Rechtsterrorismus: "Da helfen die besten Dateien nicht"
Die Politik zieht Konsequenzen aus Ermittlungspannen bei der rechtsterroristischen Mordserie. Eine Zentraldatei soll es richten, doch es gibt Zweifel.
Es war ein vernichtendes Urteil, das die Bundesjustizministerin Freitagfrüh in einem Zeitungsinterview fällte: "Das gesamte Alarmsystem gegen rechts hat nicht funktioniert." Wie konnte ein rassistisches Trio dreizehn Jahre lang im Untergrund leben und immer wieder morden, ohne dass es gefasst wurde? Was viele Beobachter fassungslos macht, bringt Polizei und Verfassungsschutz zunehmend in Erklärungsnot.
Zwar hat Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) Vermutungen empört zurückgewiesen, dass Verfassungschutzmitarbeiter das rechtsterroristische Netzwerk gedeckt haben könnten . Doch allein die Ermittlungspannen, die nach und nach bekannt werden , sind ein Desaster für die beteiligten Behörden.
Die Politik also musste reagieren. Sie tat es mit einem Krisengipfel : Am Freitag trafen sich in Berlin alle Innen- und Justizminister und Vertreter der Sicherheitsbehörden. Zum ersten Mal seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 kamen sie in dieser Runde zusammen und hörten einen Bericht des Bundeskriminalamtes und der Generalbundesanwaltschaft und zum aktuellen Ermittlungsstand. Dann diskutierten die 120 Teilnehmer über Konsequenzen.
Dass das Treffen vor allem symbolischen Charakter hatte, gaben Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und ihr Ministerkollege Friedrich in der nachfolgenden Pressekonferenz freimütig zu. Es dürfe nicht der Eindruck erweckt werden, dass die Sicherheitsbehörden bei rechtsextremen Straftaten nicht "energisch" vorgehen würden, sagte die Ministerin. Die Politiker hatten nach ihrem Beisammensein allerdings nur zwei konkrete Entscheidungen getroffen.
- 1996 und 1997
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© Frank Doebert/Ostthueringer Zeitung/dpaUwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe fallen 1996 zum ersten Mal auf. Sie sollen eine Puppe mit gelbem Davidstern an einer Autobahnbrücke aufgehängt haben. 1997 deponieren sie einen mit Hakenkreuz bemalten Sprengstoffkoffer in der Jenaer Innenstadt.
- Januar 1998
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© Heinz Hirndorf/dpaIn Jena hebt die Polizei die Bombenwerkstatt der drei mutmaßlichen Rechtsterroristen aus. Das Labor war in einer Garage versteckt. Die Fahnder stellen Rohrbomben sicher, die mit dem Sprengstoff TNT gefüllt sind. Das Trio flieht. Noch offen ist, wer ihnen bei der Flucht half.
- 28. September und 19. Dezember 1998
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© Wolfgang Kumm/dpaAuf das Grab des früheren Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, werden zwei Anschläge verübt. Der Fall wurde nie aufgeklärt, die Ermittler untersuchen mögliche Verbindungen zu den drei Neonazis.
- 1999 bis 2011
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© Polizeidirektion Gotha/dpa14 Banküberfälle werden Böhnhardt und Mundlos zugeordnet: Chemnitz: 6. und 27.10.1999, 30.11.2000, 23.9.2003, 14. und 18.5.2004, 22.11.2005; Zwickau: 5.7.2001, 25.9.2002 und 5.10.2006; Stralsund: 7.11.2006 und 8.1.2007; Arnstadt: 7.9.2011; Eisenach: 4.11.2011. Sie fliehen mit dem Fahrrad.
- 27. Juli 2000
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© Christian Ohlig/dpaUngeklärt ist auch der Splitterbombenanschlag an einer Düsseldorfer S-Bahn-Station. Zehn Einwanderer aus Osteuropa werden schwer verletzt, eine Frau verliert ihr ungeborenes Kind. Der Anschlag läuft ähnlich ab wie der in Köln 2004. War auch hier das Jenaer Trio beteiligt?
