDP nicht den Traum einer autofreien Stadt?“
Antwort: „Weil keine Frau der Welt mit dem Fahrrad in den Kreißsaal will.“
...aaachso! Die Krankenwagen werden zwangsläufig auf den Fahradbetrieb umgestellt? Flugzeuge auch, oder? Die müssen per Muskelkraft aus Berlin rausfliegen, erst dann dürfen sie ihre Motoren anschmeißen...[/irony]
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