Rechtsextremismus Bundestag bittet Angehörige der Opfer um Verzeihung

Der Bundestag hat der Toten der rechtsextremistischen Mordserie gedacht. Parlamentspräsident Lammert bat die Angehörigen stellvertretend um Entschuldigung.

Mit einer Gedenkminute hat der Bundestag ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Gewalt gesetzt. Bundestagspräsident Lammert (CDU) drückte seine Trauer, Entsetzen und Bestürzung über die Morde der neonazistischen Tätergruppe aus, die über mehrere Jahre hinweg zehn Menschen getötet haben soll. Er schäme sich dafür, dass die Sicherheitsbehörden die über Jahre geplanten und ausgeführten Verbrechen weder aufdecken noch verhindern konnten.

Stellvertretend für die Abgeordneten sprach er den Angehörigen der Getöteten sein Mitgefühl aus. Er entschuldigte sich auch ausdrücklich für Verdächtigungen und Anfeindungen, die sich gegen die Familien der Opfer gerichtet hatten. Jahrelang hatten Ermittler vermutet, die Morde an Migranten hätten Schutzgelderpressung als Hintergrund. Die Grundrechte gälten für jeden, der in Deutschland lebe, sagte er.

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Die Abgeordneten verabschiedeten einstimmig eine Erklärung gegen extremistische Gewalt. "Wir sind zutiefst beschämt, dass nach den ungeheuren Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes rechtsextremistische Ideologie in unserem Land eine blutige Spur unvorstellbarer Mordtaten hervorbringt", heißt es darin. Der Bundestag erwarte zugige Aufklärung. Dazu seien die Strukturen der Sicherheitsbehörden auf Wirksamkeit hin zu überprüfen.  

In der vorangegangenen Debatte rief Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) dazu auf, Fremdenfeindlichkeit keinen Raum zu lassen. Er sprach sich für ein Verbot der NPD aus, wenn dies aussichtsreich sei. Das Thema stehe jedoch nicht allein im Mittelpunkt. Er gab kurz Einblick in den Stand der Ursachenforschung und die Vorgehensweise der Ermittler. Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern sollten künftig besser zusammenarbeiten, um Ermittlungspannen zu verhindern, sagte auch er.

Neonazi-Terror in Deutschland
Morde, ungeklärte Anschläge und Reaktionen
1996 und 1997

Uwe B., Uwe M. und Beate Z. fallen 1996 zum ersten Mal auf. Sie sollen eine Puppe mit gelbem Davidstern an einer Autobahnbrücke aufgehängt haben. 1997 deponieren sie einen mit Sprengstoff gefüllten und mit Hakenkreuz bemalten Koffer in der Jenaer Innenstadt.

Januar 1998

In Jena hebt die Polizei die Bombenwerkstatt der drei mutmaßlichen Rechtsterroristen aus. Das Labor war in einer Garage versteckt. Die Fahnder stellen Rohrbomben sicher, die mit dem Sprengstoff TNT gefüllt sind. Das Trio flieht. Noch offen ist, wer ihnen bei der Flucht half.

28. September und 19. Dezember 1998

Auf das Grab des früheren Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, werden zwei Anschläge verübt. Der Fall wurde nie aufgeklärt, die Ermittler untersuchen mögliche Verbindungen zu den drei Neonazis.

1999 bis 2011

14 Banküberfälle werden Uwe B. und Uwe M. zugeordnet: Chemnitz: 6. und 27.10.1999, 30.11.2000, 23.9.2003, 14. und 18.5.2004, 22.11.2005; Zwickau: 5.7.2001, 25.9.2002 und 5.10.2006; Stralsund: 7.11.2006 und 8.1.2007; Arnstadt: 7.9.2011; Eisenach: 4.11.2011. Sie fliehen mit dem Fahrrad. 

9. März 1999

In Saarbrücken explodiert in der Ausstellung zu Verbrechen der Wehrmacht ein Sprengsatz. Trotz eines anonymen Bekennerbriefes kann die Polizei die Tat nicht aufklären. Ob Uwe B., Uwe M. und Beate Z. beteiligt waren, wird untersucht.

27. Juli 2000

Ungeklärt ist auch der Splitterbombenanschlag an einer Düsseldorfer S-Bahn-Station. Zehn Einwanderer aus Osteuropa werden schwer verletzt, eine Frau verliert ihr ungeborenes Kind. Der Anschlag läuft ähnlich ab wie der in Köln 2004. War auch hier das Jenaer Trio beteiligt?

9. September 2000

In Nürnberg wird der 38-jährige türkische Blumenhändler Enver S. erschossen. Eine der verwendeten Waffen ist die bei allen folgenden Taten genutzte Pistole, eine Ceska, die später in der Zwickauer Brandruine gefunden wird. Enver S. ist das erste Opfer der Mordserie.

19. Januar 2001

Eine Deutsch-Iranerin wird in einem Kölner Lebensmittelgeschäft durch einen in einer Keksdose versteckten Sprengsatz schwer verletzt. Hinweise darauf, dass das Trio hinter dem Anschlag steckte, finden sich auf der in der Zwickauer Brandruine (Bild) gefundenen DVD.

13. Juni 2001

In Nürnberg stirbt der 49 Jahre alte, türkische Änderungsschneider Abdurrahim Ö. Er wurde mit zwei Kopfschüssen niedergestreckt. Ein Komplize des Täters soll draußen in einem Auto gewartet haben.

27. Juni 2001

In Hamburg wird der 31-jährige Gemüsehändler Süleyman T. in seinem Laden ermordet. Drei Schüsse haben ihn in den Kopf getroffen. Die Polizei geht von zwei Tatwaffen aus.

29. August 2001

In München wird der 38 Jahre alte, türkische Gemüsehändler Habil K. erschossen. Auch er wird in den Kopf getroffen, mit zwei Schüssen.

25. Februar 2004

In Rostock wird der 25 Jahre alte Dönerladen-Aushilfsverkäufer Yunus T. ermordet. Der Türke war erst zehn Tage in Deutschland.

9. Juni 2004

Durch einen Nagelbombenanschlag in Köln werden 22 Menschen verletzt. Im November 2011 wird der bislang ungeklärte Fall neu aufgerollt, weil die Neonazis sich auf ihrer DVD zu dem Anschlag bekannt haben.

9. Juni 2005

In Nürnberg stirbt an seinem Dönerstand der 50 Jahre alte Besitzer Ismail Y. Ein Kunde findet ihn hinter der Theke. Fünf Schüsse haben ihn getroffen. Zeugen sagen, zwei Männer hätten auf ihn geschossen.

15. Juni 2005

Der 41-jährige Theodorus B. wird in seinem Laden, einem Schlüsseldienst in München, erschossen. Er stammt als einziges Opfer aus Griechenland.

4. April 2006

In Dortmund wird in den Mittagsstunden an einer vielbefahrenen Straße der türkischstämmige Kioskbesitzer Mehmet K. mit mehreren Kopfschüssen getötet. Der 39-Jährige hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

6. April 2006

Halit Y., der 21 Jahre alte türkische Betreiber eines Internetcafés in Kassel, wird ebenfalls mit Kopfschüssen getötet. Am Tatort befand sich möglicherweise ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes. Er soll auf dem Dachboden seines Hauses Bücher zur Nazizeit gehortet haben.

25. April 2007

In Heilbronn wird Michèle Kiesewetter, eine aus Thüringen stammende, 22 Jahre alte Bereitschaftspolizistin, erschossen. Ihr Kollege überlebt schwer verletzt. Am Dienstwagen wird die DNA-Spur einer Unbekannten sichergestellt.

13. Dezember 2008

Der Passauer Polizeichef Alois Mannichl wird an seiner Wohnhaustür in Fürstenzell niedergestochen. Zunächst wird ein Racheakt eines Neonazis vermutet, weil Mannichl mehrfach gegen Aufmärsche von Rechtsextremisten vorging. Auch hier wird überlegt, ob der Fall neu untersucht werden muss.

1. November 2011

In Döbeln bei Leipzig wird ein Dönerbuden-Betreiber erschossen. Der 41-jährige Jamal al M. stammt aus dem Libanon. Eine Angestellte bleibt unverletzt. Der Täter kann fliehen. Ob es eine Verbindung zu den früheren Morden gibt, ist unklar.

4. November 2011

Nach einem Banküberfall werden Uwe B. und Uwe M. tot in ihrem ausgebrannten Wohnmobil bei Eisenach gefunden. In Zwickau geht ihre Wohnung in Flammen auf. In den Trümmern werden die Waffen und eine DVD gefunden, auf der sich die drei zu den Morden und einigen Anschlägen bekennen.

8. November 2011

Beate Z. stellt sich der Polizei in Jena und wird wegen dringenden Verdachts der Gründung der Neonazi-Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) festgenommen. Sie soll nach Polizeiangaben mehrere Alias-Namen benutzen. Seither sitzt die 36-Jährige in Untersuchungshaft.

13. November 2011

Holger G. wird in Niedersachsen festgenommen. Er soll Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sein und dem Trio Ausweise überlassen haben. Holger G. wurde schon 1999 observiert, doch der niedersächsische Verfassungsschutz stufte ihn nur als Mitläufer ein.

15. November 2011

Die CDU fasst auf ihrem Parteitag in Leipzig einstimmig den Beschluss, ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD zu prüfen. Auch die SPD fordert wieder, die Partei zu verbieten. In dem Zusammenhang wird auch diskutiert, ob der Einsatz der V-Leute vom Verfassungsschutz überprüft werden muss. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich will ein Zentralregister einrichten, in dem alle Informationen über Neonazis gespeichert werden sollen.

Am gleichen Tag wird bekannt, dass das Neonazi-Trio eine Liste angefertigt hatte, auf der auch Politiker verzeichnet waren.

16. November 2011

Beate Z. (Foto) trägt nichts zur Aufklärung der Mordserie bei. Sie schweigt. Derweil wird die Liste der Fahndungspannen immer länger. Polizei und Verfassungsschutz hatten offenbar Dutzende Chancen verpasst, die Neonazi-Gruppe zu finden.

18. November 2011

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will als Reaktion auf die Ermittlungspannen die Zahl der Verfassungsschutzämter in Deutschland reduzieren. Die Länder sind dagegen. Vereinbart wird auf einem Krisengipfel aber, ein Abwehrzentrum Rechts und eine zentrale Neonazi-Datei einzurichten.

Die Bundesanwaltschaft ist derweil weiteren Verdächtigen auf der Spur. Zudem wird bekannt, dass Zielfahnder offenbar Uwe B., Uwe M. und Beate Z. schon kurz nach deren Untertauchen auf den Fersen waren. Kurz vor dem Zugriff soll die Aktion aber abgebrochen worden sein.

21. November

Es wird bekannt, dass Uwe M. durch eine Behördenpanne an gefälschte Ausweispapiere kam. BKA-Chef Ziercke verwirrt mit der These, Michèle Kiesewetter sei doch gezielt getötet worden. "Unsinn", heißt es dazu aus Thüringen.

22. November
Kristina Schröder

Die Mittel für Initiativen gegen Rechtsextremismus sollen, anders als von Familienministerin Kristina Schröder ursprünglich geplant, nun doch nicht gekürzt werden. Zudem will die Bundesregierung die Angehörigen der Opfer entschädigen.

24. November

In Brandenburg wird der 32-jährige André E. festgenommen. Er soll die Bekenner-DVD der NSU produziert haben. Im Mai 2009 soll er zudem Uwe B. und Beate Z. Bahncards überlassen haben, die auf ihn und seine Frau ausgestellt waren.
 

29. November

Der ehemalige NPD-Funktionär Ralf W. wird in Jena verhaftet. Dem 36-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, der Neonazi-Gruppe eine Schusswaffe und Munition besorgt zu haben. W. war bis Mai 2008 Vize-Chef der thüringischen NPD.

11. bis 13. Dezember

Der mutmaßliche Unterstützer Matthias D. wird gefasst. Der 36-Jährige, der wie André E. aus dem sächsischen Johanngeorgenstadt stammt, soll in Zwickau zwei Wohnungen für die Gruppe angemietet haben.

Derweil wächst bei Schwarz-Gelb die Skepsis gegenüber einem erneuten NPD-Verbotsverfahren. Man fürchtet angesichts der vielen V-Leute in der NPD (offenbar mehr als 130) einen erneuten Misserfolg.

