EntwicklungshilfeKrach zwischen Niebel und seiner Vorgängerin

Mit brachialer Rhetorik attackiert Entwicklungsminister Niebel seine Vorgängerin Wieczorek-Zeul. Die SPD unterstellt ihm obsessive Tendenzen mit "psychogenen Ausmaßen".

Mit deutlichen Worten hat Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) auf Kritik seiner Vorgängerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) an seiner Amtsführung reagiert. "Es ehrt mich, dass Frau Wieczorek-Zeul mir vorwirft, ich machte eine andere Politik im Ministerium als sie", sagte Niebel der Leipziger Volkszeitung."Ihr Vorwurf, ich hätte alle Spuren ihrer Arbeit im Ministerium beseitigt, entspricht leider noch nicht der Realität. Aber ich arbeite weiter daran."

Die SPD-Politikerin hatte seit ihrem Ausscheiden aus dem Amt 2009 mehrmals Niebels Amtsführung kritisiert. Wieczorek-Zeul und ihre SPD-Vorgänger Egon Bahr und Erhard Eppler hatten aus diesem Grund die Teilnahme an der 50-Jahr-Feier des Ministeriums abgesagt. Hintergrund der Absage war, dass Niebel den SPD-Politiker Eppler nicht als Festredner zulassen wollte. "Das sollten die drei nicht zu schwer nehmen", sagte Niebel. Zur 40-Jahr-Feier habe auch nur Wieczorek-Zeul als amtierende Ministerin geredet. 

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Die SPD reagierte ihrerseits mit scharfer Rhetorik auf Niebels Äußerungen über Wieczorek-Zeul. Niebels Vorgehen gegen die politische Hinterlassenschaft der Ministerin "weist auf eine Obsession hin", erklärte SPD-Fraktionsvize Gernot Erler. Niebels "Feldzug gegen angebliche 'Linkstendenzen' in seinem Haus nimmt allmählich psychogene Ausmaße an". Es werde dem Minister "nicht gelingen, zu zerstören, was seine Vorgängerin in elf Jahren aufgebaut hat".

Der entwicklungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sascha Raabe, bezeichnete Niebel als "arrogant und unverschämt". Mit seinen Äußerungen beschimpfe Niebel "auf arrogante und unerträgliche Weise" Tausende von hoch engagierten Mitarbeitern in der Entwicklungsarbeit, sagte Raabe der Leipziger Volkszeitung.

 
Leserkommentare
    • PigDog
    • 04.11.2011 um 18:03 Uhr

    wird bald im Nebel der Vergangenheit verschwinden...

    Zu Recht!

    37 Leserempfehlungen
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    • joG
    • 05.11.2011 um 9:06 Uhr

    ....Syriens durch Minister wie Wieczorek-Zeul nicht im Nebel verschwunden und trugen dazu bei, dass die Assads noch auf Menschen schießen können, die in den Straßen demonstrieren.

    Stimmt, aber erst nachdem er seinen Job erledigt hat.

    --> Im Nebel verschwinden...

    Was hört man heute eigentlich noch von dieser, wie heißt sie noch, Wieczorek-Zeul?

    • joG
    • 05.11.2011 um 9:06 Uhr

    ....Syriens durch Minister wie Wieczorek-Zeul nicht im Nebel verschwunden und trugen dazu bei, dass die Assads noch auf Menschen schießen können, die in den Straßen demonstrieren.

    Stimmt, aber erst nachdem er seinen Job erledigt hat.

    --> Im Nebel verschwinden...

    Was hört man heute eigentlich noch von dieser, wie heißt sie noch, Wieczorek-Zeul?

  1. an China , an Syrien , alles sehr bedürftige Staaten, die Vorbilder bei Menschenrechten sind, nein, seine Vorgänger haben sich nicht mit Ruhm bekleckert.
    Wo sind nachhaltige Erfolge vorzuweisen ?

    10 Leserempfehlungen
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    • PolyXB
    • 04.11.2011 um 18:24 Uhr

    Seit wann sind Entwicklungsländer bei irgendetwas Vorbild?

    Entwicklungshilfe ist dazu da, den Menschen in Ländern zu helfen, die in wirtschaftlicher, sozialer und anderer Hinsicht rückständig sind. Wenn Sie erwarten, dass diese Länder Vorbilder sind, erwarten Sie zu viel.

    Syrien: Man muss abwägen. Man kann natürlich die Zusammenarbeit mit Syrien abbrechen. Bloß, was erreicht man damit? Syrien isoliert sich noch mehr. Den einfachen Menschen wird damit nicht geholfen. Es sind allerdings die einfachen Menschen, welche die entwicklungspolitischen Maßnahmen zu Gute kommen sollen. Sie sehen, ihre - indirekt formulierte - Forderung hilft den Menschen in Syrien nicht.

    und zwar durch Niebel! Aber mit solchen Meldungen lässt sich schlecht jammern und bashen.
    Dem Michel geht es halt nicht um Inhalte

    In China scheint die Hilfe gut gewirkt zu haben. Wenn die jetzt €-Staatanleihen kaufen, tun sie sogar was für meine Menschenrechte. Alles Dank SPD Entwicklungshilfe.
    Jetzt aber ran, Herr Niebel. Ihre Uhr tickt schon.

    ... Niebels Top-Arbeit: http://www.dradio.de/dlf/...

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Beleidigungen. Danke. Die Redaktion/ag

    • PolyXB
    • 04.11.2011 um 18:24 Uhr

    Seit wann sind Entwicklungsländer bei irgendetwas Vorbild?

