Schuldenkrise Bundesländer wollen bei Euro-Rettung mitreden
Die Mehrheit des Bundesrats fordert offenbar ein Mitspracherecht der Länderkammer bei der Euro-Rettung. Damit droht der Bundesregierung ein weiterer Streit.
Nach dem Bundestag wird auch der Bundesrat mehr Mitsprache bei den Hilfen für Euro-Länder fordern. Das geht aus einem Antrag mehrerer Länder für die Bundesratssitzung am Freitag hervor. Das Papier wird nach Angaben aus Länderkreisen mit einer großen Mehrheit verabschiedet werden.
Die Initiative für den EFSF-Entschließungsantrag geht von den Ländern Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und dem Saarland aus. Über den genauen Wortlaut und die Unterstützung durch weitere Länder werde derzeit verhandelt, hieß es.
Zwar sind die Länder beim vorläufigen Euro-Rettungsfonds EFSF mit dem vom Bundestag vorgeschlagenen Informationsrecht einverstanden. Allerdings machen die Länder unmissverständlich klar, dass sie bei dem ab 2013 tätigen dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM an grundlegenden Entscheidungen über milliardenschwere Kreditübernahmen beteiligt werden wollen.
Bei dem für Januar geplanten Zustimmungsgesetz für den ESM haben sie dazu auch Druckmittel, weil die Zustimmung der Länderkammer für die damit verbundene Änderung des EU-Vertrages unbedingt erforderlich ist.
In dem Entwurf räumen die Länder ein, dass sie nicht so weitgehende Mitwirkung wie der Bundestag beanspruchen. Die Mitwirkungsrechte des Parlaments müssten vor dem Hintergrund des Budgetrechts weitreichender sein. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat sich bereits auf ein neues Verfahren zur Parlamentsbeteiligung an künftigen Beschlüssen des Euro-Rettungsschirms EFSF geeinigt. In besonders sensiblen Fällen wie beim Kauf von Staatsanleihen von überschuldeten Euro-Ländern an den Börsen soll ein geheim tagendes Sondergremium über die deutsche Beteiligung an den Nothilfen entscheiden.
Die Bundesregierung solle nach dem Plan der Länder verpflichtet werden, den Bundesrat schriftlich über Entscheidungen zu informieren. Damit werde aber keine Möglichkeit eingeräumt, Entscheidungen über EFSF-Hilfen zu verzögern oder gar zu blockieren. Es bleibe dabei, dass das EFSF-Gesetz nicht auf die Zustimmung des Bundesrates angewiesen sei.
Die spätere Entscheidung über den dauerhaften Euro-Rettungsfonds ESM werde jedoch zustimmungspflichtig sein, betonten Vertreter mehrerer Länder. Damit ist klar, dass die Debatte über das ESM-Gesetz noch wesentlich schwieriger werden wird.
Denn bereits beim EFSF mahnt die Bundesregierung, dass möglicherweise notwendige Entscheidungen auf EU- oder Euro-Ebene nicht durch mangelnde Vertraulichkeit oder ein zu langsames Verfahren gefährdet werden dürften. Wenn nun auch der Bundesrat verbindlich eingebunden werden soll, dürfte diese Debatte eskalieren.
- Datum 22.09.2011 - 15:07 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
- Kommentare 23
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Als ob die Kakophonie nicht längst groß genug wäre, wenn Parteien, Verbände, Thinktanks, Regierung, EU-Regierung, IWF, Ratingagenturen ihre Meinungen zu Europa kundtun. Müssen sich die 16 Regierungen der Bundesländer tatsächlich aufbürden, die EU-Verträge durchdringen und gestalten zu wollen?
Ich sehe hier ein weiteres SPD-Kalkül die Regierung über den Bundesrat zu Fall zu bringen. Ebenso wie dieses Gerangel gestern wieder um das Besteuerungsabkommen mit der Schweiz - da war an Stelle sachlicher Kritik an den Instrumentarien des Abkommens sofort wieder von "Blockade im Bundesrat" die Rede.
Man trägt bei diesen wichtigen Entscheidungen Parteigezänk auf dem Rücken von Millionen deutschen und europäischen Bürgern aus. Dafür sollte die SPD nicht honoriert werden, aber Frau Merkel sollte endlich einsehen, dass sie momentan nur verantwortungsvolle Politik machen kann, wenn sie mit der SPD eine Koalition bildet.
Daher mein Appell als besorgter Bürger an SPD und CDU: verzichten Sie auf Parteiengezänk, bilden Sie vorübergehend eine Große Koalition - zum Wohle der Kinder und zur Rettung Europas vor dem Kollaps! Es liegt in Ihrer Verantwortung der historischen Dimension gerecht zu werden! Eine weitere Dezentralisierung der Entscheidungen kann uns derzeit viel Geld und Jobs kosten!
"Die Initiative für den EFSF-Entschließungsantrag geht von den Ländern Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und dem Saarland aus."
In Berlin regiert die SPD noch mit der PdL, in Baden Württemberg regieren die Grünen mit der SPD, in Bayern regiert die CSU mit der FDP, und im Saarland regiert die CDU mit FDP und Grünen.
Wie kann man darin ein "SPD-Kalkül, die Regierung zu Fall zu bringen" erkennen? Das ist eine überparteiliche Initiative der Bundesländer, wie es sie übrigens ständig gibt, weil Länderinteressen an Kompetenzen zusammenschweißen.
Unabhängig davon, ob man die Initiative gutheißt.
@ahlibaba2: "Daher mein Appell als besorgter Bürger an SPD und CDU: verzichten Sie auf Parteiengezänk, bilden Sie vorübergehend eine Große Koalition - zum Wohle der Kinder und zur Rettung Europas vor dem Kollaps!"
Was sollte aber denn mit CDU+SPD großartig anders laufen als jetzt? Nichts, was man von der SPD hört, reicht doch an das eigentliche Nötige heran, als mir da einfiele:
- Banken und Spielbanken trennen
- Finanzkasino beschneiden
- Staatskredite direkt bei der EZB und nicht mehr am
privaten Finanzmark
- langfristig gleiche Wettbewerbsfähigkeiten der
€-Ländern herbeiführen durch Anpassung der
Lohnstückkosten an das Inflationsziel
- Abschöpfen der aus Luftbuchungen hervorgegangenn
Scheinvermögen der Großvermögenden, die im Zuge der
Bankenrettung in reale Werte überführt wurden und jetzt
den Großteil der Schulden der Staaten darstellen.
- ....
Wahrscheinlich ist die Schmerzschwelle noch nicht erreicht, wahrscheinlich muß Europa erst tatsächlich ein stückweit zerstört werden, ehe die Leute aus ihren ideologischen Verkrustungen herausfinden.
"Die Initiative für den EFSF-Entschließungsantrag geht von den Ländern Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und dem Saarland aus."
In Berlin regiert die SPD noch mit der PdL, in Baden Württemberg regieren die Grünen mit der SPD, in Bayern regiert die CSU mit der FDP, und im Saarland regiert die CDU mit FDP und Grünen.
Wie kann man darin ein "SPD-Kalkül, die Regierung zu Fall zu bringen" erkennen? Das ist eine überparteiliche Initiative der Bundesländer, wie es sie übrigens ständig gibt, weil Länderinteressen an Kompetenzen zusammenschweißen.
Unabhängig davon, ob man die Initiative gutheißt.
@ahlibaba2: "Daher mein Appell als besorgter Bürger an SPD und CDU: verzichten Sie auf Parteiengezänk, bilden Sie vorübergehend eine Große Koalition - zum Wohle der Kinder und zur Rettung Europas vor dem Kollaps!"
Was sollte aber denn mit CDU+SPD großartig anders laufen als jetzt? Nichts, was man von der SPD hört, reicht doch an das eigentliche Nötige heran, als mir da einfiele:
- Banken und Spielbanken trennen
- Finanzkasino beschneiden
- Staatskredite direkt bei der EZB und nicht mehr am
privaten Finanzmark
- langfristig gleiche Wettbewerbsfähigkeiten der
€-Ländern herbeiführen durch Anpassung der
Lohnstückkosten an das Inflationsziel
- Abschöpfen der aus Luftbuchungen hervorgegangenn
Scheinvermögen der Großvermögenden, die im Zuge der
Bankenrettung in reale Werte überführt wurden und jetzt
den Großteil der Schulden der Staaten darstellen.
- ....
Wahrscheinlich ist die Schmerzschwelle noch nicht erreicht, wahrscheinlich muß Europa erst tatsächlich ein stückweit zerstört werden, ehe die Leute aus ihren ideologischen Verkrustungen herausfinden.
Es wäre schön, wenn sich die Regierung mal bemühen würde und erkläre, warum der Fond in unbegrenzten Maße errichtet werden soll, von einer Instanz mit Immunität geleitet werden und Einblicke in die Vorgänge und Entscheidungswege unter Verschluss liegen sollen.
Mich hat der Fond wie er ist jedenfalls noch nicht überzeugt und diese Heimlichtuerei und Absicherung vor allem scheint mir eher ein Verzweiflungsakt denn einer sinnvollen Instanz für ein zukünftiges Europa. Ganz nach dem Motto mehr Energie in die Müllentsorgung stecken als in die Müllvermeidung.
Achso, und warum sollen sich kriselnde Staaten nur über diesen Fond günstig Geld leihen können, warum nicht direkt von der EZB und das generell und damit die unnötige? Zinswucht der Banken aus dem Weg gehen.
Stellen Sie sich einmal vor, Griechenland könnte sich zu 1% Zins Geld direkt bei der EZB leihen - es wäre heute doppelt so hoch verschuldet und der EURO ginge in die Knie, Stichwort Inflation.
Sie könnten es auch so ausdrücken: Wenn Griechenland so viele Schulden hat, warum druckt es dann nicht mehr Geld?
Die Eurobonds sollen ja genau die (privaten) Banken umgehen, aber leider nur, um den Banken ihre Investitionen zu sichern.
Stellen Sie sich einmal vor, Griechenland könnte sich zu 1% Zins Geld direkt bei der EZB leihen - es wäre heute doppelt so hoch verschuldet und der EURO ginge in die Knie, Stichwort Inflation.
Sie könnten es auch so ausdrücken: Wenn Griechenland so viele Schulden hat, warum druckt es dann nicht mehr Geld?
Die Eurobonds sollen ja genau die (privaten) Banken umgehen, aber leider nur, um den Banken ihre Investitionen zu sichern.
Ifo-Institut: Die Konkurswahrscheinlichkeit Deutschlands liegt schon bei zehn Prozent!
Es ist kaum zu glauben, wie die Bundesregierung ihre Bürger betrügt und belügt. Die Haftung der deutschen Steuerzahler für die Euro-Rettung ist eigentlich DOPPELT so hoch, wie offiziell angegeben und treibt unser Land immer mehr in Richtung Zahlungsunfähigkeit.
Ging man Anfang des Jahres noch von einer deutschen »Haftungssumme« von 211 Milliarden Euro aus (bei einem europäischen Gesamtrettungsschirm von 780 Milliarden Euro sowieso ein unverschämt hoher Anteil), rechnete man noch im April mit einem Volumen von »unter« 400 Milliarden Euro (also mal so kurz locker vom Hocker über die Verdopplung der Summe) für die Sie als Steuerzahler haften, kommt es jetzt offensichtlich noch schlimmer: Das Münchner ifo-Institut geht im Extremfall von einer Summe von 465 Milliarden Euro aus. Werner Sinn, der Leiter des Instituts erklärte auf tageschau.de: »Die Eurokrise wird für die deutschen Steuerzahler potenziell immer teurer« und begründete diese Betragssteigerung mit Zinszusagen, die der Hilfsfonds eingeht, wenn er sich refinanziert, und Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank. Sinn weiter: »Die Märkte beobachten die deutsche Beteiligung an den Rettungspaketen mit zunehmender Nervosität und verlangen immer höhere Versicherungsprämien für deutsche Staatspapiere«.
"Die Initiative für den EFSF-Entschließungsantrag geht von den Ländern Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und dem Saarland aus."
In Berlin regiert die SPD noch mit der PdL, in Baden Württemberg regieren die Grünen mit der SPD, in Bayern regiert die CSU mit der FDP, und im Saarland regiert die CDU mit FDP und Grünen.
Wie kann man darin ein "SPD-Kalkül, die Regierung zu Fall zu bringen" erkennen? Das ist eine überparteiliche Initiative der Bundesländer, wie es sie übrigens ständig gibt, weil Länderinteressen an Kompetenzen zusammenschweißen.
Unabhängig davon, ob man die Initiative gutheißt.
Die Wahrheit will keiner hören oder ?
Wer glaubt an so einen Mrd.Paket wird alles gut liegt falsch,es ist eine Zeitfrage bis das nächste Mrd.Paket gebraucht wird.
Die Preise werden weiter steigen nicht jedoch die Volkswirtschaft.
Der Euro kann nicht auf dauer nur finanziert werden,der sollte sich längst alleine Tragen.
Demnach wird das Gesamte Europäische Volk darunter,in sehr große Schwierigkeiten kommen,so wie es schon Millionen Familien abgegrenzt und ausgenommen sind.
Danach folgt die nächst höhre Stufe und es wird zu einen Massenaufstand kommen der den größten Schaden in der europäschen Neuzeit stattfinden wird,denn sind die Kassen erstmal leer und die Banken blank bricht Europa wie ein Kartenhaus zusammen,wer soll das alles noch bezahlen?
Die Wirtschaft in Europa bringt nicht einmal eindrittel als Überschuss ein um eine versuchte regulierung zu beantworten.
Ich geben diesen System keine Spielkarte mehr er hat alle verbraucht und kann sich keine mehr leisten,dann brechen in Europa die ganzen Märkte zusammen,den der Markt erwirtschaftete nicht einmal die Gesamtausgaben.
Laut ESM-Vertragsentwurf wird dem Fonds ein Grundkapital von 700 Mrd.€ bereitgestellt. Dieser Betrag kann aber nach Entscheidung des nicht-rechenschaftspflichtigen ESM-Gouverneursrates unbegrenzt und unwiderruflich ausgeweitet werden. Das allein ist schon ein starkes Stück und wenn der Begriff nicht so tabuisiert wäre, könnte man dieses Vertragswerk auch als ein neues "Ermächtigungsgesetz" bezeichnen.
Leider wird über die Inhalte dieses Vertrages in den "gängigen Medien" kaum aufgeklärt. Zumeist geht es nur um die Frage: Wird die Regierung eine Mehrheit zustande bringen, oder nicht?
Damit wird aber lediglich ein demokratisches Feigenblättchen thematisiert, aber nicht das darunter verborgene totalitäre Geschwür.
Was mich angesichts der Unbegrenztheit des Fonds auch ein wenig wundert, ist, wie die anstehenden Forderungen mit den so gepriesenen nationalen Schuldenbremsen vereinbar sind. Aber ich gehe davon aus, dass damit nur die Bürgen ausgebremst werden sollen.
Hier ein recht interessanter Vortrag über den ESM:
http://www.youtube.com/wa...
dem Rückbau des Sozialstaates.
"Was mich angesichts der Unbegrenztheit des Fonds auch ein wenig wundert, ist, wie die anstehenden Forderungen mit den so gepriesenen nationalen Schuldenbremsen vereinbar sind."
Gut, dass Sie das mal in einen Zusammenhang bringen. Die Medien werden solch einen Antagonismus, devot wie immer, nicht aufgreifen.
dem Rückbau des Sozialstaates.
"Was mich angesichts der Unbegrenztheit des Fonds auch ein wenig wundert, ist, wie die anstehenden Forderungen mit den so gepriesenen nationalen Schuldenbremsen vereinbar sind."
Gut, dass Sie das mal in einen Zusammenhang bringen. Die Medien werden solch einen Antagonismus, devot wie immer, nicht aufgreifen.
Wen vertreten unsere Volksvertreter eigentlich?
"Deutschland sollte nicht für griechische Schulden zahlen, im Notfall muss sich Griechenland eben vom Euro trennen, finden 78,85%"
http://www.ka-news.de/reg...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren