Die Linke Linksparteichef bedauert Geburtstagsgruß an Fidel Castro

Linken-Chef Ernst bedauert die Form des umstrittenen Geburtstagsgrußes an Fidel Castro. Grundsätzlich hält er die Gratulation für richtig, falsch gewesen sei nur der Stil.

Linksparteichef Klaus Ernst hat sich von dem umstrittenen Glückwunschschreiben an den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro distanziert. Grundsätzlich halte er die Gratulation zum 85. Geburtstag Castros für richtig, falsch gewesen sei der Stil. "Es ist doch schon durchgesickert, dass der Text nicht über unseren Schreibtisch gegangen ist und im Übrigen auch so nicht gegangen wäre", sagte er der Süddeutschen Zeitung. Das Schreiben trage "digitale Unterschriften" von ihm und seiner Co-Vorsitzenden Gesine Lötzsch. So etwas werde sich laut Ernst nicht wiederholen.

In ihrem auf Spanisch verfassten Schreiben zu Castros 85. Geburtstag hatten die Linken-Chefs Lötzsch und Ernst dem "lieben Genossen" zu einem "erfolgreichen Wirken an der Spitze der kubanischen Revolution" und seinem "kampferfüllten Leben" gratuliert. Das sozialistische Kuba sei "Beispiel und Orientierungspunkt für viele Völker dieser Welt". Lötzsch und Ernst lobten Kubas "beispiellose soziale Errungenschaften" und versicherten dem kubanischen Volk ihre "unverbrüchliche Freundschaft und Solidarität".

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Die Strategie der Partei überprüfen

Nach der Kritik an dem Schreiben appellierte Ernst an seine Partei, mehr Gemeinsamkeit zu zeigen. "Alle müssen sich jetzt am Riemen reißen", forderte er. Dies gelte auch für die Vorsitzenden. Die Probleme der Linkspartei erklärte er mit Problemen im Vereinigungsprozess der 2007 aus der Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) und aus der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) hervorgegangenen Linken. "Wir haben uns zu wenig mit der Geschichte des jeweils anderen in unserer Partei beschäftigt", sagte er. Er schlage vor, dass dies auf einem Kongress nachgeholt werde.

Der frühere Linken-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch forderte seine Partei auf, ihre Strategie zu überprüfen und sich gegebenenfalls neu zu positionieren. Die Querelen in der Partei müssten ein Ende haben, sagte der Bundestagsabgeordnete der Berliner Zeitung. "Weitere Selbstbeschäftigung wäre unverantwortlich." Seine Partei habe zu wenig aus dem hervorragenden Ergebnis bei der Bundestagswahl gemacht. Eine Diskussion über die Parteichefs Ernst und Lötzsch lehnte Bartsch ab, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. "Wir befinden uns in Wahlkämpfen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Da verbietet sich jede Debatte über die Parteiführung", sagte er.

Demnächst will die Partei über ihr künftiges Grundsatzprogramm entscheiden, ein über mehrere Jahre entstandenes Papier, über das sie lange stritt.

 
Leser-Kommentare
  1. ...erbärmlicher "Rückzug" von Herrn Ernst!

    Kein Rückgrat - man möchte fast meinen er legt hier ein "sozialdemokratisches Verhalten" an den Tag.

    P.S. Nachdem es gestern einen Anti-Chavez Artikel gab, heute einen Anti-Linke-Artikel, wäre ich sehr enttäuscht, wenn wir dieses WE keinen "Fachkräftemangel-Artikel" bekommen!? ;-)

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    • Afa81
    • 26.08.2011 um 9:23 Uhr

    ...und natürlich muss man da gleich nachtreten :-)

    Ob man Kommunist/Sozialist ist, oder nicht. Was Castro damals geleistet hat, ist bemerkenswert. Mit 12 Mann (wenn ich mich recht erinnere) in die Berge geflüchtet und von dort aus Kuba erobert.
    Wir sollten uns auch klar machen, dass Castro nicht Stalin ist und das Kuba vorher von Batista diktiert, nicht regiert wurde.

    Herr Ernst gebiert sich wie eine fünfte Kolonne der SPD in der LINKEN. Herr Ernst erweist mit seinem Verhalten sich und seiner Partei einen Bärendienst - und zwar genau in einer Zeit, in der diese Partei dringender gebraucht wird, denn je. Aber mit Herrn Ernst - der offenbahr jetzt von der Sorge getrieben ist, als "nicht links zu erscheinen" - ist das ja alles nicht zu machen. Herr Ernst sollte wieder zurück zur SPD gehen. Da ist er in allerbester Gesellschaft.

    • Derika
    • 26.08.2011 um 11:00 Uhr

    ...das aber nunmal eben - dank der radikalen Ausschlachtung durch die Medien, die das nur bei der Linkspartei machen, während unsere Regierng jederzeit mit jedem Diktator Parties feiern, Geschäfte abschließen, usw dürfen - bei vielen Leuten trotzdem ankommt, da Sie in der Regel keine politische Bildung besitzen, soll das nicht stören.

    Die SPD verrät ja ihre eigene Politik. Wenn Ernst von einer Grußkarte abstand nimmt, um die Nerven armer Leute zu schützen, die augrund fieser hysterische Anfälle und (Selbst-)Mordphantasien bekommen, wen stört´s?

    Dass jezt schon wieder ein Artikel darüber steht, ist schon langsam nur noch Lächerlich, das ist wie Springerpresse und deren beständiges Hochjubeln rassistischer Meinungen.

    Ich hab vor ein paar Tagen mal nachgesehen, es gibt mit Gysi, Ernst und Lötzsch jeweils ein mittellanges Sommerinterview (ich meine nicht das von Gysi an der Spree, das war eine Farce, es gibt noch ein anderes).

    Da geht es mehr um Inhalte, um wirkliche Politik. Ginge es der Zeit - wie es sollte (steht schließlich in der Kategorie "Politik" - tatsächlich darum, könnte man ja diese behandeln und auseinandernehmen, wenn möglich.

    Dass dies nicht getan, noch nicht einmal versucht wird, spricht in jeder Hinsicht für sich.

    • Afa81
    • 26.08.2011 um 9:23 Uhr

    ...und natürlich muss man da gleich nachtreten :-)

    Ob man Kommunist/Sozialist ist, oder nicht. Was Castro damals geleistet hat, ist bemerkenswert. Mit 12 Mann (wenn ich mich recht erinnere) in die Berge geflüchtet und von dort aus Kuba erobert.
    Wir sollten uns auch klar machen, dass Castro nicht Stalin ist und das Kuba vorher von Batista diktiert, nicht regiert wurde.

    Herr Ernst gebiert sich wie eine fünfte Kolonne der SPD in der LINKEN. Herr Ernst erweist mit seinem Verhalten sich und seiner Partei einen Bärendienst - und zwar genau in einer Zeit, in der diese Partei dringender gebraucht wird, denn je. Aber mit Herrn Ernst - der offenbahr jetzt von der Sorge getrieben ist, als "nicht links zu erscheinen" - ist das ja alles nicht zu machen. Herr Ernst sollte wieder zurück zur SPD gehen. Da ist er in allerbester Gesellschaft.

    • Derika
    • 26.08.2011 um 11:00 Uhr

    ...das aber nunmal eben - dank der radikalen Ausschlachtung durch die Medien, die das nur bei der Linkspartei machen, während unsere Regierng jederzeit mit jedem Diktator Parties feiern, Geschäfte abschließen, usw dürfen - bei vielen Leuten trotzdem ankommt, da Sie in der Regel keine politische Bildung besitzen, soll das nicht stören.

    Die SPD verrät ja ihre eigene Politik. Wenn Ernst von einer Grußkarte abstand nimmt, um die Nerven armer Leute zu schützen, die augrund fieser hysterische Anfälle und (Selbst-)Mordphantasien bekommen, wen stört´s?

    Dass jezt schon wieder ein Artikel darüber steht, ist schon langsam nur noch Lächerlich, das ist wie Springerpresse und deren beständiges Hochjubeln rassistischer Meinungen.

    Ich hab vor ein paar Tagen mal nachgesehen, es gibt mit Gysi, Ernst und Lötzsch jeweils ein mittellanges Sommerinterview (ich meine nicht das von Gysi an der Spree, das war eine Farce, es gibt noch ein anderes).

    Da geht es mehr um Inhalte, um wirkliche Politik. Ginge es der Zeit - wie es sollte (steht schließlich in der Kategorie "Politik" - tatsächlich darum, könnte man ja diese behandeln und auseinandernehmen, wenn möglich.

    Dass dies nicht getan, noch nicht einmal versucht wird, spricht in jeder Hinsicht für sich.

  2. geistigen Unreife geglaubt wird, Führungspositionen in einer politischen Partei und möglichst für die sie Wählenden in der Öffentlichkeit zu übernehmen. Wir haben bei der FDP wie auch bei den LINKEN (ganz zu schweigen von Radikalinski-Parteien) in der Zwischenzeit einen Erwachsenenkindergarten, dessen Mitglieder sich dringend die Zeit nehmen sollten, ihre Seelen nachwachsen zu lassen. - Sollten Ernst und Lötzsch tatsächlich das Glückwunschschreiben an Castro nicht gesehen haben, dann dokumentiert das eine parteiinterne Intrige, die selbstmörderisch ist. Ich brauche aber nicht schon wieder Selbstmördertypen auf der politischen Ebene. -

  3. Also ich gratuliere Fidel Castro ganz herzlich zum Geburtstag, ich wünsche ihm alles Gute für seine Gesundheit und den wohlverdienten Ruhestand. Für ihn und seinen Bruder wünsche ich mir das Beide ihren 120 Geburtstag feiern können.

    Von der "Linken" bin ich in dieser Frage zu Tiefst entteucht.

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    Ich wünsche für das kubanische Volk, daß lieber heute als
    morgen alle Castro-Clan-Mitglieder in die Hölle fahren und
    endlich dem Volk eine Perspektive geben !!!!!

    ...dann ist die Partei schnell wieder unter 5%. So zu tun, als sei Die Linke eine ganz normale Partei, ist leider viel zu lange gelungen. Schlimm, dass die Partei in Brandenburg sogar den Justizminister stellt.

    Ich wünsche für das kubanische Volk, daß lieber heute als
    morgen alle Castro-Clan-Mitglieder in die Hölle fahren und
    endlich dem Volk eine Perspektive geben !!!!!

    ...dann ist die Partei schnell wieder unter 5%. So zu tun, als sei Die Linke eine ganz normale Partei, ist leider viel zu lange gelungen. Schlimm, dass die Partei in Brandenburg sogar den Justizminister stellt.

  4. ....Und fällt Gesine auch noch in den Rücken....

  5. Übelster Mist umetikettiert, mit WischiWaschi gemixt und vom Lafontaine mit einem Triple-A versehen.

  6. so ein widerlicher Schachzug, diese Politiker können keinen Stolz besitzen. Die lassen sich demütigen und wie Hunde dressieren.
    Jeden Respekt vor seiner Meinung hat dieser Ernst verloren.
    Wenn auch die Zeit, Süddeutsche, die FAZ und soweiter immerzu aus diesem Grußschreiben ein Skandal machen wollten, so ist es ein Armutszeugnis ihnen jetzt nachzugeben.

    Man kann die Linken-Funktionäre wohl zu allem bringen wenn es nur populär ist. (abgesehen von Frau Wagenknecht, die einfach zu intelligent und aufrichtig)

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    • Derika
    • 26.08.2011 um 11:06 Uhr

    Dass nich die Linke ein Problem hat, wenn sie nicht gewählt wird, sondern wir, oder?

    Das Volk ist der Souverän und wir wählen unsere Vertrete. Beschäftigen Sie sich mit den Vertretern, wen diese vertraten, vertreten, vertreten wollen und wen nicht.

    Beschäftigen Sie sich mit den Folgen, welche die Entscheidungen von Rot-Grün, Schwarz-Rot und Schwarz-Gelb über uns gebracht haben und zwar ernsthaft, nicht über kleine, subjektive Zeitungsschnippsel.

    Wie man ein Land, das derartig viele Möglichkeiten und einen derartigen Reichtum wie Deutschland hat, dermaßen in die Sch**** fahren kann, versteh ich eh nicht. Immerhin haben wir nicht z.B. Kubas Probleme, dass uns eine Großmacht mit aller Macht außer militärischer gewaltsam annektieren will.

    Unsere Probleme sin selbst gemacht und unsere Regierungen, unsere VERTRETER waren und sind kräftig daran beteiligt.

    • Derika
    • 26.08.2011 um 11:06 Uhr

    Dass nich die Linke ein Problem hat, wenn sie nicht gewählt wird, sondern wir, oder?

    Das Volk ist der Souverän und wir wählen unsere Vertrete. Beschäftigen Sie sich mit den Vertretern, wen diese vertraten, vertreten, vertreten wollen und wen nicht.

