Parteiinterner Streit Huldigung an Castro verärgert Linke in Berlin
Dem "lieben Genossen" Fidel Castro gratulierten die Chefs der Linken zum Geburtstag und Lebenswerk. Deren oberster Wahlkämpfer in der Hauptstadt nennt das "sektenmäßig".
Dass die politischen Gegner einen solchen Vorfall nutzen, um Kritik an der Linken zu üben, ist politischer Reflex. Doch auch parteiintern gibt es Auseinandersetzungen um ein Glückwunschschreiben der Parteispitze an den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro. "Mir steht es bis hier oben", sagte der Berliner Linken-Chef Klaus Lederer dem Tagesspiegel am Sonntag. "Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier einige ihre sektenmäßigen Rechnungen auf dem Rücken der wahlkämpfenden Landesverbände austragen wollen", sagte Lederer.
In ihrem auf Spanisch verfassten Schreiben zu Castros 85. Geburtstag hatten die Linken-Chefs Gesine Lötzsch und Klaus Ernst dem "lieben Genossen" zu einem "erfolgreichen Wirken an der Spitze der kubanischen Revolution" und seinem "kampferfüllten Leben" gratuliert. Das sozialistische Kuba sei "Beispiel und Orientierungspunkt für viele Völker dieser Welt". Lötzsch und Ernst lobten Kubas "beispiellose soziale Errungenschaften" und versicherten dem kubanischen Volk ihre "unverbrüchliche Freundschaft und Solidarität".
Gysi "hätte es anders geschrieben"
Fraktionschef Gregor Gysi ging im "Bericht aus Berlin" der ARD auf Distanz zu den Formulierungen seiner Parteifreunde: "Mein Stil ist es nicht. Ich hätte es auch anders geschrieben." Auch Gysi würdigte jedoch die "großen Verdienste" Castros. Vor der Revolution 1959 sei Kuba ein "Bordell der Eliten der USA" gewesen. Castro habe unter anderem ein Gesundheits- und ein Bildungssystem aufgebaut, "das vorbildlich war für ganz Lateinamerika". Immer, wenn er in Kuba sei, sage er aber auch: "Sie brauchen jetzt dringend, dringend politische Reformen, die die ganze Gesellschaft demokratisieren."
Thüringens Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow griff wegen der mageren Umfragewerte der Berliner Linken den radikalen linken Flügel der Partei scharf an. "Es wäre natürlich gut, wenn die gesamte Partei für das rot-rote Projekt stehen und kämpfen würde", sagte Ramelow der tageszeitung. "Einige meinen leider, es wäre hilfreich, wenn Rot-Rot scheitern würde."
CDU vermisst "demokratische Koordinaten" bei der Linken
Der politische Gegner meldete sich am Montag mit harschen Worten in der Welt zu Wort: "Dass die Parteiführung einem Menschenschinder wie Fidel Castro huldigt, aber die Vereinbarungen frei gewählter Regierungen in der Wirtschaftspolitik als Besatzungsmacht verhetzt, zeigt, dass der Linkspartei alle demokratischen Koordinaten fehlen", sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe.
- Datum 22.08.2011 - 10:10 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
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Wie wäre es, wenn die Zeit nicht immer in Doppelmoral gegen die Linke auch mal über Glückwunschschreiben der anderen Parteien berichtet. Z.B. eines der Bundeskanzlerin an den Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam, Herrn Nguyen Tan Dung?
"Wie wäre es, wenn die Zeit nicht immer in Doppelmoral gegen die Linke auch mal über Glückwunschschreiben der anderen Parteien berichtet. Z.B. eines der Bundeskanzlerin an den Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam, Herrn Nguyen Tan Dung?"
Wissen Sie, was mich an solchen Vergleichen stört? Daß Gysi und Co. immer wieder mit sowas kommen - und nicht mit Taten.
Das erinnert mich an den eingeschnappten, zickigen Dieb, der nicht verurteilt werden will, weil ein anderer früher auch mal was gestohlen hat - und ihm jetzt sogar als Staatsanwalt gegenübersitzt ("Wie kann der nur?")
Na und? Hilft dieser Vergleich/diese Relativierung den Menschen in Kuba oder in Vietnam?
Nein!
Es zeigt nur, daß man Zeit für platte Reden verschwendet, anstatt endlich mal für Menschenrechte *einzutreten*! Hätten Gysi und Co. nicht eigentlich genug zu *tun*?
