Wahl in Berlin Künast räumt Fehler ein

Nach der Berliner Wahlniederlage hat die viel kritisierte Spitzenkandidatin der Grünen Fehler zugegeben. Sie habe mitunter "treudoof" das Parteiprogramm nachgebetet.

Renate Künast wollte Bürgermeisterin in Berlin werden, schaffte es aber am Ende nicht einmal in eine Koalition mit der SPD. Nun hat die Spitzenkandidatin der Berliner Grünen bei den vergangenen Senatswahlen Fehler im Wahlkampf eingeräumt. Bei einem Grünen-Parteitag sagte sie: "Wir hatten ein paar gute Ideen: Bildung, Arbeit, Klima. Aber es hat nicht gezogen." Sie sei nicht "auf die Härte der persönlichen Auseinandersetzung" vorbereitet gewesen.

"Ich bin natürlich herausragend verantwortlich. Es hat einiges an Fehlern gegeben; auch Fehler, für die ich die Verantwortung habe", sagte Künast vor rund 150 Delegierten. "Es ist auch für mich eine gefühlte Niederlage. Ich habe schon schönere Wahlkämpfe geführt."

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Im Nachhinein bereue sie, dass sie oft nicht ihrem eigenen Kopf vertraut habe, etwa beim Streit um den Fortbestand der Gymnasien. "Manchmal habe ich treudoof unsere bestehende Programmlage formuliert. Und ärgere mich, dass ich mich nicht einfach darüber hinweggesetzt habe." Der Landesvorsitzende Daniel Wesener räumte ein: "Wir haben einen Wahlkampf gemacht, der teilweise an der Stadt und den Wählern vorbeiging."

"Bieder-spießige Wahlplakate" und Einschmeicheln bei der CDU

Abgeordnete, Delegierte und Teile der Basis hatten schon vor dem Parteitag Kritik am Verlauf und an strategischen Punkten des Wahlkampfs geäußert. Der frühere Bundesvorsitzende der Grünen, Reinhard Bütikofer, monierte in einem Papier "bieder-spießige Wahlplakate" der Spitzenkandidatin Renate Künast, die an die CDU der sechziger Jahre erinnert hätten. Dirk Behrendt, Vertreter des linken Flügels in der Fraktion, warf seiner Partei in einer schriftlichen Analyse Anbiederung an die CDU vor, die deren Wiederauferstehen erst möglich gemacht habe.

Künast, die in 20 Minuten nur zweimal längeren Applaus erhielt, verwies mehrfach auf den Anstieg der Grünen-Stimmen auf 17,6 Prozent. Umstrittene Punkte des vergangenen Wahlkampfs wie unklare Koalitionsaussagen zur CDU oder die Festlegung gegen die Autobahn A100 erwähnte sie nicht. Auch auf den Wahlerfolg der Piraten ging sie nicht ein.

 
Leser-Kommentare
  1. "Sie sei nicht "auf die Härte der persönlichen Auseinandersetzung" vorbereitet gewesen."

    Vielleicht sollte sie sich ein paar Tipps von den Piraten holen. Die waren anscheinend besser vorbereitet...

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    und ihre ganzen grünen alt-kommunisten Genossen,
    die nur von Stimmungsmache leben und ansonsten nur gegen alles sind. Das Potential dafür ist ausgeschöpft

    und ihre ganzen grünen alt-kommunisten Genossen,
    die nur von Stimmungsmache leben und ansonsten nur gegen alles sind. Das Potential dafür ist ausgeschöpft

  2. das Parteiprogramm sei "treudoof"?

    Oder lädt es nur PolitikerInnen dazu ein, in seiner Anwendung "treudoof" zu werden?

    Oder beides?

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    Kühnast räumt ein, dass sie selber nicht genug darüber nachgedacht hat, ob sie für diesen oder jenen Punkt mit ihrem Namen stehen möchte. Da muss es schon sehr an dem Gesagten herumdrehen um das rauszulesen, was du hier gerne herauslesen möchtest :D

    Ich finde es anständig, wenn Politiker_innen Fehler einräumen können. Andere gehen einfach drüber hinweg. Wer Mist gebaut hat soll auch dazu stehen können.

    "...Sie habe mitunter "treudoof" das Parteiprogramm nachgebetet..."

    "...Ich finde es anständig, wenn Politiker_innen Fehler einräumen können. Andere gehen einfach drüber hinweg. Wer Mist gebaut hat soll auch dazu stehen können..."

    Kompliment einer Frau Künast (die sicherlch nicht zu meinen Lieblingspolitikern gehört), so unumwunden Fehler einzugestehen!

    Allerdings sollte die Frage erlaubt sein, wie eine Bundespolitikerin ! und Ex-Bundesministerin sich derartige Fehler in einem kommunalen/regionalen Wahlkampf erlauben kann. Sind solche Leute als Spitzenpolitiker für die "Grüne Sache"
    geeignet?

    Sind solche Personen unabhängig von der politischen Richtung, die sie vertreten überhaupt unter den Topp-Politikern der Nation tragbar?

    Was qualifiziert eigentlich einen Politiker/eine Politikerin, in der politischen Elite aufgeführt zu sein?

    Man muss sich schon wundern!

    ==> Drupi

    Kühnast räumt ein, dass sie selber nicht genug darüber nachgedacht hat, ob sie für diesen oder jenen Punkt mit ihrem Namen stehen möchte. Da muss es schon sehr an dem Gesagten herumdrehen um das rauszulesen, was du hier gerne herauslesen möchtest :D

    Ich finde es anständig, wenn Politiker_innen Fehler einräumen können. Andere gehen einfach drüber hinweg. Wer Mist gebaut hat soll auch dazu stehen können.

    "...Sie habe mitunter "treudoof" das Parteiprogramm nachgebetet..."

    "...Ich finde es anständig, wenn Politiker_innen Fehler einräumen können. Andere gehen einfach drüber hinweg. Wer Mist gebaut hat soll auch dazu stehen können..."

    Kompliment einer Frau Künast (die sicherlch nicht zu meinen Lieblingspolitikern gehört), so unumwunden Fehler einzugestehen!

    Allerdings sollte die Frage erlaubt sein, wie eine Bundespolitikerin ! und Ex-Bundesministerin sich derartige Fehler in einem kommunalen/regionalen Wahlkampf erlauben kann. Sind solche Leute als Spitzenpolitiker für die "Grüne Sache"
    geeignet?

    Sind solche Personen unabhängig von der politischen Richtung, die sie vertreten überhaupt unter den Topp-Politikern der Nation tragbar?

    Was qualifiziert eigentlich einen Politiker/eine Politikerin, in der politischen Elite aufgeführt zu sein?

    Man muss sich schon wundern!

    ==> Drupi

  3. muss man erkennen können und entsprechend handeln, wenn man am Ende nicht mit leeren Händen dastehen will. SPD und CDU sind "Volksparteien" und haben sich in den vergangenen Jahren in ihrer Programmatik immer mehr angenähert. Um der Macht willen werden fast alle Kompromisse eingegangen. Die Grünen sind halt unbequem und dennoch attraktiv oder auch gerade, weil sie unbequem sind. Die FDP ist ebenso unbequem aber nicht mehr attraktiv. Das war zum großen Teil eigenes Unvermögen aber auch geschickte Politik der CDU, der es immer wieder gelingt, den schwarzen Peter der FDP zuzuschieben. Auch wenn Gabriel abstreitet, die Zeichen der Zeit stehen nicht nur in einigen Ländern sondern auch im Bund auf "große Koalition".

  4. Frau Künast vertritt immer noch vehement die Segnungen von Hartz IV. Ich habe von ihr noch keine Kritik an der Politik von Rot-Grün gehört wie Afghanistan-Krieg und Deregulierung der Finanzmärkte. Deshalb ist sie für mich nicht wählbar, nicht wegen der Plakate.

    • Halapp
    • 17.11.2011 um 9:51 Uhr

    Deshalb ist es bezeichnend, daß Frau Künast erklärt mit
    dem Herunterbeten des Parteiprogramms könne keine Wahl
    gewonnen werden.
    Das heißt doch das Parteiprogrmm ist überholt. Gibt für
    die derzeitige politische Problemlage nichts her.
    Nachdem der Atomausstieg nur noch als Strompreissteigerung
    whrgenommen wird auch die Vergangenheit der Grünen überdacht.

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