Wahl der CSU-Spitze Seehofer klar im Amt bestätigt – Gauweiler scheitert

Auf dem CSU-Parteitag bekam Seehofer fast 90 Prozent der Delegierten-Stimmen. Verkehrsminister Ramsauer bleibt Vizevorsitzender, Gauweiler verlor die Kampfabstimmung.

Der Vorsitzende der Christlich Sozialen Union, Horst Seehofer, ist für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt worden. Auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg erhielt er am Samstag 747 von 831 gültigen Stimmen. Das sind 89,9 Prozent. Vor zwei Jahren hatte Seehofer 88,1 Prozent erreicht.

Der als Euro-Skeptiker bekannte Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler ist hingegen mit seiner Kandidatur als stellvertretender CSU-Chef gescheitert. Gauweiler unterlag in einer Kampfabstimmung knapp Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Auf Gauweiler entfielen 419 Stimmen, auf Ramsauer 440 Stimmen.

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Wegen der wiederholten Kritik Gauweilers an der Europapolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Wahl im Vorfeld für große Spannung gesorgt. Bei den weiteren drei Stellvertreter-Posten wurden Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit 85,8 Prozent der Stimmen, Bayerns Justizministerin Beate Merk mit 63,2 Prozent und Verteidigungs-Staatssekretär Christian Schmidt mit 73,1 Prozent gewählt.

Seehofers Eigenwerbung

In seiner Rede am Vormittag hatte CSU-Chef Seehofer noch einmal vehement für seine Wiederwahl geworben. Mit Attacken auf die SPD in Bayern und Berlin und einem Loblied auf große CSU-Erfolge rief er die Christsozialen zu Stolz, Zuversicht und Zusammenhalt auf. "Bayern steht so gut da wie noch nie zuvor in seiner Geschichte", sagte Seehofer. Das sei auch sein eigener Beitrag: "Ich kann Vollzug melden: Auch in den letzten drei Jahren unter meiner Verantwortung ist Bayern die Nummer eins in Deutschland und unter den Top Ten in Europa."

Zwei Jahre vor Landtagswahl attackierte Seehofer – ohne ihn ein einziges Mal namentlich zu nennen – seinen frisch gekürten SPD-Herausforderer Christian Ude. Die von Oberbürgermeister Ude regierte Landeshauptstadt München verdanke ihre gute Situation lediglich den Investitionen des Freistaats. "Mit fremdem Geld lässt sich gut stinken", sagte Seehofer, der auch bayerischer Ministerpräsident ist.

Steinbrück, der Schuldenkönig

Mit Hinblick auf die Bundestagswahl 2013 warf er dem möglichen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück vor, als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen die Verschuldung in die Höhe getrieben zu haben. "Drei Jahre Steinbrück in NRW – das waren 20 Milliarden neue Schulden", sagte er und fügte hinzu: "Steinbrücks NRW, das ist Griechenland und nicht Bayern." Und dieser "Schuldenkönig" wolle nun erzählen, wie man aus der europäischen Schuldenkrise herauskomme, sagte der CSU-Chef.



Den Grünen warf Seehofer in seiner Rede "Unwahrhaftigkeit" vor. Es gehe nicht, dass man für den Atomausstieg demonstriere und auf der anderen Seite Investitionsvorhaben bei erneuerbaren Energien blockiere. Die bayerischen Grünen sieht Seehofer als Leidtragende der Ude-Bewerbung. "Die werden noch merken, dass sie das wahre Opfer sind einer bestimmten Kandidatur in Bayern."

Der CSU-Chef drohte erneut mit einer Klage gegen den Länderfinanzausgleich. Zunächst sollten noch die Ministerpräsidententreffen dieses Jahres abgewartet werden, sagte er. Wenn dabei aber keine Bereitschaft für eine Reform zu erkennen sei, werde Bayern Klage beim Bundesverfassungsgericht einreichen. Bereits Anfang des Jahres hatten die Geberländer Bayern und Hessen sowie das damals schwarz-gelb regierte Baden-Württemberg damit gedroht. Die neue grün-rote Landesregierung in Stuttgart hatte dieses Vorhaben zunächst zurückgestellt, strebt aber ebenfalls eine Neuregelung des Finanzausgleichs an.

 
Leser-Kommentare
    • Fluhu
    • 08.10.2011 um 13:14 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und beteiligen Sie sich konstruktiv. Danke, die Redaktion/se

    Eine Leser-Empfehlung
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    • Ullrik
    • 08.10.2011 um 13:54 Uhr

    ihr Bewerbungsschreiben für die titanic? ;)

    • Ullrik
    • 08.10.2011 um 13:54 Uhr

    ihr Bewerbungsschreiben für die titanic? ;)

    • Fluhu
    • 08.10.2011 um 13:14 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und beteiligen Sie sich konstruktiv. Danke, die Redaktion/se

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    • Fluhu
    • 08.10.2011 um 16:04 Uhr

    Oh yeah, wie mich das freut. Schon seit meiner Schulzeit höre ich Seehofer zu, ein großes Poster über meiner Kommode unterschreibt die Wichtigkeit von ihm. Ich finde es gut wenn er noch weiter hochkommt.
    Ws habt ihr dagegen?
    Bayern ist der einzige Staat, der noch frei ist. Ja, wir haben noch Kühe auf den Weiden und auch die Frauen sind hier noch hübsch. Also was habt ihr dagegen? Dieses Land braucht keine Witzfiguren, sondern mehr 'Big Brothers'. Oh yeah: Bayern is the Best in the whole Universe. We can, we bann, and we gonna made it with Seehhoffy.
    Wer könnte dagegen sein?

    • Fluhu
    • 08.10.2011 um 16:04 Uhr

    Oh yeah, wie mich das freut. Schon seit meiner Schulzeit höre ich Seehofer zu, ein großes Poster über meiner Kommode unterschreibt die Wichtigkeit von ihm. Ich finde es gut wenn er noch weiter hochkommt.
    Ws habt ihr dagegen?
    Bayern ist der einzige Staat, der noch frei ist. Ja, wir haben noch Kühe auf den Weiden und auch die Frauen sind hier noch hübsch. Also was habt ihr dagegen? Dieses Land braucht keine Witzfiguren, sondern mehr 'Big Brothers'. Oh yeah: Bayern is the Best in the whole Universe. We can, we bann, and we gonna made it with Seehhoffy.
    Wer könnte dagegen sein?

  1. das Seehofer, den Steinbrück einen "selbsternannten Weltökonomen" geschimpft hat! Wahre Worte und schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf Schulden- Peers Kanzlerkandidatur! Die Union und die Konservativen Medien werden sich voll auf ihn ein Schießen. Dabei wird Steinbrücks Problem sein, das er soviel Angriffsfläche bietet, das es unmöglich ist, ihn nicht zu treffen! Außerdem wird die Linke ihn nicht mit Herzblut verteidigen, sondern selbst draufhauen. Die Kanzlerkandidatur sollte Steinbrück wirklich jemand Ausreden, alleine schon aus Schutz, jeder der es gut mit ihn meint, sollte ihn davor bewahren 2013, wie die Sau durchs Dorf getrieben zu werden!

    • HH7
    • 08.10.2011 um 13:42 Uhr

    Auf diese Weise werden wenigstens auch den verbohrtesten Stammtisch-Wählern der CSU die Augen geöffnet, dass die zwar Euro-Kritik predigt, jedoch Merkel-Politik zu 100 Prozent unterstützt.

    Ein Hoch auf Gauweiler, der das Kind beim Namen genannt hat.

    13 Leser-Empfehlungen
    • HH7
    • 08.10.2011 um 13:43 Uhr

    Doppelpost. Entfernt, die Redaktion/se

    • Ullrik
    • 08.10.2011 um 13:54 Uhr

    ihr Bewerbungsschreiben für die titanic? ;)

    • khb57
    • 08.10.2011 um 13:58 Uhr

    .
    die Sache eigentlich damals ausgegangen?

    Wurde das Geld an den Landesbeamten mittlerweile wieder eingespart?

    Und es war doch kein CSU-Mitglied dabei verwickelt?

    Anständig auch die Gedenkminute für KTG. Seehofer muss ein Stein vom Herzen gefallen sein........

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    ... und wahrscheinich hat er sich diese spez. Realitäten auf dem Oktoberfest nochmal ordentlich schön ges.....
    Er sollte endlich das Bier aus dem Kopf tun.

    ... und wahrscheinich hat er sich diese spez. Realitäten auf dem Oktoberfest nochmal ordentlich schön ges.....
    Er sollte endlich das Bier aus dem Kopf tun.

    • iawdw
    • 08.10.2011 um 14:03 Uhr

    Ein gutes Zeichen, wenn selbst bei der schlimmsten Stammtischpartei die Populisten durchfallen. Das Berliner Wahlergebnis der FDP und das Scheitern Gauweilers sollte den Populisten dieser Republik die Augen oeffnen (und am besten wenigstens fuer zwei Minuten den Mund schliessen)!

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    ...meinst du jetzt mit Populist? Die gegen und die für den Euro und die EU?

    Dann überlegen Sie doch einmal für zwei Minuten wer da auf einem Parteitag sitzt. Da werden nämlich nur die Parteigänger mit Amt und Mandat hindelegiert. Die berühmte "Basis" ist da nicht vorhanden. Von daher finde ich es bewerkenswert wenn Gauweiler und Ramsauer so ein enges Ergebnis nur hatten.

    Zur FDP nur so viel. Die Wahlplakate der letzten Tage welche sich kritisch mit dem Euro auseinander gesetzt haben waren NICHT der Auslöser für den Untergang der FDP in der Hauptstadt. Alle Politologen und Wahlforscher die man im TV sehen kann sagten übereinstimmend, dass die FDP bereits davor keine Chance hatte und klinisch tot gewesen sei.

    Nur was passiert in der Zukunft? Nun hat der Ramsauer ja auch schön einen auf Euro-kritisch gemacht und hat noch einmal die Mandatsträger hinter sich gebracht. Bin mal gespannt wie sich das auf seine Politik im Kabinett auswirkt. Aber da wird er bestimmt schon morgen wieder in der üblichen Versenkung verschwinden.

    ...meinst du jetzt mit Populist? Die gegen und die für den Euro und die EU?

    Dann überlegen Sie doch einmal für zwei Minuten wer da auf einem Parteitag sitzt. Da werden nämlich nur die Parteigänger mit Amt und Mandat hindelegiert. Die berühmte "Basis" ist da nicht vorhanden. Von daher finde ich es bewerkenswert wenn Gauweiler und Ramsauer so ein enges Ergebnis nur hatten.

    Zur FDP nur so viel. Die Wahlplakate der letzten Tage welche sich kritisch mit dem Euro auseinander gesetzt haben waren NICHT der Auslöser für den Untergang der FDP in der Hauptstadt. Alle Politologen und Wahlforscher die man im TV sehen kann sagten übereinstimmend, dass die FDP bereits davor keine Chance hatte und klinisch tot gewesen sei.

    Nur was passiert in der Zukunft? Nun hat der Ramsauer ja auch schön einen auf Euro-kritisch gemacht und hat noch einmal die Mandatsträger hinter sich gebracht. Bin mal gespannt wie sich das auf seine Politik im Kabinett auswirkt. Aber da wird er bestimmt schon morgen wieder in der üblichen Versenkung verschwinden.

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