Arbeitsmarkt Von der Leyen und Röttgen drängen auf Mindestlohn
Arbeitsministerin und Umweltminister wollen den eben in der CDU beschlossenen Mindestlohn möglichst schnell umsetzen. Sie rechnen mit der FDP, doch die mauert.
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und Umweltminister Norbert Röttgen wollen den auf dem CDU-Parteitag beschlossenen Mindestlohn vorantreiben. Widerstand von der FDP erwarten beide nach eigenen Aussagen nicht. Von der Leyen sagte der Saarbrücker Zeitung, mit der FDP habe sie immer gute Erfahrungen gemacht, wenn die Partei marktwirtschaftliche Lösungen gesucht hat. "Und das ist hier der Fall."
Von der Leyen wolle nun Gespräche mit den Koalitionspartnern CSU und FDP sowie mit Arbeitgebern und Gewerkschaften aufnehmen. Doch die Liberalen lassen keine Sympathie für den Parteitagsbeschluss der FDP erkennen: "Was genau möchte eigentlich die CDU mehr als bisher?", sagte Generalsekretär Christian Lindner. Die bisherige Rechtslage erlaube bereits Lohnuntergrenzen in Branchen mit geringer Tarifbindung. "Sogar eine Kommission ist im Mindestarbeitsbedingungengesetz vorgesehen." Die CDU will, dass Arbeitgeber und Gewerkschaften in einer zu gründenden Kommission Mindestlöhne für Branchen aushandeln, in denen es keine gibt. Regionale, branchen- oder altersbezogene Differenzierungen sollen möglich sein.
Von der Leyen sagte, die Wende der CDU hin zu einer Lohnuntergrenze sei eine Konsequenz der Entwicklungen am Arbeitsmarkt. Immer weniger Arbeitnehmer unterlägen einem Tarifvertrag, die Lohnspreizung habe zugenommen. "Die deutsche Wirtschaft ist kraftvoll, aber es muss auch gerecht zugehen."
Röttgen sagte der Rheinischen Post, ein regelloser Zustand mit Stundenlöhnen von drei oder vier Euro verletze das Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen. Röttgen forderte die schnelle Einführung des Mindestlohns: "Die Koalition wäre gut beraten, das noch in dieser Wahlperiode zum Gesetz zu machen."
Auf ihrem Parteitag in Leipzig hat sich die CDU für eine allgemeine verbindliche Lohnuntergrenze in den Bereichen ausgesprochen, in denen bislang kein tariflich festgelegter Lohn existiert. Die Höhe soll von einer Kommission von Gewerkschaften und Arbeitgebern ausgehandelt werden. Das Gremium soll auch Differenzierungen etwa nach Regionen und Branchen vornehmen können und sich an bereits geltenden Mindestlöhnen orientieren, die zwischen 6,53 Euro und 13 Euro liegen.
Vor dem Beschluss auf dem Parteitag hatte das Thema Mindestlohn zu einem innerparteilichen Konflikt in der CDU geführt. Von der Leyen und Röttgen hatten im Vorfeld einen allgemein-verbindlichen Mindestlohn gefordert. Kanzlerin Angela Merkel hatte sich für regionale Lohnuntergrenzen ausgesprochen.
- Datum 16.11.2011 - 08:53 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 11
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"Von einer Zustimmung der FDP gehen beide aus."
...Von der Leyen drängt ins Rampenlicht.
Der Mindestlohn sollte bei 10,00 €/h liegen.
ich würde 30€ bevorzugen. Es gibt doch keinen Grund dagegen! Nur die FDP will das nicht!
ich würde 30€ bevorzugen. Es gibt doch keinen Grund dagegen! Nur die FDP will das nicht!
also so ähnlich wie Anfang des Jahres, als 5 € Hartz IV Erhöhung monatelang besprochen werden musste. Dazu gab es selbstgebackene Kese von der Übermutter v.d.L. (Mit 7 Kindern, Haushalt und einem Vollzeitjob in einer anderen Stadt, etc. ist man doch quasi so gut, dass man nicht von dieser Welt sein kann).
