Soziale Unruhen: Demonstranten brauchen keine Gewerkschaft
Von Griechenland über Spanien bis in die USA gehen die Menschen gegen soziale Ungerechtigkeit auf die Straße. Warum bleiben Gewerkschaften und linke Parteien außen vor?
© Mario Tama/Getty Images

Demonstranten auf dem Foley Square in New York
" Sometimes the world has a load of questions " heißt es in einem Lied der amerikanischen Band Talking Heads, mit dem kürzlich eine Debatte zwischen jungen Gewerkschaftern und Politikinteressierten aus 25 Ländern eröffnet wurde. Die Frage, die die Welt für die Teilnehmer bereithielt, war folgende: Warum gelingt es den Gewerkschaften und den linken Parteien nicht, die Menschen, die weltweit gegen soziale Ungerechtigkeit demonstrieren, für sich zu gewinnen?
Von Tunesien über Griechenland und die USA bis hin nach Chile demonstrieren Menschen für das Recht auf faire Bildungschancen, gerechte Entlohnung und gegen die wachsende Ungleichheit zwischen Arm und Reich. Es ist eine heterogene Bewegung der Empörten, wie sie sich in Spanien nennen, deren kleinster gemeinsamer Nenner der Wunsch nach einem geregelten Arbeitsleben ist.
Das sind eigentlich klassische Themen der Gewerkschaften und der linken Parteien, doch die scheinen von diesen Unruhen nicht profitieren zu können. Im Gegenteil: Den deutschen Gewerkschaften laufen die Mitglieder weg, besonders im immer wichtiger werdenden Dienstleistungssektor. Lediglich zehn Prozent der deutschen Jugendlichen zwischen 18 und 29 Jahren waren 2010 in einer Gewerkschaft organisiert, Tendenz fallend. 2008 waren es noch 17 Prozent. Das geht aus einem Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln hervor.
Und es ist kein deutsches Phänomen. Weltweit verlieren die Gewerkschaften Mitglieder.
Gewerkschaften und Parteien haben ein Nachwuchsproblem
Den sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien geht es nicht besser. In Spanien, einem Zentrum der europäischen Proteste, wird bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im November voraussichtlich die Sozialistische Partei (PSOE) die Regierungsverantwortung an die konservative Volkspartei (PP) abgeben müssen. Und das obwohl die Demonstranten von den Konservativen wahrscheinlich nicht mehr Gehör finden werden als von der regierenden Partei, gibt Helena Schulz Jimeno vom spanischen Gewerkschaftsbund zu bedenken.
Die Politik der sozialistischen Partei in Griechenland ist der Grund für Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei. Der für amerikanische Verhältnisse relativ linke US-Präsident Barack Obama liegt in den Umfragen bei einem Rekordtief. Auch in Deutschland läuft es für die Linke nicht viel besser, neuste Umfrageergebnisse sehen die Partei auf Bundesebene bei sechs bis sieben Prozent der Wählerstimmen.
Jochen Steinhilber, Referatsleiter der Abteilung Internationale Entwicklungszusammenarbeit der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, fasst das Problem zusammen: "Parteien und Gewerkschaften haben ein größeres Demographieproblem als die Rentenversicherungen." Aber das ist nur die halbe Wahrheit.





Weil die meisten Gewerkschaften doch selbst am System mitverdienen!
Es wird nicht länger für die Rechte des Arbeitnehmers gekämpft sondern stattdessen nur für den eigenen Machterhalt.
Ebenso sind die Etikettierungen links und sozialdemokratisch schon lange nicht mehr aussagekräftig, das sieht man in jedem Land immer mehr.
Die Menschen haben genug von Parteien und Kadern die sich gegenseitig die Klinke in die Hand geben.
Die Menschen haben genug von Heuchlern denen es nur um die eigene Darstellung geht.
Die Menschen wollen endlich Volksvertretungen die ihren Namen auch verdienen!!!
Im Zweifelsfall ist eben auch bei den "Linken" der Rock - ich erinnere hier nur an Bert Rürup (SPD), Walter Riester (SPD) oder Wolfgang Clement (SPD). Alle drei wurden - wie viele andere "Spitzenpolitiker" üppig für arbeitnehmerfeindliche Politik belohnt - Riester und Rürup von Carsten Maschmeyer, Clement von der Zeitarbeitsfirma Adecco.
Die übrigen Parteien sind nicht viel anders - hier erinnere ich nur an Roland Koch, Matthias Wissmann, Stefan Mappus, Edmund Stoiber et cetera pp. von der Union.
Wohlwissend, dass dabei nur die Versicherung verdient. Und helfen dabei mit bei der Rentenkürzung.
Im Zweifelsfall ist eben auch bei den "Linken" der Rock - ich erinnere hier nur an Bert Rürup (SPD), Walter Riester (SPD) oder Wolfgang Clement (SPD). Alle drei wurden - wie viele andere "Spitzenpolitiker" üppig für arbeitnehmerfeindliche Politik belohnt - Riester und Rürup von Carsten Maschmeyer, Clement von der Zeitarbeitsfirma Adecco.
Die übrigen Parteien sind nicht viel anders - hier erinnere ich nur an Roland Koch, Matthias Wissmann, Stefan Mappus, Edmund Stoiber et cetera pp. von der Union.
Wohlwissend, dass dabei nur die Versicherung verdient. Und helfen dabei mit bei der Rentenkürzung.
Gewerkschaften und linken Parteien fehlen seit langem die Glaubwürdigkeit.
Zu oft wurde öffentlich Wasser gepredigt und heimlich Wein getrunken.
Das liegt daran, dass Gewerkschaften und Parteien ständig unterwandert und Politiker sowie Funktiomäre gekauft werden.
Oder sie knicken ein, sobald ein wenig Druck auf sie ausgeübt wird.
..."Warum gelingt es es den Gewerkschaften und den linken Parteien nicht, die Menschen, die weltweit gegen soziale Ungerechtigkeit demonstrieren, für sich zu gewinnen?"...
Die deutschen Gewerkschaften sind doch nur noch die braven Dienstboten der Unternehmem, zu "embedded".
Bei der IG-Metall konnte man es gerade sehen. Schöne Worte, ja. Aber eben nicht mehr ... .
bevor ich den ganzen artikel erst gelesen habe eine antwort... ohne scherz!
weil sich ein [die ] gewerkschaftler, im system, sehr gut mit allen miteln der vuerungspolitik vertraut- verrosten- verschmelzen ....
und dan eben.....,ax ja,die sind ja auch noch da....
die interessen der arbeiter ....foerdern?!
ist diese meinung uebertrieben.....?
so kenne ich sie eben, aus gr.!!!
Die Gewerkschaften haben genug eigenen Unsinn gemacht: Neue Heimat, Coop-Skandal, Bank für Gemeinwirtschaft haben die meisten zwar längst vergessen, der Ruch der kompletten Unfähigkeit umweht die Gewerkschaten nach wie vor.
Die Linke hängen starr im Weltbild des 19. Jhds. fest. Das sozialistische Paradies wird ausserhalb der Linken aber kaum als lohnendes Ziel gesehen.
Heute sind zeitgemässe Antworten gefragt.
... sie ist bestenfalls ein "rötlicher Täuschkörper".
..."Für die linken Parteien gilt, dass sie selbst Teil des Systems sind, das für die Krise verantwortlich gemacht wird. Die SPD in Deutschland ist auf ewig mit der Agenda 2010 verbunden." ...
Schon Kurt Tucholsky konnte sagen:
" Es ist ein Unglück, daß die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt.
Hieße sie Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas -:
vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören:
zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen."
In so fern ist die SPD sich sehr treu geblieben ... ... !
...und ihr kapiert immer noch nichts und wählt die bzw. ihre schwarz-gelben Bruderparteien - stimmt's ?
Spätestens seit dem Afhanistankrieg und der Agenda 2010 bestehen nicht mehr die geringsten Zweifel an Ihrer "Düppeltheorie". Der Privatbankenrettungsfanatismus bestärkt zusätzlich Ihre Auffassung. Der Malocher, der die Erfinder des Prekariats als Interessenvertreter hat, benötigt keine Feinde mehr.
Übrigens sind die sozialdemokrastschen Parteien Griechenlands, Portugals und Spaniens doch die, die den kleinen Mann gegenwärtig mächtig rasieren und die Reichen retten. Sollen die gegen sich selbst protestieren?
Okey, August Bebel würde sich im Grab rumdrehen ob dieser Aussage, aber angesichts der aktuellen Politik hat er das eh schon längst gemacht.
Wirklich sinnvoll war die SPD doch nur unter Bismarck, als sie noch verboten war. Ab dann ging es steil bergab und der berühmte Verräter-Satz hat sich in ihrer Geschichte vermutlich häufiger bestätigt, als die rechten Parteien je Stimmen bekommen haben.
- kaum war die SPD erlaubt, stimmte sie dem 1. Weltkrieg zu. Auch die Kriege in den Kolonien waren ihr weitgehend egal.
- Friedrich Ebert und seine Crew versuchten alles, dem Sozialismus keine Chance zu geben und gemeinsam eine Regierung zu bilden. Der Spartakusbund wurde zerschlagen, Luxemburg und Liebknecht zumindest indirekt von jenen ermordet, die Ebert angestiftet hatte. Die SPD hat die Weimarer Republik völlig in den Sand gesetzt.
- Auch gegen Hitler war die machtlos. Na gut, das war auch die Schuld der KPD. Lieber Hitler statt Einheitsfront. Aber zur KPD wäre es ja nie gekommen, wenn man früher die Spartakisten eingebunden hätte...
- Nach '45 gab es immer wieder die gleiche Politik, wie wir sie heute auch haben. Unter Brandt war es zwar besser, aber seit den 2000ern schickt die SPD Soldaten in jedes Land, wenn die Amis nur laut genug flehen. Das Nein von Schröder ist da fast schon legendär.. aber humane Gründe hatte der dafür sicher nicht.
Zusammengefasst: Seit Bismarck braucht keiner mehr die SPD. Sorry, Bebel.
...und ihr kapiert immer noch nichts und wählt die bzw. ihre schwarz-gelben Bruderparteien - stimmt's ?
Spätestens seit dem Afhanistankrieg und der Agenda 2010 bestehen nicht mehr die geringsten Zweifel an Ihrer "Düppeltheorie". Der Privatbankenrettungsfanatismus bestärkt zusätzlich Ihre Auffassung. Der Malocher, der die Erfinder des Prekariats als Interessenvertreter hat, benötigt keine Feinde mehr.
Übrigens sind die sozialdemokrastschen Parteien Griechenlands, Portugals und Spaniens doch die, die den kleinen Mann gegenwärtig mächtig rasieren und die Reichen retten. Sollen die gegen sich selbst protestieren?
Okey, August Bebel würde sich im Grab rumdrehen ob dieser Aussage, aber angesichts der aktuellen Politik hat er das eh schon längst gemacht.
Wirklich sinnvoll war die SPD doch nur unter Bismarck, als sie noch verboten war. Ab dann ging es steil bergab und der berühmte Verräter-Satz hat sich in ihrer Geschichte vermutlich häufiger bestätigt, als die rechten Parteien je Stimmen bekommen haben.
- kaum war die SPD erlaubt, stimmte sie dem 1. Weltkrieg zu. Auch die Kriege in den Kolonien waren ihr weitgehend egal.
- Friedrich Ebert und seine Crew versuchten alles, dem Sozialismus keine Chance zu geben und gemeinsam eine Regierung zu bilden. Der Spartakusbund wurde zerschlagen, Luxemburg und Liebknecht zumindest indirekt von jenen ermordet, die Ebert angestiftet hatte. Die SPD hat die Weimarer Republik völlig in den Sand gesetzt.
- Auch gegen Hitler war die machtlos. Na gut, das war auch die Schuld der KPD. Lieber Hitler statt Einheitsfront. Aber zur KPD wäre es ja nie gekommen, wenn man früher die Spartakisten eingebunden hätte...
- Nach '45 gab es immer wieder die gleiche Politik, wie wir sie heute auch haben. Unter Brandt war es zwar besser, aber seit den 2000ern schickt die SPD Soldaten in jedes Land, wenn die Amis nur laut genug flehen. Das Nein von Schröder ist da fast schon legendär.. aber humane Gründe hatte der dafür sicher nicht.
Zusammengefasst: Seit Bismarck braucht keiner mehr die SPD. Sorry, Bebel.
Den Menschen wird im Moment drei Dinge klar:
1. Gewerkschaften gehören der Vergangenheit ein, weil das Kapital heute mobil ist - d.h. Firmen verlegen ganz einfach ihre Standorte in Länder, die "arbeitgeberfreundlicher" sind
2. Parteien vertreten überwiegend die Interessen der Industrien (siehe Schröder/Maschmayer)
3. Wenn die Firmen global agieren, müssen auch Arbeitskräfte global agieren.
4. Das letzte Wort hat immer die Finanzindustrie
Die Arbeitnehmer hinken noch der Globalisierung hinterher - holen aber, dank internet, auf. Bin sehr gespannt, wie es weitergeht.
warum Arbeitnehmer den Kapitaleignern unterlegen sind:
Sie sind weniger solidarisch!
Wieso ist das Kapital den heute mobil?
Die heutige Mobilität des Kapitals ist das Ergebnis jahrzehntelanger Lobbyarbeit. Das Argument der übermächtigen Globalisierung wurde genutzt, um die Freiheiten zu erlangen, die die Globalisierung des Kapitals und der Unternehmen erst perfekt machten. Während die Menschen hinter den Grenzen gehalten wurden und selbst USA-Besucher heute wieder ein Visa brauchen.
Die Grenzen dürfen für Menschen nicht weniger durchlässig sein, wie für Kapital und Waren.
Die grenzenlose Mobilität des Kapitals ist nicht vom Himmel gefallen. Die Bertelsmann Stiftung arbeitet seit ihrer Gründung an der Liberalisierung und Entstaatlichung der Daseinsfürsorge. Seit Jahren und Jahrzehnten hämmern von wirtschaftsliberaler Seite die immer gleichen Slogans der Allmacht der Märkte auf Politiker und Wähler ein.
Die Sprüche wurden so oft wiederholt, dass sie zu unhinterfragten Dogmen wurden. Der Markt war der Wunderheiler, der dann seine Heilkraft erst richtig entfalten kann, wenn er freie Hand bekommt. Schlimme Rückschläge werden als Rückzugssymptome der bald geschlagenen Krankheit verstanden, denn die Richtigkeit des Weges ist gewiss.
Es wundert mich nicht, dass gerade die auf den Plätzen stehen, denen die Dogmen noch nicht jahrelang von Institutionen in die persönliche Weltanschauung gehämmert wurden. Es wundert mich nicht, dass die Leute noch den Mut haben auf ihre Rechte, auf ihre Partizipation an den Wirtschaftsabläufen und auf ihren Anteil am Wohlstand zu fordern.
warum Arbeitnehmer den Kapitaleignern unterlegen sind:
Sie sind weniger solidarisch!
Wieso ist das Kapital den heute mobil?
Die heutige Mobilität des Kapitals ist das Ergebnis jahrzehntelanger Lobbyarbeit. Das Argument der übermächtigen Globalisierung wurde genutzt, um die Freiheiten zu erlangen, die die Globalisierung des Kapitals und der Unternehmen erst perfekt machten. Während die Menschen hinter den Grenzen gehalten wurden und selbst USA-Besucher heute wieder ein Visa brauchen.
Die Grenzen dürfen für Menschen nicht weniger durchlässig sein, wie für Kapital und Waren.
Die grenzenlose Mobilität des Kapitals ist nicht vom Himmel gefallen. Die Bertelsmann Stiftung arbeitet seit ihrer Gründung an der Liberalisierung und Entstaatlichung der Daseinsfürsorge. Seit Jahren und Jahrzehnten hämmern von wirtschaftsliberaler Seite die immer gleichen Slogans der Allmacht der Märkte auf Politiker und Wähler ein.
Die Sprüche wurden so oft wiederholt, dass sie zu unhinterfragten Dogmen wurden. Der Markt war der Wunderheiler, der dann seine Heilkraft erst richtig entfalten kann, wenn er freie Hand bekommt. Schlimme Rückschläge werden als Rückzugssymptome der bald geschlagenen Krankheit verstanden, denn die Richtigkeit des Weges ist gewiss.
Es wundert mich nicht, dass gerade die auf den Plätzen stehen, denen die Dogmen noch nicht jahrelang von Institutionen in die persönliche Weltanschauung gehämmert wurden. Es wundert mich nicht, dass die Leute noch den Mut haben auf ihre Rechte, auf ihre Partizipation an den Wirtschaftsabläufen und auf ihren Anteil am Wohlstand zu fordern.
der in D und auch anderswo zugunsten der Großverdiener stattgefunden hat, ist ohne die Mittäterschaft der Gewerkschaften nicht möglich gewesen.
Sie haben sich als Arbeitnehmervertreter diskreditiert.
Gestern habe ich mich bezgl. der derzeit stattfindenden Massenproteste allerorten auch gefragt, wo die angeblichen Arbeitnehmervertreter eigentlich sind.
Tja, ist aus der Richtung wohl nichts mehr zu erwarten.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren