Plagiatsvorwurf Guttenberg gesteht Fehler ein, aber keinen Betrug

Erstmals seit seinem Rücktritt spricht der frühere Verteidigungsminister über seine Doktorarbeit, ein politisches Comeback und die Chancen einer neuen Partei.

Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich zum ersten Mal seit seinem Rücktritt im März öffentlich zu dem Vorwurf geäußert, große Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben zu haben. In einem Interview, das an diesem Donnerstag in der ZEIT erscheint, spricht Guttenberg zudem über seine mögliche Rückkehr in die deutsche Politik und die Chancen einer neuen konservativen Partei.

Guttenberg nennt seine Doktorarbeit in dem Gespräch "die denkbar größte Dummheit meines Lebens" und einen "ungeheuerlichen Fehler", den er "von Herzen bedauere". Der grundlegende Fehler bei der Erstellung der Arbeit sei seine Arbeitsweise gewesen. "Ich war ein hektischer und unkoordinierter Sammler. Immer dann, wenn ich das Gefühl hatte, dass etwas zu meinem Thema passt, habe ich es ausgeschnitten oder kopiert oder auf Datenträgern sofort gespeichert oder direkt übersetzt." Auch aus dem Internet habe er Textstellen herausgezogen und abgespeichert. "Eigentlich war das eine Patchworkarbeit, die sich am Ende auf mindestens 80 Datenträger verteilt hat."

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Der größte Fehler sei gewesen, dass er den Zitaten- und Fußnotenapparat nicht gleichzeitig oder wenigstens zeitnah abgeschlossen habe, sagt Guttenberg. "Ich wusste offensichtlich später auch nicht mehr, an welchem Text ich selbst bereits gearbeitet hatte, welcher Text mein eigener und welcher möglicherweise ein Fremdtext war, insbesondere beim Zusammenfügen dieser Bruchstücke."

Guttenberg nennt zwei Vorwürfe, die er sich selbst mache. Einmal habe er während seines beruflichen Engagements den Zeitpunkt verpasst, zu sagen: Ich schaffe diese Arbeit nicht mehr. Zum zweiten habe er die Augen vor dieser Überforderung verschlossen. "Das politische Leben hat mich nicht überfordert, wohl aber die parallele wissenschaftliche Arbeit."

Den Vorwurf, jemand anderes habe Teile der Arbeit für ihn geschrieben, weist Guttenberg zurück. Er habe auch niemanden vorsätzlich getäuscht. "Wenn ich die Absicht gehabt hätte, zu täuschen, dann hätte ich mich niemals so plump und dumm angestellt, wie es an einigen Stellen dieser Arbeit der Fall ist." Es sei kein Betrug gewesen.

Auf die Frage, warum er acht Monate nach dem Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe nicht einfach sage: Ich habe abgeschrieben, antwortet Guttenberg: "Ich sage es doch. Es ist nur eine Frage, wie man das sagt. Weil es ein Unterschied ist, ob man das absichtlich macht oder ob das Abschreiben das fatale Ergebnis einer chaotischen und ungeordneten Arbeitsweise ist. Das ist für mich ganz wichtig, weil es auch etwas mit der eigenen Ehre zu tun hat."

Befragt, ob er sich vorstellen könne, in die deutsche Politik zurückzukehren, sagt Guttenberg, er werde mit Sicherheit in sein Heimatland zurückkehren und ein politischer Kopf bleiben. "Ob eine Rückkehr mit einem politischen Engagement welcher Art auch immer verbunden sein wird, ist heute gänzlich offen. Dass ich ein politischer Mensch, ein Zoon politikon, bleibe, steht außer Frage."

Einer neuen konservativen Partei billigt Guttenberg Chancen zu, sieht diese aber nicht am rechten Rand des politischen Spektrums verortet. Jede neue Partei wäre heute vielmehr in der Mitte erfolgreicher als am Rand, sagt er. "Es herrscht eine große Sehnsucht nach der Mitte." In den Augen eines erheblichen Teils der Bevölkerung sei dieser Platz verwaist, auch wenn er von fast allen Parteien beansprucht werde. "Sie wird nur noch mit Phrasen und mit den immergleichen Scharmützeln bespielt." Auch die Union laufe Gefahr, ihren Platz dort zu verlieren. "Die Union sitzt noch in der Mitte, aber sie ist dort lange nicht mehr so erkennbar, wie sie es sein könnte. Sie sitzt eben und steht nicht."