In den folgenden Tagen wird bekannt, dass die Ermittler auch Spuren der Terrorzelle nach Berlin und in die Schweiz untersuchen. Möglicherweise war sie an einem Mord in Zürich beteiligt.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sagte, der Verfassungsschutz stecke nach den Ermittlungspannen "in einer schweren Glaubwürdigkeitskrise". Der Verdacht sei unglaublich, dass Beamte nicht nur nichts gesehen hätten, sondern sogar an Tatorten gewesen seien.

Union nimmt Mittelkürzung zurück

Das alles bedürfe der Aufklärung, die nicht nur hinter verschlossenen Türen stattfinden dürfe. Unter Applaus der Oppositionsfraktionen kritisierte er das Familienministerium, das die finanzielle Unterstützung von Initiativen gegen Rechtsextremismus gekürzt hatte.

FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger entgegnete, das Ministerium habe die Budgets mangels Nachfrage verkleinert. Aus der SPD-Fraktion wurde die Vermutung laut, die Kürzung rühre auch daher, dass zwischen staatlicher Zählung von Gewaltopfern und anderen Recherchen eine Diskrepanz bestehe.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte unterdessen zu, die Union werde die Mittelkürzung zurücknehmen. Unter anderem die Grünen hatten der zuständigen Familienministerin Kristina Schröder (CDU) vorgeworfen, sie habe den entsprechenden Haushaltstitel gegen Rechtsextremismus um zwei Millionen Euro gekürzt.

Linksfraktionschef Gregor Gysi fragte in der Debatte rhetorisch, warum der rechtsextremistische Hintergrund der Taten niemandem aufgefallen sei. "Warum wurde so etwas Naheliegendes ausgeschlossen?" Entsprechende Dateien und Beobachtungsgruppen existierten seit fast zwei Jahrzehnten. Unklar sei, was diese Beobachtungs- und Informationsgruppen seitdem getan hätten.

Leser-Kommentare
  1. entschuldigen.

    Viel eher wäre es doch angebracht, würde er sich für die eigenen Verfehlungen entschuldigen.

    Zum Beispiel für die geringe Anzahl politisch motivierter Morde, die als solche auch anerkannt werden.

    Oder für gesetzliche Rahmenbedingungen, die es überhaupt erst ermöglichen, dass die Behörden so agieren können.

    Aber sich so aus der Affäre zu ziehen, sorry, das kommt mir nur schäbig vor.

    21 Leser-Empfehlungen
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    • jcs333
    • 22.11.2011 um 11:20 Uhr

    Ich bin wahrlich kein Freund der CDU, der aktuellen Regierung oder ihrer Entscheidungen. Aber wenn man Lammert heute Morgen im Deutschlandfunk gehört hat, kann man sich sicher sein, dass diese Bestürzung echt und ernst ist.

    • kael
    • 22.11.2011 um 11:30 Uhr

    Wenn sich Lammert als Bundestagspräsident entschuldigt, dann entschuldigt er sich für uns, den Souverän. Denn Polizei und Verfassungsschutzorgane sind in unserem Namen tätig. Somit sind wir die Letztverantwortlichen.

    Aber zu unserer Aufgabe als Souverän gehört auch die "Revsision", die krtische und unvoreingenommene Überprüfung aller Vorgänge und Zusammenhänge, sowie die Feststellung von Schuldigen. Und wir müssen dafür sorgen, dass sich Fehlleistungen nicht wiederholen. D.h., wir müssen wachsam sein und dürfen unsere "Mitarbeiter" in Politik und Sicherheitsorganen nicht - wie leider so oft - ohne Konsequenzen aus der Verantwortung entlassen.

    Wie wäre es mal, wenn der Bundestag zu der Angelegenheit die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses beschließen würde? Und zwar in namentlicher Abstimmung! Mich würde es schon sehr interessieren, WER da dann so alles gegen eine Untersuchung ist...

    • jcs333
    • 22.11.2011 um 11:20 Uhr

    Ich bin wahrlich kein Freund der CDU, der aktuellen Regierung oder ihrer Entscheidungen. Aber wenn man Lammert heute Morgen im Deutschlandfunk gehört hat, kann man sich sicher sein, dass diese Bestürzung echt und ernst ist.

    • kael
    • 22.11.2011 um 11:30 Uhr

    Wenn sich Lammert als Bundestagspräsident entschuldigt, dann entschuldigt er sich für uns, den Souverän. Denn Polizei und Verfassungsschutzorgane sind in unserem Namen tätig. Somit sind wir die Letztverantwortlichen.

    Aber zu unserer Aufgabe als Souverän gehört auch die "Revsision", die krtische und unvoreingenommene Überprüfung aller Vorgänge und Zusammenhänge, sowie die Feststellung von Schuldigen. Und wir müssen dafür sorgen, dass sich Fehlleistungen nicht wiederholen. D.h., wir müssen wachsam sein und dürfen unsere "Mitarbeiter" in Politik und Sicherheitsorganen nicht - wie leider so oft - ohne Konsequenzen aus der Verantwortung entlassen.

    Wie wäre es mal, wenn der Bundestag zu der Angelegenheit die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses beschließen würde? Und zwar in namentlicher Abstimmung! Mich würde es schon sehr interessieren, WER da dann so alles gegen eine Untersuchung ist...

    • jcs333
    • 22.11.2011 um 11:20 Uhr

    Ich bin wahrlich kein Freund der CDU, der aktuellen Regierung oder ihrer Entscheidungen. Aber wenn man Lammert heute Morgen im Deutschlandfunk gehört hat, kann man sich sicher sein, dass diese Bestürzung echt und ernst ist.

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    Aber wenn man Lammert heute Morgen im Deutschlandfunk gehört hat, kann man sich sicher sein, dass diese Bestürzung echt und ernst ist.

    Das ist erschreckend. Darf jemand, der so weit oben in einer Volksvertretungsinsitution steht, so treugläubig sein, dass er darüber ernsthaft bestürzt ist, wenn die Exekutive einmal mehr versagt hat?

    und für die Fülle von "Beziehungstaten" von Tätern, die zufällig auch Rechtsextreme waren und ihren Opfern, die zufällit auch Rechtsextremismuskritiker oder ausländischer Herkunft oder dunkler Hautfarbe

    endlich Aufklärung fordern.

    nichts Sinnvolles entdecken. Wofür entschuldigt sich Lammert? Er hat niemanden ermordet. Oder stellvertretend für "alle Deutschen"? Wir haben niemanden ermordet. Ich glaube, das ist nur was für den türkischen Außenminister, damit der zu Hause was vorzuweisen hat.

    "Ich bin wahrlich kein Freund der CDU,..."

    Warum die CDU? Die Grünen haben von '98 bis '05 regiert, und die SPD hat von '98 bis '09 regiert. Also, wenn schon politisches Versagen oder politische Verantwortung, dann nicht nur bei der CDU!

    Aber wenn man Lammert heute Morgen im Deutschlandfunk gehört hat, kann man sich sicher sein, dass diese Bestürzung echt und ernst ist.

    Das ist erschreckend. Darf jemand, der so weit oben in einer Volksvertretungsinsitution steht, so treugläubig sein, dass er darüber ernsthaft bestürzt ist, wenn die Exekutive einmal mehr versagt hat?

    und für die Fülle von "Beziehungstaten" von Tätern, die zufällig auch Rechtsextreme waren und ihren Opfern, die zufällit auch Rechtsextremismuskritiker oder ausländischer Herkunft oder dunkler Hautfarbe

    endlich Aufklärung fordern.

    nichts Sinnvolles entdecken. Wofür entschuldigt sich Lammert? Er hat niemanden ermordet. Oder stellvertretend für "alle Deutschen"? Wir haben niemanden ermordet. Ich glaube, das ist nur was für den türkischen Außenminister, damit der zu Hause was vorzuweisen hat.

    "Ich bin wahrlich kein Freund der CDU,..."

    Warum die CDU? Die Grünen haben von '98 bis '05 regiert, und die SPD hat von '98 bis '09 regiert. Also, wenn schon politisches Versagen oder politische Verantwortung, dann nicht nur bei der CDU!

    • khasar
    • 22.11.2011 um 11:24 Uhr

    Sollten sich entschuldigen, sondern der Verfassungsschutz (für die rechtsradikalen Mitarbeiter )
    Die Polizei die mit Vorurteilen ermittelt hat, und all die Hetzer die für solche menschenfeindliche Morde mitverantwortlich sind.
    Zum Verbot der NPD .
    Was soll das denn bringen einen braunen Verein zu verbieten, die durch staatliche Gelder überhaupt existieren ?

    via ZEIT ONLINE plus App

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    keiner glaubt (als Buerger) dass hier irgend etwas zusammenglegt
    oder koordiniert wird , es wuerden hochbezahlte Direktorenposten, oder wie immer man das nennen mag, wegfallen.Der Bundestag bittet um Verzeihung, ja warum denn DER ? WER hat da was davon. ein paar unfaehige Kopefe rauswerfen, das waer's ! ABER OHNE UNS sagen dann die
    "Laenderfuersten" , ja, so isses eben !

    keiner glaubt (als Buerger) dass hier irgend etwas zusammenglegt
    oder koordiniert wird , es wuerden hochbezahlte Direktorenposten, oder wie immer man das nennen mag, wegfallen.Der Bundestag bittet um Verzeihung, ja warum denn DER ? WER hat da was davon. ein paar unfaehige Kopefe rauswerfen, das waer's ! ABER OHNE UNS sagen dann die
    "Laenderfuersten" , ja, so isses eben !

  2. und ich hoffe mal, daß das nicht nur Lippenbekenntnisse und Krokodilstränen ohne Konsequenzen waren, wie nach Hoyerswerda.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Hat nach den Vorfällen in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen nicht die damalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth in ihrer unnachahmlichen Art - ich vermeide hier mal den Begriff des "heuchle***chen Tons" - öffentliche Krokodilstränen vergossen?

    Hat nach den Vorfällen in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen nicht die damalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth in ihrer unnachahmlichen Art - ich vermeide hier mal den Begriff des "heuchle***chen Tons" - öffentliche Krokodilstränen vergossen?

  3. "stellvertretend um Entschuldigung."

    Es gehört in Deutschland zu den rhetorischen Spielchen, dass man "zu jeder Schand- und Missetat, auch zu jedem Verbrechen" erst mal eine Entschuldigung hören will.

    Eine Entschuldigung ändert gar nichts und eine Entschuldigung verkommt auch sehr leicht zu einem Formalismus, zu einem Ritual.

    Mit einer Entschuldigung ist gar nichts erreicht, wenngleich das in manchen Medien, auch zu vielen anderen Vorgängen, immer so dargestellt wird, als ob Entschuldigungen alles lösen würden.
    Sie lösen gar nichts. Überhaupt gar nichts.

    Anlässlich Verbrechensprozessen kann man manches Mal lesen: " er hat sich noch nicht einmal entschuldigt" - - als ob das etwas helfen würde.

    Wenn an mir oder meiner Familie etc. ein Verbrechen begangen worden wäre, würde ich auf eine Entschuldigung pfeifen. Im Gegenteil, sie würde vielleicht Aggressionen erst richtig anheizen.

    Die Erfahrung ist doch die:

    Solange "die Medien" mit einem Vorgang Geld verdienen können, ist das Thema oben. Ein paar Tage. Oder ein paar Wochen.

    Dann aber ist es wieder vorbei und vergessen. Zumeist wird mit einer Gedenkfeier dann auch das Gedenken beerdigt.

    Soweit da oben steht: "Verzeihen" -

    Wieso sollte ein Opfer jemals im Leben jemandem etwas verzeihen?

    Und wem sollte was verziehen werden?

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    dann ist es vorbei.

    Da war nichts vorher
    und da kommt auch nichts mehr nach. Gar nichts.
    Überhaupt gar nichts.

    Ist ein Leben ausgelöscht, ist es vorbei.
    Was kann es da zu verzeihen geben?
    Was kann es da zu entschuldigen geben.

    Ein Leben wurde für die gesamte Ewigkeit ausgelöscht.

    Da gibt es nichts, was das mildern würde.
    Da gibt es niemand, der in die Hölle geht oder in den Himmel kommt.
    Da gibt es keine Wiederkehr, keine Wiedergeburt, keine Re-inkarnation - einfach überhaupt gar nichts.

    Was also sollte in solchen Fällen entschuldigt werden können?
    Was also sollte in solchen Fällen verziehen werden können?

    Ein Leben wurde für alle Ewigkeiten ausgelöscht.
    Da gibt es nichts zu entschuldigen.
    Da gibt es nichts zu veerzeihen.

    dann ist es vorbei.

    Da war nichts vorher
    und da kommt auch nichts mehr nach. Gar nichts.
    Überhaupt gar nichts.

    Ist ein Leben ausgelöscht, ist es vorbei.
    Was kann es da zu verzeihen geben?
    Was kann es da zu entschuldigen geben.

    Ein Leben wurde für die gesamte Ewigkeit ausgelöscht.

    Da gibt es nichts, was das mildern würde.
    Da gibt es niemand, der in die Hölle geht oder in den Himmel kommt.
    Da gibt es keine Wiederkehr, keine Wiedergeburt, keine Re-inkarnation - einfach überhaupt gar nichts.

    Was also sollte in solchen Fällen entschuldigt werden können?
    Was also sollte in solchen Fällen verziehen werden können?

    Ein Leben wurde für alle Ewigkeiten ausgelöscht.
    Da gibt es nichts zu entschuldigen.
    Da gibt es nichts zu veerzeihen.

  4. wenn der Bundestag jetzt alle Opfer islamistischer , linker oder rechter Gewallt um Verzeihung bitten will, ob sie noch zum arbeiten kommen.
    Dieser populistische Quatsch ist einfach lächerlich.

    31 Leser-Empfehlungen
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    • kael
    • 22.11.2011 um 12:08 Uhr

    Für jeden sollte unschwer zu erkennen sein, dass ogranisierter, gezielter Mord eine andere Dimension hat als islamistische, linke oder rechte Gewalt Einzelner.

    Eine solche Dimension hatte in unserer jüngeren Geschichte allenfalls der RAF-Terror.

    Deshalb erschließ sich mir nicht, was an an einer Entschuldigung "populistischer Quatsch" und "lächerlich" sein soll.

    Tote durch rechte Gewalt seit der Wende: 137
    Tote durch linke Gewalt seit der Wende: 0
    Tote durch Radikalislamische Gewalt seit der Wende: ca. 45
    Tode durch Radikalchristliche Gewalt seit der Wende: ca. 35


    Bitte belegen Sie Ihre Azssagen mit Quellen. Danke, die Redaktion/mk

    • kael
    • 22.11.2011 um 12:08 Uhr

    Für jeden sollte unschwer zu erkennen sein, dass ogranisierter, gezielter Mord eine andere Dimension hat als islamistische, linke oder rechte Gewalt Einzelner.

    Eine solche Dimension hatte in unserer jüngeren Geschichte allenfalls der RAF-Terror.

    Deshalb erschließ sich mir nicht, was an an einer Entschuldigung "populistischer Quatsch" und "lächerlich" sein soll.

    Tote durch rechte Gewalt seit der Wende: 137
    Tote durch linke Gewalt seit der Wende: 0
    Tote durch Radikalislamische Gewalt seit der Wende: ca. 45
    Tode durch Radikalchristliche Gewalt seit der Wende: ca. 35


    Bitte belegen Sie Ihre Azssagen mit Quellen. Danke, die Redaktion/mk

    • kael
    • 22.11.2011 um 11:30 Uhr

    Wenn sich Lammert als Bundestagspräsident entschuldigt, dann entschuldigt er sich für uns, den Souverän. Denn Polizei und Verfassungsschutzorgane sind in unserem Namen tätig. Somit sind wir die Letztverantwortlichen.

    Aber zu unserer Aufgabe als Souverän gehört auch die "Revsision", die krtische und unvoreingenommene Überprüfung aller Vorgänge und Zusammenhänge, sowie die Feststellung von Schuldigen. Und wir müssen dafür sorgen, dass sich Fehlleistungen nicht wiederholen. D.h., wir müssen wachsam sein und dürfen unsere "Mitarbeiter" in Politik und Sicherheitsorganen nicht - wie leider so oft - ohne Konsequenzen aus der Verantwortung entlassen.

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    hat in diesem Staate leider gar nichts zu bestimmen.

    hat in diesem Staate leider gar nichts zu bestimmen.

  5. Wie wäre es mal, wenn der Bundestag zu der Angelegenheit die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses beschließen würde? Und zwar in namentlicher Abstimmung! Mich würde es schon sehr interessieren, WER da dann so alles gegen eine Untersuchung ist...

    16 Leser-Empfehlungen

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