CDU-Regionalkonferenz Merkel nennt Ostdeutschland Vorbild für Griechenland

In Magdeburg warnt die Kanzlerin vor einer Umschuldungsdiskussion. Griechenland müsse nun ähnliche harte Maßnahmen ertragen wie Lettland dereinst - und Ostdeutschland.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor einer Umschuldungsdebatte im Fall Griechenland gewarnt. Die Gefahr, dass dann auch andere Länder auf eine Umschuldung pochten, sei zu groß, sagte Merkel am Dienstag auf der letzten der CDU-Regionalkonferenzen, die dieses Mal in Magdeburg stattfand. "Und dann wird niemand mehr in Europa investieren", so die Kanzlerin. Außerdem sei eine Umschuldung etwa bei einem Land wie Griechenland erst dann sinnvoll, wenn es überhaupt in der Lage sei, seine Finanzen in den Griff zu bekommen. Dies setze einen Überschuss im Primärhaushalt und ernsthafte Reformen voraus.

Der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM sei wichtig, weil erst dieser die Möglichkeit schaffe, die Insolvenz eines Staates zu bewältigen, ohne dass die Krise auf andere Euro-Staaten übergreife.

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Merkel forderte sowohl Griechenland als auch alle anderen Euro-Staaten zum Sparen auf. So verlangte sie direkte Eingriffsrechte in die Haushalte von Euro-Staaten, die sich nicht an die Vorgaben des Stabilitätspakts halten. "Es muss europäische Durchgriffsrechte geben, die in Ländern, die die Vorgaben immer und immer wieder verletzen, dann die Haushalte für nicht gültig erklären", sagte Merkel.

Im Falle Griechenlands verwies sie darauf, dass auch andere EU-Staaten ähnlich schmerzhafte Reformen bewältigt hätten. So erinnerte sie an Lettland, das "klaglos" ähnlich harte Vorgaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) umgesetzt habe. Auch Ostdeutschland habe einen radikalen Strukturwandel bewältigen müssen, die Hartz-IV-Reformen seien ebenfalls schmerzhaft für die Betroffenen gewesen. "Da kann ich nicht sagen, in Griechenland ist das nicht notwendig. Man muss Steuern einkassieren." Zugleich kündigte Merkel an, dass sie auf dem nächsten G20-Treffen die Frage der nötigen Finanzmarktregulierung ansprechen wolle.

Leser-Kommentare
    • ralf.s
    • 05.10.2011 um 7:13 Uhr

    blühende Landschaften, griechischer Wein und danach statt 1600 Milliarden Euro Miese 3200 Euro Milliarden! Ohne jede Aussicht auf wirtschaftliche Teilhabe der verschuldeten Regionen, wie gehabt! Ich konnte mir es ja bisher verkneifen: Unser Griechenland liegt an der Ostsee ! Aufhören mit diesem Vorbildgeschwafel; fehlt nur noch "Opfern und Teilen", bloß was?

    17 Leser-Empfehlungen
    • HH7
    • 05.10.2011 um 7:30 Uhr

    ...fragt sich, aus wessen Sicht die Maßnahmen "hart" waren u. immer noch sind.

    Der Westen zahlt noch heute für die aus finanziell völlig misslungene Wiedervereinigung.

    Zitat Wikipedia:
    "Für die Gesamtkosten (bis 2009) einschließlich der Sozialtransfers liegen die Schätzungen zwischen 1,3 und 1,6 Billionen Euro, jährlich um etwa 100 Milliarden Euro steigend."

    Offenbar scheint die Politik tatsächl. auf den Trip zu sein, ehrliche Steuerzahler künftig für Regionen heranzunehmen, in denen sich Reich und Arm darin einig sind, dass Steuern eine vermeidbare Strafe darstellen und der beamtete Rest (immerhin jeder Vierte) auf sein Recht pocht, mit Sondergratifikationen überschüttet zu werden, um anschließend mit Anfang 50 in Pension zu gehen. An letzterem ändert auch die halbherzige Symbolpolitik Papandreous - Vorsteher der griechischen Versorgungsanstalt - nicht.

    Das Wallstreet-Journal hat völlig recht, wenn es unumwunden seinen Lesern erklärt: "Germany, the region's effective paymaster" und weiter: "She (Merkel) will have completed one of the biggest sellouts of a people by its political class in modern times."

