Rechtsextremismus Der schwierige Weg zum NPD-Verbot
Wegen V-Leuten platzte das erste NPD-Verbotsverfahren, jetzt plant die Politik einen zweiten Anlauf – ohne V-Männer abzuschalten. Geht das?
Verbot der NPD wieder entfacht . Die Partei gilt als geistiger Nährboden für rechtsextremistische Gewalt. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat nun den Eindruck erweckt, ein Verbot der NPD sei auch unter Beibehaltung von V-Leuten möglich – genau daran war aber das Verbotsverfahren im Jahr 2003 gescheitert.
Die jüngsten Erkenntnisse über das Ausmaß des Neonazi-Terrors haben die Debatte über ein
Wie könnte der von Innenminister Friedrich angedeutete "Mittelweg" aussehen?
Friedrich bleibt skeptisch, ob ein Verbotsverfahren durchsetzbar wäre. Der Minister hat auch in dem Interview, das er jetzt der Rheinischen Post gab, nur gesagt, es werde geprüft, "ob es einen gangbaren Mittelweg" gäbe.
Parallel untersucht eine "Prüfgruppe" im Kanzleramt Chancen und Risiken eines zweiten Verfahrens. Sollte der Entscheid positiv sein, könnte Friedrich sich kaum verweigern. Ein mögliches Szenario zur Vorbereitung eines Verfahrens schildern Experten so: Die Verfassungsschutzbehörden verzichten auf alle V-Leute, die in Vorständen der NPD sitzen. Außerdem wird im Verbotsantrag nur belastendes Material verwandt, das komplett "V-Mann-frei" ist. Das könnte allerdings, warnen Fachleute, Argumente kosten, mit denen beim Bundesverfassungsgericht die "aggressiv-kämpferische" Haltung der NPD zu belegen wäre.
Umso wichtiger erscheinen da, welche Ergebnisse die Ermittlungen im Fall der Jenaer Terrorgruppe ergeben. Verdichten sich die Hinweise auf Verbindungen zur NPD, wäre das schon ein gravierender Hinweis auf für ein aggressiv-kämpferisches Auftreten gegen die demokratische Grundordnung. Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass alle Bundesländer einem Anlauf zu einem weiteren Verfahren zustimmen müssen. Doch zumindest Hessen ist strikt gegen ein neues Verfahren. Beim nächsten Treffen der Innenministerkonferenz im Dezember, Hessen ist der Gastgeber, "dürfte es hoch hergehen", heißt es in Berlin.
Wie würde ein "Abziehen" der V-Leute aus der NPD konkret aussehen?
Da die V-Leute zur rechtsextremen Szene zählen, kann man sie nicht abziehen. Der Fachbegriff beim Verfassungsschutz lautet "abschalten". Der Nachrichtendienst, konkret der V-Mann-Führer, bricht den Kontakt zu einem Neonazi ab, der gegen Geld dem Verfassungsschutz aus den braunen Milieus berichtet hat. Es finden keine Treffen mehr statt, es wird mit dem Ex-V-Mann nicht mehr telefoniert und die Zahlung von Honoraren für Auskünfte wird eingestellt. In der Regel hält die Funkstille. Es gab allerdings Fälle, in denen V-Mann-Führer sich doch wieder an den einstigen Spitzel wandten, wenn anders keine Informationen aus einem bestimmten rechtsextremen Spektrum zu bekommen waren. Offen bleibt, wie viele Länder bereits V-Leute aus den Führungsetagen der NPD abgeschaltet haben, um einen zweiten Anlauf für ein Verbotsverfahren zu erleichtern.
- Datum 24.11.2011 - 10:51 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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....als von einem "Irrweg". Nicht weil ich die NPD mag. Sie steht für viele wirklich komische Ideen. Das einzig bedenkliche scheint, dass die Mitglieder wirklich daran zu glauben scheinen. Sie würden zB vermutlich Parteien verbieten, die andere Meinungen vertreten, als sie das tun.
So schwer es mir auch selber dass zu sagen, aber ein NPD-Verbot führt am Ziel vorbei und wäre, wie jeder andere Parteiverbot ein Rückschlag für einen demokratischen Rechtsstaat.
Ein demokratischer Staat kann und muss auch die politischen Spektren ertragen, die gegen sie arbeiten. Vielmehr muss der Staat dafür sorge tragen, dass der Bevölkerung die politische Grundbildung widerfährt, mit der diese sich selber von rechter und linker Ideologie und dessen Blendwerke schützen kann.
(Rechts-)extremismus verschwindet nicht mit Parteiverboten, Extremismus hat durch ein Parteiverbot nur keine (beobachtbare) Plattform nach draußen - im Untergrund wird weitergearbeitet und da die Repräsentation nach draußen fehlt, kann hier noch radikaler geplant und vorgegangen werden.
Diese erneute Debatte zeigt im Endeffekt nur, dass a) sich immernoch kein Gedanke um das Thema gemacht wurde und welche Lösungsalternativen bestehen, b) dass in ein Wespennest gestochen wurde und jetzt mit viel Tamtam und Aktionismus versucht wird von einer augenscheinlichen Schwäche abzulenken.
ich sehe das genau so. wenn man nur gerade diese debatte im forum beobachtet, staunt man, was es für eine sympathie hervorruft. wundert mich nicht, weil dafür ein mittel verwendet wird, das in europa nicht heimisch werden soltte, (verwirrungstaktik der us-amerikanaer)diese medien politropaganda, die geheime lügnerei und widersprüchliche nachrichten! erstens: wissen sie genau, "wer" steht hinten diesen morden? nein! aber das urteil ist schon gesprochen! solange es nicht bewiesen worden ist, sind jede vorurteile schädlich. jeder normale verstand streitet dagegen, wenn eine einseitige kampagne geführt wird. stinkt bis zum... nur weil ein verbot erzwungen werden soll? was ist dann, wenn das gegenteil bewiesen ist und es später die öffentlichkeit erfährt? oder in welche "schuhe" wird es reingeschoben? nein! natürlich kommt die typische verschwörungskeule!
ich sehe das genau so. wenn man nur gerade diese debatte im forum beobachtet, staunt man, was es für eine sympathie hervorruft. wundert mich nicht, weil dafür ein mittel verwendet wird, das in europa nicht heimisch werden soltte, (verwirrungstaktik der us-amerikanaer)diese medien politropaganda, die geheime lügnerei und widersprüchliche nachrichten! erstens: wissen sie genau, "wer" steht hinten diesen morden? nein! aber das urteil ist schon gesprochen! solange es nicht bewiesen worden ist, sind jede vorurteile schädlich. jeder normale verstand streitet dagegen, wenn eine einseitige kampagne geführt wird. stinkt bis zum... nur weil ein verbot erzwungen werden soll? was ist dann, wenn das gegenteil bewiesen ist und es später die öffentlichkeit erfährt? oder in welche "schuhe" wird es reingeschoben? nein! natürlich kommt die typische verschwörungskeule!
Sie ist ganz klar verfassungsfeindlich und gehört deshalb verboten.
Dass die Nazi-Schläger sich auch noch mit Steuergeld (Parteienfinanzierung), Plus dem Geld das die V-Leute beisteuern, organisieren können, ist einfach unerträglich.
Zur Sage, dass Verfassungsgericht hätten wegen der V-Leute keine Aussicht auf Erfolg gesehen:
Otto Schily hat im Kamingespräch bei Phönix dargelegt, dass damals 3 von 7 Richtern Probleme darin gesehen haben. Also die Minderheit im Senat.
Das Problem der BRD der Gegenwart sind ja die phantasievollenSprachregelungen.
" Wegen V-Leuten platzte das erste NPD-Verbotsverfahren "
heißt doch auf normaldeutsch, daß die NPD vom Bund finanziert wird un das auch so bleiben soll. Das ist doch alternativlos.
Der erste Antrag wurde abgelehnt, da die V Leute auf Bestellung des Verfassungschutzes Verfassungsfeindliches Material (Hetzschriften etc.) verfassen und verteilen können. Dieses Material kann der Staat dann bei einen anderen NPD Anhänger sicherstellen. Trotzdem hat der VS das Material produziert.
Für einen neuen Verbotsantrag ist zwingend erforderlich erst alle V Leute abzuziehen, dann muss man mindestens 2. Jahre warten. Dann kann man es erneut versuchen.
Ob Friedrich in 2 Jahren noch Innenminister ist, ist sehr fraglich.
Wieso???
Mit der schrittweisen Abschaffung individueller Grundrechte quält sich der Gesetzgeber doch auch nicht groß.
Über Lösungen, Unlösungen und unlösbare Probleme
Die NPD zu verbieten ist eine Lösung, die genauso perfekt dazu geeignet ist, die Probleme zu lösen, wie die Einführung des Euro, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen.
Vermutlich gehen noch mehr Leute in den Untergrund, weil ihnen ein Ventil fehlt, ihren Protest zu artikulieren. Und die Anderen? Die gründen einfach eine neue Partei. Die Pläne dafür liegen sicherlich schon in der Schublade. Einfach mal aufziehen.
Unsere Politiker demonstrieren wiedermal eindrucksvoll wie viel sie auch unter großem Druck zu leisten imstande sind.
Solange man Massenarbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit, Kapitalflucht ins Ausland, Sozialabbau, Staatsüberschuldung und ähnliche Probleme nicht in den Griff bekommt, wird sich unsere Gesellschaft kaum zum Besseren entwickeln.
Die NPD ist ein Ärgernis, aber die etablierten Parteien und viele der sogenannten Volksvertreter sind es auch. Es wird immer noch zu viel Geld im Ausland verschenkt und es gibt immer noch zu viele Politiker vor allem bei der CDU, die sich im großen Stil erst einmal selbst segnen. Jürgen Rüttgers und Norbert Lammert seien hier genannt. Weitere Beispiele folgen bestimmt bald. Und das nicht nur von der CDU.
Viele Leute in unserem Land leben von Sozialhilfe, aber das bremst die „Geberlaune“ und „Mitnahmementalität“ unserer Politiker offenbar kaum aus. Pfui, Teufel!
ist das peinlich. Da fordert u.a. IM Friedrich dauernd die Ausweitung der techn. Überwachungsmöglichkeiten und stellt sich dann Seit' an Seit' mit anderen "Experten" hin und kann nicht auf die Geschichten der V-Leute verzichten? Sicher, beim Verfassungsschutz arbeiten nicht nur Trottel, die können die Seriösität der Informanten sicherlich zumindest abschätzen. Aber solchen Verrätern mehr Vertrauen entgegen zu bringen als unbemerkt abgefangener Kommunikation ist doch peinlich. Vor allem, wenn Herr Voigt von der NPD in die Kameras des ÖffR sagt, man kenne die V-Leute, halte sie kurz und nutze sie als Verhinderer eines neuen Verbotsverfahrens.
Statt denen Geld für ihre Storys zu liefern sollte das Geld in Überwachungsmaßnahmen u.ä. investiert werden!
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