Man kann also gespannt sein wie die Parteien den "Nichtmindestlohn" irgendwie dann doch nicht richtig hinbekommen.
bekommt dann der Ungelernte, der nie Lust hatte
seine Ausbildung abzuschließen, genauso viel,
wie einer, der eine ordentliche Ausbildung hat?
Der Mindestlohn geht zu Lasten von Unternehmen,
dann sinken die Erträge, und danach stellen die
Steuerschätzer fest, wir müssen die Steuern
erhöhen, und dann?
Was bleibt dann vom Mindestlohn übrig.
Zuerst sollten die Preistreiber wie Bahn, Telekom
Banken und Versicherungen eingebremst werden.
...wurden doch schon bei der Ausrottung der Sozialhilfe gebracht.
Und die Antworten sind immer noch die Gleichen: Wenn jemand eine "ordentliche" Ausbildung hat, so soll er gefälligst "ordentlich" davon leben können. Bei 8,50 Euro und 160h sind das 1360€ Brutto.
Zudem machen die Unternehmen seit einem Jahrzehnt epische Rekordgewinne - nur die Einnahmen aus Unternehmensgewinn steigen kaum...
Der durchscnittliche CDU-Wähler kauft sich doch einen Porsche mit dem Geld, was er durch einen anständigen Lohn für seine Skalven spart...
...wurden doch schon bei der Ausrottung der Sozialhilfe gebracht.
Und die Antworten sind immer noch die Gleichen: Wenn jemand eine "ordentliche" Ausbildung hat, so soll er gefälligst "ordentlich" davon leben können. Bei 8,50 Euro und 160h sind das 1360€ Brutto.
Zudem machen die Unternehmen seit einem Jahrzehnt epische Rekordgewinne - nur die Einnahmen aus Unternehmensgewinn steigen kaum...
Der durchscnittliche CDU-Wähler kauft sich doch einen Porsche mit dem Geld, was er durch einen anständigen Lohn für seine Skalven spart...
...wurden doch schon bei der Ausrottung der Sozialhilfe gebracht.
Und die Antworten sind immer noch die Gleichen: Wenn jemand eine "ordentliche" Ausbildung hat, so soll er gefälligst "ordentlich" davon leben können. Bei 8,50 Euro und 160h sind das 1360€ Brutto.
Zudem machen die Unternehmen seit einem Jahrzehnt epische Rekordgewinne - nur die Einnahmen aus Unternehmensgewinn steigen kaum...
Der durchscnittliche CDU-Wähler kauft sich doch einen Porsche mit dem Geld, was er durch einen anständigen Lohn für seine Skalven spart...
"Der durchscnittliche CDU-Wähler kauft sich doch einen Porsche mit dem Geld, was er durch einen anständigen Lohn für seine Skalven spart..."
Solche Aussagen sind doch wirklich recht realitätsfern. Kurz mal wikipedia zur Bundestagswahl 2009 nachgeschlagen. Demnach gab es 62168489 Wahlberechtigte. Bei einer Wahlbeteiligung von 70,78% und einem Stimmanteil der CDU und CSU von 33,8% wären dies 14872965 Unionswähler. Glauben sie wirklich, dass wir so viele Ausbeuter in Deutschland haben?
Der Umstand, dass von der Leyen und Röttgen damit rechnen können, zum Projekt Lohnuntergrenze die Zustimmung der FDP zu erhalten, unterstreicht vor allem eins: es handelt sich nicht um einen allgemeinen Mindestlohn. Es ist nichts anderes als eine Fortführung der partiellen Mindestlohnfindung nach dem Entsendegesetz auf andere Art. Dieses Mal ohne die lenkende Hand des Parlaments.
Wenn in den öffentlichen Medien diese lokal differenzierte und nicht allgemeinen CDU-Lohnuntergrenzen mit einem andernorts geforderten allgemeinen und gesetzlichen Mindestlohn gleichgesetzt wird, dann hat Merkel ein weiteres Wahlkampfhindernis aus dem Weg geräumt. Nicht wie im Falle des Atomausstiegs durch eine 180-Grad-Wende sondern durch eine gut gemachte Billigkopie. Billig für Arbeitgeber, teuer für Arbeitnehmer und Steuerzahler.
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