    Wenn uns Fr. Merkel nun "blühende Landschaften" in Griechenland, Portugal, Irland und anschließend Italien und Spanien verspricht, ist die Satire komplett.

    Interessant, wie die Euro-Protagonisten nun beginnen, die "Transferunion" zu huldigen, während sie privat ihr Vermögen in der Schweiz bunkern und dafür mittlerw. sogar bereit sind, Zinsen an Bern zu zahlen.

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    waren schließlich die "Bösen"im WKII und dürfen dafür noch heute zahlen.

    • joG
    • 05.10.2011 um 9:30 Uhr

    ....sellouts of a people by its political class in modern times."

    Das ist doch Mal ein schöner Satz. Doch ist der jetzige Akt nur noch logische Konsequenz der Tücke früherer Regierungen. Ich glaube zwar nur schwer an groß angelegte Verschwörungen. Das bekommt man nicht hin.

    Aber wo eine Interessengemeinschaft einer sozialen Gruppe besteht, werden alle bzw die überwiegende Mehrheit der Gruppenmitglieder ihr Wohl betreffende Maßnahmen ähnlich beurteilen. Die Gruppe wird recht homogen handeln. So ist das hier seit Jahrzehnten. In diesem Fall beherrscht diese Gruppe weitgehend die Parlamente und Regierungen sowie Universitäten, Schulen, Polizei, Justiz usw.

    Da diese Gruppe relativ immun ist gegenüber Kontrollen durch die Wähler, hat sie über die Zeit zunehmend weniger Hemmungen. Sie hat gelernt.

    • joG
    • 05.10.2011 um 9:39 Uhr

    ....die Folgen der Jahrzehnte langen Periode unkontrollierten Regierens der politischen Elite. Wirtschaftlich ist sie gescheitert.

    Das entspricht jedoch nicht der Weltanschauung dieser Gruppe. Ein Land des Euro Gebiets kann nicht zahlungsunfähig werden. Der Euro darf nicht scheitern! Die EU kann nicht ruhen, sondern sie muss sich weiter fortschreiten! Napoleon soll ein Mal gesagt haben, er könne mit seinen Bajonetten alles machen als darauf zu sitzen.

    Wie wir wissen, endete der Weg vieler seiner Bajonetten entlang der Straße nach Moskau und er selbst im Exil.

    möchte ich solchen Meinungen provokativ entgegnen!

    Natürlich ist und war die Finanzierung der deutschen Einheit weniger glücklich, als wir uns das erhofft haben.

    Aber daraus den Umkehrschluss zu treffen, diese sei verfehlt gewesen ist zwar populär aber einfach bodenlos daneben.

    Ich habe mich ebenso wie viele Bürger über die immensen Summen geärgert, die fehl investiert wurden oder an denen sich korrupte Politiker oder Unternehmer bereichert haben.

    Doch hatten wir wirklich eine Wahl oder konnte man wirklich realistischerweise davon ausgehen, das das vermieden werden konnte?
    Leider nur in der Theorie, in der Praxis gibt es so viele Interessen, Egoismen, sinnvolle wie gierige, das es einfach nicht der Realität gerecht wird, letztlich anderes zu erwarten.
    Der Ausnahmefall Wirtschaftswunder, mit seinen sehr vielen besonderen Konstellationen, ist eben nicht wiederholbar. Schon gar nicht in einer Gesellschaft in der zu viele schon zu viel zu verlieren hätten.

    Die deutsche Einheit hat uns viel gekostet und kostet uns immer noch viel. Das ist aber dem Umstand geschuldet, das die Ostländer eben nicht selbst auf die Beine kommen durften, wie Polen oder die Tschechei das mussten.
    Auch wurde die Kraft der Ostwirtschaft und ihr Zugang zu den Märkten überschätzt.
    Eine echte Alternative hat es damals nicht gegeben, gestänkert und kritisiert wurde und wird viel. Aber niemand in der damaligen Opposition hatte auch nur den Hauch einer Vorstellung, wie es hätte anders laufen können.

    H.

