Harald Range kann neuer Generalbundesanwalt werden. Die SPD-geführten Länder stimmen seiner Nominierung zu, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa. Bei einer Telefonkonferenz hätten sich die Justizminister darauf geeinigt, das FDP-Mitglied Range zu unterstützen.

Range, der bisher die Generalstaatsanwaltschaft in Celle leitet, soll der inzwischen pensionierten Monika Harms in Karlsruhe nachfolgen. Der Generalbundesanwalt ist in Deutschland die Nummer eins bei der Verfolgung von Terroristen.

Eigentlich hatte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) den Stuttgarter Regierungspräsidenten Johannes Schmalzl (FDP) vorgeschlagen. Die SPD-geführten Länder kündigten aber Widerstand gegen ihn im Bundesrat an, daraufhin zog Schmalzl die Kandidatur zurück. Zuvor hatte es öffentlich Kritik an Schmalzls fachlicher Eignung gegeben.

Range ist überparteilich anerkannt

Der jetzige Kandidat Range ist seit zehn Jahren oberster Strafverfolger in Niedersachsen. Im dortigen Justizministerium genießt der 63-Jährige hohe Wertschätzung. Niedersachsens Justizminister Bernd Busemann (CDU) betonte, der Jurist habe auch international einen exzellenten Ruf.

Obwohl Range seit Jahren FDP-Mitglied ist, ist er auch in anderen Parteien anerkannt. Er war 2001 von SPD-Ministerpräsident Sigmar Gabriel zum Generalstaatsanwalt ernannt worden.

Range wurde 1948 in Göttingen geboren. Er studierte dort und in Bonn Rechtswissenschaften und Publizistik. 1975 wurde er Richter, unter anderem in Lüneburg, Northeim und Osterode im Harz. Danach wechselte er zur Staatsanwaltschaft Göttingen, verfolgte dort Wirtschafts- und Umweltdelikte. Nach verschiedenen Stationen im Justizministerium in Hannover ging er nach Celle.

Als Generalstaatsanwalt ist Range auch Präsident des Koordinierungsbüros der Konferenz der Europäischen Generalstaatsanwälte des Europarates. Darüber hinaus ist er für verschiedene internationale Einrichtungen als sachverständiger Berater tätig.