Partei-Zugehörigkeit Piraten streiten über Umgang mit Ex-NPD-Mitgliedern
Zwei Mitglieder der Piratenpartei haben zugegeben, früher in der NPD gewesen zu sein. Parteichef Nerz bezeichnet dies als "Jugendsünden" – und erntet Widerspruch.
© Carsten Rehder dpa

Delegierte der Piraten auf dem Parteitag in Kiel
In der Piratenpartei ist ein Streit über den Umgang mit ehemaligen NPD-Mitgliedern ausgebrochen. Nachdem sich jüngst zwei Parteimitglieder zu ihrer NPD-Vergangenheit bekannt hatten, hatte der Bundesvorsitzende Sebastian Nerz das als "Jugendsünden" bezeichnet. Der stellvertretende Vorsitzende der Piraten, Bernd Schlömer, stellt sich nun offen gegen den Parteichef. "In unserer Partei ist kein Platz für ehemalige NPD-Mitglieder", sagte Schlömer der Tageszeitung (taz).
Menschen würden sich bewusst entscheiden, in welcher Partei sie Mitglied werden. "Wir sind kein Sammelbecken für verfassungsfeindliche Meinungen. Wir müssen da sehr sensibel sein", sagte Schlömer. Er glaube nicht, dass Leute, die einmal in der NPD waren, die inhaltlichen Ziele der Piratenpartei heute mittragen können.
Nerz sagte gegenüber der Zeitung Die Welt: "Es gibt einige, die in jugendlicher Naivität in die NPD eingetreten sind und deren rechtsextreme Politik nicht wirklich durchschaut hatten." Jeder Mensch habe das Recht, sich zu irren. Eine Demokratie müsse auch verzeihen können. Daraufhin hatte sich bereits die Bundesgeschäftsführerin der Piraten, Marina Weisband, von ihm distanziert. Das Wort "Jugendsünden" sei "falsch gewählt, weil es zunächst bagatellisierend klingt", sagte sie der Welt.
Kritik kommt auch von den Grünen. Volker Beck kritisierte Nerz' Einstellung als "geradezu naiv". Das Argument sei besonders fehl am Platz, wenn es sich um ehemalige Funktionäre der NPD gehandelt habe, sagte er. Zwar müsse jedem die Möglichkeit gegeben werden, in die demokratische Parteienfamilie zurückzukehren. "Aber das setzt voraus, dass man seine Gesinnung nachvollziehbar geändert hat." Das sei hier nicht in allen Fällen klar.
"Es wird sicher noch ein paar Piraten geben, die früher bei der NPD waren"
In den vergangenen Tagen hatten Mitglieder aus zwei Landesverbänden zugegeben, früher in der NPD gewesen zu sein. Zunächst war im bayerischen Freising der Kreisvorsitzende zurückgetreten. Dann hatte ein Mitglied des Landesvorstandes in Mecklenburg-Vorpommern seine frühere NPD-Mitgliedschaft eingeräumt und seine Arbeit im Landes- und im Kreisvorstand niedergelegt.
Der Landesvorsitzende der Piratenpartei in Mecklenburg-Vorpommern, Michael Rudolph, sagte der taz, das Problem im Fall seines Vorstandskollegen sei nicht gewesen, dass dieser früher NPD-Mitglied gewesen sei, sondern dass er dazu gelogen habe. Man dürfe deshalb aber jetzt nicht beginnen, jedes Neumitglied zu überprüfen.
Die Debatte um ehemalige Mitglieder der NPD wird die Piraten wohl weiter beschäftigen. Nerz sagte am Samstag im SWR: "Es wird sicherlich noch ein paar Piraten geben, die früher bei der NPD waren." Jeder Einzelfall müsste geprüft werden.
- Datum 16.10.2011 - 19:17 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 67
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DIe streiten sich wenigstens transparent darüber.
Mutti hat bei dem kriminellen Guttenberg nur zu sagen " Ich habe ja schließlich auch keinen wissenschaftlichen Assistenten eingestellt.
