Schuldenkrise FDP will Parlamentsvorbehalt bei Euro-Hilfen
Die Liberalen fordern, dass der Bundestag bei wichtigen Beschlüssen zum Euro-Rettungsfonds beteiligt wird. Andernfalls wollen sie dem Gesetz ihre Zustimmung verweigern.
Die FDP fordert eine Beteiligung des Bundestags bei allen wichtigen Beschlüssen über Euro-Hilfszahlungen. Fehle die vorherige Zustimmung des Parlaments, müsse der Finanzminister in den Gremien des Euro-Rettungsfonds EFSF mit Nein stimmen, sagte Fraktionschef Rainer Brüderle nach dem ersten Tag der FDP-Fraktionsklausur in Bad Bensberg.
Bislang ist in dem Modell von Union und FDP vorgesehen, dass der Finanzminister sich nur bemühen muss, ein Einvernehmen mit dem Parlament herzustellen. Er kann aber auch eigenmächtig Entscheidungen treffen. "Zukünftig soll gelten, das ausschließlich nach Befassung des Bundestags eine solche Entscheidung getroffen werden kann", sagte Brüderle. In bestimmten Fällen solle der Bundestag das Zustimmungsrecht allerdings an Untergliederungen – wie etwa den Haushaltsausschuss – delegieren können.
Das Bundeskabinett will heute die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms auf den parlamentarischen Weg bringen. Der Bundestag soll dann bis Ende September darüber abstimmen.
Westerwelle sieht Rückhalt in der Fraktion
Die Debatte über Außenminister Westerwelle erklärte die FDP-Führung unterdessen für beendet. Laut Teilnehmern der Fraktionsklausur der Liberalen in Bad Bensberg habe es wenige kritische Äußerungen gegeben. Brüderle sagte, Westerwelle habe in "einem leidenschaftlichen Beitrag" seine Position zur Libyen-Politik erklärt. Westerwelle selbst sagte, er sei mit dem Verlauf außerordentlich zufrieden und freue sich über die Rückendeckung.
Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) sagte: "Guido Westerwelle ist und bleibt Bundesaußenminister. Die Stimmen aus dem politischen Off, die den Rücktritt gefordert hatten, sind nicht von Bedeutung." Es gebe bei der FDP keinen "Minister auf Abruf". Niebel bestritt, selbst Ambitionen auf das Amt des Außenministers zu haben: "Eine andere Aufgabe als die des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung strebe ich nicht an. Allerdings: Wenn jemand ministrabel ist, ist er es für jedes Ressort. Entweder man kann Minister, oder nicht."
Die Opposition hält weiter an ihrer Kritik fest. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte, Westerwelle schade sich selbst, seiner Partei und der Koalition. Seine Politik sei zu einer schweren Hypothek für das Ansehen Deutschlands in der Welt geworden.
- Datum 31.08.2011 - 07:53 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
- Kommentare 23
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Die Demokratie wird ausgehöhlt - die FDP kann sowieso nur tatenlos zuschauen.
Zum Glück werden meine Kinder nicht deutsch sein und auf deutsch mich fragen, was meine Generation wohl angerichtet haben mag dass es Ihnen so schlecht gehen wird.
Einfach eine Schande!
dass diese Fälle nicht definiert sind.("In bestimmten Fällen solle der Bundestag "). Somit ist das alles für die Katz.
Wenn wir uns errinnern gab es letzte Woche die Meldung, dass Schäuble alleine über die Verwendung der Gelder des Rettungsfonds bestimmen will. Das war mal ne große Bombe. Nun wird etwas zurückgenommen, und niemand regt sich auf, das die Bestimmung des Parlaments ausgehebelt wird.
Hätte Schäuble letzte Woche diese Thema nicht an die Öffentlichkeit gebracht, würde der mediale Aufschrei jetzt losgehen, und man hätte das ganze nicht wie gehabt umsetzen.
Die FDP stärkt die Rechte des Parlaments. Sehr gut!
Sie kann in der nächsten Legislaturperiode dann zuschauen, was Bündnis90 / Die Grünen, CDU, CSU, Die Linke und die SPD daraus machen werden.
Keine Sorge - schon seit Erich Mende in den 1960er Jahren ist die FDP als "Umfallerpartei" bekannt. Sie wird zum für sie richtigen Zeitpunkt allein schon auf Grund der Koalitionsräson zurück rudern und hübsch und brav dem zustimmen, was ihr vorgelegt wird. Würde bei der Abstimmung im Bundestag die Kanzlermehrheit nicht erreicht, wäre dies das Ende der Koalition. Und nichts fürchten die Parlamentarier der FDP mehr, als Neuwahlen im Herbst.
Keine Sorge - schon seit Erich Mende in den 1960er Jahren ist die FDP als "Umfallerpartei" bekannt. Sie wird zum für sie richtigen Zeitpunkt allein schon auf Grund der Koalitionsräson zurück rudern und hübsch und brav dem zustimmen, was ihr vorgelegt wird. Würde bei der Abstimmung im Bundestag die Kanzlermehrheit nicht erreicht, wäre dies das Ende der Koalition. Und nichts fürchten die Parlamentarier der FDP mehr, als Neuwahlen im Herbst.
dass der Vorbehalt nicht kommt. Die können die Einführung von Euro-Bonds gar nicht erwarten. Wahrscheinlich freut man sich schon auf Argumente für höhere Lohnsteuern, Grundsteuern, etc.
Entscheidung, ob Verfassungswidrig oder ohne Parlament, der Mutti Merkel mitgetragen.
Wo kommt der "Sinneswandel" her? Wahrscheinlich mal wieder purer Populismus!
.
ein bißchen Profil zu zeigen (außer Hotelerie).
Ob es praktikable ist, ist eine andere Frage.
Dann muss der Bundetag eben sonntagsabends vor der Öffnung der Börsen in Ostasien mal tagen (Blitz-Sitzung).
Mein Tip: Dazu wird es nicht kommen! Bluff!
Vor einigen Tagen schrieb ich schon, daß mir nicht klar ist, wie die Kontrolle durch Nationale Parlamente organisiert werden soll. Würde der Kompass der FDP funktionieren, hätte sie diese Regierung schon längst verlassen müssen. Den Weg in den undemokratischen EU-Zentralismus könnten dann Grüne und SPD nach einem Regierungswechsel beschleunigen. Es muß erst noch schlimmer werden !
Wie immer auch das Ganze geregelt werden wird, schaltet man den Bundestag als Souverän aus, kommt irgendeine Art von Teilermächtigungsgesetz heraus. Nicht mehr und nicht weniger.
Dass sich dafür die fdp-Partei hergibt, kann nicht wirklich überaschen.
Was im Zusammenhang mit dem Aussenministerdarsteller so alles von "seiner" Parteispitze (Boygroup) als Sprechblasen abgesondert wird.....
Vielleicht sollte der derzeitige Vorsitzende ein Gesetz verabschieden, dass die Diskussion nunwirklich für alle Zeiten beendet wird.
Stärkt die fdp-Partei dem Herrn den Rücken oder sitzt sie ihm im Nacken. Bei den ganzen Verlautbarungen aus dieser Ecke nicht ganz klar.
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