CSU sucht MinisterAigner als bayerische Finanzministerin gehandelt

Bayerns Finanzministerium könnte einem Berliner Re-Import zufallen: Aus der CSU dringt heraus, dass Ilse Aigner ihre Chancen sondiert. Vorerst wird alles dementiert.

Die CSU-Ministerin Ilse Aigner erwägt offenbar einen Wechsel von dem Bundesverbraucherressort in die Landespolitik. Aigner sei eine ernsthafte Kandidatin für das Spitze des bayerischen Finanzministeriums, heißt es in CSU-Kreisen, die damit Berichte des Münchner Merkur und der Süddeutschen Zeitung bestätigten. Es habe Gespräche mit Ministerpräsident Horst Seehofer über einen Wechsel nach München gegeben. Aigner sondiere derzeit ihre Chancen auf das Amt, hieß es.

Derzeit sieht es nach Darstellung der CSU-Kreise so aus, als hänge es allein von Aigners Entscheidung ab, ob sie Nachfolgerin des scheidenden Finanzministers Georg Fahrenschon werde. Wer Aigner in diesem Fall als Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Berlin beerben solle, sei unklar.

Anzeige

Ein Sprecher des Ministeriums wies dies alles zurück. "Solche Spekulationen entbehren jeder Grundlage." Berichte über ihr Interesse am Amt des bayerischen Finanzministers seien "kompletter Unsinn".

Ein langfristiges Motiv für einen Wechsel in die Landespolitik könnte für Aigner darin liegen, sich für Seehofers Nachfolge im Amt des Ministerpräsidenten günstig in Stellung zu bringen.

Haderthauer und Söder ebenfalls im Rennen

Als Favoritin für Fahrenschons Nachfolge galt zunächst die Sozialministerin und ehemalige CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer. In der CSU-Landtagsfraktion gibt es aber offenbar Widerstand gegen diese Idee und wachsenden Unmut über die unklare Situation. Eigentlich wollte Seehofer über die Personalie bis zum Anfang dieser Woche entscheiden. Auch Umweltminister Markus Söder wurde für das Finanzministerium gehandelt. Ihm wird aber in der CSU ebenso wie Haderthauer fehlende fachpolitische Erfahrung nachgesagt.

Fahrenschon hatte am Freitag angekündigt, sein Amt niederzulegen und am 30. November für den Präsidenten-Posten beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband zu kandidieren. Der 43 Jahre alte CSU-Politiker wird gegen den Präsidenten des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Rolf Gerlach, antreten.

 
Leserkommentare
  1. Aigner oder Haderthauer,

    ich weiß nicht welche Quotenfrau besser ist?

    Eine Leserempfehlung
  2. das bedeutet: keine Finanzgesetze mehr sondern nur noch ein Finanzportal bei dem sich jeder Steuerzahler, der sich vom Fiskus betrogen sieht, beschweren kann.
    Aigner for Präsident!

    • Wencke
    • 02.11.2011 um 17:36 Uhr

    Dieses Ministerhopping betätigt mich mal wieder in meiner Überzeugung, dass jedes Ministeramt komplett überflüssig ist.

    • Sonate
    • 02.11.2011 um 17:48 Uhr

    seltsam, heute Verbraucherministerin , die angeblich was von Landwirtschaft und Umweltschutz versteht, und schwups am nächsten Tag Finanzministerin, ein wahres Multitalen, aber im negativen

    Eine Leserempfehlung
    • Chilly
    • 02.11.2011 um 19:18 Uhr

    nun will oder nicht. Viel interessanter ist doch, dass ein Leistungsträger des Kabinetts in München sich absetzt. Fahrenschon wurde schon als heißer Kandidat für die Nachfolge von Seehofer gehandelt. Wenn sich so ein Mann eine andere Aufgabe sucht, macht das m.E. mehr als deutlich, dass in der CSU offensichtlich echte Angst vor dem Machtverlust besteht und man sich daher liebe eine gutbezahlte und ehrenvolle Lebensaufgabe sucht.

    Weiter ist interessant, dass offensichtlich die Personaldecke der CSU inzwischen mehr als dünn geworden ist und man so große Probleme hat, die Position zu besetzen. Früher hätte die CSU einen Fundus von möglichen Kandidat(innen) gehabt. Heute sieht dies ganz anders aus und es gibt das, was immer nach großer Schwäche des Chefs aussieht, eine längere Hängepartie. Interessant fände ich die Lösung mit Aigner schon, allerdings v.a. deshalb, weil dann Angela Merkel wieder ein weiteres Problem hätte. Ihre letzten Personalentscheidungen waren nicht unproblematisch und ein Wechsel im Verbraucherschutzministerium könnte doch ein Anlass für eine größere Rochade im Kabinett sein. Das wäre die CHANCE schlechthin, den in Sachen Euro eigentlich zuständigen aber völlig schweigenden Außenminister zu entsorgen und neben der Mindestlohndebatte auch personel auf einen Neuanfang zu setzen.

    CHILLY

    Eine Leserempfehlung
    • AntonB
    • 02.11.2011 um 21:37 Uhr

    ....wird ihre Chef-Lobbyistin ungerne ziehen lassen.

    Mal sehen wen die jetzt aus dem Hut zaubern.

    Na ja - auch recht - braucht man sie nur noch seltener in den Talkshows ertrrrragen.

  3. Nun hat sich auch noch Markus Söder in den Ring rufen lassen.
    Söder womöglich für den anerkannten Fachmann Georg Fahrenschon, der sich über Parteigrenzen hinweg Achtung erworben hat. Alles weitere hat "chilly" im Beitrag Nr. 5 angesprochen; Dank dafür!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service