In ganz Deutschland demonstrieren Menschen gegen die Auswüchse des Kapitalismus und finden dafür auch Unterstützer in der Politik: Politiker von Linken, Grünen, SPD und CDU haben Sympathien für das Aufbegehren bekundet.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte, ihre Partei unterstütze die weltweiten friedlichen Proteste gegen die Macht der Banken und Finanzmärkte. Die SPD kämpfe für eine stärkere Kontrolle der Finanzwirtschaft. Sie forderte eine private Gläubigerbeteiligung bei der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise und eine Finanztransaktionssteuer, "damit nicht immer nur der einfache Steuerzahler für die Folgen der Krise aufkommen muss".

Der Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, bezeichnete die Proteste als den "Beginn einer neuen Demokratiebewegung". Im Gespräch mit den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe forderte er erneut eine Verstaatlichung der Banken. Zudem verlangte er eine europaweite Vermögensabgabe für Millionäre.

Der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold sagte, die Protestbewegung treffe weltweit einen Nerv. Er hoffe, dass die neue globale Bewegung ein Gegengewicht zur Finanzmarktlobby bilden könnte. Skeptisch äußerte er sich über den Protest vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. Die EZB sei "selber eher Opfer als Täter", sagte der Mitbegründer von Attac in Deutschland.

Auch die Gewerkschaften zeigten ihre Unterstützung. "Zu Recht brandmarken sie das Auseinanderdriften von Arm und Reich", sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer. Der Protest Tausender, zumeist junger Menschen sei ein "Alarmsignal". Abseits demokratischer Legitimation und ohne Verantwortungsbewusstsein spalteten Investmentbanken die Gesellschaft.