Stuttgart 21 Grün oder Rot  – einer muss verlieren

Die S-21-Abstimmung wird zur Zerreißprobe für die Landesregierung. Eine Chance für die Gegner sind die vermutlich steigenden Kosten des Bahnhofs. Ein Gastbeitrag

Nun kommt es also doch zum Volksentscheid. Laut Ministerpräsident Kretschmann kann nur noch ein Wunder Stuttgart 21 verhindern. Hintergrund ist das hohe Quorum für den Volksentscheid, das die höchste Hürde für die Gegner des Bahnhofsprojekts sein dürfte. Mit Blick auf das Quorum geht selbst der Koalitionspartner SPD davon aus, dass der Volksentscheid gegen das Stuttgarter Bahnhofsprojekt im Flächenland Baden-Württemberg an der erforderlichen breiten Mobilisierung der Bürger scheitern wird. Um das Projekt zu stoppen, müssen immerhin mindestens ein Drittel der baden-württembergischen Stimmberechtigten, das sind zur Zeit etwa 2,5 Millionen Bürger, das Landtagsvotum gegen einen Ausstieg aus dem Stuttgarter Prestigeprojekt revidieren.

Der Ausgang des Volksentscheids dürfte nicht nur für das Bahnhofsprojekt, sondern auch für das Schicksal der neuen baden-württembergischen Landesregierung von Bedeutung sein. Aber wie kann es dem ersten grünen Ministerpräsidenten Kretschmann gelingen, die baden-württembergischen Bürger zu mobilisieren? Wie kann sich dieses "Wunder" realisieren, das immerhin verlangt, dass sich mehr Bürger gegen die Politik von CDU, SPD und FDP entscheiden, als die neuen Koalitionspartner SPD und Grüne zusammen bei der Landtagswahl an Stimmen bekommen haben? Bislang konnten die Gegner von Stuttgart 21 mit neuen Kommunikationsstrategien und -technologien den Protest vor Ort organisieren, aber reichen diese aus, um auch die erforderliche landesweite Mobilisierung zu erreichen?

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Prof. Thomas König

ist Politikwissenschaftler an der Universität Mannheim.

Um am Ende erfolgreich zu sein, müssen sehr viele Bürger in einem Land mobilisiert werden, das über Jahrzehnte hinweg als politisch konservativ-liberal galt und in dem bis März 2011 die Oppositionsparteien keine reellen Chancen für eine Regierungsbeteiligung hatten. Ein Kernpunkt für die Mobilisierung im konservativen Schwabenland dürfte sein, inwieweit der Bürger davon ausgeht, dass die vermutlich steigenden Kosten des Bahnhofsprojekts durch Sparmaßnahmen in den Bereichen Schule, Bildung, aber auch Renten und Pensionen aufgefangen werden müssen.

Diese Diskussion ist schon heute in vollem Gang und wird von den Gegnern auch über neue Medien und soziale Netze transportiert. Auch das Thema Schuldenkrise könnte den Gegnern in die Karten spielen, denn viele sind angesichts wachsender Staatsschulden zunehmend verunsichert. Allerdings müssen dann zahlreiche Bürger außerhalb des für seine Sparsamkeit bekannten Schwabenlandes mobilisiert werden, um das hohe Quorum des Volksentscheids zu überwinden. Das ist vielleicht nicht ganz ausgeschlossen, wie die Geschichte und die Struktur des Landes zeigen.

Die dezentrale Struktur des Landes hilft den Gegnern

Baden-Württemberg untergliedert sich in die vier Regierungsbezirke Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen, die aus den historisch gewachsenen Ländern (Nord-)Baden, Württemberg und Hohenzollern hervorgegangen sind und erst 1952 geeint wurden – und zwar durch einen Volksentscheid. In dezentralen Systemen mit mehreren starken Bezirken spielt immer die Frage der Gleichbehandlung eine große Rolle. Diese Frage kann den landesinternen Wettbewerb stimulieren, wie im Südwesten an der sehr erfolgreichen Hochschul- und Forschungslandschaft deutlich wird.

Gleichzeitig werden zentralisierende Infrastrukturmaßnahmen mit großem Argwohn bedacht. So könnte Stuttgart 21 dazu führen, dass der Rheintaltrasse die Finanzierung ausgeht oder ein Bypass um den Mannheimer Bahnhof herum gebaut wird, der die notwendige Fahrtzeitverkürzung zwischen Frankfurt und Stuttgart leisten soll. Dies würde das Projekt zu einem heißen Politikum auch außerhalb Stuttgarts machen, wie zudem für Tübingen und Tuttlingen nicht unerheblich ist, ob durch Stuttgart 21 an der Anbindung der Regionalstädte gespart wird.

Die dezentrale Struktur Baden-Württembergs birgt für die Befürworter von Stuttgart 21 schließlich die Gefahr, dass das prestigereiche Bahnhofsprojekt in die Sphären eines Stuttgarter Turmbaus zu Babel rückt und die befürchteten Umverteilungen eine landesweite Mobilisierung der Bürger nach sich ziehen könnte. Je höher die Kosten ausfallen und je mehr diese Investitionen nach Stuttgart fließen, desto größer dürfte die Ablehnung in den anderen Regierungsbezirken ausfallen. Diese Sichtweise zu vermitteln, dürfte die größte Herausforderung für die Gegner sein. Am Ende jedoch könnte sich das Wunder eines gewonnenen Volksentscheids für die Grünen als Pyrrhussieg herausstellen, wenn die SPD danach ihre Regierungsbeteiligung aufkündigen und die Hand zu einer Großen Koalition ausstrecken sollte.

 
Leser-Kommentare
    • TDU
    • 29.09.2011 um 18:22 Uhr

    Falls nicht differenziert wird zwischen steigenden Kosten und neuen Kosten wäre das ganze eine Trickserei. Es geht grundsätzlich gar nicht ohne Kostensteigerungen. Erstens ist die öffentliche Verwaltung gehalten das Billigste zu nehmen und zweitens sind Kostensteigerungen allein durch Zeitablauf mit Verteuerung wahrscheinlich. Mit dem pauschalen SArgument Kostensteigerung könnte man alle öffentlichen Projekte stoppen, die nicht von heute auf Morgen fertigzu stellen sind.

    Entscheidend für Zustimmung oder Ablehnung können also nur die Kosten sein, die auf Grund Planungsfehlern oder nicht berücksichtigten Gegebenheiten enstehen, also neue Kosten.

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    • damux
    • 02.10.2011 um 14:22 Uhr

    Stimmt schon, das Argument der Kostensteigerung allein würde wohl jedes öff. Bauprojekt scheitern lassen. Allerdings muss mMn auch hier unetrschieden werden. Wird ein Verwaltungsgebäude errichtet, bewegen sich die Unwägbarkeiten sicherlich in einem engeren Rahmen als bei der Untertunnelung einer Stadt.

    Es gibt bei S21 massive Zweifel daran, ob der finanzielle Aufwand im Verhältnis zum Nutzen steht. Bereits die Bekanntgabe, dass vermutlich doppelt soviel Grundwasser abgepumpt werden muss wie anfangs gedacht offenbart, dass sich die Kostensteigerungen in Höhen bewegen werden, die man seitens der Initiatoren vehement bestreitet.

    Der Gotthard in der Schweiz wird sich wohl mit ziemlicher Sicherheit auch nicht mehr im Ursprünglichen Kostenrahmen bewegen. Der maßgebliche Unterschied ist aber der Zweck. Der Gothard bedeutet eine epochale Verbesserung und Modernisierung der schweizer Schieneninfrastruktur. Die Vorteile von S21 sind dagegen gering, wenn man vom Zustand der Schiene 15 Jahre zuvor ausgeht sogar marginal.

    Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier v.A. Prestige und das Verschachern öff. Gelder, sowie die frei werdenden Gleisflächen die eigentliche Triebfeder sind.

    Das Argument Arbeitsplätze geht ebenso fehl. Mit der Intandsetzung bestehender Infrastruktur würde man auch Arbeitsplätze schaffen, es gäbe sogar mehr Profiteure, da nicht alles in einem Riesenprojekt konzentriert und gebunden ist.

    • damux
    • 02.10.2011 um 14:22 Uhr

    Stimmt schon, das Argument der Kostensteigerung allein würde wohl jedes öff. Bauprojekt scheitern lassen. Allerdings muss mMn auch hier unetrschieden werden. Wird ein Verwaltungsgebäude errichtet, bewegen sich die Unwägbarkeiten sicherlich in einem engeren Rahmen als bei der Untertunnelung einer Stadt.

    Es gibt bei S21 massive Zweifel daran, ob der finanzielle Aufwand im Verhältnis zum Nutzen steht. Bereits die Bekanntgabe, dass vermutlich doppelt soviel Grundwasser abgepumpt werden muss wie anfangs gedacht offenbart, dass sich die Kostensteigerungen in Höhen bewegen werden, die man seitens der Initiatoren vehement bestreitet.

    Der Gotthard in der Schweiz wird sich wohl mit ziemlicher Sicherheit auch nicht mehr im Ursprünglichen Kostenrahmen bewegen. Der maßgebliche Unterschied ist aber der Zweck. Der Gothard bedeutet eine epochale Verbesserung und Modernisierung der schweizer Schieneninfrastruktur. Die Vorteile von S21 sind dagegen gering, wenn man vom Zustand der Schiene 15 Jahre zuvor ausgeht sogar marginal.

    Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier v.A. Prestige und das Verschachern öff. Gelder, sowie die frei werdenden Gleisflächen die eigentliche Triebfeder sind.

    Das Argument Arbeitsplätze geht ebenso fehl. Mit der Intandsetzung bestehender Infrastruktur würde man auch Arbeitsplätze schaffen, es gäbe sogar mehr Profiteure, da nicht alles in einem Riesenprojekt konzentriert und gebunden ist.

  1. Die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern: das wird nichts mit Stuttgart 21. Ganz unabhängig vom Volksentscheid ist der versprochene Kostenrahmen von 4,526 Mrd. Euro schon vor dem eigentlichen Baubeginn gesprengt. Zumindest traut sich die Bahn nicht mehr, die aktuelle Kostenkalkulation offen zu legen. Auch das, was sie davon heraus lässt, ist bereits am Deckel angelangt.

    Um eventuellen Verhandlungen über eine Erweiterung gleich vorzubeugen, schlägt sich nun auch die Stadt Stuttgart auf die Seite der Gegner und lehnt weitere Kostenübernahmen vorsorglich ab.

    Quelle: http://t.co/PtqzzXZh

    Selbst wenn es dennoch zum Volksentscheid kommen sollte, die Gegner sind gut aufgestellt. Dem Bündnis Pro21 wurde gerade die Gemeinnützigkeit aberkannt, zur gleichen Zeit spiessen erste Webseiten zur Volksabstimmung aus dem Boden: http://www.s21-volksabsti... Herr Kretschmann ist also nicht allein.

  2. da hilft auch die
    demonstrative
    Lautstärke der Gegner nicht.

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    • Griga
    • 29.09.2011 um 23:02 Uhr

    Wie ein Mantra von Ihnen stetig wiederholt klingt es wie Pfeifen im Walde ;-)
    Überzeugen Sie mich und andere Gegner, warum wir nicht gegen das Projekt sein sollte, dann klappts auch mit der Mehrheit....

    • Griga
    • 29.09.2011 um 23:02 Uhr

    Wie ein Mantra von Ihnen stetig wiederholt klingt es wie Pfeifen im Walde ;-)
    Überzeugen Sie mich und andere Gegner, warum wir nicht gegen das Projekt sein sollte, dann klappts auch mit der Mehrheit....

  3. Heute wurden 400 Milliarden deutsches Vermögen zum Fenster hinausgeworfen.
    Und da macht sich jemand noch Sorgen um ein paar Millionen, die ein Bahnhof teuerer wird. Einfach absurd.
    Laßt uns bauen, was nur geht, alles auf Pump, Bahnhöfe, Opernhäuser und Strassen, die können nicht für Europa geplündert werden. Alles ist besser als das Geld dem Euro-Moloch in den Rachen zu werfen.

    • Griga
    • 29.09.2011 um 23:02 Uhr

    Wie ein Mantra von Ihnen stetig wiederholt klingt es wie Pfeifen im Walde ;-)
    Überzeugen Sie mich und andere Gegner, warum wir nicht gegen das Projekt sein sollte, dann klappts auch mit der Mehrheit....

    Eine Leser-Empfehlung
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    Auch wenn Sie wiederholt danach fragen, nein.
    Sie dürfen gern gegen S21 sein und entsprechend abstimmen.
    Wenn Sie und die übrigen S21 Gegner das Quorum (und dafür müssen Sie nichtmal eine Mehrheit sein) erfüllen, ist es ok.
    Wenn nicht, ist es auch ok, nur mit anderem Ergebnis.
    Das müssten Sie nun langsam verstehen, es geht nicht darum, dass alle einer Meinung sein sollen, es geht darum, dass solche Differenzen eben nicht durch Überzeugung des letzten Gegners, sondern durch eine entsprechende Abstimmung beendet werden können.

    Das mit der Mehrheit für S21 war/ist übrigens ein Umfragestand, den Sie z.B. auf
    http://www.zeit.de/gesell...
    nachlesen können.
    Natürlich akzeptiert ein S21-Gegener solche Angriffe auf sein Bild der Dinge etwas nur schwer, was auch zeigt, wie der Ruf "Überzeugen Sie mich" gewertet werden darf.

    - nur eine Mehrheit haben Sie für Ihre Position eben nicht.

    Das ist so ähnlich wie damals beim Münchener Großflughafen: Heute ist keiner mehr dagegen; er ist ein Jobmotor für die gesamte Region.
    Es wird immer Leute geben, die dagegen sind, aber sie müssen sich der demokratischen Mehrheit dann beugen. So wird es auch bei S21 sein.
    Es ist also gar nicht meine Aufgabe, Sie und andere eingefleischte Gegner überzeugen zu müssen oder zu wollen. Es ist Ihre Aufgabe, eine Mehrheit der Gegner zu sammeln. - Und das wird Ihnen nicht gelingen. Sie werden demokratisch und gerecht unterliegen - genau wie einst die Gegner des Münchner Großflughafens, die damals auch eine erhebliche Lautstärke entwickelten.
    So sieht es aus!
    ..

    Auch wenn Sie wiederholt danach fragen, nein.
    Sie dürfen gern gegen S21 sein und entsprechend abstimmen.
    Wenn Sie und die übrigen S21 Gegner das Quorum (und dafür müssen Sie nichtmal eine Mehrheit sein) erfüllen, ist es ok.
    Wenn nicht, ist es auch ok, nur mit anderem Ergebnis.
    Das müssten Sie nun langsam verstehen, es geht nicht darum, dass alle einer Meinung sein sollen, es geht darum, dass solche Differenzen eben nicht durch Überzeugung des letzten Gegners, sondern durch eine entsprechende Abstimmung beendet werden können.

    Das mit der Mehrheit für S21 war/ist übrigens ein Umfragestand, den Sie z.B. auf
    http://www.zeit.de/gesell...
    nachlesen können.
    Natürlich akzeptiert ein S21-Gegener solche Angriffe auf sein Bild der Dinge etwas nur schwer, was auch zeigt, wie der Ruf "Überzeugen Sie mich" gewertet werden darf.

    - nur eine Mehrheit haben Sie für Ihre Position eben nicht.

    Das ist so ähnlich wie damals beim Münchener Großflughafen: Heute ist keiner mehr dagegen; er ist ein Jobmotor für die gesamte Region.
    Es wird immer Leute geben, die dagegen sind, aber sie müssen sich der demokratischen Mehrheit dann beugen. So wird es auch bei S21 sein.
    Es ist also gar nicht meine Aufgabe, Sie und andere eingefleischte Gegner überzeugen zu müssen oder zu wollen. Es ist Ihre Aufgabe, eine Mehrheit der Gegner zu sammeln. - Und das wird Ihnen nicht gelingen. Sie werden demokratisch und gerecht unterliegen - genau wie einst die Gegner des Münchner Großflughafens, die damals auch eine erhebliche Lautstärke entwickelten.
    So sieht es aus!
    ..

  4. ... und zwar deswegen weil sie sich vor ihrer Verantwortung als gewählte Volksvertreter drücken. Sie haben dem Bürger, der mit der Entscheidung überfordert ist den "Schwarzen Peter" zugeschoben. Doch das wird sich rächen!!

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Die Leute regen sich über Steuerverschwendung bei einem 4-Mrd.-Euro-Bahnhof auf, während die Bundesregierung und das Land Bayern ihrer Landesbank 25 Mrd. Euro Eigenkapital in die Tasche stecken.

    Eine Leser-Empfehlung
  6. Der Autor sollte sich mal die Finanzierung von S21 ansehen. Dann würde er sehr schnell merken, dass ein großer Teil der Gelder, die für Stuttgart 21 vorgesehen sind, gar nicht für die Rheintalbahn oder andere genannte Projekte umgewidmet werden können.
    Laut Entwurfsplanung von 2009 teilen sich die Kosten wie folgt auf:
    Deutsche Bahn AG: 1.469 Millionen Euro
    Bund: 1.229,4 Millionen Euro
    Land: 823,8 Millionen Euro
    Landeshauptstadt Stuttgart: 238,5 Millionen Euro
    Flughafen Stuttgart: 227,2 Millionen Euro
    Verband Region Stuttgart: 100 Millionen Euro
    Wenn Stuttgart 21 nicht kommt, kann Hr. Kretschmann höchstens die 823,8 Millionen aus Landesmittel für andere Projekte im Ländle einsetzen. Nicht einmal die ganz, weil die Bahn vom Land Schadenersatz fordern wird. Im schlimmsten Fall wird der Ausstieg aus S21 für das Land teurer als der Bau.
    Auch die Zeitschiene darf man nicht außer Acht lassen. Für S21 gibt es Baurecht, für die Rheintalbahn isr das Planfeststellungsverfahren nicht abgeschlossen, für Mannheim-Stuttgart auch das Raumordnungsverfahren und andere genannte Projekte haben es noch nicht einmal in den Bedarfsplan geschafft. Man darf nicht Haushaltsgeld von 2011 gegen Haushaltsgeld von 2025 verrechnen.
    Fazit: Keines der genannten Projekte wird signifikant von einem Ausstieg aus S21 profitieren. Die freiwerdenden Gelder werden wahrscheinlich in Projekte in andere Bundesländer fließen, für die es Baurecht gibt aber kein Geld, z. B. 2. Stammstrecke der S-Bahn in München.

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    "Im schlimmsten Fall wird der Ausstieg aus S21 für das Land teurer als der Bau."
    Noch nicht einmal Herr Kefer von der Bahn taugt als Zeuge für Ihr Ausstiegsszenario:
    "So belaufen sich die Planungskosten für Stuttgart 21 auf rund 260 Mio. Euro ... Dieses Geld ist bereits ausgegeben. Hinzu kommen mehr als 240 Mio. Euro, für die wir schon Aufträge vergeben haben.
    Bei einem Projektabbruch wären weitere rund 740 Mio. Euro für die Rückabwicklung der Grundstücksverkäufe an die Stadt Stuttgart und rund 115 Mio. Euro an den Flughafen Stuttgart zu zahlen."
    http://direktzu.de/stuttg...
    Mehr als das, was sie tatsächlich ausgegeben hat, kann die Bahn nicht fordern. Und das ist weniger, als die Stadt Stuttgart beim Ausstieg zurückbekommt.
    Der Ausstieg ist noch zum Schnäppchenpreis zu kriegen.

    Werter Baue Züge, wieviel Nullen vor dem Komma sind z.B. bei Bahn und Bund gemeint?

    "Im schlimmsten Fall wird der Ausstieg aus S21 für das Land teurer als der Bau."

    Nicht im schlimmsten, in jedem Fall. Falls S21 nicht kommt, bleibt entweder alles so, wie es ist und die Infrastruktur von Baden-Württemberg ist dauerhaft mangelhaft. Oder aber es wird irgendeine Alternative gebaut, die auch 30 Jahre dauern wird, denn z. B. auf den K21-Strecken werden sich schon ein paar Feldhamster ansiedeln. Und billiger werden Verzögerungen um so lange Zeit nie.

    Aber Hauptsache, eine politische Partei hat ihre Ideologie durchgedrückt. Ob auf Kosten der Bürger, ist doch völlig wurscht.

    • K
    • 30.09.2011 um 10:53 Uhr

    Sehenswerter Film zur Kostenverteilung:

    http://www.utopia.de/blog...

    Wenn man den Film gesehen hat, versteht man besser, warum die Bahn derart hartnäckig an "Stuttgart 21" festhält.

    Die Bahn und die Bundesregierung wollen den Durchgangsbahnhof nicht deshalb, weil er den Schienenverkehr in und um Stuttgart verbessern würde - daran gibt es nämlich, vorsichtig ausgedrückt, erhebliche Zweifel (siehe zum Beispiel www.kopfbahnhof-21.de). Es geht allein ums Geld.

    Die Bahn hat sich ausgerechnet, dass S21 für sie finanziell ein Gewinn ist, solange das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart dafür bezahlen.

    Immaterielle Werte, oder für die Bahn nicht unmittelbar interessante finanzielle Werte, zum Beispiel der Erhalt des architekturgeschichtlich und ästhetisch wichtigen Bonatzbaus, scheinen Peter Ramsauer, Rüdiger Grube und Volker Kefer völlig egal zu sein.

    "Im schlimmsten Fall wird der Ausstieg aus S21 für das Land teurer als der Bau."
    Noch nicht einmal Herr Kefer von der Bahn taugt als Zeuge für Ihr Ausstiegsszenario:
    "So belaufen sich die Planungskosten für Stuttgart 21 auf rund 260 Mio. Euro ... Dieses Geld ist bereits ausgegeben. Hinzu kommen mehr als 240 Mio. Euro, für die wir schon Aufträge vergeben haben.
    Bei einem Projektabbruch wären weitere rund 740 Mio. Euro für die Rückabwicklung der Grundstücksverkäufe an die Stadt Stuttgart und rund 115 Mio. Euro an den Flughafen Stuttgart zu zahlen."
    http://direktzu.de/stuttg...
    Mehr als das, was sie tatsächlich ausgegeben hat, kann die Bahn nicht fordern. Und das ist weniger, als die Stadt Stuttgart beim Ausstieg zurückbekommt.
    Der Ausstieg ist noch zum Schnäppchenpreis zu kriegen.

    Werter Baue Züge, wieviel Nullen vor dem Komma sind z.B. bei Bahn und Bund gemeint?

    "Im schlimmsten Fall wird der Ausstieg aus S21 für das Land teurer als der Bau."

    Nicht im schlimmsten, in jedem Fall. Falls S21 nicht kommt, bleibt entweder alles so, wie es ist und die Infrastruktur von Baden-Württemberg ist dauerhaft mangelhaft. Oder aber es wird irgendeine Alternative gebaut, die auch 30 Jahre dauern wird, denn z. B. auf den K21-Strecken werden sich schon ein paar Feldhamster ansiedeln. Und billiger werden Verzögerungen um so lange Zeit nie.

    Aber Hauptsache, eine politische Partei hat ihre Ideologie durchgedrückt. Ob auf Kosten der Bürger, ist doch völlig wurscht.

    • K
    • 30.09.2011 um 10:53 Uhr

    Sehenswerter Film zur Kostenverteilung:

    http://www.utopia.de/blog...

    Wenn man den Film gesehen hat, versteht man besser, warum die Bahn derart hartnäckig an "Stuttgart 21" festhält.

    Die Bahn und die Bundesregierung wollen den Durchgangsbahnhof nicht deshalb, weil er den Schienenverkehr in und um Stuttgart verbessern würde - daran gibt es nämlich, vorsichtig ausgedrückt, erhebliche Zweifel (siehe zum Beispiel www.kopfbahnhof-21.de). Es geht allein ums Geld.

    Die Bahn hat sich ausgerechnet, dass S21 für sie finanziell ein Gewinn ist, solange das Land Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart dafür bezahlen.

    Immaterielle Werte, oder für die Bahn nicht unmittelbar interessante finanzielle Werte, zum Beispiel der Erhalt des architekturgeschichtlich und ästhetisch wichtigen Bonatzbaus, scheinen Peter Ramsauer, Rüdiger Grube und Volker Kefer völlig egal zu sein.

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