Stuttgart 21 SPD und Bahn lehnen Geißlers Kombi-Bahnhof ab
Der Koalitionspartner von Ministerpräsident Kretschmann lehnt einen Kombi-Bahnhof ab. Auch die Bahn ist dagegen. Damit dürfte das Vermittlungsangebot am Ende sein.
Ein Kompromiss im Streit um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 wird immer unwahrscheinlicher. Die Südwest-SPD will den Vorschlag von Schlichter Heiner Geißler für eine Kombilösung aus Kopf- und Tiefbahnhof auf keinen Fall mittragen. SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel sagte: "Niemand kann die Grünen daran hindern, weiter auf diesem Vorschlag rumzureiten. Aber ein Projekt der grün-roten Koalition wird das nicht."
Geißlers Plan für einen verkleinerten Kopfbahnhof für den Regionalverkehr und eine viergleisige Durchgangsstation für die Fernzüge habe sich als "Fata Morgana" entpuppt, sagte Schmiedel. "Dieser angebliche Kompromiss ist nicht bezahlbar und würde den Stand der Planung auf Null drehen." Die SPD-Fraktion sei nicht bereit, den Vorschlag weiter zu verfolgen. "Wir gehen jetzt in die Volksabstimmung über Stuttgart 21." Schmiedel warnte die Grünen davor, dieses Vorgehen, das im Koalitionsvertrag festgelegt ist, zu umgehen. "Wer die Volksabstimmung infrage stellt, stellt die Koalition infrage."
Deutsche Bahn lehnt das Angebot "kategorisch" ab
Auch die Deutsche Bahn ist hat sich gegen den Kompromissvorschlag ausgesprochen. Stuttgart-21-Sprecher Wolfgang Dietrich sagte: "So langsam reicht es ja mit den Varianten. Wir müssen nämlich bauen." Die Schlichtung sei beendet. "Wir fragen uns schon, ob das Ganze ein taktisches Manöver einzelner ist, ein Versuch, die Kosten in die Höhe zu treiben."
Nach einer eigenen Kalkulation der Bahn würden gegen den Geißler-Vorschlag allein Kosten in Höhe von 5,2 Milliarden Euro sprechen. Diese Zahl hatte auch die Stadt Stuttgart genannt. Das läge mehr als eine Milliarde Euro über der Kalkulation für Stuttgart 21. Vor allem müsse das bestehende Gleisvorfeld für rund 1,3 Milliarden Euro saniert werden, so Dietrich.
Aber auch andere Gründe sprechen aus Sicht der Bahn gegen den Vorschlag: So müssten genauso wie für Stuttgart 21 Grundwasser abgepumpt werden und Tunnel gebaut werden – was die S-21-Gegner vehement ablehnen. Auch der Südflügel des Bahnhofs müsse in beiden Fällen abgerissen werden.
- Datum 10.08.2011 - 22:08 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
- Kommentare 58
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





... das ist das Dilemma von GRÜNE.
Das Problem mit der Südwest-SPD ist halt wie üblich ein Problem des Paktierens. Die SPD-Leute wissen genau, daß sie nur dann eine starke Fraktion bleiben können, wenn sie die GRÜNEN kleinkriegen.
Kretschmann hat es noch nicht kapiert, daß er mit seinem größten Gegner koaliert und sollte sich nach einem Scheitern der Volksabstimmung überlegen, anschließend mit S21 seinen Frieden zu finden und statt mit der SPD lieber mit der CDU eine vernünftige Energiepolitik und eine vernünftige Finanzpolitik zu betreiben.
Das bringt vielleicht mehr, als sich an der SPD und deren Konkurrenzdenken aufzureiben.
Denn was die SPD fordert ist schlicht daselbe wie die CDU - die GRÜNE sollen sich in einer aussichtslosen Wahl (Volksentscheid) totlaufen.
Dabei weiß die SPD und die CDU ganhz genau, daß man erstmal die bad.-württ. Verfassung auf aktuellen demokratischen Stand bringen müßte, bevor man diese Paragrafen zum Volksentscheid praxistauglich anwenden kann.
Denn die bad.-württ. Verfassung hat seinerzeit einen fortschrittlichen Gedanken integriert, aber dann durch die CDU so gestalten lassen, daß der Paragraf nie einsatzfähig werden konnte. Eine Wahlbeteiligung, wie vom bad.-württ. Gesetz vorgeschrieben ist einfach eine Illussion. Ehrlicher wäre es gewesen, diesen Pseudo-Paragrafen gleich ganz rauszulassen.
