EnergiewendeWulff unterzeichnet Atom-Ausstiegsgesetz

Erst kritisierte der Bundespräsident die Regierung wegen ihres eiligen Atomausstiegs. Er wollte sich Zeit bei der Prüfung nehmen. Nun hat er das Gesetz unterzeichnet.

Bundespräsident Christian Wulff

Bundespräsident Christian Wulff

Der Ausstieg aus der Atomkraft in Deutschland ist offiziell. Bundespräsident Christian Wulff setzte die bereits von Bundestag und Bundesrat beschlossene Änderung des Atomgesetzes durch seine Unterschrift in Kraft, teilte sein Büro mit. Die Ausfertigung sei "nach sorgfältiger Prüfung" erfolgt. Der Bundestag hatte am 30. Juni mit großer Mehrheit beschlossen, die letzten Atomkraftwerke in Deutschland bis 2022 stillzulegen. Der Bundesrat hatte die Vorlage am 8. Juli gebilligt.

Wulff hatte zuletzt die unzureichende Einbindung des Parlaments bei der Energiewende kritisiert. Man dürfe solche Entscheidungen nicht in "Koalitionsausschüsse oder bestimmte Sonderkommissionen verlagern", hatte das Staatsoberhaupt gesagt. Es müssten zudem auch eigentumsrechtliche Fragen geprüft werden. Das Ganze sei sehr komplex und brauche Zeit. "Die werde ich mir auch nehmen", ließ Wulff sich Mitte Juli zitieren.

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Das Gesetz sieht vor, dass die nach dem Atomunglück von Fukushima abgeschalteten acht Atomkraftwerke nicht wieder ans Netz gehen. Von den verbleibenden neun Kraftwerken soll 2015, 2017 und 2019 je eines abgeschaltet werden. Je drei weitere gehen 2021 und 2022 vom Netz. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung soll bis 2020 auf mindestens 35 Prozent steigen, bis 2030 dann auf 50 Prozent.

Mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt kann das Gesetz in den nächsten Tagen in Kraft treten. Bis September soll die Bundesnetzagentur entscheiden, ob eines der acht stillgelegten Atomkraftwerke für den Fall von Stromengpässen bis 2013 in Bereitschaft bleibt. Die stillgelegten Meiler sollen nach einer mehrjährigen Nachbetriebsphase, in der die Brennelemente abkühlen müssen, abgebaut werden. Das kostet mindestens 500 Millionen Euro pro Atomkraftwerk, die Konzerne haben dafür Milliarden-Summen zurückgestellt.

Die Atomkonzerne erwägen Milliarden-Schadenersatzforderungen gegen die Bundesregierung, weil ihnen einst zugesicherte Reststrommengen mit dem Ausstieg teilweise verfallen. Auch klagen RWE und E.on gegen die Atomsteuer, die dem Staat jährlich 1,3 Milliarden Euro einbringen soll.

Unterdessen ging das Atomkraftwerk Isar II in Bayern nach der jährlichen Wartung wieder ans Stromnetz, wie der E.on-Konzern am Montag in Hannover mitteilte. Beim Runterfahren vor zwei Wochen war eine Kühlpumpe ausgefallen. Nach Angaben von E.on soll dies aber keine Auswirkung auf die Sicherheit des Atommeilers gehabt haben.

 
Leserkommentare
  1. Phrasen von höchster Stelle ...

    4 Leserempfehlungen
  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Beiträge. Danke, die Redaktion/jz

  3. Nachdem der Bundespräsident seinen letzten Urlaub in einer Maschmeyer-Villa auf Mallorca verbracht hat, wäre es interessant zu erfahren, ob er auch an der Nordsee in einem Domizil seines Freundes Maschmeyer logieren wird.

    Bitte diskutieren Sie zum Thema. Danke. Die Redaktion/er

    2 Leserempfehlungen
  4. Wenn er so an der Atomtechnik hängt hätte er sich doch als Präsident von Frankreich bewerben können.

    Ich bin der Meinung wir brauchen diese überflüssige Stelle nicht. Gutbezahlte und nichtsleistende Grüßauguste gabs auch schon im Kaiserreich, in einer Demokratie völlig unnötig.

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    @achimvr

    Es wäre etwas anderes, wenn das Volk den Bundespräsidenten wählen könnte. Für mich persönlich in jedem Fall wünschenswert.

    @achimvr

    Es wäre etwas anderes, wenn das Volk den Bundespräsidenten wählen könnte. Für mich persönlich in jedem Fall wünschenswert.

  5. @achimvr

    Es wäre etwas anderes, wenn das Volk den Bundespräsidenten wählen könnte. Für mich persönlich in jedem Fall wünschenswert.

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  6. und nein, das volk darf ihn nicht wählen, und das ist gut so! das amt bekäme eine macht die ihm nicht zusteht, und unserer demokratie schaden würde.

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    Richtig, man muss die Deutschen vor der Demokratie schützen. Sonst fangen die noch zu glauben an, Demokratie wäre für alle. Die Wahl des Bundespräsidenten überläßt man besser Fussballern, Schifahrern und Schauspielern.

    Richtig, man muss die Deutschen vor der Demokratie schützen. Sonst fangen die noch zu glauben an, Demokratie wäre für alle. Die Wahl des Bundespräsidenten überläßt man besser Fussballern, Schifahrern und Schauspielern.

  7. Warum sollte dieser Bundespräsident sich von anderen Politikern unterscheiden? Er ist im politischen "was kümmert mich mein Geschwätz von Gestern" groß geworden. Die politische Klasse hat eben gelernt, dass der deutsche Michel zu träge ist um bei wichtigen Dingen aufzubegehren.

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  8. Richtig, man muss die Deutschen vor der Demokratie schützen. Sonst fangen die noch zu glauben an, Demokratie wäre für alle. Die Wahl des Bundespräsidenten überläßt man besser Fussballern, Schifahrern und Schauspielern.

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