    • kantig
    • 05.10.2011 um 12:35 Uhr

    werter @ HH 7, erstaunlich wie Sie zwar sich auf die erscheinungen berufen, aber die ursachen und die verursacher völlig ausblenden. da ist das glauben wollen, möchten und müssen eine besondere form der frei- und willigen unwissenheit und beleg für gelungene manipulierung.
    gegen Ihre wissensignoranz:
    1."Wie konnte aus dem Wert der DDR-Betriebe, den der erste Treuhandpräsident Detlev Rohwedder auf 600 Milliarden D-Mark schätzte, ein Milliardendefizit werden? Die Treuhandanstalt, zuständig für die Privatisierung der DDR-Betriebe, hinterließ einen Schuldenberg von 250 Milliarden D-Mark (ca. 125 Milliarden Euro)." (http://www.zdf.de/ZDFde/i...)
    2. "Am 18. Mai 1990 wurde der Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der DDR unterzeichnet. Gegen den Widerstand des Bundesbankpräsidenten Karl Otto Pöhl hatte Kohl darin einen Umtauschkurs von Mark der DDR in D-Mark von 1:1 bei Löhnen, Gehältern, Mieten und Renten durchgesetzt. " (http://de.wikipedia.org/w...)
    3. "Lafontaine bezeichnete Kohls Pläne als unbezahlbar und erhielt dafür Zustimmung vom damaligen Bundesbankpräsidenten Karl Otto Pöhl." (http://de.wikipedia.org/w...)
    4. Zu Griechenland:
    "Früher gab es in Deutschland die geräuschlose Kriegsfinanzierung durch die Notenpresse, heute die geräuschlose Friedensfinanzierung, die Milliarden in die Finanzindustrie umlenkt - sagt Finanzexperte Stefan Homburg." (SZ online, 29.9.11)

    Als Rohwedder die Treuhandanstalt übernahm schätzte er (wörtlich!) den "ganzen Salat auf 600 Milliarden DM".
    Nach dem Ende der Privatisierungen hatte die Treuhandanstalt aber 250 Milliarden DM SCHULDEN!
    In der ZDF Doku "Beutezug Ost" wird, leider sehr langatmig, wie die westdeutschen Unternehmer jede Ostdeutsche Konkurrenz zu Schnäppchenpreisen übernehmen konnte.

    http://www.youtube.com/wa...

    Besonders empfehlenswert ist der Beitrag ab der 25. Minute: Schauen Sie doch mal nach, was Sie unter "Erblastentilgungsfond" finden - den deutschen Schattenhaushalt, der jetzt den Griechen vorgeworfen wird.

    waren schließlich die "Bösen"im WKII und dürfen dafür noch heute zahlen.

    • joG
    • 05.10.2011 um 9:30 Uhr

    ....sellouts of a people by its political class in modern times."

    Das ist doch Mal ein schöner Satz. Doch ist der jetzige Akt nur noch logische Konsequenz der Tücke früherer Regierungen. Ich glaube zwar nur schwer an groß angelegte Verschwörungen. Das bekommt man nicht hin.

    Aber wo eine Interessengemeinschaft einer sozialen Gruppe besteht, werden alle bzw die überwiegende Mehrheit der Gruppenmitglieder ihr Wohl betreffende Maßnahmen ähnlich beurteilen. Die Gruppe wird recht homogen handeln. So ist das hier seit Jahrzehnten. In diesem Fall beherrscht diese Gruppe weitgehend die Parlamente und Regierungen sowie Universitäten, Schulen, Polizei, Justiz usw.

    Da diese Gruppe relativ immun ist gegenüber Kontrollen durch die Wähler, hat sie über die Zeit zunehmend weniger Hemmungen. Sie hat gelernt.

    • joG
    • 05.10.2011 um 9:39 Uhr

    ....die Folgen der Jahrzehnte langen Periode unkontrollierten Regierens der politischen Elite. Wirtschaftlich ist sie gescheitert.

    Das entspricht jedoch nicht der Weltanschauung dieser Gruppe. Ein Land des Euro Gebiets kann nicht zahlungsunfähig werden. Der Euro darf nicht scheitern! Die EU kann nicht ruhen, sondern sie muss sich weiter fortschreiten! Napoleon soll ein Mal gesagt haben, er könne mit seinen Bajonetten alles machen als darauf zu sitzen.

    Wie wir wissen, endete der Weg vieler seiner Bajonetten entlang der Straße nach Moskau und er selbst im Exil.

    möchte ich solchen Meinungen provokativ entgegnen!

    Natürlich ist und war die Finanzierung der deutschen Einheit weniger glücklich, als wir uns das erhofft haben.

    Aber daraus den Umkehrschluss zu treffen, diese sei verfehlt gewesen ist zwar populär aber einfach bodenlos daneben.

    Ich habe mich ebenso wie viele Bürger über die immensen Summen geärgert, die fehl investiert wurden oder an denen sich korrupte Politiker oder Unternehmer bereichert haben.

    Doch hatten wir wirklich eine Wahl oder konnte man wirklich realistischerweise davon ausgehen, das das vermieden werden konnte?
    Leider nur in der Theorie, in der Praxis gibt es so viele Interessen, Egoismen, sinnvolle wie gierige, das es einfach nicht der Realität gerecht wird, letztlich anderes zu erwarten.
    Der Ausnahmefall Wirtschaftswunder, mit seinen sehr vielen besonderen Konstellationen, ist eben nicht wiederholbar. Schon gar nicht in einer Gesellschaft in der zu viele schon zu viel zu verlieren hätten.

    Die deutsche Einheit hat uns viel gekostet und kostet uns immer noch viel. Das ist aber dem Umstand geschuldet, das die Ostländer eben nicht selbst auf die Beine kommen durften, wie Polen oder die Tschechei das mussten.
    Auch wurde die Kraft der Ostwirtschaft und ihr Zugang zu den Märkten überschätzt.
    Eine echte Alternative hat es damals nicht gegeben, gestänkert und kritisiert wurde und wird viel. Aber niemand in der damaligen Opposition hatte auch nur den Hauch einer Vorstellung, wie es hätte anders laufen können.

    H.

    • kantig
    • 05.10.2011 um 12:35 Uhr

    werter @ HH 7, erstaunlich wie Sie zwar sich auf die erscheinungen berufen, aber die ursachen und die verursacher völlig ausblenden. da ist das glauben wollen, möchten und müssen eine besondere form der frei- und willigen unwissenheit und beleg für gelungene manipulierung.
    gegen Ihre wissensignoranz:
    1."Wie konnte aus dem Wert der DDR-Betriebe, den der erste Treuhandpräsident Detlev Rohwedder auf 600 Milliarden D-Mark schätzte, ein Milliardendefizit werden? Die Treuhandanstalt, zuständig für die Privatisierung der DDR-Betriebe, hinterließ einen Schuldenberg von 250 Milliarden D-Mark (ca. 125 Milliarden Euro)." (http://www.zdf.de/ZDFde/i...)
    2. "Am 18. Mai 1990 wurde der Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der DDR unterzeichnet. Gegen den Widerstand des Bundesbankpräsidenten Karl Otto Pöhl hatte Kohl darin einen Umtauschkurs von Mark der DDR in D-Mark von 1:1 bei Löhnen, Gehältern, Mieten und Renten durchgesetzt. " (http://de.wikipedia.org/w...)
    3. "Lafontaine bezeichnete Kohls Pläne als unbezahlbar und erhielt dafür Zustimmung vom damaligen Bundesbankpräsidenten Karl Otto Pöhl." (http://de.wikipedia.org/w...)
    4. Zu Griechenland:
    "Früher gab es in Deutschland die geräuschlose Kriegsfinanzierung durch die Notenpresse, heute die geräuschlose Friedensfinanzierung, die Milliarden in die Finanzindustrie umlenkt - sagt Finanzexperte Stefan Homburg." (SZ online, 29.9.11)

    Als Rohwedder die Treuhandanstalt übernahm schätzte er (wörtlich!) den "ganzen Salat auf 600 Milliarden DM".
    Nach dem Ende der Privatisierungen hatte die Treuhandanstalt aber 250 Milliarden DM SCHULDEN!
    In der ZDF Doku "Beutezug Ost" wird, leider sehr langatmig, wie die westdeutschen Unternehmer jede Ostdeutsche Konkurrenz zu Schnäppchenpreisen übernehmen konnte.

    http://www.youtube.com/wa...

    Besonders empfehlenswert ist der Beitrag ab der 25. Minute: Schauen Sie doch mal nach, was Sie unter "Erblastentilgungsfond" finden - den deutschen Schattenhaushalt, der jetzt den Griechen vorgeworfen wird.

