Presseschau Koalitionsgipfel: "Schwarz-Gelb durchschlägt ein Knötchen"
Kommentatoren reagieren auf den Steuerbeschluss der Koalition wenig euphorisch. Der kleine Schritt nach vorn beende zumindest die Untätigkeit der Regierenden, heißt es.
"Kein großer Wurf" sei die Einigung, findet die Süddeutsche Zeitung, aber immerhin habe die Koalition Vernunft walten lassen. Wie üblich sei ein "merkwürdiger Handel" vollzogen worden: "So bekommt die CSU ihr umstrittenes Betreuungsgeld, weil sie umgekehrt zustimmt, die Zuwanderung hoch qualifizierter Arbeitskräfte zu erleichtern." Die Beschlüsse zur Steuer und Pflege seien in der Sache nicht falsch, aber im Sinne von Kanzlerin Merkels Philosophie nur "die ganz kleinen Schritte". Ob aus dem "Chaos-Bündnis" von Union und FDP doch noch eine gewissenhafte Regierung werde, bleibe abzuwarten. Den großen Knoten habe Schwarz-Gelb diesmal nicht durchschlagen, sondern nur ein "Knötchen", meint der Autor.
Den Erfolg der Liberalen streicht Die Welt heraus: "Die FDP kann liefern, wenigstens ein wenig Abgabenentlastung hat sie endlich durchgesetzt." Die CSU habe die vom politischen Gegner abfällig "Herdprämie" genannte Eltern-Zahlung bekommen, "obwohl weder in der CDU noch in der FDP dafür viel Verständnis herrscht". Wichtiger als die ausgehandelten Details erscheint der Welt die "Botschaft" des Sonntagabends: "Die Koalition kann mehr schaffen, als nach den Streitigkeiten und der damit verbundenen lauten Untätigkeit der vergangenen Monate erwartet werden konnte." Echter Gestaltungswille sehe aber anders aus, moniert die Zeitung aus der Hauptstadt.
Der General-Anzeiger aus Bonn zeigt sich sehr enttäuscht: "Von Bedeutung für den Bürger ist diese Steuersenkung so gut wie nicht." Es stecke nicht einmal ein ordentliches Weihnachtsgeschenk zusätzlich drin. Die Einigung von Union und Liberalen sei nur "ein Dokument, aus dem hervorgeht, dass ihnen klar war, nicht scheitern zu dürfen". Der 2013 und 2014 "vielleicht beglückte Bürger" habe nicht viel von alledem: "Man hätte es sich also auch schenken können". Der "ärgerliche" Plan widerspreche zudem gesetzlichen Vorschriften: "Konjunkturbedingte Mehreinnahmen müssen zwingend zur Schuldensenkung verwendet werden", kritisiert das Bonner Blatt.
Handlungsbedarf bleibt groß
Die Mehrheit der Bürger verlange ohnehin nicht mehr viel von dieser Koalition, lästert die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle: "Da verlässt kein Paket das Kanzleramt, eher ein Päckchen." Bei der Steuerentlastung werde getrickst, um die widerstrebenden Länder ins Boot zu bekommen. Verkehrsminister Peter Ramsauer bekomme mehr Geld für den Straßenbau "und zur Gesichtswahrung". Dass die Delegierten auf den Parteitagen von FDP und CDU diese Beschlüsse "in voradventlicher Milde" aufnehmen werden, bezweifelt die Mitteldeutsche Zeitung, die in ihrer Schlagzeile sogar einen "Skandal" wittert.
Die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg versucht, Optimismus walten zu lassen. Sie hofft, "dass die Regierung nun mit dem beginnt, was sie schon immer vorhatte: mit dem Regieren." Doch die Einigung könne nicht verdecken, dass der Handlungsbedarf in der Steuer- und Pflegepolitik unverändert groß sei. Die grundsätzlichen Probleme – Steuervereinfachung, bezahlbare Pflegeleistungen in einer alternden Gesellschaft – bestünden weiter. Die zusätzliche Milliarde für die Verkehrsinfrastruktur sei nur "ein Tropfen auf den heißen Stein". Und wenn es schlecht laufe, zerpflücke die Koalition ihre mühsame Einigung in den nächsten Tagen, befürchtet die Nordwest-Zeitung.







diese Beschreibung:
http://de.wikipedia.org/w...
Wenn die Bundesregierung wirklich und aus tiefer Überzeugung eine durchgreifende Steuerentlastung im Sinn hätte, wäre es sicher möglich gewesen, die schon ab nächstes Jahr durchzuführen.
So aber hat die Entscheidung im Hinblick auf die Bundestagswahl im Jahr 2013 den Beigeschmack eines Vorwahlkampfs.
Das große Getöse erwartet uns in Bälde aus Brüssel, denn das Ehegattensplitting steht auf dem Prüfstand!
Es verstößt gegen EU-Recht,indem es Frauen abhängig vom Familienstand ungleich behandelt. Das wurde auf dem EU- Gipfel Juni 2011 den Deutschen ins Stammbuch geschrieben.
Eine neu EU-Richtlinie, nach der das Ehegattensplitting im deutschen Steuerrecht unzulässig wäre, sei dshalb bereits in Arbeit.
Deutsche Steuerzahler kostet das Splittingverfahren in seiner aktuellen Vollzugspraxis lt. DIW jährlich (!) 21 Milliarden Euro... Dieses Geld geht in der Wirkung zu 43% an Ehepaare, die keine Kinder haben.
(hauptstadtmagazin des dbb,Sept.2011,32/33)
Daher ist das Pseudo-Geschacher der Koalition um vergleichsweise erbärmliche 6 Milliarden € und der dreiste Angriff auf unsere Goldreserven (Eigentum aller Bürger)wegen 15 Milliarden für den Rettungsschirm ein absolut absurdes Theater.
Die Abschaffung des ungerechten Splittings würde zum Nulltarif (!) für den Staat, eine Umverteilung zugunsten kleiner Einkommen und Familien zugute kommen lassen.
Warum schweigt die Regierung dazu und bereitet kein familienfreundliches Steuerrecht vor???
Damit der Schwarze Peter aus Brüssel kommt und man sich für die Wahlen, die schmutzigen Finger in verlogener Unschuld waschen kann.
Die SPD packte das Thema vor 2 Jahren flugs wieder in die Schublade, als sie damit nicht punkten konnte.
Das wird ihr hoffentlich mal sehr leid tun, denn die Zeichen der Zeit stehen auf "Umdenken"
Das große Getöse erwartet uns in Bälde aus Brüssel, denn das Ehegattensplitting steht auf dem Prüfstand!
Es verstößt gegen EU-Recht,indem es Frauen abhängig vom Familienstand ungleich behandelt. Das wurde auf dem EU- Gipfel Juni 2011 den Deutschen ins Stammbuch geschrieben.
Eine neu EU-Richtlinie, nach der das Ehegattensplitting im deutschen Steuerrecht unzulässig wäre, sei dshalb bereits in Arbeit.
Deutsche Steuerzahler kostet das Splittingverfahren in seiner aktuellen Vollzugspraxis lt. DIW jährlich (!) 21 Milliarden Euro... Dieses Geld geht in der Wirkung zu 43% an Ehepaare, die keine Kinder haben.
(hauptstadtmagazin des dbb,Sept.2011,32/33)
Daher ist das Pseudo-Geschacher der Koalition um vergleichsweise erbärmliche 6 Milliarden € und der dreiste Angriff auf unsere Goldreserven (Eigentum aller Bürger)wegen 15 Milliarden für den Rettungsschirm ein absolut absurdes Theater.
Die Abschaffung des ungerechten Splittings würde zum Nulltarif (!) für den Staat, eine Umverteilung zugunsten kleiner Einkommen und Familien zugute kommen lassen.
Warum schweigt die Regierung dazu und bereitet kein familienfreundliches Steuerrecht vor???
Damit der Schwarze Peter aus Brüssel kommt und man sich für die Wahlen, die schmutzigen Finger in verlogener Unschuld waschen kann.
Die SPD packte das Thema vor 2 Jahren flugs wieder in die Schublade, als sie damit nicht punkten konnte.
Das wird ihr hoffentlich mal sehr leid tun, denn die Zeichen der Zeit stehen auf "Umdenken"
*blub*
...wenn die Bestimmer, Propagandeure und Propagandierer sich gegenseitig befragen und daraus die Meinung des Volkes ableiten.
Und das in einer Zeit, in der jeder einzelne Bürger direkt in Echtzeit, mobil und agil per Text und Ton theoretisch seine Meinung sagen könnte...
Demokratie kann man nicht mehr verbessern, sie ist Gott.
Das hat die Koalition zeitlich doch gut ausgetüftelt: die Einigung in dieser Sache kann sie gerade jetzt gut gebrauchen (wenn auch der nächste Streit über anderes vermutlich spätestens übermorgen ansteht), um noch einen Hauch gemeinsamen Gestaltungswillen und Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Der Plan liegt also auf dem Tisch, dem Bundesrat wird seine Zustimmung schon schmackhaft gemacht werden.
Aber glücklicherweise soll die Entlastung ja erst 2013 kommen... das sind im momentanen Umfeld der Euro/Banken-Krise quasi Äonen bis dahin. Nicht so unwahrscheinlich, dass vorher "aus heiterem Himmel" sehr, sehr viel Geld für systemrelevante Banken oder Staatenrettungen (respektive wieder Banken) gebraucht wird. Der jetzige Plan wäre schnell hinfällig (schließlich war 2008 ja auch mal ein fast ausgeglichener Haushalt geplant gewesen), oder würde mit zusätzlichen Belastungen in anderen Bereichen kompensiert werden (mit denen sowieso zu rechnen ist). Merkel könnte die Umkehr dann zumindest wieder mal mit ihrem "alternativlos" rechtfertigen.
Und warten wir mal ab, wie sich die Inflation bis dahin entwickelt.. Hr. Draghi könnte ja "alternativlos" dazu gezwungen sein, eine Geldschwemme zu starten. Dann könnten die Entlastungen natürlich ruhig kommen...
...klare Entlastungen als "die FDP liefert" zu bezeichnen ist ziemlich fahrlässig. Die einzigen, die beliefert werden, sind die privaten Pflegeversicherungsanbieter. Die Anderen haben nix von Steuerentlastungen und dürfen sogar mehr für die staatliche Pflegeversicherung zahlen. Hat da mal jemand genaue Zahlen ausgerechnet?
Mich wundert außerdem natürlich auch, dass alles genau dann greifen soll, wenn zufällig Wahl ist. Nach der Wahl gibt es alternativlose Steuererhöhungen und natürlich weitere Einkommensunabhängige (wer hat der FDP eigentlich erzählt, dass das gerecht wäre...) Aufschläge auf diverse Versicherungen: Krankenkassen dürfen ja schon, jetzt wären Pflege und Rente dran.
Aber die merkbefreiten Wähler werden die nächsten zwei Jahre schön jubeln... Ich könnte Lachen, wenn es nicht so traurig wäre.
Der Zeitpunkt ist m.E. nicht so gut gewählt, weil die Bürger bis 2013 Zeit haben, darüber nochmal nachzudenken und feststellen werden, das von der Steuersenkung nichts übrig bleibt. Ausserdem wirds bis dahin genügend Gründe geben, warum die Steuerentlastung jetzt doch nicht kommen kann, weil.... blablabla.
STEUERREFORM und zwar grundlegend. Das wäre wahrlich ein riesiger gordischer Knoten, den es zu durchschlagen gilt.
...da kommt ja dieser Wurf bei den Kommentatoren noch sehr gut weg.
Der Wahlberechtigte erwartet, angesichts der Umbrüche welche auf unsere Gesellschaft zukommen doch etwas anderes. Leitlinien, Reformen welche gestaltende Wirkung für zukünftige Anforderungen haben. Chancen für alle die in eine Zukunft schauen wollen.
Wo ist denn die grundlegende Reform des Steuerwesens geblieben, mit welchem einst Koalitionäre visionäre Verbesserungen vorgegaukelt haben?
Statt dessen hat man beschlossen Wahlgeschenke auszuteilen. Dort einen Pott Kaffee, woanders einen Kugelschreiber. Diejenigen welche keine Kinderkrippe und Kindergarten brauchen erhalten Bares. Anderen, welche das ebenfalls in Anspruch nehmen können wird der Betrag bei der Grundexistenz, dem Hartz 4 verrechnet.
Die oberen Einkommensklassen bis und über 100 000 € bleiben dabei in deren Belastbarkeit einmal wieder ungeschoren.
So mögen sich jene, mit der Gnade der Spätgeburt ab den 1960 er Jahren Gesegneten, davor hüten auf eine auskömmliche Pflege oder Rente zu hoffen.
Politik, welche nur in Legislaturperioden denkt ist zur Lösung von tatsächlichen Aufgaben und zur Weichenstellung nicht mehr geeignet. So oder ähnlich hätte ein Kommentar zu den Beschlüssen der Koalition auch lauten können.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren