Rechtsextremismus Holger Apfel, der NPD-Verharmloser
Deutschland diskutiert über den Rechtsterrorismus, während die NPD einen neuen Chef wählt. Holger Apfel will die Partei modernisieren – aber nur äußerlich.
© Robert Schlesinger/dpa

Der sächsische NPD-Fraktionsvorsitzende Holger Apfel und sein Amtskollege aus Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs
Die NPD schimpft so gern über Parallelgesellschaften, dabei ist sie selbst eine. Just an einem Wochenende, an dem sich die deutsche Öffentlichkeit erschrocken mit rechtsextremem Terrorismus befasst, trifft sich die Partei im brandenburgischen Neuruppin zum Bundesparteitag. Und das ganze Wochenende über lässt kein Delegierter und kein Funktionär auch nur ein Wort über eine braune Terrorzelle namens "Nationalsozialistischer Untergrund" fallen.
Für die NPD hätte es aber auch kaum dümmer kommen können. Genau an diesem Wochenende wollte sich die Partei ein weicheres Gesicht geben. Im Kern geht es um die Hitler-Frage. Scheinbar seit Wochen, eigentlich aber seit Jahren wogt in der Partei ein Streit darüber, wie offen man sich auf den Nationalsozialismus beziehen solle. Die Verharmlosung des Dritten Reiches ist nach wie vor ein Identitätsthema für die NPD.
Aber eine Reihe vor allem jüngerer Kader um Holger Apfel, den Chef der sächsischen Landtagsfraktion, drängt seit langem auf ein moderateres Image. Bei den allermeisten Wählern, argumentiert Apfel, schadeten "ständige Vergangenheitsbezüge" und eine "optische Selbstausgrenzung" nur. Apfel meint das Auftreten mit Glatze, Springerstiefeln und Reichskriegsflagge. Die NPD müsse stattdessen "eine moderne zukunftsgewandte Rechtspartei" werden.
Auf dem Neuruppiner Parteitag kandidierte er deshalb gegen den langjährigen NPD-Vorsitzenden Udo Voigt. Mit Erfolg. Bei einer geheimen Abstimmung am späten Samstagabend setzte sich Apfel mit fast 60 Prozent der Stimmen durch.
Frust an allen Enden
Zuvor hatten die fast 220 Delegierten zehn Stunden lang debattiert. Dabei zeigte sich, dass der Mittelbau der Partei weniger begeistert von Apfel als vielmehr enttäuscht über Voigt ist. Der nannte die vergangenen zwei Jahre allen Ernstes "die wohl erfolgreichsten" seit seinem Amtsantritt 1996. Dabei hat die NPD bei fast allen Wahlen seit 2009 drastisch an Stimmen verloren, lediglich in Mecklenburg-Vorpommern erfolgte diesen September ein Wiedereinzug in den Landtag.
Je länger der Parteitag dauerte, desto mehr entfaltete sich das desolate Bild der Partei: Die Finanzlage der NPD ist prekär, die Unterschlagungen des langjährigen Schatzmeisters Erwin Kemnas noch immer nicht verdaut, ein Streit mit dem Bundestag über die Rückforderung von 2,5 Millionen Euro wegen fehlerhafter Finanzberichte kostet Kraft und zehntausende Euro an Prozesskosten.
Auch die Rekrutierung neuer Mitglieder stockt. Bundesgeschäftsführer Klaus Beier musste berichten, dass sich mühsam geworbene Neumitglieder offenbar regelmäßig mit Grausen wieder abwenden, sobald sie die Partei von innen gesehen haben. "Nach ein bis zwei Jahren", sagte Beier, "bleiben die meisten auf der Strecke."
Der Parteiverlag und -versand Deutsche Stimme ist von überforderten Geschäftsführern heruntergewirtschaftet worden. Die Nachwuchsorganisation JN verzeichnet sinkende Mitgliederzahlen und bekommt nicht einmal ordentliche Rechenschaftsberichte hin.
- Datum 13.11.2011 - 15:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Aber keine soziale Schieflage, keine Verzweiflung über eine angeblich fehlende konservative Partei oder empfundene "Unterwanderung" von Ausländern kann rechtfertigen, dass man eine Partei wählt, die tatsächlich nichts aus der deutschen Geschichte gelernt hat [...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/mk
allerdings würde ich das etwas gelassener sehen. Eine Gesellschaft muss es schon aushalten, dass es Menschen gibt, die nicht sonderlich gebildet sind. Es sollten nur nicht zu viele werden.
allerdings würde ich das etwas gelassener sehen. Eine Gesellschaft muss es schon aushalten, dass es Menschen gibt, die nicht sonderlich gebildet sind. Es sollten nur nicht zu viele werden.
dass überhaupt über das Tun und Lassen einer solchen Partei ein zweiseitiger Artikel ins Netz gestellt wird. Man schreibt diese Leute bloß hoch, wenn man über sie berichtet. Eine Mini-Meldung über die Wahl dieses Vorsitzenden hätte vollauf genügt.
Ich kann nirgendwo erkennen, dass die NPD hier hochgejazzt worden wäre. Vielmehr ist dem Artikel zu entnehmen, dass sie sich in einem desaströsen Zustand befindet. Das fad ich einerseits recht interessant und andererseits auch sehr gut.
im Regierungsfernsehen nach der Wahl mitten in einem durchaus vernünftigen Satz einfach das Mikrofon vor dem Mund weggezogen wurde, halte ich es für die Pflicht demokratisch denkender Reporter auch über die NPD zu berichten.
Auch wenn diese Partei nicht meine Sympathie traegt ist sie allein deshalb für mich interessant geworden weil alle Blockparteien momentan die Zukunft und Ersparnisse des Deutschen Volkes ans Ausland verstreuen!
Ich kann nirgendwo erkennen, dass die NPD hier hochgejazzt worden wäre. Vielmehr ist dem Artikel zu entnehmen, dass sie sich in einem desaströsen Zustand befindet. Das fad ich einerseits recht interessant und andererseits auch sehr gut.
im Regierungsfernsehen nach der Wahl mitten in einem durchaus vernünftigen Satz einfach das Mikrofon vor dem Mund weggezogen wurde, halte ich es für die Pflicht demokratisch denkender Reporter auch über die NPD zu berichten.
Auch wenn diese Partei nicht meine Sympathie traegt ist sie allein deshalb für mich interessant geworden weil alle Blockparteien momentan die Zukunft und Ersparnisse des Deutschen Volkes ans Ausland verstreuen!
allerdings würde ich das etwas gelassener sehen. Eine Gesellschaft muss es schon aushalten, dass es Menschen gibt, die nicht sonderlich gebildet sind. Es sollten nur nicht zu viele werden.
Bisher war die NPD eine Mogelpackung für die verbotene NSDAP, um deren Anhänger vor Strafverfolgung zu schützen und ihnen ein Sprachrohr für denselben alten Irrglauben zu geben, kaum geschminkt. Wie wir nun wissen sind in ihrem Umfeld seit Jahren Mörder unterwegs.
Nun rechnet sich offenbar ein Herr Appel aus, daß man mit einer Mogelpackung um die Mogelpackung herum den alten Irrglauben besser verbreiten kann. Die Zielgruppe sind sicherlich diejenigen, die bisher immer von sich weisen, Nazis zu sein, auf Sarrazins Thesen jedoch am liebsten immer wieder die Parole "Ausländer raus!" brüllen möchten. Von denen gibt es mehr als man glaubt, man muß nur die Kommentare in Zeitungen zu diesen Themen durchsehen.
Selbst in den letzten Rechtsaußen-Winkel der CSU sollte sich seit gestern herumgesprochen haben, daß in der Mogelpackung NPD immer noch das ist, was man erwartet: etwas durch und durch Braunes.
Sie sollten vorsichtig sein mit solchen Behauptungen. Erstens wird diese Partei, leider, auch von Normalbürgern gewählt und zweitens kann eine Regierung Kriminelle aus kleinen Parteien ganz schnell mit diesem Hebel diskreditieren. Es könnte ja auch mal eine von uns Zeit Lesern bevorzugte Partei treffen. Ich gehe davon aus, dass militante oder nicht militante Rechtsaussen hier ihre Zeit nicht verbringen.
Sie sollten vorsichtig sein mit solchen Behauptungen. Erstens wird diese Partei, leider, auch von Normalbürgern gewählt und zweitens kann eine Regierung Kriminelle aus kleinen Parteien ganz schnell mit diesem Hebel diskreditieren. Es könnte ja auch mal eine von uns Zeit Lesern bevorzugte Partei treffen. Ich gehe davon aus, dass militante oder nicht militante Rechtsaussen hier ihre Zeit nicht verbringen.
Der Kampf zwischen der politisch korrekten Seite und den NPD-Anhängern ist ein Kampf zweier Mogelpackungen gegeneinander, so sieht es doch aus.
Beide steuern an den Problemen vorbei. Die einen ignorieren sie, die anderen machen es sich zu einfach.
......die Rechtsradikalen auf dem Vormarsch. In Deutschland dagegen herrscht ein Konsens darueber, dass was rechter von der CSU liegt, nicht waehlbar waere.
Doch zwei Fragen beschaeftigen mich seit gut einer Woche, naemlich, warum Wilders aus Holland Israel so nah steht und warum der israelische Botschafter zu den vereinten Nationen, Preschauer, als einziger hochrangiger Diplomat die Einladung Fr. Le-Pens befolgt war?
Welche Interessen haben Israel und die europaeieschen Parteien des radikalen Rechtes gemeinsam?
Ich hielt damals das so grandios gescheiterte Verbotsverfahren für einen gravierenden Fehler.
Eine vollständig rückwärtsgewndte Partei wie die NPD, die nicht mehr als einen Sammelplatz der Ewiggestrigen darstellt, kann auf Dauer nicht damit dienen, sinnvolle Antworten auf die Probleme der Zukunft zu liefern.
Und ein Hauptproblem einer Versammlung der Ewiggestrigen wurde ja im Artikel auch schon angesprochen: Es fehlt am Nachwuchs. Dass sich Neumitglieder nach kurzer Zeit "mit Grausen" wieder von dieser Partei abwenden, ist kein Wunder angesichts der völlig unübersichtlichen Flügelkämpfe.
Ich nehme an, dass der neue Vorsitzende Apfel auch nichts an dem desolaten Zustand dieser Partei ändern können wird. Zuma er ja selbst angekündigt hat, den "alten Wein" nur in neue Schläuche verpacken zu wollen.
Bei einer längst umgekippten Plörre nutz aber auch eine neue Verpackung nichts.
Ich kann nirgendwo erkennen, dass die NPD hier hochgejazzt worden wäre. Vielmehr ist dem Artikel zu entnehmen, dass sie sich in einem desaströsen Zustand befindet. Das fad ich einerseits recht interessant und andererseits auch sehr gut.
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