    Entwicklungshilfe ist dazu da, den Menschen in Ländern zu helfen, die in wirtschaftlicher, sozialer und anderer Hinsicht rückständig sind. Wenn Sie erwarten, dass diese Länder Vorbilder sind, erwarten Sie zu viel.

    Syrien: Man muss abwägen. Man kann natürlich die Zusammenarbeit mit Syrien abbrechen. Bloß, was erreicht man damit? Syrien isoliert sich noch mehr. Den einfachen Menschen wird damit nicht geholfen. Es sind allerdings die einfachen Menschen, welche die entwicklungspolitischen Maßnahmen zu Gute kommen sollen. Sie sehen, ihre - indirekt formulierte - Forderung hilft den Menschen in Syrien nicht.

    und zwar durch Niebel! Aber mit solchen Meldungen lässt sich schlecht jammern und bashen.
    Dem Michel geht es halt nicht um Inhalte

    In China scheint die Hilfe gut gewirkt zu haben. Wenn die jetzt €-Staatanleihen kaufen, tun sie sogar was für meine Menschenrechte. Alles Dank SPD Entwicklungshilfe.
    Jetzt aber ran, Herr Niebel. Ihre Uhr tickt schon.

    ... Niebels Top-Arbeit: http://www.dradio.de/dlf/...

    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Beleidigungen. Danke. Die Redaktion/ag

  2. was für eine skrupellos- (Rüstungs-)industriell gesteuerte Raudaumannschaft die FDP in Wahrheit ist. Danke Herr Niebel, uns das ins Gedächtnis gerufen zu haben. Wirklich schade, dass die FDP bald der Vergangenheit angehört.

    18 Leserempfehlungen
  3. Er steht einem Ministerium vor, das er im Wahlkampf abschaffen wollte. Das spricht für sich und gegen ihn.

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    Vielleicht sogar in Hinblick auf die Abschaffung. Wäre natürlich blöd für die SPD, wenn das Ministerium nicht mehr existierte, wenn sie nochmal an die Macht kommen, nachdem sie dort 11 Jahre lang gehaust haben.

    Vielleicht sogar in Hinblick auf die Abschaffung. Wäre natürlich blöd für die SPD, wenn das Ministerium nicht mehr existierte, wenn sie nochmal an die Macht kommen, nachdem sie dort 11 Jahre lang gehaust haben.

  4. ministerium als überflüssig zu beweisen; scheint ihm nicht gelungen zu sein - nun keilt er in einer Weise aus, wie wir es ja von FDP-Größen unserer Tage schon zur Genüge kennengelernt haben; zugegebenermaßen um einen Schlag weiter in Richtung Psychose. Der Mediziner Philipp Rösler ist ja nicht weit - kann Hilfe leisten. - Ich mag mir gar nicht vorstellen, was Mitarbeiter in diesem Ministerium zu erdulden haben. -

    15 Leserempfehlungen
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    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag

  5. ...was soll man von jemandem erwarten, der ein Ministerium übernimmt, dass er zuvor jahrelang als überflüssig bezeichnet hat. Ja, Niebel ist immer dafür eingetreten, dass Entwicklungsministerium abzuschaffen und dessen Augaben dem auswärtigen Amt zu unterstellen (fand ich auch irgendwie schlüssig). Bis sein eigener Posten dran hing.

    Aber wegen dieser Festreden so einen Zirkus zu veranstalten und das dann auch noch in den Medien so hochzustilisieren, ist mal wieder bezeichnend, und zwar für beide Seiten. Als hätten wir keine echten Probleme.

    9 Leserempfehlungen
  6. Ist was dran.

    3 Leserempfehlungen
    • Harzer
    • 04.11.2011 um 18:21 Uhr

    ..."Ihr Vorwurf, ich hätte alle Spuren ihrer Arbeit im Ministerium beseitigt, entspricht leider noch nicht der Realität. Aber ich arbeite weiter daran."...

    Als FDP-Feldniebel ist der doch so zu sagen selber schon auf seiner eigenen Prozentspur in der Zukunft verschwunden ... ... .

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    • Askay
    • 04.11.2011 um 18:51 Uhr

    Ich hatte mich schon während der ganzen Amtszeit von Zeul geärgert, dass die das Geld für die Unterstützung ihrer linken Gesinnungsgenossen zweckentfremdete. Ich glaube Klientelpolitik reinsten Wassers nennt man sowas. Warum empört sich da keiner der Berufsempörer? Vielleicht weil mit zweierlei Maß gemessen wird?

    So z. B. hat das "Entwicklungshilfeministerium" unter Zeul eine Studie zur FTS in Auftrag und bezahlt, was wohl auf den Einfluß von Attac zurückzuführen war. Ist das nun Lobbyismus oder nicht?

    Gut, das endlich damit und anderem und hoffentlich radikal gebrochen wird.

    Go Niebel Go

    • Askay
    • 04.11.2011 um 18:51 Uhr

    Ich hatte mich schon während der ganzen Amtszeit von Zeul geärgert, dass die das Geld für die Unterstützung ihrer linken Gesinnungsgenossen zweckentfremdete. Ich glaube Klientelpolitik reinsten Wassers nennt man sowas. Warum empört sich da keiner der Berufsempörer? Vielleicht weil mit zweierlei Maß gemessen wird?

    So z. B. hat das "Entwicklungshilfeministerium" unter Zeul eine Studie zur FTS in Auftrag und bezahlt, was wohl auf den Einfluß von Attac zurückzuführen war. Ist das nun Lobbyismus oder nicht?

    Gut, das endlich damit und anderem und hoffentlich radikal gebrochen wird.

    Go Niebel Go

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