Mecklenburg-Vorpommern Aufstand der linken Fundis

Mitten im Wahlkampf zerlegt sich die Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern: Die Alt-Linken fordern, die "Alternativlosigkeit" des Mauerbaus anzuerkennen.

Noch vor ein paar Monaten galten die Linken in Mecklenburg-Vorpommern als möglicher neuer Koalitionspartner für die SPD von Ministerpräsident Erwin Sellering. Die Umfragen für die Landtagswahl am 4. September sagen der Linkspartei ein Ergebnis von 18 Prozent voraus. Linken-Spitzenkandidat Helmut Holter ist über die Parteigrenzen hinweg als pragmatischer "Realo" beliebt.

Inzwischen ist man in der SPD skeptisch geworden. Denn die Linkspartei zerlegt sich zusehends selbst – und das nicht nur auf Bundesebene. Im Landesverband kämpfen die Realos um Spitzenkandidat Holter und den jungen Parteivorsitzenden Steffen Bockhahn gegen die alteingesessene antikapitalistische Linke. Letztere fühlten sich bei der Listenaufstellung für die Landtagswahl übergangen, viele Alt-Linke traten daher unter Protest aus der Partei aus.

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Kurz vor dem 50. Jahrestag des Mauerbaus hat sich der Flügelstreit auf eine Frage verengt: Wie bewertet die Linkspartei den Mauerbau? Ist sie der Ansicht, dass er historisch notwendig war? 

"Der Mauerbau war ohne vernünftige Alternative"

Was ist passiert? Just am Jahrestag des Mauerbaus, dem 13. August, findet ein Landesparteitag der Linken statt. Der schwierige Termin wurde angeblich gewählt, weil er mitten im Wahlkampfendspurt liegt. Genau drei Wochen vor der Wahl will sich der 32 Jahre alte Steffen Bockhahn im Amt als Landesvorsitzender bestätigen lassen und den Wahlkämpfern noch mal richtig einheizen. Doch allen Beteiligten war schnell klar: Kommt man am 13. August zusammen, dann muss man sich natürlich auch zum Mauerbau positionieren. Schließlich sind viele ehemalige SED-Mitglieder heute in der Linkspartei aktiv.

Aus diesem Grund habe der Linken-Landesvorstand im Mai eine gemeinsame Position zum Mauerbau erarbeitet, um diese auf dem Parteitag festzuzurren, sagt Bockhahn im Gespräch mit ZEIT ONLINE. Das besagte Papier liest sich sehr neutral, es bearbeitet verschiedene historische Begebenheiten, die zum Mauerbau führten. Die Enttäuschung vieler DDR-Bürger mit dem "sozialistischen Experiment" wird thematisiert. Das Papier legt sich aber nicht darauf fest, ob der Mauerbau historisch notwendig war oder nicht.  "Eine absolute Wahrheit kann und wird es zur Geschichte nicht geben", betonen die Autoren.

Genau daran störten sich die Alt-Linken im Landesverband. Sie meldeten einen eigenen Antrag zum Landesparteitag an. "Thesen zum 50. Jahrestag der Berliner Mauer" heißt er und besagt, dass es sehr wohl eine "historische Wahrheit" über den Hintergrund des Baus der Berliner Mauer gebe: "Die Entscheidung über den Mauerbau war 1961 für die Führungen der Sowjetunion und der DDR ohne vernünftige Alternative."

Neun von zehn Thesen befassen sich mit den Gründen der sozialistischen Führung, ebenso mit dem Wegschauen der westlichen Mächte. Nur in einem kurzen Absatz und recht verschwurbelt gehen die Autoren auf die "persönlichen Konsequenzen" für die DDR-Bürger ein. Familien seien getrennt und Lebensplanungen "durchkreuzt" worden. Über die 136 Mauertoten heißt es lapidar: "Menschen verloren an der Grenze ihr Leben." Während die Alternativlosigkeit des Mauerbaus sehr absolut formuliert wird, lesen sich die Folgen für die DDR-Bürger relativierend.

Das Papier entspreche natürlich "nicht der Mehrheitsmeinung" in der Partei, sagt Landeschef Bockhahn. Allerdings sind die 10 Thesen auch von der Fraktionsvize im Schweriner Landtag, Barbara Borchardt und dem stellvertretenden Parteivorsitzenden, Torsten Koplin, unterschrieben worden.

Hauptverfasser ist der 71-jährige Arnold Schoenenburg. Schoenenburg war mal Landtagsabgeordneter für die PDS, er gilt als Widersacher von Holter und Bockhahn. Das Mauer-Papier des Landesvorstandes sei einfach viel zu "unkonkret" gewesen, sagt er ZEIT ONLINE: "Die hatten nicht den Mut, sich festzulegen."

Langsam ahnen die Linken, dass ihr Mauerbau-Streit zur Unzeit kommt. SPD-Landesozialministerin Manuela Schwesig jedenfalls distanziert sich bereits deutlich vom potenziellen Koalitionspartner: "Die jetzige Diskussion innerhalb der Linken zeigt wieder einmal, welche Schwierigkeiten sie mit der Aufarbeitung ihrer eigenen Vergangenheit hat", lässt sie ausrichten: "Deswegen braucht die Linke auch niemand."

Kritik am Realo-Landesvorstand

Selbst Koplin, einer der Mitverfasser des umstrittenen Linken-Papiers, gibt zu, dass die Debatte im Wahlkampf-Endspurt nur schaden kann. Um weiteren Schaden abzuwenden, soll das heikle Thema nun auf einer gesonderten Konferenz und nicht mehr auf dem Parteitag behandelt werden.

Schoenenburg indes möchte sein Papier auch nicht als Wahlkampf-Taktik gegen die Parteiführung verstanden wissen. Wenn man aber  länger mit ihm spricht, dann streitet er nicht ab, dass seine Partei tief zerrissen ist. Der Alt-Linke findet zum Beispiel, dass die Realo-Führung zu sehr den Sozialdemokraten hinterherläuft. "Wir sollten wieder mehr sozialistische Politik machen", betont Schoenenburg: "Uns steht Opposition doch gut. Wir müssen nicht um jeden Preis regieren." Der Vertreter der Antikapitalistischen Linke im Landesvorstand, Koplin, formuliert es im Gespräch mit ZEIT ONLINE diplomatischer: "Es gibt unterschiedliche Auffassungen in der Partei". Man wolle zwar regieren, aber der SPD keinen "Blanko-Check" ausstellen. Und politisch sei den Nordost-Linken unter ihrer Realo-Führung doch so einiges "nicht gut gelungen."

Der Landesvorsitzende nimmt kein Blatt vor den Mund

Im Zentrum der Anfeindungen steht vor allem Landeschef Bockhahn. Der 32-Jährige sage "mutig seine Meinung, dafür bekommt er aber auch viel Wind von vorne", betont Koplin. Er wolle daher nicht drauf wetten, dass Bockhahn am 13. August so einfach wiedergewählt werde.

Erst kürzlich hatte Bockhahn wieder offen seine Meinung gesagt. Diesmal wandte er sich aber nicht gegen die Antikapitalisten, sondern gegen den Porsche fahrenden Bundeschef Klaus Ernst. Mehrere Zeitungen veröffentlichten einen Mailwechsel zwischen ihm und Ernst, aus dem hervorging, dass der Landeschef keine Lust auf Landtagswahlkampf mit dem Bundeschef hat. "Politisch und kulturell trennt uns einiges", hatte Bockhahn dem umstrittenen Bundesvorsitzenden außerdem geschrieben. Deutlicher geht es kaum.

Anders als berichtet habe er Ernst allerdings keinesfalls "ausgeladen", betont Bockhahn nun in einer Pressemitteilung. Natürlich werde der Parteichef "in den kommenden Wochen zu Wahlkampfterminen in MV anwesend sein", schreibt er. Was nicht im Text steht: Bockhahn selbst wird diesen Terminen fernbleiben.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich hab den Artikel mehrere Male durchgelesen und finde einfach nichts, was problematisch sein könnte. Warum soll sich die Linke selbst zerlegen, wenn sie um das Papier streitet? Ich kann den Artikel nicht ganz nachvollziehen, aber vielleicht kann man mir da ja helfen?

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    Die Linke macht sich angreifbar, wenn sie sich auf eine angebliche "Alternativlosigkeit" (ein sehr beliebtes Wort in der letzten Zeit) des Mauerbaus beruft. Diese Relativierung der unglaublichen Menschenverachtung eines solchen Baus macht aus meiner Sicht eine solche Partei nicht wählbar.
    Wenn ich mit dieser Meinung nicht allein stehe könnte dies schädlich für wie Wahlen sein und dies könnte mit "Selbstzerfleischung" gemeint sein.

    ...das die einzige der fünf Parteien möglichst überall wegen möglichst allem in den Dreck gezogen werden soll, weil sie als einzige eben überhaupt eine Alternative anbietet. Dafür nimmt man dann die Aussage irgend eines Typen aus der hinteren Bank, verdreht die ein wenig, bläht sie auf und macht daraus einen großen Artikel.

    Währenddessen lässt man führende Regierugnspolitiker dieses und andere Länder samt Volk verscherbeln, das Grundgesetz als Klopapier verwenden und selbst grundlegenden Anstand und Moral ignorieren, ohne darüber zu schreiben und wenn, dann verharmlosend, obwohl in Deutschland längst die Feuer lodern, dazu muss man sich nur die weitreichende Verbreitung von rassistischem Irrglauben ansehe, der langsam Formen der 30er Jahre annimmt.

    Das waren damals nebenbei ganz normale Menschen, die das getan haben, keine Monster oder Aliens, die haben sich unr lang genug verhetzen lassen und dann ist alles möglich.

    Aber wir können natürlich lieber diesem Weg weiterfolgen und uns ein Wenig über die Geschichte aufregen, statt die Gegenwart und Zukunft dieses Landes zu retten...

    Doppelposting entfernt. Die Redaktion/ew

    Die Linke macht sich angreifbar, wenn sie sich auf eine angebliche "Alternativlosigkeit" (ein sehr beliebtes Wort in der letzten Zeit) des Mauerbaus beruft. Diese Relativierung der unglaublichen Menschenverachtung eines solchen Baus macht aus meiner Sicht eine solche Partei nicht wählbar.
    Wenn ich mit dieser Meinung nicht allein stehe könnte dies schädlich für wie Wahlen sein und dies könnte mit "Selbstzerfleischung" gemeint sein.

    ...das die einzige der fünf Parteien möglichst überall wegen möglichst allem in den Dreck gezogen werden soll, weil sie als einzige eben überhaupt eine Alternative anbietet. Dafür nimmt man dann die Aussage irgend eines Typen aus der hinteren Bank, verdreht die ein wenig, bläht sie auf und macht daraus einen großen Artikel.

    Währenddessen lässt man führende Regierugnspolitiker dieses und andere Länder samt Volk verscherbeln, das Grundgesetz als Klopapier verwenden und selbst grundlegenden Anstand und Moral ignorieren, ohne darüber zu schreiben und wenn, dann verharmlosend, obwohl in Deutschland längst die Feuer lodern, dazu muss man sich nur die weitreichende Verbreitung von rassistischem Irrglauben ansehe, der langsam Formen der 30er Jahre annimmt.

    Das waren damals nebenbei ganz normale Menschen, die das getan haben, keine Monster oder Aliens, die haben sich unr lang genug verhetzen lassen und dann ist alles möglich.

    Aber wir können natürlich lieber diesem Weg weiterfolgen und uns ein Wenig über die Geschichte aufregen, statt die Gegenwart und Zukunft dieses Landes zu retten...

    Doppelposting entfernt. Die Redaktion/ew

  2. Entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/mk

  3. Da wird von allen Seiten missbilligt, dass die Linke sich angeblich nicht mit ihrer Vergangenheit beschäftigt, und wenn sie es dann tut, dann ist es Selbstzerfleischung. Im Gegensatz zu den meisten getroffenen Entscheidungen der herrschenden Parteien (Rente ab 67, Riesterrente, Agenda2010, Kernenergie) haben die Linken anscheinend noch einen demokratischen Diskurs in ihren Reihen, den die größeren Parteien nicht mehr gehen. Wann begreifen die Medien, dass genau sie die innerparteilichen Auseiandersetzungen als grunddemokratische positives Zeichen werten sollten, anstatt immer gleich eine Schwäche zu sehen. Unsere Demokratie leidet, gerade weil niemand mehr gefragt und die oberen Köpfe die Ideen von Lobbyisten eingebläut und dann "alternativlos" durchsetzen. Begleitet von medialer (PR) Macht. Da bleibt Kontrolle aus den eigenen Reihen Nebensache.

    Hier wird die Linke zu Unrecht versucht zu verunglimpfen, mit einem "Fehler", den die anderen begehen. Im Gegenteil, die Linke ist hier vorbildlich.

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    über die Verharmlosung der DDR-Diktatur mit ihrem gogantischen Stasi-Unterdrückungs-Apparat, nur noch die Nazis waren schlimmer

    über die Verharmlosung der DDR-Diktatur mit ihrem gogantischen Stasi-Unterdrückungs-Apparat, nur noch die Nazis waren schlimmer

  4. ... ist der Mauerbau nicht nur Teil der DDR-Geschichte. Ich kenne keinen Grund, warum die alte BRD nicht auch darüber nachdenken sollte, warum es diese Mauer gibt und welche Vor- und Nachteile sie hatte. Natürlich sind dort Menschen gestorben, aber eine Mauer bleibt auch ein Symbol der Diplomatie und dazu gehören immer zwei Seiten. Gerade die CDU hat sich doch lange einer Ostpolitik- und annäherung verweigert. Hat die CDU sich mal damit beschäftigt, dass sie den diplomatischen Weg vielleicht selber verhindert hat? Das sie auch den Weg von Brandt und Schmidt nicht mitgehen wollte und später mit Kohl so tut, als wäre die Einheit aus ihrer Politik heraus entstanden?

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    Lieber Hermes77,

    Sie schreiben: "Ich kenne keinen Grund, warum die alte BRD nicht auch darüber nachdenken sollte, warum es diese Mauer gibt und welche Vor- und Nachteile sie hatte."

    Sicherlich haben auch die Bewohner des rechtsstaatlichen und demokratischen Westteils Deutschlands allen Grund über das menschenverachtende Bauwerk Mauer nachzudenken.

    Genauso notwendig ist ein Nachdenken über Todesstreifen, Selbstschussanlagen, Splitterminen gegen die eigene Bevölkerung, Schießbefehl, Bespitzelung und und und ...

    Kurzum, Sie haben völlig Recht: Auch die Westdeutschen - oder ihre heutigen Nachkommen - sollten über die Gewaltmaßnahmen des DDR-Regimes nachdenken.

    Einzig und allein eines habe ich - trotz Nachdenkens - nicht verstanden:

    Aufgrund der (sicherlich teilweise dummen) Ostpolitik der CDU war also

    1.) eine Mauer zum Einsperren der eigenen Bevölkerung,
    2.) (Splitter-)Minenfelder gegen die eigene Bevölkerung,
    3.) Selbstschussanlagen gegen die eigene Bevölkerung
    4.) der größte Spitzel- und Geheimdienstapparat der Weltgeschichte*

    nötig?

    Also das habe ich noch nicht verstanden. Aber ich denke weiter nach.

    Andere, mit anderem Geburtsort, hoffentlich auch!

    Herzlichst
    am Rande

    ______

    * Die Stasi bot 1989 einen MfS-Hauptamtler auf 180 Einwohner auf, der KGB kam 'nur' auf ein Verhältnis von 1/595, die Gestapo kam 1937 auf 1/8.500.

    Aber dafür gibt's bestimmt auch eine Entschuldigung.

    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ministerium_für_Staatssicherheit#cite_ref-23)

    Ihr Vorschlag ist gut, jedoch in diesem Falle nicht zielführend: wer ideologisch so verbohrt ist, ist auch nicht fähig, durch Nachdenken zu irgend einer Einsicht zu gelangen.

    Die Mauer wurde gebaut, weil der DDR sonst die Leute weggelaufen wären, die die SED ja schließlich für ihr Experiment "real existierender Sozialismus" brauchte. Vor dem Mauerbau war dieser Trend erkennbar.
    Ostdiplomatie und -annäherung hat der DDR das Geld gebracht, das sie für Spionage und ihren Überwachungsstaat gebraucht hat; die DDR war nie in der Lage, kostendeckend Geldzu verdienen. Freikauf von Gefangenen und schließlich Milliardenkredite waren eine gute Einnahmequelle, die die DDR zum Überleben brauchte.

    Lieber Hermes77,

    Sie schreiben: "Ich kenne keinen Grund, warum die alte BRD nicht auch darüber nachdenken sollte, warum es diese Mauer gibt und welche Vor- und Nachteile sie hatte."

    Sicherlich haben auch die Bewohner des rechtsstaatlichen und demokratischen Westteils Deutschlands allen Grund über das menschenverachtende Bauwerk Mauer nachzudenken.

    Genauso notwendig ist ein Nachdenken über Todesstreifen, Selbstschussanlagen, Splitterminen gegen die eigene Bevölkerung, Schießbefehl, Bespitzelung und und und ...

    Kurzum, Sie haben völlig Recht: Auch die Westdeutschen - oder ihre heutigen Nachkommen - sollten über die Gewaltmaßnahmen des DDR-Regimes nachdenken.

    Einzig und allein eines habe ich - trotz Nachdenkens - nicht verstanden:

    Aufgrund der (sicherlich teilweise dummen) Ostpolitik der CDU war also

    1.) eine Mauer zum Einsperren der eigenen Bevölkerung,
    2.) (Splitter-)Minenfelder gegen die eigene Bevölkerung,
    3.) Selbstschussanlagen gegen die eigene Bevölkerung
    4.) der größte Spitzel- und Geheimdienstapparat der Weltgeschichte*

    nötig?

    Also das habe ich noch nicht verstanden. Aber ich denke weiter nach.

    Andere, mit anderem Geburtsort, hoffentlich auch!

    Herzlichst
    am Rande

    ______

    * Die Stasi bot 1989 einen MfS-Hauptamtler auf 180 Einwohner auf, der KGB kam 'nur' auf ein Verhältnis von 1/595, die Gestapo kam 1937 auf 1/8.500.

    Aber dafür gibt's bestimmt auch eine Entschuldigung.

    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ministerium_für_Staatssicherheit#cite_ref-23)

    Ihr Vorschlag ist gut, jedoch in diesem Falle nicht zielführend: wer ideologisch so verbohrt ist, ist auch nicht fähig, durch Nachdenken zu irgend einer Einsicht zu gelangen.

    Die Mauer wurde gebaut, weil der DDR sonst die Leute weggelaufen wären, die die SED ja schließlich für ihr Experiment "real existierender Sozialismus" brauchte. Vor dem Mauerbau war dieser Trend erkennbar.
    Ostdiplomatie und -annäherung hat der DDR das Geld gebracht, das sie für Spionage und ihren Überwachungsstaat gebraucht hat; die DDR war nie in der Lage, kostendeckend Geldzu verdienen. Freikauf von Gefangenen und schließlich Milliardenkredite waren eine gute Einnahmequelle, die die DDR zum Überleben brauchte.

    • Matths
    • 04.08.2011 um 16:52 Uhr

    ich bin wahrlich kein Sympatisant der Linken, aber eines offenen Diskurs über diese Themen. Finde ich besser als "Türen zu" und dann irgendeine Einheitsmeinung - "geschlossen zusammmen stehen". Das finde ich unglaubwürdig.

    Sicher gibt es einige Journalisten, die auch ihr Geld verdienen müssen und dann von "zerfleischen sich selbst" sprechen. Aber Demokratie darf und muss verschiedene Meinungen aushalten. Und das können die Linken auch gern tun.