Vielleich sind Gysi und Konsorten ja doch nur Dampfplauderer, die in den Umfragen in Berlin (Senatswahl im September) derzeit zu Recht um nur 10% liegen, weil die Bürgerinnen und Bürger das Geschwätz durchschauen und einfach satt haben?
Die von Gysi in der gestrigen ARD-Sendung sogenannte "Konsenssoße" (CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne) könnte auch einfach die in der Demokratie übliche sinnvolle Entscheidungsfindung sein, mit der man als "Wir wollen am liebsten immer nur Opposition!"-Querulanten natürlich nicht viel anfangen kann.
Alternative (natürlich): die böse (Welt)Verschwörung gegen "die Linken" ...
"Wie wäre es, wenn die Zeit nicht immer in Doppelmoral gegen die Linke auch mal über Glückwunschschreiben der anderen Parteien berichtet. Z.B. eines der Bundeskanzlerin an den Premierminister der Sozialistischen Republik Vietnam, Herrn Nguyen Tan Dung?"
Wissen Sie, was mich an solchen Vergleichen stört? Daß Gysi und Co. immer wieder mit sowas kommen - und nicht mit Taten.
Das erinnert mich an den eingeschnappten, zickigen Dieb, der nicht verurteilt werden will, weil ein anderer früher auch mal was gestohlen hat - und ihm jetzt sogar als Staatsanwalt gegenübersitzt ("Wie kann der nur?")
Na und? Hilft dieser Vergleich/diese Relativierung den Menschen in Kuba oder in Vietnam?
Nein!
Es zeigt nur, daß man Zeit für platte Reden verschwendet, anstatt endlich mal für Menschenrechte *einzutreten*! Hätten Gysi und Co. nicht eigentlich genug zu *tun*?
Vielleich sind Gysi und Konsorten ja doch nur Dampfplauderer, die in den Umfragen in Berlin (Senatswahl im September) derzeit zu Recht um nur 10% liegen, weil die Bürgerinnen und Bürger das Geschwätz durchschauen und einfach satt haben?
Die von Gysi in der gestrigen ARD-Sendung sogenannte "Konsenssoße" (CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne) könnte auch einfach die in der Demokratie übliche sinnvolle Entscheidungsfindung sein, mit der man als "Wir wollen am liebsten immer nur Opposition!"-Querulanten natürlich nicht viel anfangen kann.
Alternative (natürlich): die böse (Welt)Verschwörung gegen "die Linken" ...
Das sind ja keine Fettnäpfchen mehr, sondern eher Altfetttröge in die die Politiker der LINKEN hier reihum springen.
Klar, dass die CDU sich hier zu Wort meldet ist lächerlich. Mit deren doppelten Standards könnte man wohl ganze Straßenzüge pflastern. Da wird China hofiert und man ist sich auch nicht zu schade, dem vietnamesischen Premier zu seiner "Wiederwahl" zu gratulieren. Das macht die Lobhudeleien auf den "Genossen" Fidel aber nicht besser.
Fidel Castro ist ein Diktator. Wer sich zum Gralshüter der Menschenrechte stilisiert, kann meiner Meinung nach solch einem Mann nicht dermaßen Honig um den Bart schmieren. Ich habe kein Problem damit zu sehen, dass Herr Castro auch positiv geleistet hat. In Kuba läuft vieles meiner Meinung nach besser als in vielen anderen Ländern der Region. Dennoch sind Menschenrechte unteilbar. Somit kann ich diesem Mann auch nicht gratulieren oder ihn als Vorbild einer möglichen Entwicklung in anderen Ländern sehen.
Eigentlich sympatisierte ich ja lange mit der LINKEN und ich sehe mich jetzt nicht wirklich als Opfer der Medienkampagne. Zwar werden meiner Meinung nach solche Aktionen der LINKEN besonders breit getreten(geht der FDP allerdings zur Zeit ähnlich) aber es ist ja nicht so als wäre dieser Brief nicht geschrieben worden. In meinen Augen stellen sich die Politiker der LINKEN in letzter Zeit echt dämlich an und ich sehe immer weniger Chancen, dass etwas aus deren, meiner Meinung nach guten Parteiprogramm, umgesetzt werden wird. Schade
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen und formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/ag
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen und formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/ag
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Diese beiden linken Politiker überholen sich selbst. Der lebt im Reichtum und spricht über das soziale Deutschland - ein Träumer. Die andere hat den Kommunismus sowie den politischen DDR Hintergrund als Lebensaufgabe. Eine Träumerin. Bei beiden hat das nichts mit Demokratie zu tun.
Klaus Ernst hat einen zwanzig Jahre alten Porsche und mit Freunden eine Sommerhütte gemietet. Reich sieht für mich anders aus. Wäre er indessen tatsächlich reich, ( Zumwinkel, Ackermann etc.), warum sollte ihn das politisch disqualifizieren? Es gibt tatsächlich Menschen, die in die Politik gehen, weil sie für einen sozialen Ausgleich einstehen. Unter anderem gibt es in Dt. Millionäfre, die eine höhere Besteuerung ihres Vermögens fordern.
…..und hilfreich sind die, die arm im Geiste sind. Denn sie sind gutgläubig, leicht zu manipulieren und zu beeinflussen. Sie sind uns wahrlich eine Hilfe.
Neoliberalismus, Buch“Sprüche“, Kapitel 1, Vers 16
Klaus Ernst hat einen zwanzig Jahre alten Porsche und mit Freunden eine Sommerhütte gemietet. Reich sieht für mich anders aus. Wäre er indessen tatsächlich reich, ( Zumwinkel, Ackermann etc.), warum sollte ihn das politisch disqualifizieren? Es gibt tatsächlich Menschen, die in die Politik gehen, weil sie für einen sozialen Ausgleich einstehen. Unter anderem gibt es in Dt. Millionäfre, die eine höhere Besteuerung ihres Vermögens fordern.
…..und hilfreich sind die, die arm im Geiste sind. Denn sie sind gutgläubig, leicht zu manipulieren und zu beeinflussen. Sie sind uns wahrlich eine Hilfe.
Neoliberalismus, Buch“Sprüche“, Kapitel 1, Vers 16
"...und versicherten dem kubanischen Volk ihre "unverbrüchliche Freundschaft und Solidarität"."
Also dagegen kann nicht einmal ein orientierungsloser Blindgänger wie Gröhe etwas sagen. Wobei, CDU und Solidarität mit dem Volk lässt sich nicht so einfach in Zusammenhang bringen, egal ob es das kubanische oder deutsche ist.
Wenigstens ist die Geburtagsgratulation an Castro nachvollziehbar. Ich stelle mir gerade vor, die Linke hätte einem, durch freien Wahlbetrug an die Macht gelangten George W. Bush am 6. Juli zum 65. gratuliert und dessen Errungenschaften gewürdigt. (schauder)
Ansonsten kann ich den Genossen der Linkspartei nur sagen, nicht aufregen, selber Schuld. Ihr habt Lötzsch und Ernst als Parteivorsitzende gewählt. Die Macken der beiden waren hinlänglich bekannt. Also entweder beantragt Ihr einen Sonderparteitag und entzieht den beiden das Vertrauen oder arrangiert Euch bis zum nächsten ordentlichen Parteitag, der die Wahl des Parteivorsitzenden auf der Tagesordnung hat.
Ich kann Euch aber beruhigen, denn ich wähle eine Partei nach deren Programm und da hat die Linke bei mir die Nase weit vorne. Außerdem ertrage ich diesen wandelnden Sprechblasenautomat im Hosenanzug mit den vier erschlagenden Knöppen nicht länger.
MfG
AoM
Das die Partei Die Linke von den anderen Parteien nicht verwöhnt wird, weiß jeder. Dass von TV u. Zeitungen seit einiger Zeit (auch in der ZEIT) dieser Kurs mitgetragen wird, ist bekannt. So ist es und so wird es bleiben, bis diese Partei nicht nur eine linke sozialdemokratische Partei ist, sondern sich gar nicht mehr von der SPD unterscheidet. Womit sie überflüssig geworden sein wird.
Die Kampagne um eine Gratulation an Castro ist wohl eher eine der ungeschickteren ihrer Art. Man könnte auch "albern, lächerlich" dazu sagen. Die Aussage Gysis, sein "Stil sei es nicht", er hätte anders geschrieben, ist für politisch Interessierte auch keine Nachricht. Gysi kann auch besser formulieren als Merkel und die meisten anderen auf der politischen Bühne - sogar besser als manch kluger Artikelschreiber der ZEIT.
Manchmal stellt sich die Linke aber auch echt deppert an..
Vor Herrn Castro war der Diktator Batista an der Macht. Castro tat viel gutes, aber auch schlechtes. Kuba benötigt jetzt wirtschaftliche und demokratische Reformen. Und zu der Gratulation: Die deutschen Kanzler(innen) haben doch auch keine Probleme, den chinesischen oder russischen Präsidenten zu gratulieren.
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