Banken-Proteste Die Aufständischen aus der Mitte

In Frankfurt gehen Tausende auf die Straße, geeint vom Gefühl, dass etwas grundsätzlich falsch läuft. Viel mehr verbindet sie nicht – noch nicht. Von L. Jacobsen

Demonstranten während einer Kundgebung vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main

Demonstranten während einer Kundgebung vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main

Der Euro hat heute Zulauf. Aus allen Richtungen strömen die Menschen zu ihm, aus den Häuserschluchten des Frankfurter Bankenviertels kommen sie, sammeln sich vor der Europäischen Zentralbank, rund um die riesige Statue des Euro-Symbols mit dem blauen € und den gelben Sternen drum herum. Hier am Ort, der wie kein zweiter in Deutschland für die Bedeutung des Geldes steht, kommen fast 5.000 Menschen zusammen, um gegen die Macht des Geldes zu demonstrieren – gegen das, was sie als Herrschaft der Finanzmärkte über die Wirtschaft, die Politik und ihr ganz persönliches Leben wahrnehmen.

Weltweit wurde für den heutigen Tag, an dem sich die Staatschefs der 20 mächtigsten Länder in Paris treffen, zu Protesten aufgerufen, und die Bankenstadt Frankfurt ist in Deutschland das Zentrum der Aktionen. Sie haben das New Yorker Motto "Wir sind die 99 Prozent" übernommen und damit nur ein bisschen übertreiben. Denn hier demonstrieren Studenten und Hausfrauen, Anwälte und Arbeitslose, linke Polit-Aktivisten und anzugtragende Banker. Für Viele ist es die erste Demonstration ihres Lebens.

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So wie die elegant gekleidete ältere Frau, deren Stimme sich vor Wut fast überschlägt, als sie erklärt, warum sie zum ersten Mal in ihrem Leben auf die Straße geht. "Ich finde das alles ganz schlimm!", ruft sie, "So kann das doch nicht weitergehen!" Sie ist sauer auf die Banker – "Die ziehen uns alle über den Tisch" – und auf die Politik, weil sie deren Treiben nicht stoppt. Die 63-Jährige hat in einer Anwaltskanzlei gearbeitet, ihren Namen will sie nicht sagen, wie so viele Demo-Teilnehmer. Sie wollen keine individuelle Aufmerksamkeit, wollen nicht herausstechen aus der Menge. Sie sehen sich als Teil einer anonymen Mehrheit, die vielleicht viel zu lange geschwiegen hat.

Ein paar Meter weiter stehen Alex und Johannes aus Nürnberg. "System Error" steht auf einem der Schilder, dass sie bei sich tragen. "Wir sind eigentlich unpolitisch", sagen sie. "Die meisten Demo-Aussagen sind uns zu platt". Aber mit der heutigen Veranstaltung können sie sich identifizieren, weil sie so grundsätzlich ist: "Es gibt keine Bösen, die an allem Schuld sind. Es ist das System, dass uns alle dazu zwingt, menschliche Werte immer weiter zu ignorieren". Dementsprechend halten sie sich mit konkreten Forderungen zurück: "Ich kenne mich bei den Details zu wenig aus", sagt Johannes, der Kunst studiert. Es müsse "so eine Art Neustart" geben. So denken viele hier: Irgendetwas läuft ganz grundsätzlich falsch, die Politik steht einem irgendwie unmenschlichen System ohnmächtig gegenüber.

Dieses Grundsätzliche und gleichzeitig Unkonkrete der Proteste ist ihre Stärke – und zugleich ihre Schwäche. "Wir sind für alle Positionen offen, für wirklich alle Meinungen und Stimmungen", ruft ein Mitglied von Occupy Frankfurt unter Beifall auf dem Platz vor der EZB. Doch als Mitglieder der Linkspartei sich mit ihren Fahnen immer wieder in die Kameras drängen, skandieren die Demonstranten so lange "Fahnen runter!", bis die Parteisymbole verschwinden.

Mit Parteien will man hier um keinen Preis etwas zu tun haben. Die Demo-Profis und Polit-Aktivisten gehen unter im Meer der Normalbürger. Einige von ihnen versuchen, kommunistische Zeitungen zu verteilen, gegen Asylpolitik Stimmung zu machen oder für die Entschuldung afrikanischer Länder, aber kaum einer beachtet sie. Diese Bewegung, wenn man sie schon so nennen kann, legt sich nicht fest, noch nicht. Ihre Vorbilder sind vielfältig: Die Demokratiebewegung in Spanien, die Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten in Israel, die Demos gegen den Sparkurs in Griechenland, vor allem aber: die Besetzer der New Yorker Wall Street.

Je länger die Demonstration dauert, desto mehr schlägt bei Vielen die Wut in Euphorie um. "Das ist ja toll, wie viele gekommen sind!, ruft ein älterer Mann. "Schauen sie sich doch um, dass hier ist die wahre Mehrheit", sagt ein Anderer. "Das hier ist der Anfang von etwas ganz Großem", ruft schließlich einer der Redner, und lauter Jubel bricht aus auf dem Platz, Jugendliche pfeifen laut und Rentner rufen laut: "Genau!".

In Berlin haben Tausende Demonstranten gegen die Gier der Finanzmärkte demonstriert.

Doch was kommt danach? Werden die Menschen wiederkommen, zu immer neuen Demonstrationen? Und welche Ziele wird sich diese bunt gemischte Gruppe geben? Dass er aus der Mitte der Gesellschaft kommt, verleiht diesem Protest eine ganz andere Qualität als Aktionen von einzelnen politischen Gruppen wie Attac. Aber die Mitte ist träge. All die Protestneulinge und Skeptiker, die peinlich berührt wegsehen, wenn Revolutionslieder angestimmt werden oder die "internationale Solidarität" beschworen wird, sie müssen wiederkommen. So wie sie in New York wiedergekommen sind und in Madrid. "Die Deutschen sind da etwas schwerfällig", sagt eine Sprecherin von Attac, "aber wir haben den Eindruck, dass sich das seit ein paar Wochen langsam ändert, dass der Funke überspringt."

Eine Gruppe Aktivisten will nach New Yorker Vorbild den Platz vor der EZB besetzen, erst einmal nur für ein paar Tage. Sie haben sich das vom Ordnungsamt genehmigen lassen, und dessen Sprecher sagt, die Besetzer seien "alle sehr verständig, da will keiner Anarchie oder so." Sie müssen noch Geld für eine mobile Toilette auftreiben, dass ist Verwaltungsvorschrift. Und nächtliche Temperaturen um den Gefrierpunkt könnten ihnen das Durchhalten schwer machen.

Zum Glück ist der Funke schon auf Maria übergesprungen. Die 51-jährige Angestellte in einem Anwaltsbüro steht mit ihrem Fahrrad am Rande des Platzes, direkt neben einem einsamen Besetzer-Zelt. "Ich finde das ganz wichtig, was hier passiert", sagt sie mit leuchtenden Augen. Sie will den Besetzern in den nächsten Tagen Essen bringen.

 
Leser-Kommentare
    • Ron777
    • 15.10.2011 um 19:49 Uhr

    "SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erklärte, die Regierungen müssten endlich den Mut haben, dem hemmungslosen Treiben der Finanzmärkte ein Ende zu setzen. „Zu Recht kann niemand verstehen, dass die Verursacher der Krise noch immer nichts zu ihrer Lösung beigetragen haben“

    Liebe Frau Nahles: Falls Sie es noch nicht mitgekriegt haben: Wir protestieren gegen SIE! Die wirklich Verantwortlichen dieser Misere sitzen nicht in den Banken, sondern in der Politik. Sie behandeln das Volk wie ein Haufen Schwachsinniger, die zu ihrem angeblichen "Glück" nur richtig gezwungen werden müssen. Wir haben es so satt! Wir sind das Volk - der Souverain! Ihr seid unsere politischen Vertreter - aber keine Euro-Oligarchen! Fangt endlich zu arbeiten an! Aufhören mit dem Schwachsinn in Brüssel! Ihr hinterlasst sonst verbrannte Erde! Haltet euch endlich wieder an eure eigenen Gesetze und verschafft den Resten unserer Demokratie wieder zu einem Neuanfang!

    74 Leser-Empfehlungen
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    Die SPD und die Union werden vermutlich den Polizeiknüppel und die Wasserwerfer heraus holen, wenn sowohl Anbiederungs- als auch noch kommende Beschimpfungsversuche - ich warte nur noch auf den Kommunismusvorwurf - nichts fruchten. Für die Leute in den Präsidien der Parteien, aber auch für Mandatsträger und Inhaber politischer Ämter in den Ministerien geht es um sehr, sehr viel: stellt man sich nämlich all zu sehr auf die Seite der Demonstranten mit ihren berechtigten Protesten, dann gibt es bei den kommenden Wahlen keine sicheren Listenplätze und auch keine Aufstellung als Direktkandidat - dafür werden schon einflussreiche Leute sorgen. Und erst recht gibt es keine gut dotierten Beraterverträge, Vorstands- und Aufsichtsratsposten oder einfach mal Strom und Gas für 0,00 Euro. Beispiele solcher "Belohnungen" für artige, konzerntreue Politik gibt es reichlich - Matthias Wissmann, Wolfgang Clement, Roland Koch, Edmund Stoiber, Bert Rürup, Walter Riester, Stefan Mappus, Laurenz Meyer, Werner Müller...

    Ron777: "Die wirklich Verantwortlichen dieser Misere sitzen nicht in den Banken, sondern in der Politik. Sie behandeln das Volk wie ein Haufen Schwachsinniger, die zu ihrem angeblichen "Glück" nur richtig gezwungen werden müssen. Wir haben es so satt!"

    Meine volle Zustimmung. Besonders die SPD war und ist der amtliche Wegbereiter der Finanzindustrie-Machenschaften.

    ... kommentiert!

    • brux
    • 15.10.2011 um 20:36 Uhr

    Sie schmeissen hier nur mit Schlagworten herum und zeigen damit deutlich, dass es dieser Bewegung an analytischer Substanz und am politischen Verstaendnis fehlt.

    Insbesondere Ihre Referenz auf "Bruessel" ist sinnfrei.