    Beschäftigen Sie sich mit den Folgen, welche die Entscheidungen von Rot-Grün, Schwarz-Rot und Schwarz-Gelb über uns gebracht haben und zwar ernsthaft, nicht über kleine, subjektive Zeitungsschnippsel.

    Wie man ein Land, das derartig viele Möglichkeiten und einen derartigen Reichtum wie Deutschland hat, dermaßen in die Sch**** fahren kann, versteh ich eh nicht. Immerhin haben wir nicht z.B. Kubas Probleme, dass uns eine Großmacht mit aller Macht außer militärischer gewaltsam annektieren will.

    Unsere Probleme sin selbst gemacht und unsere Regierungen, unsere VERTRETER waren und sind kräftig daran beteiligt.

    • Afa81
    • 26.08.2011 um 9:23 Uhr

    ...und natürlich muss man da gleich nachtreten :-)

    Ob man Kommunist/Sozialist ist, oder nicht. Was Castro damals geleistet hat, ist bemerkenswert. Mit 12 Mann (wenn ich mich recht erinnere) in die Berge geflüchtet und von dort aus Kuba erobert.
    Wir sollten uns auch klar machen, dass Castro nicht Stalin ist und das Kuba vorher von Batista diktiert, nicht regiert wurde.

    12 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Was für ein..."
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    Aber letztlich ist das Land vom Regen in die Traufe geraten. 8 Jahren Diktatur unter Battista folgten über 50 unter Castro. Wenn das Volk so treu zur Revolution steht, spricht doch nichts dagegen sich alle vier Jahre Wahlen zu stellen.

    Ökonomisch ist das Experiment Cuba gescheitert und auch wenn die Handelssanktionen der USA dazu beigetragen haben mögen, die Ursache sind sie nicht. Aus dem einstmals wohlhabendsten Land der Karibik ist ein Armenhaus geworden. 50% der landwirtschaftlichen Fläche liegen brach, die Wirtschaft stagniert. Ohne freies Unternehmertum geht es halt nun einmal nicht. Planwirtschaft hat noch nirgendwo zum Erfolg geführt. Die hehre Absicht zählt halt nicht, wenn man die Bedürfnisse des Volkes permanent ausser acht lässt. Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht.

    Wie nicht anders zu erwarten, tummeln sich hier im forum linke Diktaturverharmloser übelster Sorte.
    Was für ein Sturm der Entrüstung würden ZEIT und ihre linken foristen lostreten, schriebe etwa die CDU-Vorsitzende ein vergleichbares Lobesgehuddel an irgendeinen Rechtspopulisten…
    In Kuba ist, nach China, die weltweit zweithöchste Anzahl an Journalisten inhaftiert (Human Rights Watch: World Report 2008 – Cuba).
    Interessiert aber niemand, vor allem nicht die linken ZEIT-Journalisten.

    Aber letztlich ist das Land vom Regen in die Traufe geraten. 8 Jahren Diktatur unter Battista folgten über 50 unter Castro. Wenn das Volk so treu zur Revolution steht, spricht doch nichts dagegen sich alle vier Jahre Wahlen zu stellen.

    Ökonomisch ist das Experiment Cuba gescheitert und auch wenn die Handelssanktionen der USA dazu beigetragen haben mögen, die Ursache sind sie nicht. Aus dem einstmals wohlhabendsten Land der Karibik ist ein Armenhaus geworden. 50% der landwirtschaftlichen Fläche liegen brach, die Wirtschaft stagniert. Ohne freies Unternehmertum geht es halt nun einmal nicht. Planwirtschaft hat noch nirgendwo zum Erfolg geführt. Die hehre Absicht zählt halt nicht, wenn man die Bedürfnisse des Volkes permanent ausser acht lässt. Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht.

    Wie nicht anders zu erwarten, tummeln sich hier im forum linke Diktaturverharmloser übelster Sorte.
    Was für ein Sturm der Entrüstung würden ZEIT und ihre linken foristen lostreten, schriebe etwa die CDU-Vorsitzende ein vergleichbares Lobesgehuddel an irgendeinen Rechtspopulisten…
    In Kuba ist, nach China, die weltweit zweithöchste Anzahl an Journalisten inhaftiert (Human Rights Watch: World Report 2008 – Cuba).
    Interessiert aber niemand, vor allem nicht die linken ZEIT-Journalisten.

  7. Ich bin ja mal gespannt, wie lange die Zeit dieses Thema noch am köcheln halten kann. Nicht, dass es da wichtigeres gäbe...

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