Bildungspolitik: CDU entschärft Vorschläge zur Schulreform
Eigentlich hatte der CDU-Vorstand den Entwurf für ein neues zweigliedriges Schulsystem bereits gebilligt. Kurz vor dem Parteitag wurde er jedoch noch abgeändert.
Kurz vor dem Parteitag in Leipzig ist die CDU-Parteiführung auf die Kritiker ihres neuen Bildungskonzepts zugegangen. Der eigentlich vom Parteivorstand bereits gebilligte Entwurf für den Leitantrag zur geplanten zweigliedrigen Schulstruktur aus Gymnasium und einer neuen Oberschule wird in einer neuen Fassung deutlich abgeschwächt.
Im überarbeiteten Entwurf heißt es, die einzelnen Länder sollen deutlich mehr Gestaltungs- und Gesetzgebungskompetenz erhalten. Die neue Oberschule, die angesichts des Schülerrückgangs die bisherigen Hauptschulen und Realschulen zusammenführen soll, wird zwar als attraktive und sinnvolle Lösung empfohlen – nicht aber als einzig mögliche Organisationsform für die mittleren Bildungsabschlüsse.
Im ursprünglichen Entwurf wurde die Oberschule noch als "wegweisendes Zukunftsmodell für alle Bundesländer" beworben. Nun heißt es: "Eine einheitliche Bezeichnung für diese Schulform in allen Ländern – zum Beispiel Oberschule – wäre wünschenswert. Darüber hinaus stehen wir zu Haupt- und Realschulen sowie integrativen Schulformen, wo diese funktionieren und dem Elternwillen entsprechen."
Die geplante Abkehr von der Hauptschule hatte in der Union zu heftigen Debatten geführt. Vor allem aus dem hessischen CDU-Landesverband und der CSU kam Kritik an dem von Bundesbildungsministerin Annette Schavan und Sachsens Kultusminister Roland Wöller entwickelten Zwei-Wege-Schulmodell von Gymnasium und Oberschule.
Hochschulen sollen über Studiengebühren selbst entscheiden
Verschärft wurde hingegen im Entwurf von der CDU-Antragskommission die Forderung nach einem für alle verpflichtendem letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung. "Wir wollen mittelfristig das letzte Kindertagesstättenjahr verpflichtend und beitragsfrei, gegebenenfalls als Vorschuljahr, gestalten", heißt es nunmehr in dem Antrag. Ursprünglich war dazu nur ein Prüfauftrag vorgesehen. Für ein verpflichtendes Vorschuljahr müssen die Bestimmungen zur Schulpflicht in allen 16 Landesschulgesetzen geändert werden.
Die CDU spricht sich außerdem für einen islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache und unter deutscher Schulaufsicht aus. Er soll Kindern islamischen Glaubens von in Deutschland ausgebildeten Lehrern erteilt werden. Das Bafög soll nach dem Willen der CDU "Kernstück der Studienfinanzierung" bleiben. Über Studiengebühren soll jede einzelne Hochschule künftig selbst entscheiden können. Sie sollen aber künftig "Studienbeiträge" heißen.





Auffällig, dass bei zwei wichtigen Themen das Problem anscheinend (besser) gelöst werden kann, indem man den Namen wechselt. Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule wird ein voller Erfolg, heißt ja jetzt Oberschule, und "Ober" muss ja gut werden.
Und wenn man auf einmal als Student nicht mehr 500 Euro Gebühren zahlt, sondern Beiträge, wird natürlich alles besser.
Was ich mich dann noch gefragt habe: warum macht man nicht einen allgemeinen Religionsunterricht, in dem alle Kinder sitzen und in dem man die verschiedenen Weltreligionen kennenlernt, genauso wie die Religionskritiker. Wäre doch mal was neues, und man muss nicht wieder nach Katholiken, Evangelischen und Muslimen trennen.
ich verstehe nicht, warum es notwendig ist den religionsunterricht in verschiedene Glaubensrichtungen aufzuteilen. wäre es nicht wesentlich besser, wenn alle kinder "fakten" über alle religionen gleichermaßen erhalten? die schulen sollten nicht dafür zuständig sein, kinder zum glauben zu bewegen, sondern ihnen wissen zu vermitteln. ich denke, es wäre für gegenseitiges verständnis (und damit für ein gutes und integratives zusammenleben) von besonderer wichtigkit, dass kindern gemeinsam über alle religionen unterichtet werden. dazu sind "kleine seitenblicke" auf andere religionen, die vielleicht im zuge des geteilten religionsunterichtes gworfen werden, nicht hinreichend.
hauptschulen hääten schon lange abgeschafft werden sollen, denn auch hier halte ich ein gemeinsames lernen für die bessere alternative. schauen wir doch bitte noch einmal kurz in andere länder, die zeigen, dass man kindern, obwohl sie in der selben klasse sitzen, durchaus verschiedene aufgaben geben könnte, und dass das soziale verhalten durch die integration von schülern verschiedener lernstufen (vielleicht auch sozialer herkunft usw.) durchaus positiv gefördert werden kann.
was studiengebühren usw. angeht, steht dem doch nichts im weg, wenn man jedem studenten (unabhängig von seinem eltern!) geld zugesteht und dieses dann tatsächlich in die uni bzw. institute fließt, an denen der student studiert.
ich verstehe nicht, warum die politik sich sich schwer tut mit der bildung und dem richtigen weg dorthin...
Sie schreiben "was studiengebühren usw. angeht, steht dem doch nichts im weg, wenn man jedem studenten (unabhängig von seinem eltern!) geld zugesteht und dieses dann tatsächlich in die uni bzw. institute fließt, an denen der student studiert."
Dann kann man das öffentliche Geld aber bürokratieärmer direkt den Hochschulen zur Verfügung stellen (anstatt allen Studenten, die dann an die jeweiligen Hochschulen zahlen). Einfach pro Student xy€ extra aus dem Bundeshaushalt (ich weis: im föderalen Deutschland ist das nicht so einfach).
"...dass man kindern, obwohl sie in der selben klasse sitzen, durchaus verschiedene aufgaben geben könnte..."
Sie scheinen nicht zu wissen, wie viel Zeit, Nerven und Geld es kostet, verschiedensten Schüler verschiedene Aufgaben zu stellen, mehr noch: diese zu besprechen und entsprechende individuelle Übungen zur Verfüguzng zu stellen! Was für ein Nonsens und Unfug, der da betrieben wird - unter dem famosen Deckmäntelchen des "gerechten" Lernens. Ich spreche all jenen, die diese unsinnigen Forderungen unreflektiert und bar jeder praktischen Erfahrung nachplappern, jedwede Kompetenz ab, über solche Dinge zu urteilen! Unglaublich, was hierzulande für ein Bockmist gefordert, schlimmer noch: auch noch eingeführt wird...
Sie schreiben "was studiengebühren usw. angeht, steht dem doch nichts im weg, wenn man jedem studenten (unabhängig von seinem eltern!) geld zugesteht und dieses dann tatsächlich in die uni bzw. institute fließt, an denen der student studiert."
Dann kann man das öffentliche Geld aber bürokratieärmer direkt den Hochschulen zur Verfügung stellen (anstatt allen Studenten, die dann an die jeweiligen Hochschulen zahlen). Einfach pro Student xy€ extra aus dem Bundeshaushalt (ich weis: im föderalen Deutschland ist das nicht so einfach).
"...dass man kindern, obwohl sie in der selben klasse sitzen, durchaus verschiedene aufgaben geben könnte..."
Sie scheinen nicht zu wissen, wie viel Zeit, Nerven und Geld es kostet, verschiedensten Schüler verschiedene Aufgaben zu stellen, mehr noch: diese zu besprechen und entsprechende individuelle Übungen zur Verfüguzng zu stellen! Was für ein Nonsens und Unfug, der da betrieben wird - unter dem famosen Deckmäntelchen des "gerechten" Lernens. Ich spreche all jenen, die diese unsinnigen Forderungen unreflektiert und bar jeder praktischen Erfahrung nachplappern, jedwede Kompetenz ab, über solche Dinge zu urteilen! Unglaublich, was hierzulande für ein Bockmist gefordert, schlimmer noch: auch noch eingeführt wird...
"Die CDU spricht sich außerdem für einen islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache und unter deutscher Schulaufsicht aus. Er soll Kindern islamischen Glaubens von in Deutschland ausgebildeten Lehrern erteilt werden."
Gemeint ist wohl "Kindern von Eltern islamischen Glaubens". Solche Entscheidungen fallen schließlich bevor Kinder sich in der Sache eine eigene Meinung bilden können. Solche Formulierungen können auch nur in einem Land durchgehen, in dem es akzeptiert ist, dass Eltern ihre Kinder im Säuglingsalter religiösen Vereinen beitreten (die seltsame Sprache ist beabsichtig, natürlich sollte man nicht "jemanden beitreten" können).
Kinder, die schon von zu hause aus unterschieliche Weltanschauungen mitbringen, so zu sortieren, dass sie jeweils mit ihrer Auffassung unter sich sind, ist ja wohl genau das, was man tun würde, wenn man Spannungen zwischen verschiedenen Glaubensgruppen provozieren wollte. In diesem Sinne stimme ich dem Kommentar von mira_anyway
vorbehaltlos zu.
Sie schreiben "was studiengebühren usw. angeht, steht dem doch nichts im weg, wenn man jedem studenten (unabhängig von seinem eltern!) geld zugesteht und dieses dann tatsächlich in die uni bzw. institute fließt, an denen der student studiert."
Dann kann man das öffentliche Geld aber bürokratieärmer direkt den Hochschulen zur Verfügung stellen (anstatt allen Studenten, die dann an die jeweiligen Hochschulen zahlen). Einfach pro Student xy€ extra aus dem Bundeshaushalt (ich weis: im föderalen Deutschland ist das nicht so einfach).
(scheint was schief gegangen zu sein...)
das bafög ist ja primär für den lebensunterhalt, muss also zunächst an den studenten gehen, der dann damit die gebühren für die uni zahlen kann. ihr vorschlag würde bedeuten, dass der staat pro student 2 mal überweisen muss.
aber letztlich ist das thema ja bildung (und reform) und nur sekundär finanzierung. haben sie nicht dazu eine meinung?
(scheint was schief gegangen zu sein...)
das bafög ist ja primär für den lebensunterhalt, muss also zunächst an den studenten gehen, der dann damit die gebühren für die uni zahlen kann. ihr vorschlag würde bedeuten, dass der staat pro student 2 mal überweisen muss.
aber letztlich ist das thema ja bildung (und reform) und nur sekundär finanzierung. haben sie nicht dazu eine meinung?
(scheint was schief gegangen zu sein...)
das bafög ist ja primär für den lebensunterhalt, muss also zunächst an den studenten gehen, der dann damit die gebühren für die uni zahlen kann. ihr vorschlag würde bedeuten, dass der staat pro student 2 mal überweisen muss.
aber letztlich ist das thema ja bildung (und reform) und nur sekundär finanzierung. haben sie nicht dazu eine meinung?
Zu Ihrer Frage "aber letztlich ist das thema ja bildung (und reform) und nur sekundär finanzierung. haben sie nicht dazu eine meinung?":
Aber sicher! Siehe Kommentar Nr.3 ;-)
zu
"das bafög ist ja primär für den lebensunterhalt, muss also zunächst an den studenten gehen, der dann damit die gebühren für die uni zahlen kann. ihr vorschlag würde bedeuten, dass der staat pro student 2 mal überweisen muss."
In der Tat muss der Staat die Studierendenzahl für den Zuschuss kennen. Die wird bei der Berechnung der Zuschüsse für die Hochschulen (seitens der Länder) aber sowieso schon zugrunde gelegt.
Andernfalls muss der Student halt seinen Beitrag zusaetzlich überweisen. Letztlich ist das aber nur eine Verwaltungsfrage. Wenn es eine einheitliche Studiengebühr und einen festen Betrag gibt, den der Staat den Studierenden überweist (also unabhängig vom Einkommen der Eltern und nicht als Darlehen sondern als Vollzuschuss), läuft das Ganze ja auf's Gleiche hinaus. Bloß stellt sich bei solchen Zuschüssen immer die Frage, wie lange es die geben soll (lebenslanges Studieren staatlich zu finanzieren ist wohl kaum mehrheitsfähig).
Bei der Uni fallen in aller Regel hingegen kaum höhere Kosten an, wenn jemand langsamer studiert (also mehr Semester mit weniger Veranstaltungen pro Semester). Daher darf der Zuschuss zum Lebensunterhalt schon befristet gewährt werden, Studiengebühren zum Selberzahlen ohne Zuschuss bei langem Eingeschriebensein sind jedeoch kontraproduktiv.
Zu Ihrer Frage "aber letztlich ist das thema ja bildung (und reform) und nur sekundär finanzierung. haben sie nicht dazu eine meinung?":
Aber sicher! Siehe Kommentar Nr.3 ;-)
zu
"das bafög ist ja primär für den lebensunterhalt, muss also zunächst an den studenten gehen, der dann damit die gebühren für die uni zahlen kann. ihr vorschlag würde bedeuten, dass der staat pro student 2 mal überweisen muss."
In der Tat muss der Staat die Studierendenzahl für den Zuschuss kennen. Die wird bei der Berechnung der Zuschüsse für die Hochschulen (seitens der Länder) aber sowieso schon zugrunde gelegt.
Andernfalls muss der Student halt seinen Beitrag zusaetzlich überweisen. Letztlich ist das aber nur eine Verwaltungsfrage. Wenn es eine einheitliche Studiengebühr und einen festen Betrag gibt, den der Staat den Studierenden überweist (also unabhängig vom Einkommen der Eltern und nicht als Darlehen sondern als Vollzuschuss), läuft das Ganze ja auf's Gleiche hinaus. Bloß stellt sich bei solchen Zuschüssen immer die Frage, wie lange es die geben soll (lebenslanges Studieren staatlich zu finanzieren ist wohl kaum mehrheitsfähig).
Bei der Uni fallen in aller Regel hingegen kaum höhere Kosten an, wenn jemand langsamer studiert (also mehr Semester mit weniger Veranstaltungen pro Semester). Daher darf der Zuschuss zum Lebensunterhalt schon befristet gewährt werden, Studiengebühren zum Selberzahlen ohne Zuschuss bei langem Eingeschriebensein sind jedeoch kontraproduktiv.
... scheint man jetzt doch noch etwas geahnt zu haben.
Dass z.B. das Zusammensperren von Kindern unterschiedlichster intellektueller Begabungen in ein und derselben Klasse möglicherweise nicht die Lösung aller bestehenden Probleme ist. Sondern möglicherweise noch viel mehr neue Probleme schafft.
Dass die formelle Abschaffung der Hauptschule die erhebliche Gefahr in sich birgt, in Wirklichkeit die Realschule abzuschaffen. Indem sie nämlich die starken Realschüler ins Gymnasium treibt, was wiederum dort zu erheblichen Problemen führt.
Und dass die viel beschworene "innere Differenzierung" zwar tatsächlich einen wichtigen Aspekt schulischer Arbeit darstellen kann, dass aber auch sie kein Allheilmittel sein kann; vor allem nicht, wenn die Differenzen einfach zu groß werden.
Vielleicht ist das dreigliedrige Schulsystem nicht unbedingt die beste aller möglichen Welten. Aber vielleicht ist es doch besser als manch andere gut gemeinte aber halbherzige Lösungen.
"...dass man kindern, obwohl sie in der selben klasse sitzen, durchaus verschiedene aufgaben geben könnte..."
Sie scheinen nicht zu wissen, wie viel Zeit, Nerven und Geld es kostet, verschiedensten Schüler verschiedene Aufgaben zu stellen, mehr noch: diese zu besprechen und entsprechende individuelle Übungen zur Verfüguzng zu stellen! Was für ein Nonsens und Unfug, der da betrieben wird - unter dem famosen Deckmäntelchen des "gerechten" Lernens. Ich spreche all jenen, die diese unsinnigen Forderungen unreflektiert und bar jeder praktischen Erfahrung nachplappern, jedwede Kompetenz ab, über solche Dinge zu urteilen! Unglaublich, was hierzulande für ein Bockmist gefordert, schlimmer noch: auch noch eingeführt wird...
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