Bundeswehr Ex-Verteidigungsminister Jung hätte die Wehrpflicht beibehalten
In Zeiten eines Aufschwungs ist die Abschaffung der Wehrpflicht gefährlich, sagt der frühere Minister. Jugendliche würden lieber in der Wirtschaft als beim Bund anheuern.
© Patrick Seeger/dpa

Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung bei einem feierlichen Gelöbnis (Archivbild)
Der ehemalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hält die Umstrukturierung der Bundeswehr zur Berufsarmee für falsch. "Mit mir hätte es die Abschaffung der Wehrpflicht nicht gegeben", sagte der CDU-Politiker der ZEIT-Beilage Christ & Welt.
Jung sorgt sich um die Einsatzfähigkeit der Truppe. "Es wird künftig sehr viel schwerer werden, junge Menschen für die Bundeswehr zu gewinnen", sagte er. Bis jetzt hätten sich erst 3.600 freiwillig zum Wehrdienst gemeldet. Man habe aber anfangs mit etwa 15.000 Freiwilligen pro Jahr gerechnet. "Es bleibt also noch viel zu tun, um die Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber zu erhöhen", urteilte Jung.
Die Wehrpflicht war im Zuge der Bundeswehr-Reform am 1. Juli nach mehr als 50 Jahren ausgesetzt worden. Der jetzige Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hofft, in den kommenden Jahren 5.000 bis 15.000 Freiwillige als Ersatz für die Wehrpflichtigen anzuwerben.
Jung lehnt Kriegsbegriff für Afghanistan ab
In Afghanistan sieht Jung die Aufgabe der Bundeswehr weiterhin darin, "zu helfen, Gutes zu tun". Er betrachtet die Mission weiterhin als "Stabilisierungseinsatz". Jung widersprach der Ansicht, dass Deutschland in Afghanistan Krieg führe: "Der Einsatz als solcher ist kein Krieg, das muss man deutlich machen", sagte er. Krieg beschreibe einseitig die militärische Komponente.
Jung verteidigte zudem sein Vorgehen in der Affäre um den Angriff auf zwei Tanklaster in Kundus, bei dem im September 2009 mehr als 140 Menschen starben, darunter viele Zivilisten. Weil der Minister damals zunächst bestritten hatte, dass es zivile Opfer bei dem Angriff gab, obwohl er offenbar darüber informiert war, musste er abtreten.
Dazu sagte Jung: "Rückblickend bin ich mit mir und meinem Verhalten in dieser Sache im Reinen." Er habe sich immer an die Seite von Oberst Georg Klein gestellt, und werde dies auch weiterhin tun. Der Kommandeur habe die Entscheidung zum Luftangriff auf die Tanklaster getroffen, um die Sicherheit seiner Soldaten zu gewährleisten. "Das war richtig", sagte Jung.
- Datum 03.08.2011 - 14:36 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 10
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Da stimme ich ihn zu, aber aus völlig anderen Gründen:
Wenn die Bundeswehr nicht mal in der Lage ist, 3000 bis 4000 Mann, die in Afghanistan stationiert sind, mit der nötigen Ausrüstung zu versorgen, dann muss man wirklich an die Einsatzfähigkeit zweifeln. Das hat nichts mit der Abschaffung der Wehrpflicht zu tuen.
Wie sähe es dann erst aus, wenn die Bundeswehr wirklich mal zur Landesverteidigung gebraucht werden würde?
Man sollte ehrlich sein und entweder die Bundeswehr vernünftig reformieren oder es ganz sein lassen.
ohne Wehrpflicht eine effiziente Truppe aufzubauen?
Wenn ich das lese:
http://www.ftd.de/politik...
, dann hätte sich Jung mal um was anderes sorgen sollen...
Die Bundeswehr ist freiwillig was super ist,denn das sind die jenigen die letztlich freiwillig ihren kopf hinhalten.
Denn wer mit Zwang jemanden zum Töten schickt,macht sich Schuldig in allen Punkten.(anderes Thema)
Unsere Armee könnte nichteinmal einen Angriff Abwehren so gebeutelt sind unsere Militärs in Deutschland.
Sparen in alles Bereichen wird in nächster Zeit noch weiter gehen.
Ja, es herrscht Sommerloch. Plötzlich kommen sie auch wieder zu Wort, die abgehalfterten Ex-Möchtegerne und geben ihren Senf ab.
Kohl und Schröder zur EU und dem Euro, Teufel zum Zustand der CDU, jetzt Jung zur Bundeswehr.
Bin gespannt, wen sie noch alles ausbuddeln. Wie wäre es mit Ulla Schmidt zur geplanten Pflegereform von Bahr?
MfG
AoM
traut sich, die schlichte Wahrheit zu sagen: Ein Staat, dessen Bevölkerung sich nicht mehr wehren will, ist am Ende. In der historischen Perspektive wird das klar, aber es gibt viele Schlaumeier, die das Ende der Geschichte verkündet haben. Schau´n wir mal.
.
Union hätte die Abschaffung niemals durchsetzen können.
Jetzt fehlen die Jungs sowohl im Zivil- als auch im Wehrdienst.
Mutti lässt halt alle spielen, so lange sie Chefin bleiben darf....
In der Truppe gibt es hunderte ZEITSOLDATEN die sich jährlich für eine Übernahme zum attraktiven BERUFSSOLDATEN-STATUS bewerben, aber es werden z.Zt nur "eine Handvoll" zum Berufssoldaten übernommen.Die BS-Auswahl hängt viel mit dem aktuellen Beurteilungswesen von Soldaten der Bw ab und ist auch dringend zu reformieren (Gerechtigkeit in der Vergleichsgruppen-Verteilung); um zukünftig mehr Berufssoldaten zu erhalten.Bei der jährlichen Übernahme einer erhöhten Anzahl von SaZ zum BS wird auch die Attraktivität des Soldatenberufes erhöht und der BS-Status als guter Nachwuchsgewinnungspluspunkt eingesetzt.Die Bw-fachlich ausgebildeten ZEITSOLDATEN scheiden dann nicht schon nach 4, 8 oder 12 Jahren aus, sondern dienen nach Übernahme in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten bis zum Erreichen des Pensionsalters in Ihrer Laufbahn... Mehr Personalbindung und Personalgewinnung für die Tuppe aus der Truppe!
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/se
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren