Papst in Berlin Benedikt XVI. warnt vor "Herrschaft der Vernunft"

Der Papst hat im Bundestag die Rückbesinnung auf christliche Werte gefordert. Themen wie den Missbrauchsskandal klammerte er in seiner Rede aus.

Papst Benedikt XVI im Deutschen Bundestag

Papst Benedikt XVI im Deutschen Bundestag

Papst Benedikt XVI. hat vor dem Deutschen Bundestag die Politik nachdrücklich gemahnt, sich ihrer christlichen Wurzeln zu besinnen. Es sei eine "dramatische Situation", dass im öffentlichen Bewusstsein weithin der aus der Wissenschaft stammende Vernunftgedanke herrsche. Durch dieses Denken würden die klassischen christlichen Erkenntnisquellen für Ethos und Recht außer Kraft gesetzt. Europa werde zudem durch ein solches Denken gegenüber den anderen Kulturen der Welt in den "Status der Kulturlosigkeit" gerückt, was zugleich extremistische und radikale Strömungen herausfordere.

Der Papst lehnte seine Rede an die alttestamentarische Geschichte des Königs Salomon an, der sich an Gott gewandt erbat, Gut und Böse unterscheiden zu können. "Die Bibel will uns mit dieser Erzählung sagen, worauf es für einen Politiker letztlich ankommen muss", sagte Benedikt. Der letzte Maßstab und der Grund für die Arbeit eines Politikers dürften nicht Erfolg und schon gar nicht materieller Gewinn sein. "Die Politik muss Mühen um Gerechtigkeit sein und so die Grundvoraussetzung für Frieden schaffen."

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Anders als von vielen Politikern und Opferverbänden erhofft äußerte sich der Papst in seiner Bundestagsrede nicht zu dem Skandal um zigfachen sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Priester, der im vergangenen Jahr bekannt geworden war.

Papst lobt Ökobewegung

Benedikt würdigte die politische Rolle der Umweltbewegung: "Ich würde sagen, dass das Auftreten der ökologischen Bewegung in der deutschen Politik seit den 70er Jahren zwar wohl nicht Fenster aufgerissen hat, aber ein Schrei nach frischer Luft gewesen ist und bleibt, den man nicht überhören darf." Sicherheitshalber fügte der Papst hinzu: "Es ist wohl klar, daß ich hier nicht Propaganda für eine bestimmte politische Partei mache - nichts liegt mir ferner als dies."

Der Papst ging nicht direkt auf die bioethischen Debatten über Stammzellforschung und Präimplantationsdiagnostik ein, betonte aber: "Der Mensch kann die Welt zerstören. Er kann sich selbst manipulieren. Er kann sozusagen Menschen machen und Menschen vom Menschsein ausschließen." Politiker und Wissenschaftler seien daher besonders gefordert, ihre Entscheidungen auch moralisch zu bedenken.

Papst Benedikt XVI. betonte in seiner Rede im Bundestag die Verantwortung eines jeden Politikers für Gerechtigkeit und Frieden. "Sein letzter Maßstab und der Grund für seine Arbeit als Politiker darf nicht der Erfolg und schon gar nicht materieller Gewinn sein", sagte der Papst vor den Abgeordneten im Reichstag. Die Politik müsse stets das "Mühen um Gerechtigkeit sein und so die Grundvoraussetzung für Friede schaffen". Der Erfolg sei dem Maßstab der Gerechtigkeit und dem Willen zum Recht untergeordnet.

Leere Reihen und Proteste

Der Auftritt des Papstes im Bundestag war umstritten. Dutzende Abgeordnete blieben der Rede fern. Nur 28 der 76 Plätze der Linksfraktion waren am Donnerstag besetzt. Damit boykottierten noch deutlich mehr Linke als erwartet die Sondersitzung. Die meisten anwesenden Abgeordneten der Linksfraktion trugen rote Aids-Schleifen.

Bei SPD und Grünen waren die Reihen dagegen relativ dicht besetzt. Der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele verließ nach den ersten Sätzen von Papst Benedikt XVI. den Plenarsaal. Von Union und FDP waren mit Ausnahme einzelner Fraktionsmitglieder, die entschuldigt fehlten, alle Abgeordneten anwesend.

Parallel zur Papst-Rede protestierten mehrere Tausend Menschen gegen die Politik der katholischen Kirche. Nach Polizeiangaben versammelten sich zwischen 6000 und 8000 Papst-Kritiker auf dem Potsdamer Platz im Zentrum der Hauptstadt.. Sie zogen in Richtung Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz, der Hauptkirche der Berliner Katholiken.

Zu dem Protest aufgerufen hat der Lesben- und Schwulenverband. Das Motto lautet: "Keine Macht den Dogmen". Auch Bundestagsabgeordnete wollten mitlaufen. Viele Teilnehmer kamen aus der linksalternativen oder homosexuellen Szene. Ein Mann trug ein lila Hemd und goldene Papstverkleidung. Ein Jackett trug den Schriftzug: "Gottlos glücklich". Auf Transparenten hieß es: "Weniger Religion = Mehr Menschenrechte" oder "Wir sind NICHT Papst". Frühere Heimkinder wiesen auf den Missbrauchsskandal hin.

 
Leser-Kommentare
  1. Ist das ein Staatsbesuch?
    Dürfen Religionsführer im Deutschen Bundestag sprechen?
    Herr Lammert sprach Benedikt XVI. immer mit "Heiliger Vater" an.
    Eine interessante Ansprache eines Staatsoberhauptes.

    12 Leser-Empfehlungen
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    • Nero11
    • 22.09.2011 um 17:27 Uhr

    dürfen im Deutschen Bundestag sprechen. Die Papstgegner sollten sich bewusst sein, dass sie in der Minderheit sind und die Meinung der Mehrheit akzptieren, dass der Papst dort sprechen darf. So funktioniert Demokraite. Jeder hat nur eine Stimme.

    • an-i
    • 22.09.2011 um 17:42 Uhr

    ...demokratie? hat uns jemand gefragt? und war das in irgendeinem programm zur abstimmung?

    ...passt schon. Schließlich redet man Lady Gaga auch nicht mit Frau Germanotta an.

    Davon ab möchte ich - als Agnostiker und Ex-Katholik von katholischer Grundschule und katholischem Gymnasium geprägt - mal darauf hinweisen, dass der Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche nach Bibelstandards ein Ketzer / Häretiker / Irrlehrer ist. Jesus Christus hätte nach der Bibel niemals jemanden weg geschickt oder verstoßen, sondern jeden in seine Arme geschlossen. Was macht die katholische Kirche? Der Umgang der Kirche mit anders denkenden (z.B. Küng), anders fühlenden (z.B. wieder verheiratete wie Wulff) oder "anders gepolten" (z.B. schwulen wie Wowereit) hat nicht viel mit christlichen Werten zu tun.

    "Dürfen Religionsführer im Deutschen Bundestag sprechen?"

    ------

    Warum denn nicht?
    Er hat ja nicht an einer parlamentarischen politischen Entscheidungs- Sitzung teilgenommen, hat nicht in eine Bundestagsdebatte eingegriffen.

    Die katholische Kirche vertrit lt. Wiki ca. 25 Mio. Menschen.
    2 wesentliche Parteien wie zB die CDU und die CSU sind vorwiegend christlich (C - DU, C - SU) orientiert und das vorwiegend katholisch.

    Es gibt kein richtiges Argument, weshalb diese nicht im Bundestag Ihre Auffassungen mitteilen sollten (also auch andere).
    Sie nehmen einen beträchtlichen Teil der Gesellschaft ein.

    Deshalb bleiben Staat und Kirche dennoch getrennt, das zeigt nicht an, dass Kirchen in den Bundestag integriert sind, sondern nur, dass sie dort ihre Standpunkte mitteilen - was auch für andere "Gruppen" gelten sollte.

    Warum sollte man eine so teure Einrichtung wie das Bundestagsgebäude nicht für weitere Begegnungen aus dem Volk öffnen?

    "Die Ethik" nimmt für einen großen Teil der Bevölkerung (wir haben ca. 57 Mio. Christen in Deutschland) einen erheblichen Raum ein. "Die Ethik" ist eine Art nicht geschriebener Gesetze.

    Dh also solche Gruppen beeinflussen das Leben einer hohen Zahl von Bürgern in erheblicher Weise.

    Um das alles festzustellen, braucht man noch nicht einmal Christ zu sein, das waren alles reine Zahlen und Fakten.

    Das ist doch nun genug durchgehechelt worden und die Begründung dürfte klar und verständlich sein.

    Man kann immer dagegen sein, dass er gesprochen hat, aber die Frage, ob er darf, ist erledigt.

    • jomo3
    • 22.09.2011 um 20:37 Uhr

    in Deutschland und dieser darf das.
    Die boykottierenden Mitglieder des BT sollten nicht zu früh frohlocken.
    Ehemalige Mitglieder der EvK D neigen dazu, in die Kirche wiedereinzutreten und zwar in die kath. Kirche.

    Allein die kath. Kirche geht mit der geplanten Islamisierung Europas nicht leichtfertig um und gibt den Eindruck, die Christen überhaupt noch ernst zu nehmen.

    Vertreter der EKD sind zu vergessen, da sie so flexibel und angepasst sein wollen wie der unsägliche BP .
    Schade um Joachim Gauck, das verzeihe ich Merkel nie.

    • Nero11
    • 22.09.2011 um 17:27 Uhr

    dürfen im Deutschen Bundestag sprechen. Die Papstgegner sollten sich bewusst sein, dass sie in der Minderheit sind und die Meinung der Mehrheit akzptieren, dass der Papst dort sprechen darf. So funktioniert Demokraite. Jeder hat nur eine Stimme.

    • an-i
    • 22.09.2011 um 17:42 Uhr

    ...demokratie? hat uns jemand gefragt? und war das in irgendeinem programm zur abstimmung?

    ...passt schon. Schließlich redet man Lady Gaga auch nicht mit Frau Germanotta an.

    Davon ab möchte ich - als Agnostiker und Ex-Katholik von katholischer Grundschule und katholischem Gymnasium geprägt - mal darauf hinweisen, dass der Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche nach Bibelstandards ein Ketzer / Häretiker / Irrlehrer ist. Jesus Christus hätte nach der Bibel niemals jemanden weg geschickt oder verstoßen, sondern jeden in seine Arme geschlossen. Was macht die katholische Kirche? Der Umgang der Kirche mit anders denkenden (z.B. Küng), anders fühlenden (z.B. wieder verheiratete wie Wulff) oder "anders gepolten" (z.B. schwulen wie Wowereit) hat nicht viel mit christlichen Werten zu tun.

    "Dürfen Religionsführer im Deutschen Bundestag sprechen?"

    ------

    Warum denn nicht?
    Er hat ja nicht an einer parlamentarischen politischen Entscheidungs- Sitzung teilgenommen, hat nicht in eine Bundestagsdebatte eingegriffen.

    Die katholische Kirche vertrit lt. Wiki ca. 25 Mio. Menschen.
    2 wesentliche Parteien wie zB die CDU und die CSU sind vorwiegend christlich (C - DU, C - SU) orientiert und das vorwiegend katholisch.

    Es gibt kein richtiges Argument, weshalb diese nicht im Bundestag Ihre Auffassungen mitteilen sollten (also auch andere).
    Sie nehmen einen beträchtlichen Teil der Gesellschaft ein.

    Deshalb bleiben Staat und Kirche dennoch getrennt, das zeigt nicht an, dass Kirchen in den Bundestag integriert sind, sondern nur, dass sie dort ihre Standpunkte mitteilen - was auch für andere "Gruppen" gelten sollte.

    Warum sollte man eine so teure Einrichtung wie das Bundestagsgebäude nicht für weitere Begegnungen aus dem Volk öffnen?

    "Die Ethik" nimmt für einen großen Teil der Bevölkerung (wir haben ca. 57 Mio. Christen in Deutschland) einen erheblichen Raum ein. "Die Ethik" ist eine Art nicht geschriebener Gesetze.

    Dh also solche Gruppen beeinflussen das Leben einer hohen Zahl von Bürgern in erheblicher Weise.

    Um das alles festzustellen, braucht man noch nicht einmal Christ zu sein, das waren alles reine Zahlen und Fakten.

    Das ist doch nun genug durchgehechelt worden und die Begründung dürfte klar und verständlich sein.

    Man kann immer dagegen sein, dass er gesprochen hat, aber die Frage, ob er darf, ist erledigt.

    • jomo3
    • 22.09.2011 um 20:37 Uhr

    in Deutschland und dieser darf das.
    Die boykottierenden Mitglieder des BT sollten nicht zu früh frohlocken.
    Ehemalige Mitglieder der EvK D neigen dazu, in die Kirche wiedereinzutreten und zwar in die kath. Kirche.

    Allein die kath. Kirche geht mit der geplanten Islamisierung Europas nicht leichtfertig um und gibt den Eindruck, die Christen überhaupt noch ernst zu nehmen.

    Vertreter der EKD sind zu vergessen, da sie so flexibel und angepasst sein wollen wie der unsägliche BP .
    Schade um Joachim Gauck, das verzeihe ich Merkel nie.

  2. Entfernt. Die Redaktion/sh

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    Ich denke der Umgang der Kirche mit Sexualstraftätern ist sicher ein Skandal.Aber "normale Sexualstraftäter"?
    Und "fast lebenslänglich"???

    Schön wär`s

    Ich denke der Umgang der Kirche mit Sexualstraftätern ist sicher ein Skandal.Aber "normale Sexualstraftäter"?
    Und "fast lebenslänglich"???

    Schön wär`s

    • rvn
    • 22.09.2011 um 17:12 Uhr

    sind die Politiker fast eingeschlafen, aber später gabs ja zum Glück noch Lacher ;)

  3. "schon gar nicht materieller Gewinn sein", dann dürfen wir uns doch sicherlich auf die endgültige Ablösung der positiven Staatsleistungen für die Kirchen freuen, die, über die Verträge der zwanziger und dreissiger Jahre (Reichskonkordat), bis auf den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zurückgehen?
    Immerhin ist auch in der Verfassung der BRD eine endgültige und abschließende Lösung vorgesehen, oder irre ich?

    15 Leser-Empfehlungen
  4. Wie gewöhnlich:

    Der Herr fühlt sich als Oberhirte und reiht eine Platitüde an die andere.

    Nichts Konstruktives! Nichts Aktuelles! Nichts Modernes!

    Es wird sich NIE etwas ändern innerhalb dieser Organisation, weil sie den Absolutsheitsanspruch mit jedem Wort, mit jedem Satz und mit jeder Geste zur Schau stellen.

    Ich fühle mich wie damals, als kleines Kind, das gelangweilt und genervt war, von dem 'Spektakel', das so ein älterer Mann da oben von der Kanzel veranstaltet halt...

    17 Leser-Empfehlungen
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    Der Herr fühlt sich als Oberhirte und reiht eine Platitüde an die andere.
    Nichts Konstruktives! Nichts Aktuelles! Nichts Modernes!
    .................................................
    Mit Verlaub, Sie scheinen den Inhalt der Rede nicht verstanden zu haben.
    Eine fundierte, philosophische Rede.

    Wenn er - der Papst - nichts gesagt hätte wäre der Kommentar wahrscheinlich ähnlich gewesen, oder?
    (Ähnlich, nicht gleich!!)

    • Cando
    • 22.09.2011 um 18:50 Uhr

    ... mehr Aktuelles, Konstruktives und Modernes als die aller meisten Reden von Mitgliedern des Bundestags vor diesem Hause. Und das noch dazu ohne sich auf bestimmte Themenkomplexe zu beschränken.

    Ratzinger sprach unseren Politikern, wenn nicht gar unserer Gesellschaft in's Gewissen.

    Die Überschrift der Zeit Ratzinger warne vor der "Herrschaft der Vernunft" ist nur zum Teil richtig. Er stellte nicht die Wissenschaft, den Fortschritt oder die Moderne in Frage. Er stellt in Frage, dass die von der Wissenschaft entwickelte Vernunftslehre alle anderen Weltanschauungen, insbesondere die religiösen zu einer Subkultur herabstuft und so sich als die einzig wahre Antwort, auf alle Fragen unserer Zeit positioniert.

    Doch in den finstersten Momenten der Menschheit kann die Vernunft allein uns nicht retten. Das zeigte er am Beispiel des Nationalsozialismus beeindruckend auf.

    Ich bin kein Katholik und ich betrachte Herrn Ratzinger nicht als Gottes Vertreter auf Erden, weshalb ich das Amt des Papstes und damit seinen kirchlichen Namen nicht anerkenne. Gleichwohl muss ich Herrn Ratzinger, als Mensch und als Bischof, aber zugestehen, dass er mich mit seiner Rede tief beeindruckt hat.

    Ich glaube sie haben die Rede des Papstes einfach nicht verstanden. Ich bin weder gläubig noch von der Kirche als Institution überzeugt, dennoch war diese Rede einfach unglaublich. Das hätte ich niemals erwartet.

    "Ich fühle mich wie damals, als kleines Kind, das gelangweilt und genervt war, von dem 'Spektakel', das so ein älterer Mann da oben von der Kanzel veranstaltet halt..."

    Da würde ich mich an Ihrer Stelle doch fragen, "Was habe ich falsch gemacht, dass ich so ein infantiler Tropf geblieben bin?"

    Der Herr fühlt sich als Oberhirte und reiht eine Platitüde an die andere.
    Nichts Konstruktives! Nichts Aktuelles! Nichts Modernes!
    .................................................
    Mit Verlaub, Sie scheinen den Inhalt der Rede nicht verstanden zu haben.
    Eine fundierte, philosophische Rede.

    Wenn er - der Papst - nichts gesagt hätte wäre der Kommentar wahrscheinlich ähnlich gewesen, oder?
    (Ähnlich, nicht gleich!!)

    • Cando
    • 22.09.2011 um 18:50 Uhr

    ... mehr Aktuelles, Konstruktives und Modernes als die aller meisten Reden von Mitgliedern des Bundestags vor diesem Hause. Und das noch dazu ohne sich auf bestimmte Themenkomplexe zu beschränken.

    Ratzinger sprach unseren Politikern, wenn nicht gar unserer Gesellschaft in's Gewissen.

    Die Überschrift der Zeit Ratzinger warne vor der "Herrschaft der Vernunft" ist nur zum Teil richtig. Er stellte nicht die Wissenschaft, den Fortschritt oder die Moderne in Frage. Er stellt in Frage, dass die von der Wissenschaft entwickelte Vernunftslehre alle anderen Weltanschauungen, insbesondere die religiösen zu einer Subkultur herabstuft und so sich als die einzig wahre Antwort, auf alle Fragen unserer Zeit positioniert.

    Doch in den finstersten Momenten der Menschheit kann die Vernunft allein uns nicht retten. Das zeigte er am Beispiel des Nationalsozialismus beeindruckend auf.

    Ich bin kein Katholik und ich betrachte Herrn Ratzinger nicht als Gottes Vertreter auf Erden, weshalb ich das Amt des Papstes und damit seinen kirchlichen Namen nicht anerkenne. Gleichwohl muss ich Herrn Ratzinger, als Mensch und als Bischof, aber zugestehen, dass er mich mit seiner Rede tief beeindruckt hat.

    Ich glaube sie haben die Rede des Papstes einfach nicht verstanden. Ich bin weder gläubig noch von der Kirche als Institution überzeugt, dennoch war diese Rede einfach unglaublich. Das hätte ich niemals erwartet.

    "Ich fühle mich wie damals, als kleines Kind, das gelangweilt und genervt war, von dem 'Spektakel', das so ein älterer Mann da oben von der Kanzel veranstaltet halt..."

    Da würde ich mich an Ihrer Stelle doch fragen, "Was habe ich falsch gemacht, dass ich so ein infantiler Tropf geblieben bin?"

    • MeÖz
    • 22.09.2011 um 17:20 Uhr

    Mir kommt die Rede vor die ein leeres BlaBlaBla. Lammert macht als 2. Mann im Staat einen Kotau vor dem Papst, 16.000 Polizisten, die woanders besser zu gebrauchen wären, schützen einen Mann.

    Jeder 2. Satz das Wort : Gott. Sämtliche Märchenbücher bieten keine Lösungen für die alltäglichen Probleme und erst Recht nicht für politische und wirtschaftliche Probleme. Bücher voller aberwitziger Märchen. Ich nenne alle Religionen Märchen : Egal ob Islam, Judentum oder Christentum. Ein Typ teilt ein Meer, ein anderer verwandelt Wasser in Wein, wiederrum ein anderer Fliegt von 'nem Felsen in den Himmel und ein anderer lebt mit Hilfe eines Reiskorns. Kein Mensch mit verstand, kann sowas ernsthaft glauben.

    Es regt mich auf das in der Zeit der Krise und der Missbrauchsfälle so eine unkritsche Veranstaltung veranstaltet wird. 70 000 Menschen kommen um im Olypiastadion eine Märchen zu lauschen.

    Egal welche Gesinnug, meiner Meinung nach, sollte man alle Theokratien, ganz gleich welcher Religion. Märchenbücher sollten niemals das Leben von Menschen unserer Zeit regeln.

    28 Leser-Empfehlungen
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    Eigentlich dachte ich, dass man sogar mit einem Hauptschulabschluss die Bedeutung der Wörter "Metapher" und "Symbol" kennen sollte ... Nun, dies scheint ja offensichtlich nicht der Fall zu sein.

    Man kann nur froh sein, dass Sie niemals Bücher von Goethe und Konsorten in die Hand nehmen werden. Sonst würden Sie nämlich feststellen, dass diese sogenannte Weltliteratur zum Großteil von Ereignissen handelt, die sich niemals zugetragen haben. Eine Unverschämtheit! Auch kommen dort märchenhafte und mythologische Wesen vor (unter anderem Gott und der Teufel), die es in der Realität gar nicht gibt! Und auf einmal können sogar Bäume reden oder haben Gefühle! Unglaublich, dass noch niemand gemerkt hat, das diese Bücher in Wirklichkeit großer Mist sind.

    > > Egal welche Gesinnug, meiner Meinung nach, sollte man alle Theokratien, ganz gleich welcher Religion. Märchenbücher sollten niemals das Leben von Menschen unserer Zeit regeln. > >

    Sie vergessen allerdings, dass ein großer Teil der laizistischen Staaten, ebenfalls sehr stark von Märchen geprägt sind.
    Die heutigen Theokratien und Demokratien mögen sich scheiden, indem die einen Märchen über übermenschliche Propheten erzählen und die anderen Märchen von der Effektivität gesellschaftlich entfesselter Kapitalmärkte.

    Gemeinsam ist ihnen, den Mächtigen als ideologisches Herrschaftsmittel zu dienen.

    Was regen Sie sich dann so künstlich auf. Hinter den 70.000 stehen noch eine ganz große weitere Menge
    und hinter Ihnen ein paar Versprengte, die sich aufplustern.

    Erzählen Sie Ihren Dampf doch bitte den 70000 - die zeigen Ihnen zwar nicht den nackten Hintern, aber so ähnlich werden sie wahrgenommen.

    Ich selber bin ohne Konfession - weshalb sollen aber andere nicht andere Wahrnehmungen haben als Sie, johanneslama oder ich.

    Und als Staatsoberhaupt des weltlichen Vatikan - er wird uns nicht annähernd so schaurige Märchen wie Herr Gül unserem Bundespräsidenten in den vorangegangenen Tagen - von daher ist sein Auftritt vor unserem weltlichen Parlament in Ordnung.

    Grüß Gott, Salam und Shalom in die Runde.
    Die Unaufgeregheit sei mit uns.

    Die Rede http://www.tagesspiegel.d... ist inhaltslos?

    Das ist die ganz dicke Keule in Richtung Politik und mehr als nur ein Wink mit dem Zaunpfahl sich auf die im Grundgesetz verankerten Werte zurück zu besinnen!

    Wußten Sie, daß das Grundgesetz auf christlichen Werten beruht, den Erfahrungen der Weimarer Republik und der dunklen NS-Zeit? Lesen Sie doch einmal die Materialien zum Grundgesetz (Quellen http://de.wikipedia.org/w... ).

    Und wenn ich an die 100 Abgeordneten denke die dieser Rede ferngeblieben sind, dann frage ich mich wie es mit ihren Kenntnissen zur Verfassungsgeschichte und damit zu den dort niedergelegten Ansätzen zur Auslegung des Grundgesetzes steht? Glauben diese Herren allen ernstes die Verfassung und seine Werte seien ein Spielball der Politik?. Wenn sie dieses meinen, und davor bewahre uns Gott, dann könnten wir sehr schnell wieder in eine Situation geraten wie zwischen 1933 und 1945.

    In einem hohlen Kopf verhallt auch ein kluges Wort.

    • Afa81
    • 23.09.2011 um 16:34 Uhr

    Niemand zwingt die Menschen dazu, diese Märchenbücher zu lesen und
    zu glauben, was da drinnen steht. Es gibt viele Bücher und Gruppen, die
    sich mit dem Thema "wie man ein gutes Leben lebt" befassen. Die Kirche
    tut das, der Kommunismus tut das, Weltverbesserer tun das, sogar Star Trek
    hat viele Menschen geprägt. Aber, die Zeiten der Inquisition, in der
    man gezwungen wird, nach diesem Buch zu leben, sind doch vorbei. Wer
    heute nach dem Buch lebt tut das, weil er es so will und dann ist das auch
    gut so. Mir ist das wurst, nach welchem Buch jemand lebt. Ich bin da digital.
    Das, was am Ende dabei raus kommt zählt, nicht der Vorwand.

    Ich denke nicht, dass der Papst die 16000 Polizisten angefordert hat.
    Und ich denke dass auch der Papst lieber in einer Welt leben würde, in der
    keine 16000 Polizisten nötig sind. Hier sollten Sie die Schuldfrage nochmal
    überdenken. Wer muss vor wem geschützt werden...

    Eigentlich dachte ich, dass man sogar mit einem Hauptschulabschluss die Bedeutung der Wörter "Metapher" und "Symbol" kennen sollte ... Nun, dies scheint ja offensichtlich nicht der Fall zu sein.

    Man kann nur froh sein, dass Sie niemals Bücher von Goethe und Konsorten in die Hand nehmen werden. Sonst würden Sie nämlich feststellen, dass diese sogenannte Weltliteratur zum Großteil von Ereignissen handelt, die sich niemals zugetragen haben. Eine Unverschämtheit! Auch kommen dort märchenhafte und mythologische Wesen vor (unter anderem Gott und der Teufel), die es in der Realität gar nicht gibt! Und auf einmal können sogar Bäume reden oder haben Gefühle! Unglaublich, dass noch niemand gemerkt hat, das diese Bücher in Wirklichkeit großer Mist sind.

    > > Egal welche Gesinnug, meiner Meinung nach, sollte man alle Theokratien, ganz gleich welcher Religion. Märchenbücher sollten niemals das Leben von Menschen unserer Zeit regeln. > >

    Sie vergessen allerdings, dass ein großer Teil der laizistischen Staaten, ebenfalls sehr stark von Märchen geprägt sind.
    Die heutigen Theokratien und Demokratien mögen sich scheiden, indem die einen Märchen über übermenschliche Propheten erzählen und die anderen Märchen von der Effektivität gesellschaftlich entfesselter Kapitalmärkte.

    Gemeinsam ist ihnen, den Mächtigen als ideologisches Herrschaftsmittel zu dienen.

    Was regen Sie sich dann so künstlich auf. Hinter den 70.000 stehen noch eine ganz große weitere Menge
    und hinter Ihnen ein paar Versprengte, die sich aufplustern.

    Erzählen Sie Ihren Dampf doch bitte den 70000 - die zeigen Ihnen zwar nicht den nackten Hintern, aber so ähnlich werden sie wahrgenommen.

    Ich selber bin ohne Konfession - weshalb sollen aber andere nicht andere Wahrnehmungen haben als Sie, johanneslama oder ich.

    Und als Staatsoberhaupt des weltlichen Vatikan - er wird uns nicht annähernd so schaurige Märchen wie Herr Gül unserem Bundespräsidenten in den vorangegangenen Tagen - von daher ist sein Auftritt vor unserem weltlichen Parlament in Ordnung.

    Grüß Gott, Salam und Shalom in die Runde.
    Die Unaufgeregheit sei mit uns.

    Die Rede http://www.tagesspiegel.d... ist inhaltslos?

    Das ist die ganz dicke Keule in Richtung Politik und mehr als nur ein Wink mit dem Zaunpfahl sich auf die im Grundgesetz verankerten Werte zurück zu besinnen!

    Wußten Sie, daß das Grundgesetz auf christlichen Werten beruht, den Erfahrungen der Weimarer Republik und der dunklen NS-Zeit? Lesen Sie doch einmal die Materialien zum Grundgesetz (Quellen http://de.wikipedia.org/w... ).

    Und wenn ich an die 100 Abgeordneten denke die dieser Rede ferngeblieben sind, dann frage ich mich wie es mit ihren Kenntnissen zur Verfassungsgeschichte und damit zu den dort niedergelegten Ansätzen zur Auslegung des Grundgesetzes steht? Glauben diese Herren allen ernstes die Verfassung und seine Werte seien ein Spielball der Politik?. Wenn sie dieses meinen, und davor bewahre uns Gott, dann könnten wir sehr schnell wieder in eine Situation geraten wie zwischen 1933 und 1945.

    In einem hohlen Kopf verhallt auch ein kluges Wort.

    • Afa81
    • 23.09.2011 um 16:34 Uhr

    Niemand zwingt die Menschen dazu, diese Märchenbücher zu lesen und
    zu glauben, was da drinnen steht. Es gibt viele Bücher und Gruppen, die
    sich mit dem Thema "wie man ein gutes Leben lebt" befassen. Die Kirche
    tut das, der Kommunismus tut das, Weltverbesserer tun das, sogar Star Trek
    hat viele Menschen geprägt. Aber, die Zeiten der Inquisition, in der
    man gezwungen wird, nach diesem Buch zu leben, sind doch vorbei. Wer
    heute nach dem Buch lebt tut das, weil er es so will und dann ist das auch
    gut so. Mir ist das wurst, nach welchem Buch jemand lebt. Ich bin da digital.
    Das, was am Ende dabei raus kommt zählt, nicht der Vorwand.

    Ich denke nicht, dass der Papst die 16000 Polizisten angefordert hat.
    Und ich denke dass auch der Papst lieber in einer Welt leben würde, in der
    keine 16000 Polizisten nötig sind. Hier sollten Sie die Schuldfrage nochmal
    überdenken. Wer muss vor wem geschützt werden...

  5. Der Herr fühlt sich als Oberhirte und reiht eine Platitüde an die andere.
    Nichts Konstruktives! Nichts Aktuelles! Nichts Modernes!
    .................................................
    Mit Verlaub, Sie scheinen den Inhalt der Rede nicht verstanden zu haben.
    Eine fundierte, philosophische Rede.

    27 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Ich bin fassungslos!"
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    • scg
    • 22.09.2011 um 17:38 Uhr

    Das war eine einfach nur großartige Rede. Es ist unglaublich, wie intelligent dieser Mann ist. Es ist großartig, wie er Theologie und Philosophie verbunden hat.

    So einige sind bei diesen Worten des Papstes an ihre persönlichen intellektuellen Grenzen gestoßen.

    Es waren gewählte Worte, die doch sehr zum Nachdenken anregen.
    Besonders galt die Rede auch unseren Politikern.

    • Buh
    • 22.09.2011 um 19:46 Uhr

    der Philosophie studiert hat, konnte ich nichts bis wenig philosophisches, dafür aber einen Angriff auf Philosophie als Wissenschaft erkennen.

    • Buh
    • 22.09.2011 um 19:49 Uhr

    sich natürlich nicht nehmen ließ Politiker zu kritisieren, selbst aber nicht einmal die Missbrauchsfälle ansprach, ist eine Provokation. So viele damals missbrauchte und vergewaltigte Menschen haben darauf gehofft, aber schonungslos aufgeklärt wird bis heute nicht. Nichteinmal die Praxis des Versetzens zu neuen Kindern von Pädophilen Geistlichen wurde erkennbar angesprochen und beseitigt. Es wird alles unter den Teppich gekehrt.

    Man hört ja stets was man hören will. Diese Rede ist blabla vom Feinsten, abgestandenes Gestammel ohne jeden Bezug zur Realität z.B. der inzwischen Hunderttausenden von bekannt gewordenen Missbrauchsfällen, die in Deutschland mit läppischen 5000 Flocken abgespeist werden nach umständlichen Anträgen, die nur nach Schwere der Missbräuche (welch ein Hohn) für Therapien bewilligt werden. Für Missbräuche, unter denen die Missbrauchten ihr Leben lang leiden, es ist nicht zu fassen, dass dieser Typ sich nicht scheut, zugleich ein Wahnsinnsgeld zu verbraten und ein irres Tamtam um sich zu machen ohne je die Verantwortung für diese Verbrechen zu tragen und dafür Strafe anzunehmen. Dieser Typ schützt Verbrecher und das Leiden von Hunderttausenden von Missbrauchten in seiner Kirche sind ihm scheißegal. Klar, was sonst?

    • scg
    • 22.09.2011 um 17:38 Uhr

    Das war eine einfach nur großartige Rede. Es ist unglaublich, wie intelligent dieser Mann ist. Es ist großartig, wie er Theologie und Philosophie verbunden hat.

    So einige sind bei diesen Worten des Papstes an ihre persönlichen intellektuellen Grenzen gestoßen.

    Es waren gewählte Worte, die doch sehr zum Nachdenken anregen.
    Besonders galt die Rede auch unseren Politikern.

    • Buh
    • 22.09.2011 um 19:46 Uhr

    der Philosophie studiert hat, konnte ich nichts bis wenig philosophisches, dafür aber einen Angriff auf Philosophie als Wissenschaft erkennen.

    • Buh
    • 22.09.2011 um 19:49 Uhr

    sich natürlich nicht nehmen ließ Politiker zu kritisieren, selbst aber nicht einmal die Missbrauchsfälle ansprach, ist eine Provokation. So viele damals missbrauchte und vergewaltigte Menschen haben darauf gehofft, aber schonungslos aufgeklärt wird bis heute nicht. Nichteinmal die Praxis des Versetzens zu neuen Kindern von Pädophilen Geistlichen wurde erkennbar angesprochen und beseitigt. Es wird alles unter den Teppich gekehrt.

    Man hört ja stets was man hören will. Diese Rede ist blabla vom Feinsten, abgestandenes Gestammel ohne jeden Bezug zur Realität z.B. der inzwischen Hunderttausenden von bekannt gewordenen Missbrauchsfällen, die in Deutschland mit läppischen 5000 Flocken abgespeist werden nach umständlichen Anträgen, die nur nach Schwere der Missbräuche (welch ein Hohn) für Therapien bewilligt werden. Für Missbräuche, unter denen die Missbrauchten ihr Leben lang leiden, es ist nicht zu fassen, dass dieser Typ sich nicht scheut, zugleich ein Wahnsinnsgeld zu verbraten und ein irres Tamtam um sich zu machen ohne je die Verantwortung für diese Verbrechen zu tragen und dafür Strafe anzunehmen. Dieser Typ schützt Verbrecher und das Leiden von Hunderttausenden von Missbrauchten in seiner Kirche sind ihm scheißegal. Klar, was sonst?

  6. Der Papst ist eine Stimme der Vernunft, in diesem Dunklen Zeitalter.

    Nur der Teufel sagt den Leuten das, was sie hören wollen

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    Meinen Sie damit Frau Merkel?

    Da haben Sie was nicht mitgekriegt.
    Der Papst sprach sich gegen die Vernunft und für christliches Ethos aus.
    Das scheint einander wohl auszuschliessen.

    Wenn sie sich für Dunkle Zeitalter interessieren sollten sie sich mal die Zeiträume unserer Geschichte anschauen in der die Kirche das Sagen hatte.

    Wollen Sie den Parlamentspräsidenten etwa als Anwalt des "Teufels" diffamieren?

    Professor Lammert hat nämlich in seiner grandiosen Begrüßungsrede, die mit starkem Zwischenapplaus honoriert wurde, dem Papst sehr konkrete Steilvorlagen angeboten, die eine große Erwartungshaltung bei den Zuhörern aufkommen ließen, was der "Heilige Vater" wohl darauf entgegnen könnte. Diese hat er sehr wohl, mimisch erkennbar, wohl vernommen.

    So intelligent ist Ratzinger jedenfalls auch wieder nicht, dass er in der Lage gewesen wäre, über sein akribisch ausgefeiltes Konzept hinaus, wenigstens mal mit einem Nebensatz oder Hinweis entgegenkommender Weise auf seinen Vorredner einzugehen. Er hat die rhetorische Einladung einfach brüsk ignoriert.

    Seine brilliante Rechtsphilosophische Vorlesung mag ein intellektueller Gaumenschmaus gewesen sein. Aber das "hörende Herz" des Salomo, das er von den Politikern für die Menschen abverlangt, hat er selbst in seine Rede an keiner Stelle geöffnet!

    Als Kommentar der für mich von daher enttäuschenden Gastrede fielen mir sogleich die kommentierenden Worte eines uralten Hymnus ein:

    "Wenn ich mit Menschen-oder Engelszungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle...(Das Hohelied der Liebe, überliefert von Paulus in 1.Korinther 1-13)

    Meinen Sie damit Frau Merkel?

    Da haben Sie was nicht mitgekriegt.
    Der Papst sprach sich gegen die Vernunft und für christliches Ethos aus.
    Das scheint einander wohl auszuschliessen.

    Wenn sie sich für Dunkle Zeitalter interessieren sollten sie sich mal die Zeiträume unserer Geschichte anschauen in der die Kirche das Sagen hatte.

    Wollen Sie den Parlamentspräsidenten etwa als Anwalt des "Teufels" diffamieren?

    Professor Lammert hat nämlich in seiner grandiosen Begrüßungsrede, die mit starkem Zwischenapplaus honoriert wurde, dem Papst sehr konkrete Steilvorlagen angeboten, die eine große Erwartungshaltung bei den Zuhörern aufkommen ließen, was der "Heilige Vater" wohl darauf entgegnen könnte. Diese hat er sehr wohl, mimisch erkennbar, wohl vernommen.

    So intelligent ist Ratzinger jedenfalls auch wieder nicht, dass er in der Lage gewesen wäre, über sein akribisch ausgefeiltes Konzept hinaus, wenigstens mal mit einem Nebensatz oder Hinweis entgegenkommender Weise auf seinen Vorredner einzugehen. Er hat die rhetorische Einladung einfach brüsk ignoriert.

    Seine brilliante Rechtsphilosophische Vorlesung mag ein intellektueller Gaumenschmaus gewesen sein. Aber das "hörende Herz" des Salomo, das er von den Politikern für die Menschen abverlangt, hat er selbst in seine Rede an keiner Stelle geöffnet!

    Als Kommentar der für mich von daher enttäuschenden Gastrede fielen mir sogleich die kommentierenden Worte eines uralten Hymnus ein:

    "Wenn ich mit Menschen-oder Engelszungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle...(Das Hohelied der Liebe, überliefert von Paulus in 1.Korinther 1-13)

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