Eine neue Partei könnte dann erfolgreich sein, wenn sie zunächst eine Programmatik so deutlich entwickeln würde, dass Querulanten und "gewisse Randgruppen" nicht auf die Idee kämen, mit ihr zu kokettieren. "Ein klares Bekenntnis zu Israel beispielsweise würde den rechten Rand wohl abschrecken." Zudem bräuchte es Köpfe, die über jeden Zweifel erhaben seien, mit tumbem Extremismus in Verbindung zu stehen. Auf die Frage, ob er selbst von Leuten kontaktiert worden sei, die vorhaben, eine solche Partei zu gründen, sagte Guttenberg: "Es finden manchmal die lustigsten und skurrilsten Kontakte statt."

Das Interview von Giovanni di Lorenzo mit Karl-Theodor zu Guttenberg in der ZEIT ist ein Auszug aus einem Gesprächsband, der am 29. November unter dem Titel "Vorerst gescheitert" im Herder-Verlag erscheint.

 
Leser-Kommentare
    • kimiko
    • 23.11.2011 um 16:45 Uhr

    wieso man Guttenberg schon wieder diese Präsentationsplattform in allen Zeitungen bietet.

    70 Leser-Empfehlungen
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    ist es in der Tat, das dieser, äh... Mensch ein solches Forum bekommt. Aber bei der Hofberichterstattung (und das ist ruhig wörtlich zu nehmen, weil es wahr ist und deshalb nicht als falsche Wortwahl zu diskreditieren, liebe Red.) in den deutschen Formatmedien leider auch nicht verwunderlich. Das darf man aber nicht überall laut sagen, man hat wohl Angst dass das Image der "Eliten und Leistungsträger" irgendwann deren wahren Leistungen entspricht.

    Nicht dieser Person wird eine Bühne geboten,
    sondern sie ist die Bühne für die Medien.

    Es geht nicht um Guttenberg, es ging niemals um ihn.
    Es geht um den ehrgeizigen Versuch der Bildzeitung einen erfolgreichen Politiker aus dem Nichts zu erschaffen.
    Dieser wurde natürlich durch alle anderen Zeitungen vereitelt, nicht aus Wahrheitsliebe, sondern schlichtweg aus Konkurrenz.

    Guttenberg hat nie etwas Bedeutendes getan, aber er ist ein bedeutendes Politikum.
    Er ist ein Symbol dafür, welche Verlagsgruppe am besten Meinungen machen kann als dieses Symbol wird er uns noch lange erhalten bleiben.

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sc

    Sehr geehrter Herr di Lorenzo,

    ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie dieses Gespräch mit Herrn zu Guttenberg geführt haben. Denn die Präsentation, die Sie ihm ermöglicht haben, hat diesen in seiner Charakterstruktur so durchsichtig gemacht, dass meines Erachten auch der letzte Zweifel an seiner Reputation beseitigt sein dürfte. An Herrn zu Guttenberg sind die letzten acht Monate offensichtlich völlig spurlos vorbei gegangen, im Gegenteil, er hat seine damals vorgetragene Uneinsichtigkeit noch einmal vertieft und reflektiert entfaltet.
    Ich bedauere allerdings sehr, dass auch die ZEIT und Sie selbst Schaden genommen haben (könnten). Dass Herr zu Guttenberg die Wochenzeitung zu seinen Zwecken instrumentalisieren konnte - alle Achtung! Wie sind Sie damals in Sack und Asche gegangen, weil sie erschrocken feststellten, Herrn zu Guttenberg medial mit so viel heißer Luft aufgeblasen zu haben. Und jetzt beginnt das Spiel von Neuem?
    Wenn ich dieses Gespräch ernst nehmen soll, dann haben sich aber auch persönlich beschädigt: Die Distanzlosigkeit, mit der Sie sich Herrn zu Guttenberg gegenüber verhalten haben, war für mich an manchen Stellen nur schwer zu ertragen.
    Oder war es gar Ihre Absicht, Herrn zu Guttenberg vorführen, ihn quasi auslaufen lassen? Wenn das der Fall gewesen sein sollte, dann, wie gesagt: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben dem Land einen großen Dienst erwiesen.