Bitte bleiben Sie beim konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/mk
Zitat aus Wikipedia :
"Anfangs vereinte sie sowohl linke als auch rechte Anhänger des Umweltschutzes."
http://is.gd/nqgcEL
Na und ?
Am Anfang istsm halt gelegentlich unübersichtlich.
Dafür sind die Piraten nicht weichgespült und lobbyinfiziert und auch keine Prä-Senioren-Partei wie die Grünen.
So what.
auf den Punkt gebracht.
Vor allem sollte man auch nicht vergessen, wieviele ex-Nazis nach dem Krieg in den sogenannte "etablierten Parteien2 Unterschlupf gefunden haben. Und zum Teil in wichtigen politischen Ämtern tätig waren. Jahrelang.
Zitat aus Wikipedia :
"Anfangs vereinte sie sowohl linke als auch rechte Anhänger des Umweltschutzes."
http://is.gd/nqgcEL
Na und ?
Am Anfang istsm halt gelegentlich unübersichtlich.
Dafür sind die Piraten nicht weichgespült und lobbyinfiziert und auch keine Prä-Senioren-Partei wie die Grünen.
So what.
auf den Punkt gebracht.
Vor allem sollte man auch nicht vergessen, wieviele ex-Nazis nach dem Krieg in den sogenannte "etablierten Parteien2 Unterschlupf gefunden haben. Und zum Teil in wichtigen politischen Ämtern tätig waren. Jahrelang.
...wie hier teilweise versucht wird, der Piratenpartei einen rechtsradikalen Touch unterzuschieben.
Begrüßenswert ist eher der offene Umgang mit Parteimitgliedern, die eine möglicherweise ungute politische Vergangenheit haben.
Bei der CDU wurden solche Leute Ministerpräsident und nach ihrem Tode vom Nachfolger als vermeintlicher Widerstandskämpfer gefeiert, wie in BW mit Filbinger bzw. Oettinger passiert.
...und geht in die Offensive!
Wenn ich zum "regierenden Klüngel" gehören würde - dann würde auch ich genau hier ansetzen!
P.S. Die Piraten sind leider unfähig - und ist das deren "Unbedarftheit" zuzuschreiben? - sie nützen die "Steilvorlagen" der sogenannten "Eliten" leider nicht aus.
Genau solch eine politische Kultur würde ich mir wünschen.
Wo eine Partei mal eine "Steilvorlage" ungenutzt verstreichen lässt und nicht reflexhaft jede Schwäche der anderen attackiert.
Wadenbeißer waren gestern. Hoffentlich bleiben die Piraten noch lange so "unbedarft".
Genau solch eine politische Kultur würde ich mir wünschen.
Wo eine Partei mal eine "Steilvorlage" ungenutzt verstreichen lässt und nicht reflexhaft jede Schwäche der anderen attackiert.
Wadenbeißer waren gestern. Hoffentlich bleiben die Piraten noch lange so "unbedarft".
Nazis sollten alle froh sein - wenn diese denn WIRKLICH geläutert sind.
Es gibt keine ideale Löäsung für dieses Problem.- Parteiverbot für Ex-Nazis? Wollen wir, dass sie Nazis bleiben? Umgekehrt: Wollen wir, dass eine demokratische Partei von Nazis infiltriert wird? Oder Ex-Nazis Nazi-Rest-Denken mitbringen?
EINZIGE LÖSUNG: 1. Transparenz. 2. Vorsicht. 3. Klare Formulierung demokratischer Grundsätze, denen natürlich auch Ex-Nazis sich zu unterwerfen haben. 4. Leider Gottes: Parteiausschlussverfahren bei Verstoßen gegen 3.
AUSSERDEM würde ich vorschlagen, dass solche Ex-Nazis, sofern sie denn ein politisches Amt anstreben, ein den Wählern und allen Interessierten zugängliches persönliches politisches Bekenntnis ablegen, in der sie die Geschichte ihres politischen Denkens erklären. Vielleicht als Blog?
Schließlich will man als Wähler wissen, wen man wählt.
Übrigensd wäre das dann schon wieder mehr Offenheit, als die anderen Parteien offerieren - als Wähler hat man ja nur die Wahl zwischen verschiedenen Einheitslisten...
"Volker Beck kritisierte Nerz' Einstellung als "geradezu naiv"."
Was hat ausgerechnet der Beck sich in die Belange einer anderen Partei einzumischen?
Schluß mit dem grünen Größenwahn!
"Volker Beck kritisierte Nerz' Einstellung als "geradezu naiv"."
Was hat ausgerechnet der Beck sich in die Belange einer anderen Partei einzumischen?
Schluß mit dem grünen Größenwahn!
"Volker Beck kritisierte Nerz' Einstellung als "geradezu naiv"."
Was hat ausgerechnet der Beck sich in die Belange einer anderen Partei einzumischen?
Schluß mit dem grünen Größenwahn!
Einer der frisch gewählten Berliner Piraten hat sich auch nicht entblödet, der DDR zum Geburtstag zu gratulieren. Öffentlich per Twitter. Das haben die MSM auch nicht mitbekommen.
Wollt ihr eigentlich den Piraten eine Rechte Gesinnung andichten? Sicherlich ist es suboptimal wenn ein oder zwei Mandatsträger eine Rechte Vergangenheit erst eingestehen als sie schon gewählt sind.
Die Frage ist aber eher, wie damit umgehen? Ich für meinen teil finde es in diesem Zusammenhang gut dass sie darüber reden und zwar offen und öffentlich. Ich halte es zumindest nicht, wie Sie, für einen Streit sondern für eine Diskussion und das ist auch gut und wichtig.
Die Presse sollte sich mal überlegen mit welcher Wortwahl sie manche Vorgänge beschreibt und ob dieses der Realität entspricht oder ob es nur Haschen von Schlagzeilen ist.
Ich halte die Fragen die sich jetzt die Piraten stellen für sehr wichtig und notwendig. Ehemalige NPD Mitglieder undifferenziert einfach auszuschließen aus einer politischen Meinungsfindung ist mMn. nicht nur diskriminierend und undemokratisch sondern auch kontraproduktiv wenn man diese braune Gesinnung bekämpfen möchte. Ich glaube jedenfalls nicht daran, dass in der Piratenpartei für eine braune Gesinnung Platz ist und somit ist es sicherlich nicht schlecht wenn diese, streng demokratische Partei, Aussteiger durch die Aufnahme und durch das Zeigen einer Alternative unterstützt.
P.s.: Ich bin langsam erheitert über die doch sehr wankelmütige Presse. Vor einigen Wochen hielten viele Ihrer Kollegen die Piraten immerhin noch für linksextrem.
Ausgerechnet Herr Beck von den Grünen. Wo doch diese Partei von Anfang an ein Projekt war, bei dem die Kader der erfolglosen K- Gruppen ihre politische Tätigkeit fortgesetzt haben. Etwa der KBW (Heimat des Ministerpräsidenten von BW, Pol Pot bis zum Schluß die Stange gehalten.
(Ehemalige) "Rechtsradikale" gab in der Frühzeit der Grünen auch, etwa Baldur Springmann und August Haußleiter.
Von diesem unwichtigen Streit abgesehen, halte ich die Piraten für eine politische Eintagsfliege und auch die Grünen dürften bald einen massiven Niedergang erleben.
"Von diesem unwichtigen Streit abgesehen, halte ich die Piraten für eine politische Eintagsfliege und auch die Grünen dürften bald einen massiven Niedergang erleben."
Ihr Wort in Gottes Ohr!
"Von diesem unwichtigen Streit abgesehen, halte ich die Piraten für eine politische Eintagsfliege und auch die Grünen dürften bald einen massiven Niedergang erleben."
Ihr Wort in Gottes Ohr!
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