Feige Südwest-CDU
Feige Südwest-SPD
Feige Verfassung!
Sozialdemokraten!
Aber Spaß beiseite - das Verhalten der SPD um Stuttgart 21 erstaunt mich immer wieder; schießt sie sich doch so bei ihrer eigenen Klientel immer mehr ins Abseits, wird sie doch so nur wieder mal als zweite CDU angesehen.
Klingt immer nach Interessenkonflikten, so etwas.
Wer gegen S21 ist und dem Thema ernsthafte Bedeutung beimisst, wird sowieso die Grünen gewählt haben. Bald wird die Bevölkerung an die Urne gerufen, und dann wird es wohl endgültig entschieden.
Wer gegen S21 ist und dem Thema ernsthafte Bedeutung beimisst, wird sowieso die Grünen gewählt haben. Bald wird die Bevölkerung an die Urne gerufen, und dann wird es wohl endgültig entschieden.
Was glaubt er wer er ist, dass er mal eben irgendeine andere Loesung vorschlaegt? Warum sollte es ueberhaupt irgendjemand interessieren, was er zu melden hat? Ist ja nicht so, dass er ansatzweise unparteiisch waere oder irgendwie besonders sachlich vorgehen wuerde.
Nichts als pseudo-demokratische hinhalte-Taktik. Irgendwann geht den Stuttgartern schon die Puste aus, irgendwann will keiner mehr was von dem Thema hoeren. Dann schlaegt die Stunde der Politiker und Manager, dann koennen ohne viel Aufsehen die Bagger ranfahren und Tatsachen schaffen.
Wenn der Herr Geißler ueberhaupt zu was gute ist, dann dazu, die Widersacher von den eigentlichen Entscheidungstraegern fernzuhalten.
Geißler hatte im Schlichterspruch einen Kompromiss zwischen Tief- und Kopfbahnhof ausgeschlossen. Sein jetziger Vorschlag kann daher kaum ernst gemeint sein. Seltsam, dass sich die GRÜNEN sich sofort auf diesen "Kompromiss" stürzen, obgleich sonst offenbar niemand diesem Vorschlag etwas abgewinnen kann. Die Ablehnung ist mindestens so groß wie bei K21, der vermeintlich besseren Alternative. Aber die haben die GRÜNEN scheinbar zu Gunsten von Geißlers Kombi aufgegeben. Tatsache ist die GRÜNEN haben überhaupt keine Idee wie es weitergehen sollte, wenn Stuttgart 21 tatsächlich nicht gebaut würde.
Geißler hatte im Schlichterspruch einen Kompromiss zwischen Tief- und Kopfbahnhof ausgeschlossen. Sein jetziger Vorschlag kann daher kaum ernst gemeint sein. Seltsam, dass sich die GRÜNEN sich sofort auf diesen "Kompromiss" stürzen, obgleich sonst offenbar niemand diesem Vorschlag etwas abgewinnen kann. Die Ablehnung ist mindestens so groß wie bei K21, der vermeintlich besseren Alternative. Aber die haben die GRÜNEN scheinbar zu Gunsten von Geißlers Kombi aufgegeben. Tatsache ist die GRÜNEN haben überhaupt keine Idee wie es weitergehen sollte, wenn Stuttgart 21 tatsächlich nicht gebaut würde.
Nun kommen Experten aus der Deckung und begrüßen den Kompromiss-Vorschlag als vernüftige ökonomische wie auch ingeneurtechnische Lösung. Als die beste aus drei Alternativen, da legt sich die SPD in Stuttgart quer. Wer lässt sich denn da von Immobilienspekulanten mit Spenden locken? Oder verkennt die verkehrspolitische Chance für Land und Bund beim vernünftigen und überfälligen Stopp für ein Großprojekt, dass (a) zum finanziellen Fiasko und (b) zur verkehrs- und städtebaupolitischen Katastrophe zu werden droht.
Ich verstehe Ihre Argumentation nicht: die SPD hat VOR der Wahl FÜR Stuttgart 21 geworben und macht es NACH der Wahl auch.
Welche Chance verpasst die SPD?
Ich verstehe Ihre Argumentation nicht: die SPD hat VOR der Wahl FÜR Stuttgart 21 geworben und macht es NACH der Wahl auch.
Welche Chance verpasst die SPD?
Ich verstehe Ihre Argumentation nicht: die SPD hat VOR der Wahl FÜR Stuttgart 21 geworben und macht es NACH der Wahl auch.
Welche Chance verpasst die SPD?
zu ihrer Wahlaussage. Und Welche Chance verpasst die SPD, wie Sie fragen? Nun: Sie hat schon verpasst.
Ich bekenne mich jetzt mal als SPD-Stammwähler über viereinhalb Jahrzehnte hinweg, seit März allerdings "ehemalig". Bis zur Schlichtung im vergangenen Herbst habe ich der Landes-SPD noch zugestanden, in der S21-Frage eine politisch und sachlich auch vertretbare Position zu verfolgen. Nach der Schlichtung, für deren detaillierte Verfolgung ich mir sehr viel Zeit nehmen konnte, hätte die SPD allerdings die Chance gehabt zu erkennen, dass das Großprojekt - wie so oft - ein typisch wichtigtuerisches Politgranden-Hirngespinst ist, zu dessen Rechtfertigung über viele Jahre hinweg Fakten und Kosten zurechtgebogen und -gelogen worden sind. Die SPD hätte hier, spätestens aber nach der üblen Trickserei im Zusammenhang mit den "Stresstest", freimütig und wahrhaftig er- und bekennen können, dass sie getäuscht und belogen worden ist. Statt dessen glaubt sie, einen von kompetenter Seite (SMA) gestützten Kompromissvorschlag nach angeblich "gründlicher Prüfung" (durch die Bahn AG vermutlich) einfach so in die Tonne treten zu dürfen. Der Nasenring besteht offenbar aus purem Gold.
Pfui Teufel. Die SPD-BaWü ist für mich und hoffentlich auch viele andere gestorben. (Dass Schwarz und/oder gar Gelb davon nicht profitieren werden, versteht sich von selbst.)
dass heißt, dass eher das gemacht wird, was nach der Wahl am bequemsten und am wenigsten kontrovers ist.
zu ihrer Wahlaussage. Und Welche Chance verpasst die SPD, wie Sie fragen? Nun: Sie hat schon verpasst.
Ich bekenne mich jetzt mal als SPD-Stammwähler über viereinhalb Jahrzehnte hinweg, seit März allerdings "ehemalig". Bis zur Schlichtung im vergangenen Herbst habe ich der Landes-SPD noch zugestanden, in der S21-Frage eine politisch und sachlich auch vertretbare Position zu verfolgen. Nach der Schlichtung, für deren detaillierte Verfolgung ich mir sehr viel Zeit nehmen konnte, hätte die SPD allerdings die Chance gehabt zu erkennen, dass das Großprojekt - wie so oft - ein typisch wichtigtuerisches Politgranden-Hirngespinst ist, zu dessen Rechtfertigung über viele Jahre hinweg Fakten und Kosten zurechtgebogen und -gelogen worden sind. Die SPD hätte hier, spätestens aber nach der üblen Trickserei im Zusammenhang mit den "Stresstest", freimütig und wahrhaftig er- und bekennen können, dass sie getäuscht und belogen worden ist. Statt dessen glaubt sie, einen von kompetenter Seite (SMA) gestützten Kompromissvorschlag nach angeblich "gründlicher Prüfung" (durch die Bahn AG vermutlich) einfach so in die Tonne treten zu dürfen. Der Nasenring besteht offenbar aus purem Gold.
Pfui Teufel. Die SPD-BaWü ist für mich und hoffentlich auch viele andere gestorben. (Dass Schwarz und/oder gar Gelb davon nicht profitieren werden, versteht sich von selbst.)
dass heißt, dass eher das gemacht wird, was nach der Wahl am bequemsten und am wenigsten kontrovers ist.
Diese Idee wurde schon vor Jahren verworfen, denn sie ist viel teurer. Wenn man nicht durchs Gebirge geht, kommt man nicht umhin, die Erde zu öffnen. Allein schon, um auch in die Züge einsteigen zu können. Die Alternative wäre dann ein Tiefbahnhof in der Umgebung von Suttgart. Es darf allerdings keine Bebauung da sein. Und vermutlich keine Bäume, keine Tiere und keine Menschen in der Nähe.
Geißler hatte im Schlichterspruch einen Kompromiss zwischen Tief- und Kopfbahnhof ausgeschlossen. Sein jetziger Vorschlag kann daher kaum ernst gemeint sein. Seltsam, dass sich die GRÜNEN sich sofort auf diesen "Kompromiss" stürzen, obgleich sonst offenbar niemand diesem Vorschlag etwas abgewinnen kann. Die Ablehnung ist mindestens so groß wie bei K21, der vermeintlich besseren Alternative. Aber die haben die GRÜNEN scheinbar zu Gunsten von Geißlers Kombi aufgegeben. Tatsache ist die GRÜNEN haben überhaupt keine Idee wie es weitergehen sollte, wenn Stuttgart 21 tatsächlich nicht gebaut würde.
Sie setzen auch unter jeden Artikel den praktisch gleichen Text oder?
Die Grünen wollen eine Lösung, die wenigstens funktioniert.
SMA hat attestiert, dass der Bahnhof verspätungen leicht aufbauen wird und Probleme mit der S-Bahn schafft, wenn man alle Fehler in der Simulation im Wesentlichen so hinnimmt.
Um ihren Ruf zu retten, haben sie diese Alternative vorgeschlagen und als erheblich besser dargestellt.
Es ist also so: Allen außer den Grünen ist im Prinzip egal, wie gut der Bahnverkehr in Zukunft funktioniert. Daher setzen sie sich für alles ein, was irgendwie einen sinnvollen Betrieb ermöglicht und Optionen für die Zukunft nicht langfristig verbaut.
S21 zu erweitern, wenn es sich als notwendig herausstellt, wird enorm teuer werden.
Den Kopfbahnhof zu erweitern, wird immer eine Option bleiben, so lange es ihn noch gibt.
Sie setzen auch unter jeden Artikel den praktisch gleichen Text oder?
Die Grünen wollen eine Lösung, die wenigstens funktioniert.
SMA hat attestiert, dass der Bahnhof verspätungen leicht aufbauen wird und Probleme mit der S-Bahn schafft, wenn man alle Fehler in der Simulation im Wesentlichen so hinnimmt.
Um ihren Ruf zu retten, haben sie diese Alternative vorgeschlagen und als erheblich besser dargestellt.
Es ist also so: Allen außer den Grünen ist im Prinzip egal, wie gut der Bahnverkehr in Zukunft funktioniert. Daher setzen sie sich für alles ein, was irgendwie einen sinnvollen Betrieb ermöglicht und Optionen für die Zukunft nicht langfristig verbaut.
S21 zu erweitern, wenn es sich als notwendig herausstellt, wird enorm teuer werden.
Den Kopfbahnhof zu erweitern, wird immer eine Option bleiben, so lange es ihn noch gibt.
Im Prinzip war das doch die allererste Idee überhaupt (Heimerl-Plan). Sie ist nur deswegen ins Abseits geraten, weil Immobilienspekulanten es eine Super-Idee fanden, den ganzen Bahnhof tiefer zu legen. Dabei scheint die Idee des Kombi-Bahnhofs nicht so schlecht zu sein.
Ein reiner Durchgangsbahnhof mit einer viel zu knappen Gleiszahl und idiotisch kurzen Umsteigezeiten wird für die Masse der Bahnkunden niemals attraktiv sein. Ich komme gerade aus einem Fahrrad-Urlaub in Belgien/Holland. Zurück sind wir von Rotterdam nach Antwerpen mit der Bahn gefahren. Der Zug war proppenvoll (Samstag vormittag). Da hat das Aussteigen viel länger gedauert als 2 Minuten. Fahrräder mussten umrangiert werden, hinter uns viele Leute und einsteigen wollten auch sehr viele. Die, die denken in Stuttgart könnte ein Zug 2 Minuten halten, sind noch nie Bahn gefahren.
Richtig, ganz neu ist die Idee nicht. Aber bisher haben die GRÜNEN immer nur von der besseren Alternative K21 geredet. Jetzt plötzlich wollen sie die Kombi. Tatsächlich ist es für beides längst zu spät und die GRÜNEN haben gar keinen Plan wie es weiter gehen sollte, wenn Stuttgart 21 wirklich nicht gebaut würde.
Richtig, ganz neu ist die Idee nicht. Aber bisher haben die GRÜNEN immer nur von der besseren Alternative K21 geredet. Jetzt plötzlich wollen sie die Kombi. Tatsächlich ist es für beides längst zu spät und die GRÜNEN haben gar keinen Plan wie es weiter gehen sollte, wenn Stuttgart 21 wirklich nicht gebaut würde.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren