Steuersenkung Seehofer stellt eigenen Plan zur Steuersenkung vor

Die Steuerpolitik bleibt ein Streitthema in der schwarz-gelben Koalition. Der CSU-Chef liefert ein eigenes Steuerkonzept, das einen Freibetrag beim Soli vorsieht.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat ein neues Konzept zur Steuersenkung vorgestellt, in dem ein Abschmelzen des Solidaritätszuschlags vorgeschlagen wird. Seehofer präsentierte seinen Plan der CSU-Landtagsfraktion, wie der Münchner Merkur unter Berufung auf Teilnehmer berichtet. Damit antwortete der CSU-Chef auf einen Vorschlag zur Einkommensteuersenkung, den Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) eine Woche zuvor vorgelegt hatten.

Seehofer will die Bezieher kleiner Einkommen durch die Einführung eines Soli-Freibetrags von 200 Euro entlasten. Der Freibetrag soll nur bis zu einer gewissen, noch nicht näher bezifferten Einkommensgrenze gewährt werden. Im Gespräch ist offenbar eine Obergrenze von 50.000 Euro Jahreseinkommen. Pro Kind solle der Freibetrag um 100 Euro steigen. Eine ledige Mutter zweier Kinder, die derzeit 400 Euro Solidarzuschlag zahlt, würde damit um 400 Euro jährlich entlastet. Insgesamt soll das Entlastungsvolumen vier Milliarden Euro betragen, ein Drittel des derzeitigen Soli-Aufkommens.

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Seehofer erneuerte dem Münchner Merkur zufolge seine Kritik an Kanzlerin Angela Merkel (CDU). "Wir dürfen nicht dulden, dass an der CSU vorbei Steuermodelle in die Öffentlichkeit gebracht werden. Bayern und die CSU lassen das nicht mit sich machen", sagte Seehofer unter dem Beifall der Landtagsfraktion.

Die schwarz-gelbe Koalition verteidigte ihre Steuersenkungspläne im Bundestag gegen die Kritik der Opposition und mehrerer Ministerpräsidenten. Der CDU-Abgeordnete Oliver Gutting warnte in einer Aktuellen Stunde, bei einer Blockade der Regierungspläne durch den Bundesrat müssten künftig immer mehr Menschen den Spitzensteuersatz zahlen, ohne über ein Spitzeneinkommen zu verfügen.

Der CSU-Finanzpolitiker Hans Michelbach bekannte sich trotz Seehofers Kritik zum Steuerkonzept von Schäuble und Rösler: "Ein Euro mehr Verdienst darf nicht in Zukunft zwei Euro mehr Steuern heißen", sagte Michelbach unter Verweis auf die sogenannte kalte Progression.

Die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Nicolette Kressl, warf der Koalition hingegen vor, mit Steuersenkungen auf das falsche Pferd zu setzen. Stattdessen warb sie für den Abbau von Schulden und zusätzliche Ausgaben für die Bildung. Gerhard Schick von den Grünen verwies auf die Schuldenbremse und bezeichnete eine Senkung der Steuern als "unverantwortlich". Der Linken-Finanzexperte Axel Troost mahnte eine Gegenfinanzierung an und warb für eine Anhebung des Spitzensteuersatzes.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Eigentlich völlig logisch, dass Horst Seehofer jetzt unbedingt noch ein eigenes Konzept vorstellen muss. Nicht, weil das der anderen Koalitionspartner schlecht ist, sondern weil Seehofer bei der Vorstellung nicht dabei war.

    Horst ist jetzt beleidigt. So ist das im Kindergarten in Berlin.

    • WiKa
    • 26.10.2011 um 20:33 Uhr

    … und für diesen Zirkus so einen Aufriss. Ob jetzt 6 Milliarden oder nur 4 Milliarden Entlastung und wie die verteilt werden sollen so ein Theater.

    Aber an einem Nachmittag gerade mal wieder ein paar Hundertmilliarden zu versemmeln (heute mit der Erweiterung des €-Rettungsschirm), dass geht mehr oder minder diskussionslos innerhalb von drei Tagen durch den Bundestag mit 90%iger Zustimmung? Ich fasse es nicht, was ist faul im Staate. Was hat der Bürge® verbrochen, dass er so von der Politik abgestraft wird.

    Aber um bei Seehofer zu bleiben, er war es der folgenden Aschermittwochs-Spruch prägte: „Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden!“ … Link (sehr aufschlusssreich), nur im realen Leben scheint auch er an dieser Stelle Erinnerungslücken aufzuweisen.

  2. genommen. Die Bayern haben einen besseren MP verdient!

  3. Jede steuerliche Entlastung, auch der Kleinverdiener, stellte einen politischen Fortschritt dar. Zu verbinden wäre dieses mit einem Schuldenschnitt aller Kommunen um 50 % EU-weit,zahlbar durch die EZB (Trichet hätte dafür eine Woche gebraucht, kostet nichts und ist nur eine politische Buchung). Sorgen müsste man sich nur machen, dass die Schulden nicht sofort wieder neu gemacht werden.

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    • 26.10.2011 um 21:37 Uhr

    Nein überhaupt nicht! Nur dass unser Geld danach 50% weniger Wert ist.. top!

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    • 26.10.2011 um 21:37 Uhr

    Nein überhaupt nicht! Nur dass unser Geld danach 50% weniger Wert ist.. top!

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    • 26.10.2011 um 21:37 Uhr

    Nein überhaupt nicht! Nur dass unser Geld danach 50% weniger Wert ist.. top!

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    • 26.10.2011 um 21:38 Uhr

    um Steuergerechtigkeit gehen!

    Und da muss man nunmal bei der kalten Progression ansetzen.
    Vorallem bei der kommen Inflation die nä. Jahre..

  4. 7. Schelm

    So langsam habe ich das Gefühl, der Seehofer hat mit seinen politischen Ambitionen abgeschlossen und vertreibt sich nun die Zeit bis zur Pension damit, die Kanzlerin zu ärgern.

    Und das scheint mir gar nicht mal so schlecht.

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  5. Wenn sich die Parteien gegenseitig überbieten, dass die Steuern gesenkt werden, hieß das für den Steuerzahler noch immer, noch mehr Steuern zu zahlen. Jetzt wird es eng!

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