  1. Fast klingt es so, als wolle Frau Merkel uns auf eine weitere Abgabe für Arbeitnehmer vorbereiten: den Hellas-Soli. Doch härte Helmut Kohl die finanzielle Solidarität mit dem Osten in Worte wie "Schuldenkrise", "Investitionshemmnis", und "Primärhaushalt" gepackt wäre dies sein politisches Ende gewesen. Denn so sprach damals kein Politiker. Es ging um "Entwicklung", um "Perspektive" und "Zusammen wachsen", um ein Ideal, das eine Gemeinschaft schaffen solle. Frau Merkel hingegen spricht wie eine MBA-Absolventin und sorgt wie Unternehmensberater der 90-er Jahre für Massenentlassungen. Für ein geeintes Europa, eines das den Kontinent stärkt, der eine gemeinsame Identität schafft und mit einem europäischen Aussenminister mit einer Stimme nach aussen spricht würde ich gerne zahlen. Auch ohne Rückzahlung. Für ein Europa nach Vorstellun der Ratingargenturen habe ich keinen Euro übrig!

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  2. "Griechenland müsse nun ähnliche harte Maßnahmen ertragen wie Lettland dereinst - und Ostdeutschland."

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    Solche Worte von einer Bundeskanzlerin sollte man nun wirklich nicht hören müssen.

    Die gesamte "Abwicklung" Ostdeutschlands war in Teilen ein einziges Unrecht gegenüber Ostdeutschen und gegenüber Westdeutschen.

    In Ostdeutschland wurden teilweise völlig unnötig fast alle Betriebe zerschlagen. Es gibt eine Reihe Politiker, welche heute - allerdings nachträglich - was andere vorher gesagt haben -
    zugeben, dass hier schwere Fehler gemacht worden sind.

    Die Fördergelder, welche damals "tiefladerweise" verteilt wurden, führten zu einem Eldorado, für die Kenner der Fördertöpfe.

    Während also Millionen in die Zwangsarbeitslosigkeit marschieren mussten, verdienten sich die Insider der Fördertöpfe "dumm und ähnlich" und scheffelten eine Million nach der anderen. An anderen einzelnen Stellen zig Millionen.

    Das sind nur Ausschnitte. Diese gesamte "Förderung", welche auch nur selten dort ankam, wo sie ankommen sollte, war ein Desaster für Betroffene, eine Existenzvernichtung, und für andere der Goldrausch eines Eldorados.

    Dieses als Vorbild zu nennen, auch noch von einer Bundeskanzlerin, ist sehr merkwürdig.

    20 Leser-Empfehlungen
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    Der Ausverkauf Griechenlands wird vorbereitet. Genau nach Vorbild der Treuhandgesellschaft in der ehem DDR. Wer mehr über die Transformation der ostdeutschen Industrie wissen möchte lese bitte die Ausführungen unter http://www.oeko-net.de/ko...

    Es wird immer behauptet,daß sich die Betriebe der DDR hätten nicht konkurrenz fähig gewesen wären, und deshalb eingegangen sind.

    Mag ja sein. Jedoch gab es ja Fabriken mit kompetenten Arbeitern, mit ein wenig Einfallsreichtum, hätte sie sich vielleicht zu konkurrenzfähigen Betrieben entwickeln können. Angeblich gab es jedoch keine Investoren.

    Auch das ist so gelaufen, wie es gelaufen ist. Jedoch könnte man ja versuchen daraus zu lernen. Dann hätte das ganze vielleicht irgendeinen Sinn gehabt.

    Die Lehre: ein Goldregen wird häufig von den Gewitzen verschwendet, nachhaltiges Wirtschaften kommt dabei oft nicht heraus.

    Moment einmal: ist nicht genau das auch in Griechenland passiert? Ein Euro-Goldregen, der nicht zu nachhaltigen Wirtschaften führt?

    Ja, da könnte die Bundeskanzlerin durchaus recht haben: Ostdeutschland ist nicht nur ein Vorbild für Griechenland, nein die beiden leiden unter den gleichen Fehlentscheidungen.

    Der Ausverkauf Griechenlands wird vorbereitet. Genau nach Vorbild der Treuhandgesellschaft in der ehem DDR. Wer mehr über die Transformation der ostdeutschen Industrie wissen möchte lese bitte die Ausführungen unter http://www.oeko-net.de/ko...