    Von daher: Punktekiste der Linken = Punkteliste der Linken + 1

    :)

    Matths

  5. Diese Diskussion innerhalb der Linkspartei und auch die obigen Postings zeigen, dass Linksextremismus in Deutschland vielfach nicht als Problem gesehen wird. Die DDR war eine linke Diktatur und die Mauer das Symbol dieses menschenverachtenden Systems. Dass Teile der Linken diese auch noch für historisch notwendig hält ist unerträglich. Man sollte diese Partei ächten und nicht mit ihr zusammenarbeiten.

    10 Leser-Empfehlungen
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    leider kann man nur 1 Empfehlung für einen Kommentar abgeben, ich gäbe gerne ein halbes Dutzend!

    Zumal Linksextremismus und Linkspartei sowieso schonmal nichts miteinander zu tun haben. Die Autonomen lehnen ja auch die Linkspartei ab, wie jegliche Autorität. Völlig anderes Bild.

    Und gegen Linksextremismus kommt man sehr einfach an, der resultiert nämlichin erster Linie aus den Fehlern von Staat und Gesellschaft, durch Ausgrenzung, Ausbeutung, Unterdrückung, dagegen lehnen die Menschen sich auf und manche eben nicht unbedingt so, wie sie es sollten.

    Der Rechtsradikalismus kann sich im Vergleich sehr gut in Parteien festsetzen, durch das Autokratische, und basiert aber derzeit u.a. auf Lügen, nämlich Schuldzuweisungen an Ausländer, Arbeitlose und sicherlich auch Linke, obwohl dieses Land nicht im Ansatz von diesen bedroht wird.

    Wer aber natürlich Sarrazin und Co glauben will, nunja, der gibt letztlich auch zu, dass Adolf recht gehabt hat, er hat´s halt nur etwas übertrieben, nicht wahr? Aber an und für sich wollte er ja auch nur, dass die Bestern, die Leistungsträger überleben und der Rest halt nicht.

    Denken Sie mal darüber nach, ist provokant, ich weiß, aber in welche Richtung schlagen wir derzeit aus?

    Mir Linksradikalismus zu unterstellen ist ungefähr so abwägig wie Ihnen Objektivität zuzugestehen. WEnn man in der BRD nur ein bisschen vom Mainstream links abweicht gilt man schon als Extremist - das ist die Grundlage ihrer Demokratie? Genau Sie hab ich als Problem in meinem Kommentar beschrieben.

    Ich habe weder die Notwendigkeit der Mauer beschworen (eher im Gegenteil), noch habe ich bestritten, dass die DDR eine Diktatur war. Ihr Problem besteht darin zu denken, dass es eine linke Diktatur war. Diktaturen zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie eine Idee zu einer Ideolodie missbrauchen (ob dies der Kommunismus oder der Nationalismus oder der Kapitalismus ist ist dabei egal). Eine linke Idee ist ebenso wichtig im Meinungsspektrum, wie eine liberale oder christliche. Sie scheinen hier bewusst oder aus Unwissenheit linke Meinungen mit der Diktatur der DDR gleichsetzen zu wollen, um diese von vorn herein auszuschließen. Meiner Meinung nach leben wir derzeit ebenso in einer Diktatur des Kapitalismus. Ist die IDee des Marktes damit falsch? Nein, nur die Ausnutzung der Idee von einigen Eliten, die sich daran bereichern.

    Hallo Armin Pillhofer ,
    .
    In Wirklichkeit will diese Partei bloß die olle DDR wiederhaben. Wähler, die das unterstützen, sind nicht genug da, also hat die Partei bei den ärmeren Schichten Bauernfängerei betrieben.
    .
    Die Linkspartei hat immer versucht, sich als die Partei der Besitzlosen und Benachteiligten zu positionieren. Im Streit um die Positionierung zum Mauerbau fällt die Tünche ab.

    natürlich war die Mauer für die SED-PDS-Linke alternativlos,
    um einen Teil unseres Volkes zu unterdrücken, es wäre sonst abgehauen

    leider kann man nur 1 Empfehlung für einen Kommentar abgeben, ich gäbe gerne ein halbes Dutzend!

    Zumal Linksextremismus und Linkspartei sowieso schonmal nichts miteinander zu tun haben. Die Autonomen lehnen ja auch die Linkspartei ab, wie jegliche Autorität. Völlig anderes Bild.

    Und gegen Linksextremismus kommt man sehr einfach an, der resultiert nämlichin erster Linie aus den Fehlern von Staat und Gesellschaft, durch Ausgrenzung, Ausbeutung, Unterdrückung, dagegen lehnen die Menschen sich auf und manche eben nicht unbedingt so, wie sie es sollten.

    Der Rechtsradikalismus kann sich im Vergleich sehr gut in Parteien festsetzen, durch das Autokratische, und basiert aber derzeit u.a. auf Lügen, nämlich Schuldzuweisungen an Ausländer, Arbeitlose und sicherlich auch Linke, obwohl dieses Land nicht im Ansatz von diesen bedroht wird.

    Wer aber natürlich Sarrazin und Co glauben will, nunja, der gibt letztlich auch zu, dass Adolf recht gehabt hat, er hat´s halt nur etwas übertrieben, nicht wahr? Aber an und für sich wollte er ja auch nur, dass die Bestern, die Leistungsträger überleben und der Rest halt nicht.

    Denken Sie mal darüber nach, ist provokant, ich weiß, aber in welche Richtung schlagen wir derzeit aus?

    Mir Linksradikalismus zu unterstellen ist ungefähr so abwägig wie Ihnen Objektivität zuzugestehen. WEnn man in der BRD nur ein bisschen vom Mainstream links abweicht gilt man schon als Extremist - das ist die Grundlage ihrer Demokratie? Genau Sie hab ich als Problem in meinem Kommentar beschrieben.

    Ich habe weder die Notwendigkeit der Mauer beschworen (eher im Gegenteil), noch habe ich bestritten, dass die DDR eine Diktatur war. Ihr Problem besteht darin zu denken, dass es eine linke Diktatur war. Diktaturen zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie eine Idee zu einer Ideolodie missbrauchen (ob dies der Kommunismus oder der Nationalismus oder der Kapitalismus ist ist dabei egal). Eine linke Idee ist ebenso wichtig im Meinungsspektrum, wie eine liberale oder christliche. Sie scheinen hier bewusst oder aus Unwissenheit linke Meinungen mit der Diktatur der DDR gleichsetzen zu wollen, um diese von vorn herein auszuschließen. Meiner Meinung nach leben wir derzeit ebenso in einer Diktatur des Kapitalismus. Ist die IDee des Marktes damit falsch? Nein, nur die Ausnutzung der Idee von einigen Eliten, die sich daran bereichern.

    Hallo Armin Pillhofer ,
    .
    In Wirklichkeit will diese Partei bloß die olle DDR wiederhaben. Wähler, die das unterstützen, sind nicht genug da, also hat die Partei bei den ärmeren Schichten Bauernfängerei betrieben.
    .
    Die Linkspartei hat immer versucht, sich als die Partei der Besitzlosen und Benachteiligten zu positionieren. Im Streit um die Positionierung zum Mauerbau fällt die Tünche ab.

    natürlich war die Mauer für die SED-PDS-Linke alternativlos,
    um einen Teil unseres Volkes zu unterdrücken, es wäre sonst abgehauen

  6. Die Linke macht sich angreifbar, wenn sie sich auf eine angebliche "Alternativlosigkeit" (ein sehr beliebtes Wort in der letzten Zeit) des Mauerbaus beruft. Diese Relativierung der unglaublichen Menschenverachtung eines solchen Baus macht aus meiner Sicht eine solche Partei nicht wählbar.
    Wenn ich mit dieser Meinung nicht allein stehe könnte dies schädlich für wie Wahlen sein und dies könnte mit "Selbstzerfleischung" gemeint sein.

  7. ... ist völlig alternativlos.

    Mehr Infos dazu: http://www.die-partei.de/

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