    Friedrich Halfmann

    ist es in der Tat, das dieser, äh... Mensch ein solches Forum bekommt. Aber bei der Hofberichterstattung (und das ist ruhig wörtlich zu nehmen, weil es wahr ist und deshalb nicht als falsche Wortwahl zu diskreditieren, liebe Red.) in den deutschen Formatmedien leider auch nicht verwunderlich. Das darf man aber nicht überall laut sagen, man hat wohl Angst dass das Image der "Eliten und Leistungsträger" irgendwann deren wahren Leistungen entspricht.

    Nicht dieser Person wird eine Bühne geboten,
    sondern sie ist die Bühne für die Medien.

    Es geht nicht um Guttenberg, es ging niemals um ihn.
    Es geht um den ehrgeizigen Versuch der Bildzeitung einen erfolgreichen Politiker aus dem Nichts zu erschaffen.
    Dieser wurde natürlich durch alle anderen Zeitungen vereitelt, nicht aus Wahrheitsliebe, sondern schlichtweg aus Konkurrenz.

    Guttenberg hat nie etwas Bedeutendes getan, aber er ist ein bedeutendes Politikum.
    Er ist ein Symbol dafür, welche Verlagsgruppe am besten Meinungen machen kann als dieses Symbol wird er uns noch lange erhalten bleiben.

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sc

    Sehr geehrter Herr di Lorenzo,

    ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie dieses Gespräch mit Herrn zu Guttenberg geführt haben. Denn die Präsentation, die Sie ihm ermöglicht haben, hat diesen in seiner Charakterstruktur so durchsichtig gemacht, dass meines Erachten auch der letzte Zweifel an seiner Reputation beseitigt sein dürfte. An Herrn zu Guttenberg sind die letzten acht Monate offensichtlich völlig spurlos vorbei gegangen, im Gegenteil, er hat seine damals vorgetragene Uneinsichtigkeit noch einmal vertieft und reflektiert entfaltet.
    Ich bedauere allerdings sehr, dass auch die ZEIT und Sie selbst Schaden genommen haben (könnten). Dass Herr zu Guttenberg die Wochenzeitung zu seinen Zwecken instrumentalisieren konnte - alle Achtung! Wie sind Sie damals in Sack und Asche gegangen, weil sie erschrocken feststellten, Herrn zu Guttenberg medial mit so viel heißer Luft aufgeblasen zu haben. Und jetzt beginnt das Spiel von Neuem?
    Wenn ich dieses Gespräch ernst nehmen soll, dann haben sich aber auch persönlich beschädigt: Die Distanzlosigkeit, mit der Sie sich Herrn zu Guttenberg gegenüber verhalten haben, war für mich an manchen Stellen nur schwer zu ertragen.
    Oder war es gar Ihre Absicht, Herrn zu Guttenberg vorführen, ihn quasi auslaufen lassen? Wenn das der Fall gewesen sein sollte, dann, wie gesagt: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben dem Land einen großen Dienst erwiesen.

    Friedrich Halfmann

  1. Es würde mir schon reichen, wenn er sagen würde: "Ich habe einen Fehler gemacht".

    Und danach unbedingt davon absieht, mich weiter zu belügen und mit den lächerlichsten Ausflüchten für dumm zu verkaufen. Es ist egal, mit wie vielen Datenträgern ich zu Hause herumschmeiße. Entweder ich bin mir bewusst, ob ich hundertfach abschreibe und mir fremder Leute Arbeit aneigne, oder mir fehlt dazu jeglicher Zugang. Es ist feige und unanständig, sich dazu in dieser Form weiter zu äußern. Man versucht, Kindern und Jugendlichen dieses peinliche Verhalten frühzeitig abzutrainieren, denn es ist beschämend.

