SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hält den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit im Fall eines Wahlsieges in Berlin für einen möglichen Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten. Wenn Wowereit am 18. September gewinne, wäre das sein dritter Sieg in Folge, sagte Nahles der Berliner Morgenpost. Parteichef "Sigmar Gabriel hat bereits gesagt, dass jeder Ministerpräsident in der SPD geeignet ist für Höheres. Dem stimme ich zu".

Wowereit hatte am Dienstagabend im RBB erneut zurückgewiesen, dass er bei der Bundestagswahl 2013 Ambitionen auf die SPD-Kanzlerkandidatur habe. Der Zeitschrift Bunte sagte der 57-Jährige: "Ich will Berlin weiter voranbringen und trete für die nächste Amtszeit an, die fünf Jahre dauert."

Gabriel warnt vor Diskussion über Kanzlerkandidaten

SPD-Chef Gabriel warnte indes vor einer Kandidatendiskussion zum jetzigen Zeitpunkt. "Die Menschen wollen Antworten haben auf die Euro-Krise", sagte er der Oldenburger Nordwest-Zeitung. "Deshalb ist es klug, dass sich die SPD gegenwärtig nicht mit Personalfragen beschäftigt, die erst in zwei Jahren anstehen."

Gabriel wies erneut darauf hin, dass er als SPD-Chef das Vorschlagsrecht für die SPD-Kanzlerkandidatur 2013 habe. Er werde dieses Recht auch wahrnehmen. Eine Entscheidung werde wahrscheinlich im Frühjahr 2013 fallen.

Wowereit spielte bei der Diskussion über einen SPD-Kanzlerkandidaten bisher keine große Rolle. Drei Namen werden als besonders aussichtsreich gehandelt: Neben Parteichef Gabriel sind das der Ex-Finanzminister Peer Steinbrück und der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier.

Vor allem Steinbrück ist einer aktuellen Umfrage zufolge so beliebt wie nie. Nach einem am Mittwoch veröffentlichten Ranking des Magazins Stern ist der frühere Bundesfinanzminister der Politiker, dem die Bürger zurzeit am meisten vertrauen. Gabriel rangiert deutlich hinter Steinbrück und auch hinter Steinmeier.