    Bruessel ist ein Tagungsort fuer Politiker, die aus Hauptstaedten einfliegen. Niemand in Bruessel hat den Griechen gesagt, dass sie sich ueber alle Massen verschulden sollen. Niemand dort hat den Banken gesagt, dass sie diese Kredite geben sollen. Niemand zwingt die Eurolaender, sich gegenseitig zu helfen.

    Die Menschen haben Angst, was man verstehen kann. Das erlaubt es ihnen aber noch lange nicht, extrem schlicht nach einem Grossschuldigen zu suchen. Das ist intellektuelles Mittelalter.

    Schuld sind leider wir alle. Wir, die regelmaessig Renten- und Lohnerhoehungen verlangen. Wir, die immer neue Strassen und Krankenhaeuser haben wollen (und natuerlich auch Olympische Spiele und anderen Unsinn). Wir, die nie bereit sind die vollen Kosten und die Konsequenzen unseres eigenen Handelns zu tragen.

    In einem Land, wo die Menschen nicht einmal ein Tempolimit akzeptieren, klingt fundamentale Systemkritik einfach nur hohl. Die Bewegung in den USA ist sogar noch laecherlicher. Hier protestieren die, die zu spaet zur Party kommen. Viele dieser Leute wuerden ohne Skrupel einen lukrativen Bankjob annehmen. Die Verlogenheit ist wirklich universell.

    ...und wir werden darum kämpfen müssen - weil wir es jahrzehntelang versäumt haben.

    Zitat:
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    "SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erklärte, die Regierungen müssten endlich den Mut haben, dem hemmungslosen Treiben der Finanzmärkte ein Ende zu setzen. „Zu Recht kann niemand verstehen, dass die Verursacher der Krise noch immer nichts zu ihrer Lösung beigetragen haben“
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    Wofür kämpft Frau Nahles eigentlich ?
    Ihre eigene Partei hatte den Banken den Spielplatz eingerichtet/erweitert.

    Zitat:
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    Liebe Frau Nahles: Falls Sie es noch nicht mitgekriegt haben: Wir protestieren gegen SIE! Die wirklich Verantwortlichen dieser Misere sitzen nicht in den Banken, sondern in der Politik. Sie behandeln das Volk wie ein Haufen Schwachsinniger, die zu ihrem angeblichen "Glück" nur richtig gezwungen werden müssen.
    -----

    Was dachten Sie denn, wofür Sie bzw. wir alle Wählen gehen.
    Das Volk wählt und das gewählte Souverän entscheidet.
    Das Volk als Souverän darf wählen. Entscheiden dürfen andere.

    Zitat WiKi:
    -----
    Doch je nach Verfassung hat das Volk mehr oder weniger der Souveränität oder Staatsgewalt an Staatsoberhaupt und Parlament delegiert. So heißt es oft zum Beispiel in der Formulierung der Berichterstattung von Volksentscheiden oder nach Wahlen: „der Souverän hat entschieden …“.
    ----

    Gruss

    Die arroganten, verkommen Politiker registrieren eh nichts mehr und wollen sich das Ende nicht eingestehen. Frau Nahles ist auch so eine machtbesessene, die nichts verstehen will. Schon interessant wie innerhalb einer Partei intrigiert wird.

    Die SPD will wieder an die Macht und wird deswegen alles tun, um bei den nächsten Wahlen zu "gewinnen". Der Wolf im Schafspelz...denn schliesslich war Steinbrück in St. Moritz mit dabei. Dort wird er, genau wie Ackermann, schon seine Order bekommen haben.

    http://theintelligence.de...

    Die SPD und die Union werden vermutlich den Polizeiknüppel und die Wasserwerfer heraus holen, wenn sowohl Anbiederungs- als auch noch kommende Beschimpfungsversuche - ich warte nur noch auf den Kommunismusvorwurf - nichts fruchten. Für die Leute in den Präsidien der Parteien, aber auch für Mandatsträger und Inhaber politischer Ämter in den Ministerien geht es um sehr, sehr viel: stellt man sich nämlich all zu sehr auf die Seite der Demonstranten mit ihren berechtigten Protesten, dann gibt es bei den kommenden Wahlen keine sicheren Listenplätze und auch keine Aufstellung als Direktkandidat - dafür werden schon einflussreiche Leute sorgen. Und erst recht gibt es keine gut dotierten Beraterverträge, Vorstands- und Aufsichtsratsposten oder einfach mal Strom und Gas für 0,00 Euro. Beispiele solcher "Belohnungen" für artige, konzerntreue Politik gibt es reichlich - Matthias Wissmann, Wolfgang Clement, Roland Koch, Edmund Stoiber, Bert Rürup, Walter Riester, Stefan Mappus, Laurenz Meyer, Werner Müller...

    Ron777: "Die wirklich Verantwortlichen dieser Misere sitzen nicht in den Banken, sondern in der Politik. Sie behandeln das Volk wie ein Haufen Schwachsinniger, die zu ihrem angeblichen "Glück" nur richtig gezwungen werden müssen. Wir haben es so satt!"

    Meine volle Zustimmung. Besonders die SPD war und ist der amtliche Wegbereiter der Finanzindustrie-Machenschaften.

    ... kommentiert!

    • brux
    • 15.10.2011 um 20:36 Uhr

    Sie schmeissen hier nur mit Schlagworten herum und zeigen damit deutlich, dass es dieser Bewegung an analytischer Substanz und am politischen Verstaendnis fehlt.

    Insbesondere Ihre Referenz auf "Bruessel" ist sinnfrei.

    Bruessel ist ein Tagungsort fuer Politiker, die aus Hauptstaedten einfliegen. Niemand in Bruessel hat den Griechen gesagt, dass sie sich ueber alle Massen verschulden sollen. Niemand dort hat den Banken gesagt, dass sie diese Kredite geben sollen. Niemand zwingt die Eurolaender, sich gegenseitig zu helfen.

    Die Menschen haben Angst, was man verstehen kann. Das erlaubt es ihnen aber noch lange nicht, extrem schlicht nach einem Grossschuldigen zu suchen. Das ist intellektuelles Mittelalter.

    Schuld sind leider wir alle. Wir, die regelmaessig Renten- und Lohnerhoehungen verlangen. Wir, die immer neue Strassen und Krankenhaeuser haben wollen (und natuerlich auch Olympische Spiele und anderen Unsinn). Wir, die nie bereit sind die vollen Kosten und die Konsequenzen unseres eigenen Handelns zu tragen.

    In einem Land, wo die Menschen nicht einmal ein Tempolimit akzeptieren, klingt fundamentale Systemkritik einfach nur hohl. Die Bewegung in den USA ist sogar noch laecherlicher. Hier protestieren die, die zu spaet zur Party kommen. Viele dieser Leute wuerden ohne Skrupel einen lukrativen Bankjob annehmen. Die Verlogenheit ist wirklich universell.

    ...und wir werden darum kämpfen müssen - weil wir es jahrzehntelang versäumt haben.

    Zitat:
    -----
    "SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erklärte, die Regierungen müssten endlich den Mut haben, dem hemmungslosen Treiben der Finanzmärkte ein Ende zu setzen. „Zu Recht kann niemand verstehen, dass die Verursacher der Krise noch immer nichts zu ihrer Lösung beigetragen haben“
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    Wofür kämpft Frau Nahles eigentlich ?
    Ihre eigene Partei hatte den Banken den Spielplatz eingerichtet/erweitert.

    Zitat:
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    Liebe Frau Nahles: Falls Sie es noch nicht mitgekriegt haben: Wir protestieren gegen SIE! Die wirklich Verantwortlichen dieser Misere sitzen nicht in den Banken, sondern in der Politik. Sie behandeln das Volk wie ein Haufen Schwachsinniger, die zu ihrem angeblichen "Glück" nur richtig gezwungen werden müssen.
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    Was dachten Sie denn, wofür Sie bzw. wir alle Wählen gehen.
    Das Volk wählt und das gewählte Souverän entscheidet.
    Das Volk als Souverän darf wählen. Entscheiden dürfen andere.

    Zitat WiKi:
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    Doch je nach Verfassung hat das Volk mehr oder weniger der Souveränität oder Staatsgewalt an Staatsoberhaupt und Parlament delegiert. So heißt es oft zum Beispiel in der Formulierung der Berichterstattung von Volksentscheiden oder nach Wahlen: „der Souverän hat entschieden …“.
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    Gruss

    Die arroganten, verkommen Politiker registrieren eh nichts mehr und wollen sich das Ende nicht eingestehen. Frau Nahles ist auch so eine machtbesessene, die nichts verstehen will. Schon interessant wie innerhalb einer Partei intrigiert wird.

    Die SPD will wieder an die Macht und wird deswegen alles tun, um bei den nächsten Wahlen zu "gewinnen". Der Wolf im Schafspelz...denn schliesslich war Steinbrück in St. Moritz mit dabei. Dort wird er, genau wie Ackermann, schon seine Order bekommen haben.

    http://theintelligence.de...

  1. 2. Etwas

    Und der nächste Kommentar in der ZEIT, der viele Zeilen füllt, ohne Substanz zu liefern, der zwar feststellt, dass "etwas grundsätzlich falsch läuft", aber nicht mit der Sprache rausrückt, was das "etwas" denn sei.

    Diese mutlosen, opportunen Zeilengeldbeiträge widern einen ebenso an, wie die desinformative Euro/EU Jubelpresse.

    Die Menschen haben Sehnsucht nach dem Wechsel. Unser System und unsere Gesellschaft sind krank. Wer das ernsthaft bestreitet, der belügt sich selbst.

    46 Leser-Empfehlungen
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    was ist denn so krank? Vielleicht wollen Sie einfach die schlechten Seiten des menschlichen Geistes nicht wahrhaben, bleibt also die Frage wer sich selbst belügt.

    Die Gesellschaft ist nicht krank sondern primitiv.

    was ist denn so krank? Vielleicht wollen Sie einfach die schlechten Seiten des menschlichen Geistes nicht wahrhaben, bleibt also die Frage wer sich selbst belügt.

    Die Gesellschaft ist nicht krank sondern primitiv.

  2. Ich bezweifele, dass die Mitte träge ist. Sie ist eher viel beschäftigt, stark eingespannt und trägt sehr viel zum Funktionieren dieser Gesellschaft bei.
    Nun mutet man ihr zu alle drei bis vier Jahre Banken zu retten. Wofür? Die aus der Mitte spüren, dass es ihnen dadurch keinen Deut besser geht - im Gegenteil. Also wird man von ihnen hören.

  3. Seit jahren wird mit dem Euro jongliert-Banken lachen sich kaputt,Steuerzahler müßen bluten und immer mehr Abgaben hinblättern.Die Politik schreit lauthals nach dem Verständis der Bürger zur Rettung des Euro und der Union, doch verschweigt, das es nur um machtpolitische und finanzielle Eigenintressen geht.So darf es, und so kann es nicht weitergehen. Die Bürger sind nicht Marionetten der Politik, und der Banken mit denen man im Puppentheater spielt. Es müßen moch mehr Bürger auf die Strasse gehen,hier in Deutschland müssen wir mit hunderttausende ,den Willen des Volkes gegen unfähige Politiker und geldgierige Banken ,durchsetzen.Aber nur mit rechtstaatlichen Methoden,niemals darf den staatlichen Organen ein Grund zum Polizeieinsatz geliefert werden,denn dies würde nur den Politikern nützen nicht den Bürger!

    10 Leser-Empfehlungen
  4. Die SPD und die Union werden vermutlich den Polizeiknüppel und die Wasserwerfer heraus holen, wenn sowohl Anbiederungs- als auch noch kommende Beschimpfungsversuche - ich warte nur noch auf den Kommunismusvorwurf - nichts fruchten. Für die Leute in den Präsidien der Parteien, aber auch für Mandatsträger und Inhaber politischer Ämter in den Ministerien geht es um sehr, sehr viel: stellt man sich nämlich all zu sehr auf die Seite der Demonstranten mit ihren berechtigten Protesten, dann gibt es bei den kommenden Wahlen keine sicheren Listenplätze und auch keine Aufstellung als Direktkandidat - dafür werden schon einflussreiche Leute sorgen. Und erst recht gibt es keine gut dotierten Beraterverträge, Vorstands- und Aufsichtsratsposten oder einfach mal Strom und Gas für 0,00 Euro. Beispiele solcher "Belohnungen" für artige, konzerntreue Politik gibt es reichlich - Matthias Wissmann, Wolfgang Clement, Roland Koch, Edmund Stoiber, Bert Rürup, Walter Riester, Stefan Mappus, Laurenz Meyer, Werner Müller...

    30 Leser-Empfehlungen
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    • kaleb
    • 15.10.2011 um 23:19 Uhr

    gab es schon in den Kommentaren zu den ersten Occupy-Wall-Street-Artikeln.
    Fakt ist jedoch:
    Solange Produktionsmittel in Privatbesitz sind, sind die Besitzlosen (lohn)abhängig und damit letztlich erpressbar.
    Über Art. 14 GG (Eigentum verpflichtet) kann man nur noch zynisch lächeln.
    Es ist nicht "nur" die Gier der Unternehmen, sondern auch das Wolfsgesetz der internationalen Konkurrenz, das die Unternehmen zwingt, ("künstliche") Gewinne zu machen.
    Das gilt auch für den Finanzmarkt.
    Insofern stellt sich hier wirklich eine Systemfrage.
    Der ins Unendliche gehenden Gier kann im Großen wohl nur mit Arbeitskämpfen begegnet werden.
    Wer ist naiver als der, der glaubt, es würde ohne Arbeitskämpfe soziale Errungenschaften wie kürzere Arbeitszeiten, Lohnerhöhungen geben?
    Am Ende ändern sich die Dinge meistens nur unter Druck - leider.
    Wie beharrlich das System sich ans Eigentum klammert, zeigen die relativ hohen Strafen für kleinste Diebstähle.
    Da ist der Gedanke der Verstaatlichung von Eigentum zumindest erst mal nicht unverständlich - wie man sieht.
    Doch muss man sich stets vor Schwärmerei hüten.

    Wenn dieser Vorwurf kommt, dann sollte man dem nachgehen. Galle runtergenommen, als in Frankfurt massiv darum gebeten wurde, Parteifahnen und Banner wegzustecken. Hier sei keine Platform zur Zurschaustellung von Parteien sei, die alle das System zu verantworten haben. Kommunisten - so bezeichne ich die LINKEN - haben genausowenig in dieser Bewegung verloren wie andere Gruppierungen, die ihr eigenes bürgerfeindliches, totalitäres Süppchen kochen wollen auf Kosten der Mehrheit.

    zu ihrem Kommentar lese, muss ich ergänzen oder "Nazi oder Rechtsradikalen Vorwürfe".
    das hängt lediglich davon ab, welche Ausgangsfärbung die Zielperson- oder -personen haben.
    Teile und herrsche ist das Prinzip und echte Trittbrettfahrer aus dem linken und rechten Spektrum brauchen wir auch nicht. Dren Weltverbesserungen sind wir bis zum erbrechen leid.

    H.

    • kaleb
    • 15.10.2011 um 23:19 Uhr

    gab es schon in den Kommentaren zu den ersten Occupy-Wall-Street-Artikeln.
    Fakt ist jedoch:
    Solange Produktionsmittel in Privatbesitz sind, sind die Besitzlosen (lohn)abhängig und damit letztlich erpressbar.
    Über Art. 14 GG (Eigentum verpflichtet) kann man nur noch zynisch lächeln.
    Es ist nicht "nur" die Gier der Unternehmen, sondern auch das Wolfsgesetz der internationalen Konkurrenz, das die Unternehmen zwingt, ("künstliche") Gewinne zu machen.
    Das gilt auch für den Finanzmarkt.
    Insofern stellt sich hier wirklich eine Systemfrage.
    Der ins Unendliche gehenden Gier kann im Großen wohl nur mit Arbeitskämpfen begegnet werden.
    Wer ist naiver als der, der glaubt, es würde ohne Arbeitskämpfe soziale Errungenschaften wie kürzere Arbeitszeiten, Lohnerhöhungen geben?
    Am Ende ändern sich die Dinge meistens nur unter Druck - leider.
    Wie beharrlich das System sich ans Eigentum klammert, zeigen die relativ hohen Strafen für kleinste Diebstähle.
    Da ist der Gedanke der Verstaatlichung von Eigentum zumindest erst mal nicht unverständlich - wie man sieht.
    Doch muss man sich stets vor Schwärmerei hüten.

    Wenn dieser Vorwurf kommt, dann sollte man dem nachgehen. Galle runtergenommen, als in Frankfurt massiv darum gebeten wurde, Parteifahnen und Banner wegzustecken. Hier sei keine Platform zur Zurschaustellung von Parteien sei, die alle das System zu verantworten haben. Kommunisten - so bezeichne ich die LINKEN - haben genausowenig in dieser Bewegung verloren wie andere Gruppierungen, die ihr eigenes bürgerfeindliches, totalitäres Süppchen kochen wollen auf Kosten der Mehrheit.

    zu ihrem Kommentar lese, muss ich ergänzen oder "Nazi oder Rechtsradikalen Vorwürfe".
    das hängt lediglich davon ab, welche Ausgangsfärbung die Zielperson- oder -personen haben.
    Teile und herrsche ist das Prinzip und echte Trittbrettfahrer aus dem linken und rechten Spektrum brauchen wir auch nicht. Dren Weltverbesserungen sind wir bis zum erbrechen leid.

    H.

  5. Ron777: "Die wirklich Verantwortlichen dieser Misere sitzen nicht in den Banken, sondern in der Politik. Sie behandeln das Volk wie ein Haufen Schwachsinniger, die zu ihrem angeblichen "Glück" nur richtig gezwungen werden müssen. Wir haben es so satt!"

    Meine volle Zustimmung. Besonders die SPD war und ist der amtliche Wegbereiter der Finanzindustrie-Machenschaften.

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    "Meine volle Zustimmung. Besonders die SPD war und ist der amtliche Wegbereiter der Finanzindustrie-Machenschaften."

    Neee, ich glaube, das war der "dritte" Weg von Blair und Schröder in den 90ern des letzten Jahrhundert. Mittlerweile hat der "Bush-Pudel-Kriegs-Treiber - "weapons of mass - destruction"" die Zeichen der Zeit erkannt:
    http://www.thefirstpost.c...

    Und bald gibts vermutlich ne GGB: "Gas Gerd Bank" ;-)

    "Meine volle Zustimmung. Besonders die SPD war und ist der amtliche Wegbereiter der Finanzindustrie-Machenschaften."

    Neee, ich glaube, das war der "dritte" Weg von Blair und Schröder in den 90ern des letzten Jahrhundert. Mittlerweile hat der "Bush-Pudel-Kriegs-Treiber - "weapons of mass - destruction"" die Zeichen der Zeit erkannt:
    http://www.thefirstpost.c...

    Und bald gibts vermutlich ne GGB: "Gas Gerd Bank" ;-)

  6. was ist denn so krank? Vielleicht wollen Sie einfach die schlechten Seiten des menschlichen Geistes nicht wahrhaben, bleibt also die Frage wer sich selbst belügt.

    Die Gesellschaft ist nicht krank sondern primitiv.

    Antwort auf "Etwas"
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    Ich habe mir die Ausführungen des "Etwas" nicht grundlos gespart, sondern wollte damit lediglich die Löschung des Beitrags durch die Moderation vermeiden.

    Aber wo viel Schatten ist, ist manchmal auch Licht: Man muss an dieser Stelle der Redaktion zumindest zugute halten, dass Sie sich nicht auf das unterirdische Niveau der Meinungsmache, mit dem brennenden Auto in Rom als Aufmacher, herabgelassen hat, wie es BILD und Spiegel getan haben, sondern lediglich einen belanglosen Lückenfüller eingestellt hat.

    Ich habe mir die Ausführungen des "Etwas" nicht grundlos gespart, sondern wollte damit lediglich die Löschung des Beitrags durch die Moderation vermeiden.

    Aber wo viel Schatten ist, ist manchmal auch Licht: Man muss an dieser Stelle der Redaktion zumindest zugute halten, dass Sie sich nicht auf das unterirdische Niveau der Meinungsmache, mit dem brennenden Auto in Rom als Aufmacher, herabgelassen hat, wie es BILD und Spiegel getan haben, sondern lediglich einen belanglosen Lückenfüller eingestellt hat.

  7. Die "Mitte" hat keinen Entwurf. So wird es keine politische Veränderung geben. Diese Proteste werden sehr schnell von frustrierten Politsektierern unterwandert werden. In wenigen Wochen ist alles vorbei. Diese Bewegung wird entweder in eine gewünschte Richtung gesteuert oder an ihrer mangelnden Zielstrebigkeit und Richtungslosigkeit zerbrechen.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Ich bin mit Ihnen d`accord,vorausgesetzt, daß sich die Lage bessert sich oder stagniert zumindest. In diesen Fällen würde sich die Bewegung verlaufen.

    Verschlimmert sich die Situation, glaube ich nicht an ein Zerbrechen oder Zersplittern.

    ...und man brennt nicht mehr, wenn man seine Schäfchen vermeintlich im Trockenen hat. Ich hasse diese Art "vernünftiger" Resignation.

    Ihr Versuch, in wichtigtuerischer Abgeklärtheit die Proteste für beendet zu erklären, greift viel zu kurz.

    Die Masse der Menschen in Deutschland hat keine Lobby und ist dementsprechend nicht organisiert. Das kann sich allerdings schnell ändern. Ein Tag wie heute, an dem viele realisieren, dass sie nicht alleine sind und das man auch als gefühlter "Normalo" demonstrieren kann, kann der Anfang einer Entwicklung sein, die sehr schnell sehr konkret wird.

    Das weiß man auch in den Zentralen des Politbüros. Nicht ohne Grund hat man seine schreibenden Schergen sofort angewiesen, die Proteste der Massen als Veranstaltung der Krawallmacher, Ranalierer und Aussenseiter darzustellen. Die Propaganda ist so deutlich, dass Sie deutlicher nicht sein könnte.

    Offenbar schätzen die Experten, die die Regierung beraten und die die Redakteure der Leitmedien ins Kanzleramt beordern - wie bereits mehrfach geschehen - um die Leitlinien der gewünschten Berichterstattung auszugeben, die Lage etwas anders ein, als Sie.

    Ich sehe jede Menge Material, das - in einem noch bevorstehenden Prozess von den beteiligten 99 % zusammengesetzt - sehr wohl ein Konzept, einen Entwurf ergibt:

    Trennung von Banken mit Bankgeschäften und reinen Investmentbanken. Für letztgenannte 0 Cent staatliche Hilfe.

    Keine Subvention mit Steuermitteln für diejenigen, die sich verzockt haben. Wer Anleihen maroder Staaten hat, hat sie. Und schiebt sie nicht dem Steuerzahler unter.

    Sofortige Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Drohungen, dass die Banken dann an den Finanzplatz London ausweichen, nicht ernst nehmen: Dann ziehen ein paar Banker nach London, na und?

    Keine Bank darf "too big to fail" sein - notfalls Zerschlagung bis die Systemrelevanz von Banken nicht mehr vorhanden ist. Alternativ, aber noch zu diskutieren: Verstaatlichung.

    Schonungslose Transparenz in bezug auf alle Interessenverquickungen zwischen Politik und Wirtschaft.

    Klares Feedback an die Politiker, die ihren Job nicht machen.

    Kein schulterzuckendes Hinnehmen von Märchen mehr: Wenn es um Kosten für Straßensanierung, Gesundheitssysteme, Bildung geht, dann ist kein Geld mehr da. Für die Stützung von Banken sind über Nacht MILLIARDEN verfügbar. Das glaubt kein Mensch mehr.

    Ich wüsste noch mehr Beispiele...

    Das ist der Beginn einer Bewegung. Ich werde mich beteiligen. Es reicht wirklich.

    Wir haben keine universale Lösung! Weil wir die Ehrlichkeit besitzen zuzugeben, daß wir sie nicht haben können! Wir maßen uns das Wissen, was für alle gut sei, nicht an. Also treffen wir uns aus aller Welt, um zu PROBLEMATISIEREN, zuzuhören, wie sich Probleme für die zahlreichen Anderen stellen. Wir wissen, daß vor einer Lösung irgend eines beliebigen Problems dessen wahrheitsgemäße Formulierung stehen muß. Sonst ist alles für die Katz, kindisches Wahrheitsverfolgen. Wir wissen, dass wir die Lösung nicht für alle repräsentativ formulieren können. Aber wir lassen jeden sich mit seiner subjektiven Erfahrungsweise sich zeigen - und deswegen lassen wir jeden zeigen, wie es für ihn sich darstellt und erfährt. Asamblea.

    Keiner ist so unbedarft, sich anzumaßen, er wüßte die Lösung Ihres, Ihres oder Ihres Problems; was wir wissen ist, daß kein Problem unabhängig von denen der Anderen ist. Deswegen schätzen wir alle Anderen. Wir wissen, daß wir alle etwas miteinander zu tun haben, unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Beruf, Stand, Glauben, Herkunft, Farbe, Wahnsinn - und wir wollen, daß das, was für jeden Einzelnen die Ursachen des Problematischen sind, von ihm oder ihr selbst artikuliert werden KANN und DARF und gar SOLL. Wir WÜNSCHEN uns die Musik der Erfahrungen der Vielen, weil wir nicht als Einzelne existieren und eben DAS wissen Wir. Es GIBT keine universale Lösung, für niemanden. Aber ein als universal erfahrenes Problem. Und nur das wollen wir stellen und stellen dürfen.

    Ich bin mit Ihnen d`accord,vorausgesetzt, daß sich die Lage bessert sich oder stagniert zumindest. In diesen Fällen würde sich die Bewegung verlaufen.

    Verschlimmert sich die Situation, glaube ich nicht an ein Zerbrechen oder Zersplittern.

    ...und man brennt nicht mehr, wenn man seine Schäfchen vermeintlich im Trockenen hat. Ich hasse diese Art "vernünftiger" Resignation.

    Ihr Versuch, in wichtigtuerischer Abgeklärtheit die Proteste für beendet zu erklären, greift viel zu kurz.

    Die Masse der Menschen in Deutschland hat keine Lobby und ist dementsprechend nicht organisiert. Das kann sich allerdings schnell ändern. Ein Tag wie heute, an dem viele realisieren, dass sie nicht alleine sind und das man auch als gefühlter "Normalo" demonstrieren kann, kann der Anfang einer Entwicklung sein, die sehr schnell sehr konkret wird.

    Das weiß man auch in den Zentralen des Politbüros. Nicht ohne Grund hat man seine schreibenden Schergen sofort angewiesen, die Proteste der Massen als Veranstaltung der Krawallmacher, Ranalierer und Aussenseiter darzustellen. Die Propaganda ist so deutlich, dass Sie deutlicher nicht sein könnte.

    Offenbar schätzen die Experten, die die Regierung beraten und die die Redakteure der Leitmedien ins Kanzleramt beordern - wie bereits mehrfach geschehen - um die Leitlinien der gewünschten Berichterstattung auszugeben, die Lage etwas anders ein, als Sie.

    Ich sehe jede Menge Material, das - in einem noch bevorstehenden Prozess von den beteiligten 99 % zusammengesetzt - sehr wohl ein Konzept, einen Entwurf ergibt:

    Trennung von Banken mit Bankgeschäften und reinen Investmentbanken. Für letztgenannte 0 Cent staatliche Hilfe.

    Keine Subvention mit Steuermitteln für diejenigen, die sich verzockt haben. Wer Anleihen maroder Staaten hat, hat sie. Und schiebt sie nicht dem Steuerzahler unter.

    Sofortige Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Drohungen, dass die Banken dann an den Finanzplatz London ausweichen, nicht ernst nehmen: Dann ziehen ein paar Banker nach London, na und?

    Keine Bank darf "too big to fail" sein - notfalls Zerschlagung bis die Systemrelevanz von Banken nicht mehr vorhanden ist. Alternativ, aber noch zu diskutieren: Verstaatlichung.

    Schonungslose Transparenz in bezug auf alle Interessenverquickungen zwischen Politik und Wirtschaft.

    Klares Feedback an die Politiker, die ihren Job nicht machen.

    Kein schulterzuckendes Hinnehmen von Märchen mehr: Wenn es um Kosten für Straßensanierung, Gesundheitssysteme, Bildung geht, dann ist kein Geld mehr da. Für die Stützung von Banken sind über Nacht MILLIARDEN verfügbar. Das glaubt kein Mensch mehr.

    Ich wüsste noch mehr Beispiele...

    Das ist der Beginn einer Bewegung. Ich werde mich beteiligen. Es reicht wirklich.

    Wir haben keine universale Lösung! Weil wir die Ehrlichkeit besitzen zuzugeben, daß wir sie nicht haben können! Wir maßen uns das Wissen, was für alle gut sei, nicht an. Also treffen wir uns aus aller Welt, um zu PROBLEMATISIEREN, zuzuhören, wie sich Probleme für die zahlreichen Anderen stellen. Wir wissen, daß vor einer Lösung irgend eines beliebigen Problems dessen wahrheitsgemäße Formulierung stehen muß. Sonst ist alles für die Katz, kindisches Wahrheitsverfolgen. Wir wissen, dass wir die Lösung nicht für alle repräsentativ formulieren können. Aber wir lassen jeden sich mit seiner subjektiven Erfahrungsweise sich zeigen - und deswegen lassen wir jeden zeigen, wie es für ihn sich darstellt und erfährt. Asamblea.

    Keiner ist so unbedarft, sich anzumaßen, er wüßte die Lösung Ihres, Ihres oder Ihres Problems; was wir wissen ist, daß kein Problem unabhängig von denen der Anderen ist. Deswegen schätzen wir alle Anderen. Wir wissen, daß wir alle etwas miteinander zu tun haben, unabhängig von Geschlecht, Sexualität, Beruf, Stand, Glauben, Herkunft, Farbe, Wahnsinn - und wir wollen, daß das, was für jeden Einzelnen die Ursachen des Problematischen sind, von ihm oder ihr selbst artikuliert werden KANN und DARF und gar SOLL. Wir WÜNSCHEN uns die Musik der Erfahrungen der Vielen, weil wir nicht als Einzelne existieren und eben DAS wissen Wir. Es GIBT keine universale Lösung, für niemanden. Aber ein als universal erfahrenes Problem. Und nur das wollen wir stellen und stellen dürfen.

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