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    "Ich sage es doch. Es ist nur eine Frage, wie man das sagt. Weil es ein Unterschied ist, ob man das absichtlich macht oder ob das Abschreiben das fatale Ergebnis einer chaotischen und ungeordneten Arbeitsweise ist. Das ist für mich ganz wichtig, weil es auch etwas mit der eigenen Ehre zu tun hat."
    Er wird nun das Titelbild der Zeit zieren, aber er gesteht sich immer noch nicht ein, was er falsch gemacht hat.
    Zwar sollte man jedem eine zweite Chance einräumen, und nicht immer Jugendsünden vorhalten. Jedoch sollte erst einmal eine Einsicht erfolgen.
    Insofern ist er für ein Comeback immer noch nicht reif.
    Das fatale Ergebnis einer chaotischen und ungeordneten Arbeitsweise musste Thomas de Maizière ausbaden.
    Insofern muss KTzG mehr ändern, als nur seine Frisur.

    "Ich sage es doch. Es ist nur eine Frage, wie man das sagt. Weil es ein Unterschied ist, ob man das absichtlich macht oder ob das Abschreiben das fatale Ergebnis einer chaotischen und ungeordneten Arbeitsweise ist. Das ist für mich ganz wichtig, weil es auch etwas mit der eigenen Ehre zu tun hat."
    Er wird nun das Titelbild der Zeit zieren, aber er gesteht sich immer noch nicht ein, was er falsch gemacht hat.
    Zwar sollte man jedem eine zweite Chance einräumen, und nicht immer Jugendsünden vorhalten. Jedoch sollte erst einmal eine Einsicht erfolgen.
    Insofern ist er für ein Comeback immer noch nicht reif.
    Das fatale Ergebnis einer chaotischen und ungeordneten Arbeitsweise musste Thomas de Maizière ausbaden.
    Insofern muss KTzG mehr ändern, als nur seine Frisur.

    • CM
    • 23.11.2011 um 16:45 Uhr

    Ein Windei des Kalibers Orkan noch einmal auf die politische Bühne zu lassen wäre "die denkbar größte Dummheit", die man in Deutschland begehen könnte.

    Weder die ZEIT noch andere Medien sollten diesem feinen Herrn mit den unfeinen Methoden eine Bühne geben oder ihn gar ermuntern, seine lange Nase noch einmal in die Angelegenheiten der Bürger zu stecken.

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    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk

    [...]

    Di Lorenzo hat ihn ja noch besungen, als dem größten Teil der Republik und selbst der Union längst klar war, dass der Mann untragbar ist:
    http://www.zeit.de/2011/0...

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/mk

    Ich kann auch nicht nachvollziehen, wieso ausgerechnet die ZEIT auf das schmale Brett kommt, Guttenberg eine Rehabilitationsbühne bieten zu müssen.

    Wie schon weiter oben geschrieben geht der Freispruch in Ordnung. Aber in der Politik hat dieser feine Herr doch nichts mehr verloren. Erst recht nicht nach diesen Ausreden...

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk

    [...]

    Di Lorenzo hat ihn ja noch besungen, als dem größten Teil der Republik und selbst der Union längst klar war, dass der Mann untragbar ist:
    http://www.zeit.de/2011/0...

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/mk

    Ich kann auch nicht nachvollziehen, wieso ausgerechnet die ZEIT auf das schmale Brett kommt, Guttenberg eine Rehabilitationsbühne bieten zu müssen.

    Wie schon weiter oben geschrieben geht der Freispruch in Ordnung. Aber in der Politik hat dieser feine Herr doch nichts mehr verloren. Erst recht nicht nach diesen Ausreden...

    • Anay
    • 23.11.2011 um 16:47 Uhr

    Weil jeder eine zweite Chance verdient hat. Ich stehe wahrlich nicht auf Guttenberg, aber eine zweite Chance sollten wir ihm schon zugestehen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • CM
    • 23.11.2011 um 16:50 Uhr

    Sehen Sie sich noch einmal die ganze Affäre Guttenberg an. Er hatte mehrere Chancen, und er hat keine genutzt. Wer zehnmal lügt, dem glaubt man nicht.