    Es wird immer behauptet,daß sich die Betriebe der DDR hätten nicht konkurrenz fähig gewesen wären, und deshalb eingegangen sind.

    Mag ja sein. Jedoch gab es ja Fabriken mit kompetenten Arbeitern, mit ein wenig Einfallsreichtum, hätte sie sich vielleicht zu konkurrenzfähigen Betrieben entwickeln können. Angeblich gab es jedoch keine Investoren.

    Auch das ist so gelaufen, wie es gelaufen ist. Jedoch könnte man ja versuchen daraus zu lernen. Dann hätte das ganze vielleicht irgendeinen Sinn gehabt.

    Die Lehre: ein Goldregen wird häufig von den Gewitzen verschwendet, nachhaltiges Wirtschaften kommt dabei oft nicht heraus.

    Moment einmal: ist nicht genau das auch in Griechenland passiert? Ein Euro-Goldregen, der nicht zu nachhaltigen Wirtschaften führt?

    Ja, da könnte die Bundeskanzlerin durchaus recht haben: Ostdeutschland ist nicht nur ein Vorbild für Griechenland, nein die beiden leiden unter den gleichen Fehlentscheidungen.

  3. Wäre Griechenland nicht der EU und der bescheidenen Währungsunion beigetreten oder beigetreten worden, hätte es heute diese Probleme nicht. Dann könnten die Griechen auch noch 2050 so rumwurschteln, wie sie es immer getan haben. Ein Besuch von Röschen wird in diesen Tagen auch nichts mehr daran ändern.

  4. Zuerst einmal kann man feststellen, daß es in Griechenland Regionen, Inseln gibt, die von starker Landflucht betroffen sind. Falls die Menschen in solche Regionen zurückkehren, sind sie zu Wohlstand im Ausland gelangt und bauen sich ein schönes Ferienhaus in ihrer Heimat.

    Ostdeutschland ist von einer ganz ähnlichen Landflucht betroffen. Allerdings gibt es in Ostdeutschland auch die Möglichkeit in städtische Regionen im Westen zu pendeln, das tun viele Menschen.

    Es gibt viele Ausbildungsplätze im handwerklichen Bereich in Ostdeutschland, die nicht von Ostdeutschen angenommen werden. Es wäre mal interessant zu untersuchen, warum das so ist. Wie kann da Ostdeutschland ein Vorbild für Griechenland sein? Griechische Jugendliche, die bereit sind deutsch zu lernen und ein Handwerk erlernen möchten, sollten sich in Ostdeutschland bewerben, falls sie keine andere Perspektive haben. Polnische Jugendliche finden Ostdeutschland nicht attraktiv genug, weil sie wohl auch Möglichkeiten in ihrer Heimat haben. Wenn die Jugend aus Griechenland verschwindet nach Ostdeutschland, ja dann wird Griechenland wirklich so werden wie Ostdeutschland. Und Ostdeutschland wird eine multikulturelle Gesellschaft auf dem platten Land. Ostdeutschland als Vorbild??? Renovierte Kirchen, neu gebaute Straßen, absolute Stille, die von fahrenden Autos unterbrochen wird.
    Ältere Damen, die mit dem Fahrrad einkaufen gehen. Wo sind die spielenden Kinder? So kann man endlos fortsetzen...

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    • Matths
    • 05.10.2011 um 10:38 Uhr

    Viele Organisationen und Gesellschaften wachsen aus der Krise. Wenn alles Geschirr zerworfen ist, lässt sich das neue besser denken und umsetzen. (Beispiel für äußere Krise: Es hat erst ein Tschernobyl gebraucht um keine neuen KKW in Deutschland zu errichten und ein Fukushima um die alten KKW abzuschalten; Beispiel einer inneren Krise: Aufstände in Ägypten).

    Nun muss man aber auch zulassen, das eine Gesellschaft oder Organisation ihre Krise durchleben kann. Manchmal kann man durch äußeren Druck eine Krise auch noch befeuern. Dabei muss man als äußerer jedoch immer auch die Angst haben, dass das vormalige Krisenopfer wie Phoenix aus der Asche zum neuen Champion erwächst - bspw. Bayern - und man selbst zum Opfer wird.

    Wie groß muss diese Krise werden, damit Neues entstehen kann, was etwas anderes ist als "mehr von dem alten"? Und wer gehört dazu. Wichtig ist aber, dass sich die Gesellschaft als Gesellschaft wahrnimmt - wir bspw. als EU. Wie soll es sonst zu gemeinsamen Lösungen kommen.

    Und meine Hypothese: Wenn man Berlin mal lässt, wird es in 20 Jahren sein schon jetzt übig vorhandenen nicht-monetären Tranfserleistungen (beobachten Sie das einmal) auch monetär verwerten können. So einen kreativen Boden haben Sie noch nicht gesehen...

    Und wenn wir mal die Ostdeutschen gut ausgebildeten Arbeitskräfte zurückziehen, dass würden ganz schnell die heutigen Geberländer wissen, dass sie schon jetzt ordentliche nicht-monetäre Transferleistungen beziehen ;).

    Gruß, matths

    • Matths
    • 05.10.2011 um 10:38 Uhr

    Viele Organisationen und Gesellschaften wachsen aus der Krise. Wenn alles Geschirr zerworfen ist, lässt sich das neue besser denken und umsetzen. (Beispiel für äußere Krise: Es hat erst ein Tschernobyl gebraucht um keine neuen KKW in Deutschland zu errichten und ein Fukushima um die alten KKW abzuschalten; Beispiel einer inneren Krise: Aufstände in Ägypten).

    Nun muss man aber auch zulassen, das eine Gesellschaft oder Organisation ihre Krise durchleben kann. Manchmal kann man durch äußeren Druck eine Krise auch noch befeuern. Dabei muss man als äußerer jedoch immer auch die Angst haben, dass das vormalige Krisenopfer wie Phoenix aus der Asche zum neuen Champion erwächst - bspw. Bayern - und man selbst zum Opfer wird.

    Wie groß muss diese Krise werden, damit Neues entstehen kann, was etwas anderes ist als "mehr von dem alten"? Und wer gehört dazu. Wichtig ist aber, dass sich die Gesellschaft als Gesellschaft wahrnimmt - wir bspw. als EU. Wie soll es sonst zu gemeinsamen Lösungen kommen.

    Und meine Hypothese: Wenn man Berlin mal lässt, wird es in 20 Jahren sein schon jetzt übig vorhandenen nicht-monetären Tranfserleistungen (beobachten Sie das einmal) auch monetär verwerten können. So einen kreativen Boden haben Sie noch nicht gesehen...

    Und wenn wir mal die Ostdeutschen gut ausgebildeten Arbeitskräfte zurückziehen, dass würden ganz schnell die heutigen Geberländer wissen, dass sie schon jetzt ordentliche nicht-monetäre Transferleistungen beziehen ;).

    Gruß, matths

  5. Der Ausverkauf Griechenlands wird vorbereitet. Genau nach Vorbild der Treuhandgesellschaft in der ehem DDR. Wer mehr über die Transformation der ostdeutschen Industrie wissen möchte lese bitte die Ausführungen unter http://www.oeko-net.de/ko...

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  6. Es wird immer behauptet,daß sich die Betriebe der DDR hätten nicht konkurrenz fähig gewesen wären, und deshalb eingegangen sind.

    Mag ja sein. Jedoch gab es ja Fabriken mit kompetenten Arbeitern, mit ein wenig Einfallsreichtum, hätte sie sich vielleicht zu konkurrenzfähigen Betrieben entwickeln können. Angeblich gab es jedoch keine Investoren.

    Auch das ist so gelaufen, wie es gelaufen ist. Jedoch könnte man ja versuchen daraus zu lernen. Dann hätte das ganze vielleicht irgendeinen Sinn gehabt.

    Die Lehre: ein Goldregen wird häufig von den Gewitzen verschwendet, nachhaltiges Wirtschaften kommt dabei oft nicht heraus.

    Moment einmal: ist nicht genau das auch in Griechenland passiert? Ein Euro-Goldregen, der nicht zu nachhaltigen Wirtschaften führt?

    Ja, da könnte die Bundeskanzlerin durchaus recht haben: Ostdeutschland ist nicht nur ein Vorbild für Griechenland, nein die beiden leiden unter den gleichen Fehlentscheidungen.

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