    Ohne Buße keine Vergebung. Wie oft soll man das denn noch erwähnen.

    Niht jeder und nicht immer hat man eine zweite Chance verdient. Es hängt doch wohl auch davon ab, wer etwas macht und wie man sich verhält, nachdem das Fehlverhalten bekannt geworden ist. Guttenberg war als Politiker, Verteidigungsminister einfach zu mehr Ehrlichkeit verpflichtet als einfache Bürger. Er hatte die Chance mit einem geringen Achtungsverlust aus der Affäre herauszukommen, wenn er prompt reagiert hätte. Aber bis zum Schluss hatte er offensichtlich den Glauben, einem Guttenberg verzeiht man alles, er ist eine besondere Gattung Mensch. Was mich ärgert ist, das diesem eingebildeten Verhalten jetzt Recht gegeben werden soll. Es ärgert mich auch das es offensichtlich Menschen gibt die so wenig Selbstachtung haben, das sie von diesem ganzen Vorgang nicht beleidigt sind.

    blödsinn, er ist doch kein Mann aus dem "normalen" Volke. Er wurde mit einem goldenen Löffel im Munde geboren. Wenn so einer betrügt, gehört er für immer weg vom Fenster. Eine 2. Chance sollte es nur für uns Normalos geben! Wer dem Adel früher eine 2. Chance gegeben hat, war danach tot.

    er pflege eine "chaotische und ungeordnete Arbeitsweise", darf kein Amt übertragen werden, in dem genau diese Attribute zwangsweise auch ins Chaos führen. Deutschland braucht keine "Pop-Stars" und Lügner (davon gibt es auf YouTube reichlich Zeugnisse) als Politiker, sondern solide, nüchterne, intelligente und weniger publicity-geile Vertreter (ich erinnere an die "Plauderei" mit Kerner in Afghanistan).

    Karl Theodor, bleib wo du bist. Wir kamen in der Zwischenzeit ohne dich sehr gut zurecht. Es gibt genügend Politiker, die ihr Amt verantwortungsvoll führen. Und zu BILDs Frage: "Kann Guttenberg Kanzler?" Er hat keinen Beweis dafür geliefert. NEIN - keine zweite Chance! Wer einmal lügt ...

    Ich war nie und bin alles andere als ein Guttenberg-Fan, mir scheint, er hat nichts geleistet und sich, als sein Betrug aufflog, unmöglich verhalten.
    Dennoch meine ich, die Sache ist gegessen. Er ist zurückgetreten und hat sicherlich, wenn auch selbstverschuldet, ziemlich unter der öffentlichen und (zu Recht) harten Kritik gelitten.
    Deshalb: ja, klar, eine zweite Chance. Jetzt kann er neu anfangen.
    Aber bitte doch nicht in der Politik! Entweder er log und lügt noch immer und hat absichtlich betrogen, oder aber er ist dämlich und Vollchaot – das reicht zwar oft in der Politik, aber wenn es eingestandenermaßen bewiesen ist, dann muss doch der Anstand gebieten, sich nicht gerade als Volksvertreter neu beweisen zu wollen. Aber an diesem Anstand fehlt es wohl. Es sei denn, er möchte dezidiert eine bestimmte Gruppe vertreten und eine Deppenpartei gründen.

    definiert sich dadurch, dass sie schweigt.

    • gorgo
    • 24.11.2011 um 1:20 Uhr

    Der Mann hat nach wie vor alle Chancen der Welt, etwas Anständiges zu arbeiten. Niemand hinder ihn daran, irgendeinen normalen Job zu machen. Er kommt aus wohlhabenster Familie, wird von Seinesgleichen nicht fallengelassen, kommt mit 20000 davon, die er aus der Portokasse bezahlt etc. pp.
    Aber die Chance, seine Wähler bzw. Bürger noch einmal zu betrügen, die werde ich ihm jedenfalls nicht geben.

    Wer das möchte, mag ihn gerne wählen - nur soll er sich dann bitte nicht beklagen, wenn er nach Strich und Faden für blöd verkauft wird. Mal angenommen, er hätte nicht betrogen. Aber ein Mann der meint, er könne sich mit "chaotischer Arbeitsweise" und "80 Datenträgern" 1. für etwas entschuldigen, das kein Mensch ohne eigenes Wissen hinbekommt - und der 2. ganz ernsthaft glaubt, sich mit dem Hinweis auf sein Chaos ein Comeback als Politiker zu erschleichen - ja, wie muss man eigentlich ticken, um so eine "Argumentation" noch toll zu finden ???

    Wir lernen in unserer Gesellschaft allmählich Wut und Zorn zu entwickeln. Vielleicht könnten wir auch noch lernen Abscheu und Ekel produktiv zu nutzen. Das Interview könnte dazu als Lehrbuch dienen. Ekel auch gegenüber denen, die vielleicht in einem "Thinktank" gelernt haben: "Er ist ein Schweinehund, aber unser Schweinehund" (weil er z.B. Stimmen bringt). Das wäre eine zweite Chance, nicht für ihn, für uns.

    • CM
    • 23.11.2011 um 16:50 Uhr

    Sehen Sie sich noch einmal die ganze Affäre Guttenberg an. Er hatte mehrere Chancen, und er hat keine genutzt. Wer zehnmal lügt, dem glaubt man nicht.

    Ohne Buße keine Vergebung. Wie oft soll man das denn noch erwähnen.

    Niht jeder und nicht immer hat man eine zweite Chance verdient. Es hängt doch wohl auch davon ab, wer etwas macht und wie man sich verhält, nachdem das Fehlverhalten bekannt geworden ist. Guttenberg war als Politiker, Verteidigungsminister einfach zu mehr Ehrlichkeit verpflichtet als einfache Bürger. Er hatte die Chance mit einem geringen Achtungsverlust aus der Affäre herauszukommen, wenn er prompt reagiert hätte. Aber bis zum Schluss hatte er offensichtlich den Glauben, einem Guttenberg verzeiht man alles, er ist eine besondere Gattung Mensch. Was mich ärgert ist, das diesem eingebildeten Verhalten jetzt Recht gegeben werden soll. Es ärgert mich auch das es offensichtlich Menschen gibt die so wenig Selbstachtung haben, das sie von diesem ganzen Vorgang nicht beleidigt sind.

    blödsinn, er ist doch kein Mann aus dem "normalen" Volke. Er wurde mit einem goldenen Löffel im Munde geboren. Wenn so einer betrügt, gehört er für immer weg vom Fenster. Eine 2. Chance sollte es nur für uns Normalos geben! Wer dem Adel früher eine 2. Chance gegeben hat, war danach tot.

    er pflege eine "chaotische und ungeordnete Arbeitsweise", darf kein Amt übertragen werden, in dem genau diese Attribute zwangsweise auch ins Chaos führen. Deutschland braucht keine "Pop-Stars" und Lügner (davon gibt es auf YouTube reichlich Zeugnisse) als Politiker, sondern solide, nüchterne, intelligente und weniger publicity-geile Vertreter (ich erinnere an die "Plauderei" mit Kerner in Afghanistan).

    Karl Theodor, bleib wo du bist. Wir kamen in der Zwischenzeit ohne dich sehr gut zurecht. Es gibt genügend Politiker, die ihr Amt verantwortungsvoll führen. Und zu BILDs Frage: "Kann Guttenberg Kanzler?" Er hat keinen Beweis dafür geliefert. NEIN - keine zweite Chance! Wer einmal lügt ...

    Ich war nie und bin alles andere als ein Guttenberg-Fan, mir scheint, er hat nichts geleistet und sich, als sein Betrug aufflog, unmöglich verhalten.
    Dennoch meine ich, die Sache ist gegessen. Er ist zurückgetreten und hat sicherlich, wenn auch selbstverschuldet, ziemlich unter der öffentlichen und (zu Recht) harten Kritik gelitten.
    Deshalb: ja, klar, eine zweite Chance. Jetzt kann er neu anfangen.
    Aber bitte doch nicht in der Politik! Entweder er log und lügt noch immer und hat absichtlich betrogen, oder aber er ist dämlich und Vollchaot – das reicht zwar oft in der Politik, aber wenn es eingestandenermaßen bewiesen ist, dann muss doch der Anstand gebieten, sich nicht gerade als Volksvertreter neu beweisen zu wollen. Aber an diesem Anstand fehlt es wohl. Es sei denn, er möchte dezidiert eine bestimmte Gruppe vertreten und eine Deppenpartei gründen.

    definiert sich dadurch, dass sie schweigt.

    • gorgo
    • 24.11.2011 um 1:20 Uhr

    Der Mann hat nach wie vor alle Chancen der Welt, etwas Anständiges zu arbeiten. Niemand hinder ihn daran, irgendeinen normalen Job zu machen. Er kommt aus wohlhabenster Familie, wird von Seinesgleichen nicht fallengelassen, kommt mit 20000 davon, die er aus der Portokasse bezahlt etc. pp.
    Aber die Chance, seine Wähler bzw. Bürger noch einmal zu betrügen, die werde ich ihm jedenfalls nicht geben.

    Wer das möchte, mag ihn gerne wählen - nur soll er sich dann bitte nicht beklagen, wenn er nach Strich und Faden für blöd verkauft wird. Mal angenommen, er hätte nicht betrogen. Aber ein Mann der meint, er könne sich mit "chaotischer Arbeitsweise" und "80 Datenträgern" 1. für etwas entschuldigen, das kein Mensch ohne eigenes Wissen hinbekommt - und der 2. ganz ernsthaft glaubt, sich mit dem Hinweis auf sein Chaos ein Comeback als Politiker zu erschleichen - ja, wie muss man eigentlich ticken, um so eine "Argumentation" noch toll zu finden ???

    Wir lernen in unserer Gesellschaft allmählich Wut und Zorn zu entwickeln. Vielleicht könnten wir auch noch lernen Abscheu und Ekel produktiv zu nutzen. Das Interview könnte dazu als Lehrbuch dienen. Ekel auch gegenüber denen, die vielleicht in einem "Thinktank" gelernt haben: "Er ist ein Schweinehund, aber unser Schweinehund" (weil er z.B. Stimmen bringt). Das wäre eine zweite Chance, nicht für ihn, für uns.

  2. Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/mo.

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    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur an der Diskussion, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Debatte beitragen wollen. Danke, die Redaktion/jz

    >> ... in irgend eine tonne. <<

    ... doch schon wieder ein Plagiat.

    Das Urheberrecht für die Sache mit der Tonne liegt bei einem gewissen Herrn Diogenes, und der kann sich nicht mehr wehren.

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur an der Diskussion, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Debatte beitragen wollen. Danke, die Redaktion/jz

    >> ... in irgend eine tonne. <<

    ... doch schon wieder ein Plagiat.

    Das Urheberrecht für die Sache mit der Tonne liegt bei einem gewissen Herrn Diogenes, und der kann sich nicht mehr wehren.

  3. 7. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/mo.

    • CM
    • 23.11.2011 um 16:50 Uhr

    Sehen Sie sich noch einmal die ganze Affäre Guttenberg an. Er hatte mehrere Chancen, und er hat keine genutzt. Wer zehnmal lügt, dem glaubt man nicht.

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    • Anay
    • 23.11.2011 um 18:13 Uhr

    Es geht hier um seinen Rücktritt. Zweite Chance bezieht sich darauf, dass er nochmal zurück in die dt. Politik kehrt, worüber er anscheinend nachdenkt. Soll er ruhig. Darf er. Wir werden aber jeden seiner Schritt kritisch beäugen, da soll er sich nichts vormachen.

    8."Wer zehnmal lügt, dem glaubt man nicht."

    Sie wollen hoffentlich nicht behaupten,dass KTG der Einzige in der Politik ist,der mehrfach nicht die Wahrheit sagte und Fehler
    gemacht hat!
    Im übrigen bin ich überzeugt,dass etliche Politiker aktiv sind,die wesentlich schwerere "Verbrechen" wie er gegangen haben,
    und ich bin überzeugt,er lernte aus seinen Fehler,und mir ist er tausendmal lieber wie so manch anderer und ich glaube ich bin mit meiner Meinung nicht alleine.

    • manne1
    • 24.11.2011 um 21:36 Uhr

    Der Baron hat auf politischer, wissenschaftlicher und kultureller Ebene versagt und geschwindelt. Dann wurde er sogar in einen sog. "think tank" berufen (ist das unsere politische Elite???). Und jetzt bekommt er auf vollen 4 Seiten Gelegenheit, seine wohl vorbereiteten "Erklärungen" abzugeben.
    Schon in diesem Frühjahr hat Chefredakteur di Lorenzo diesen Herrn eher nachsichtig beurteilt, obwohl es kaum mehr etwas zu beschönigen gab. Selbst wenn jetzt einige Fragen kritisch zu sein scheinen - dass hier der Versuch eines comeback unterstützt werden soll, ist m.E. allzu deutlich. Und bestürzend. Erwies sich doch auch das "bestellte Feld" des Verteidigungsministers a.D. eher als eine Brache - und seine "Befähigung als Minister" als äußerst fragwürdig.
    Oder sollte es hier eher um eine - etwas umfangreich geratene - Reklame für das Buch der beiden gehen?

    Es geht mir weniger um v.G., sondern vor allem um eine einst angesehene und seriöse Wochenzeitung! Ich bin seit mindestens 15 Jahren Abonnent der ZEIT. Jetzt werde ich mein Abo kündigen.

    .. zumindest noch nicht beim elften Versuch!

    • Anay
    • 23.11.2011 um 18:13 Uhr

    Es geht hier um seinen Rücktritt. Zweite Chance bezieht sich darauf, dass er nochmal zurück in die dt. Politik kehrt, worüber er anscheinend nachdenkt. Soll er ruhig. Darf er. Wir werden aber jeden seiner Schritt kritisch beäugen, da soll er sich nichts vormachen.

    8."Wer zehnmal lügt, dem glaubt man nicht."

    Sie wollen hoffentlich nicht behaupten,dass KTG der Einzige in der Politik ist,der mehrfach nicht die Wahrheit sagte und Fehler
    gemacht hat!
    Im übrigen bin ich überzeugt,dass etliche Politiker aktiv sind,die wesentlich schwerere "Verbrechen" wie er gegangen haben,
    und ich bin überzeugt,er lernte aus seinen Fehler,und mir ist er tausendmal lieber wie so manch anderer und ich glaube ich bin mit meiner Meinung nicht alleine.

    • manne1
    • 24.11.2011 um 21:36 Uhr

    Der Baron hat auf politischer, wissenschaftlicher und kultureller Ebene versagt und geschwindelt. Dann wurde er sogar in einen sog. "think tank" berufen (ist das unsere politische Elite???). Und jetzt bekommt er auf vollen 4 Seiten Gelegenheit, seine wohl vorbereiteten "Erklärungen" abzugeben.
    Schon in diesem Frühjahr hat Chefredakteur di Lorenzo diesen Herrn eher nachsichtig beurteilt, obwohl es kaum mehr etwas zu beschönigen gab. Selbst wenn jetzt einige Fragen kritisch zu sein scheinen - dass hier der Versuch eines comeback unterstützt werden soll, ist m.E. allzu deutlich. Und bestürzend. Erwies sich doch auch das "bestellte Feld" des Verteidigungsministers a.D. eher als eine Brache - und seine "Befähigung als Minister" als äußerst fragwürdig.
    Oder sollte es hier eher um eine - etwas umfangreich geratene - Reklame für das Buch der beiden gehen?

    Es geht mir weniger um v.G., sondern vor allem um eine einst angesehene und seriöse Wochenzeitung! Ich bin seit mindestens 15 Jahren Abonnent der ZEIT. Jetzt werde ich mein Abo kündigen.

    .. zumindest noch nicht beim elften Versuch!

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