- 9. September 2000
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© dpaIn Nürnberg wird der 38-jährige türkische Blumenhändler Enver S. erschossen. Eine der verwendeten Waffen ist die bei allen folgenden Taten genutzte Pistole, eine Ceska, die später in der Zwickauer Brandruine gefunden wird. Enver S. ist das erste Opfer der Mordserie.
- 19. Januar 2001
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© Jan Woitas/dpaEine Deutsch-Iranerin wird in einem Kölner Lebensmittelgeschäft durch einen in einer Keksdose versteckten Sprengsatz schwer verletzt. Hinweise darauf, dass das Trio hinter dem Anschlag steckte, finden sich auf der in der Zwickauer Brandruine (Bild) gefundenen DVD.
- 13. Juni 2001
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© dpaIn Nürnberg stirbt der 49 Jahre alte, türkische Änderungsschneider Abdurrahim Ö. Er wurde mit zwei Kopfschüssen niedergestreckt. Ein Komplize des Täters soll draußen in einem Auto gewartet haben.
- 27. Juni 2001
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© dpaIn Hamburg wird der 31-jährige Gemüsehändler Süleyman T. in seinem Laden ermordet. Drei Schüsse haben ihn in den Kopf getroffen. Die Polizei geht von zwei Tatwaffen aus.
- 29. August 2001
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© dpaIn München wird der 38 Jahre alte, türkische Gemüsehändler Habil K. erschossen. Auch er wird in den Kopf getroffen, mit zwei Schüssen.
- 25. Februar 2004
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© dpaIn Rostock wird der 25 Jahre alte Dönerladen-Aushilfsverkäufer Yunus T. ermordet. Der Türke war erst zehn Tage in Deutschland.
- 9. Juni 2004
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© Federico Gambarini/dpaDurch einen Nagelbombenanschlag in Köln werden 22 Menschen verletzt. Im November 2011 wird der bislang ungeklärte Fall neu aufgerollt, weil die Neonazis sich auf ihrer DVD zu dem Anschlag bekannt haben.
- 9. Juni 2005
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© dpaIn Nürnberg stirbt an seinem Dönerstand der 50 Jahre alte Besitzer Ismail Y. Ein Kunde findet ihn hinter der Theke. Fünf Schüsse haben ihn getroffen. Zeugen sagen, zwei Männer hätten auf ihn geschossen.
- 15. Juni 2005
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© dpaDer 41-jährige Theodorus B. wird in seinem Laden, einem Schlüsseldienst in München, erschossen. Er stammt als einziges Opfer aus Griechenland.
- 4. April 2006
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© dpaIn Dortmund wird in den Mittagsstunden an einer vielbefahrenen Straße der türkischstämmige Kioskbesitzer Mehmet K. mit mehreren Kopfschüssen getötet. Der 39-Jährige hinterlässt eine Frau und drei Kinder.
- 6. April 2006
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© Uwe Zucchi/dpaHalit Y., der 21 Jahre alte türkische Betreiber eines Internetcafés in Kassel, wird ebenfalls mit Kopfschüssen getötet. Am Tatort befand sich ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes. Er soll auf dem Dachboden seines Hauses Bücher zur Nazizeit gehortet haben.
- 25. April 2007
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© Norbert Försterling/dpaIn Heilbronn wird Michèle Kiesewetter, eine aus Thüringen stammende, 22 Jahre alte Bereitschaftspolizistin, erschossen. Ihr Kollege überlebt schwer verletzt.
- 4. November 2011
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© Carolin Lemuth/dpaNach einem Banküberfall werden Bönhardt und Mundlos tot in ihrem ausgebrannten Wohnmobil bei Eisenach gefunden. In Zwickau geht ihre Wohnung in Flammen auf. In den Trümmern werden Waffen und eine DVD entdeckt, mit Bekenntnis zu den Morden und einigen Anschlägen.
- 8. November 2011
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© Jan Woitas/dpaBeate Zschäpe stellt sich der Polizei in Jena und wird wegen dringenden Verdachts der Gründung der Neonazi-Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) festgenommen. Seither sitzt die 36-Jährige in Untersuchungshaft.
- 13. November 2011
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© Franziska Kraufmann/dpaHolger G. wird in Niedersachsen festgenommen. Er soll Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sein und dem Trio Ausweise überlassen haben. Holger G. wurde schon 1999 observiert, doch der niedersächsische Verfassungsschutz stufte ihn nur als Mitläufer ein.
- 15. November 2011
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Die CDU fasst auf ihrem Parteitag in Leipzig einstimmig den Beschluss, ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD zu prüfen. Auch die SPD fordert wieder, die Partei zu verbieten. In dem Zusammenhang wird auch diskutiert, ob der Einsatz der V-Leute vom Verfassungsschutz überprüft werden muss. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich will ein Zentralregister einrichten, in dem alle Informationen über Neonazis gespeichert werden sollen.
Am gleichen Tag wird bekannt, dass das Neonazi-Trio eine Liste angefertigt hatte, auf der auch Politiker verzeichnet waren.
- 16. November 2011
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© Polizei Sachsen/dpaBeate Zschäpe trägt nichts zur Aufklärung der Mordserie bei. Sie schweigt. Derweil wird die Liste der Fahndungspannen immer länger. Polizei und Verfassungsschutz hatten offenbar Dutzende Chancen verpasst, die Neonazi-Gruppe zu finden.
- 18. November 2011
Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will als Reaktion auf die Ermittlungspannen die Zahl der Verfassungsschutzämter in Deutschland reduzieren. Die Länder sind dagegen. Vereinbart wird auf einem Krisengipfel aber, ein Abwehrzentrum Rechts und eine zentrale Neonazi-Datei einzurichten.
- 21. November
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© Christof Stache/AFP/Getty ImagesEs wird bekannt, dass Uwe Mundlos durch eine Behördenpanne an gefälschte Ausweispapiere kam. BKA-Chef Ziercke verwirrt mit der These, die Polizistin Michèle Kiesewetter sei doch gezielt getötet worden. "Unsinn", heißt es dazu aus Thüringen.
- 22. November
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Kristina Schröder© Sean Gallup/Getty Images
Die Mittel für Initiativen gegen Rechtsextremismus sollen, anders als von Familienministerin Kristina Schröder ursprünglich geplant, nun doch nicht gekürzt werden. Zudem will die Bundesregierung die Angehörigen der Opfer entschädigen.
- 24. November
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© Franziska Kraufmann/dpaIn Brandenburg wird der 32-jährige André E. festgenommen. Er soll die Bekenner-DVD der NSU produziert haben. Im Mai 2009 soll er dem Trio Bahncards überlassen haben, die auf ihn und seine Frau ausgestellt waren.
- 29. November
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© Uli Deck/dpaDer ehemalige NPD-Funktionär Ralf W. wird in Jena verhaftet. Dem 36-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, der Neonazi-Gruppe eine Schusswaffe und Munition besorgt zu haben. W. war bis Mai 2008 Vize-Chef der thüringischen NPD.
- 11. bis 13. Dezember
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Der mutmaßliche Unterstützer Matthias D. wird gefasst. Der 36-Jährige, der wie André E. aus dem sächsischen Johanngeorgenstadt stammt, soll in Zwickau zwei Wohnungen für die Gruppe angemietet haben.
Derweil wächst bei Schwarz-Gelb die Skepsis gegenüber einem erneuten NPD-Verbotsverfahren. Man fürchtet angesichts der vielen V-Leute in der NPD (offenbar mehr als 130) einen erneuten Misserfolg.
In den folgenden Tagen wird bekannt, dass die Ermittler auch Spuren der Terrorzelle nach Berlin und in die Schweiz untersuchen. Möglicherweise war sie an einem Mord in Zürich beteiligt.
- Januar 2012
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01 Sebastian Edathy im Untersuchungsausschuss
© Sean Gallup/GettyImagesEin Untersuchungsausschuss des Bundestages geht den Ermittlungsfehlern nach. Dabei kommt heraus, dass die bayerische Polizei bei der Fahndung gar einen Dönerimbiss betrieb. Auch in Thüringen und Sachsen untersuchen die Parlamente die Vorgänge.
- Februar 2012
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Staatsakt© Sean Gallup/Getty Images
In einem Staatsakt wird der NSU-Opfer gedacht. Eine Straße in Kassel soll nach einem der Opfer benannt werden. Jetzt untersucht auch eine Bund-Länder-Kommission die fehlgeschlagene Suche nach dem Trio.
- März 2012
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02 Beate Zschäpe
© BKA/dpaDie Bundesanwaltschaft arbeitet daran, Beate Zschäpe eine direkte Beteiligung an den Morden nachweisen zu können. Zschäpe soll der Motor der Gruppe gewesen sein, Haushalt und Finanzen verwaltet haben.
- 2. Mai 2012
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03-Untersuchung nach Mord
© Marcus Föhrer/dpaAcht Männer türkischer Abstammung ermordeten die Rechtsextremen. Doch auch die türkischen Behörden glaubten nur an ein kriminelles Killerkommando aus dem eigenen Land, wie die ZEIT herausfindet.
- 15. Mai 2012
In Thüringen wurde bei der Suche nach den untergetauchten Terroristen von 1998 bis 2001 geschlampt, urteilt ein Gremium der Landesregierung unter Vorsitz von Ex-Bundesrichter Gerhard Schäfer. Bereits zu Jahresbeginn haben die Landesverfassungsschützer eingeräumt, dass über einen Mittelsmann Geld an die Neonazis fließen sollte, um an deren Tarnidentitäten zu kommen. Der Plan scheiterte. Für die Observation des Trios stellt auch die Parlamentarische Kontrollkommission des Sächsischen Landtages dem eigenen Verfassungsschutz ein verheerendes Zeugnis aus.
- Ende Mai 2012
Der mutmaßliche NSU-Helfer Holger G. ist auf freiem Fuß. Er soll den drei Rechtsextremisten Waffen besorgt haben. Der Bundesgerichtshof entschied: G. wusste eventuell nicht, wofür sie eingesetzt werden. Zwei Wochen später werden auch Carsten S. und Matthias D. aus der Untersuchungshaft entlassen. Im Juni wird der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen NSU-Helfer André E. aufgehoben. Er soll an dem Bekennervideo der NSU mitgearbeitet haben, der BGH hält ihn aber nicht für dringend tatverdächtig
- 2. Juli 2012
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Die Terrorzelle
© BKA/dpaEin Referatsleiter des Bundesverfassungsschutzes hat im November 2011 Akten zu V-Leuten aus dem Umfeld der NSU vernichtet. Bis Ende Juni war das dem Geheimdienstchef angeblich nicht bekannt.
- Juli 2012
Als Konsequenz aus der "Reißwolf-Affäre" bittet Verfassungsschutzchef Fromm um seine frühzeitige Pensionierung. Wenige Tage später verliert der Präsident des Thüringischen Geheimdienstes, Thomas Sippel, seinen Posten. Auch der Leiter der sächsischen Behörde, Reinhard Boos, tritt zurück. Protokolle einer Telefonüberwachung des Bundesamtes von Ende 1998 waren nicht an die Untersuchungsausschüsse weitergegeben worden.
- 5. Juli 2012
Fromm spricht vor dem Bundestagsausschuss. Er offenbart Chaos in seiner Behörde, weiß nicht, warum sensible Akten vernichtet wurden. Die Vermutung der FDP, Zschäpe sei als Informantin angeworben worden, wird dementiert.
- Juli 2012
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© Michael Gottschalk/dapdNoch nachdem die Straftaten des NSU bekannt wurden, sind zahlreiche weitere Akten zu den drei Rechtsextremisten vernichtet worden. Die Behörden erklären das mit dem Datenschutz, die Opposition vermutet Vertuschung.
- Juli 2012
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© Jim Lo Scalzo/EPA/dpaZwei Kollegen der Polizistin Michele Kiesewetter sind zeitweise Mitglieder im rassistischen Ku-Klux-Klan (KKK) gewesen. Einer von ihnen war ihr Gruppenführer, wusste also, wo sie sich aufhielt. Einen Zusammenhang mit dem Mord schließt der Innenminister Friedrich aus.
- September 2012
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© BKA/dapdDer Militärgeheimdienst MAD hat 1995 eine Akte über die rechtsextreme Gesinnung des Wehrdienstleistenden Uwe Mundlos erstellt. Der Verteidigungsminister wusste dies seit März. Der Bundestagsuntersuchungsausschuss wurde nicht informiert.
- 14. September 2012
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© Steffi Loos/dapdEin früherer Vertrauter des NSU hat jahrelang für das LKA Berlin gespitzelt. Thomas S. lieferte 2002 Hinweise auf den Aufenthaltsort der Truppe in Thüringen. Innensenator Frank Henkel wusste seit März von S., gab die Information aber nicht an den Ausschuss weiter.
Verbund-Datei für die Sicherheitsbehörden
Da Polizei und Verfassungsschutz in Deutschland föderal strukturiert sind, existieren bisher viele verschiedene Computerdateien mit Informationen und Ermittlungsergebnissen rund um das Thema Rechtsextremismus. Der Innenminister spricht von 30 bis 40. So konnte leicht einmal ein wichtiger Hinweis verlorengehen. Künftig sollen der Verfassungsschutz in Bund und Ländern, das Bundeskriminalamt und die Landeskriminalämter ihre Erkenntnisse über Rechtsextremisten in eine Zentraldatei einspeisen können. Einzelheiten sind noch nicht geklärt.
Auch der innenpolitische Sprecher der SPD, Michael Hartmann, nannte eine solche Zentraldatei am Freitag "unerlässlich und möglich". Er hatte außerdem eine Drohung an die liberale Justizministerin mit im Gepäck, der der Datenschutz der Bürger bekanntlich am Herzen liegt: Sie solle "keinen ideologischen Widerstand" leisten.
Denn bei der Ausgestaltung werden sich auch datenschutzrechtliche Fragen stellen, schließlich ist dann der Name jeder Person, die des Rechtsextremismus verdächtigt wird, bundesweit von Ermittlern abrufbar. Die Verbund-Datei soll also so ähnlich wie die Anti-Terrordatei funktionieren, die zur Bekämpfung des Islamismus eingerichtet wurde. Doch sie wird eine andere gesetzliche Grundlage brauchen, das machte Leutheusser-Schnarrenberger am Freitag ebenfalls klar.





Ich seh schon, es wird klar worum es hier geht: die Lizenz zum Schnüffeln. Was noch fehlt ist die Erkenntnis, wer wann
wozu auf diese Daten zugreift.
>>Dazu gehört die unvoreingenommene historische Analyse der gesellschaftlichen Ursachen des Nazismus<<
==============================================================
Bitte, ich bin in Schulzeiten schon genug damit gequält worden. Und zwar dermaßen, dass ich mich heute dieses Themas bewusst entziehe. Man kann ein Thema auch so über-bemuttern und totbehandeln, dass die Konsequenzen gegenteilige Auswirkungen haben, nämlich die Abkehr von der Aufarbeitung.
Stimmt!
Vorschlag: Verfssungsschutz auflösen
Polizei in Ost und West von NPD Gesinnungsgenossen (mind.20% Quelle Polizeibeamter in Süddeutschland)entfernen.
"Wenn der Polizei nicht klar ist, dass eine Straftat einen rassistischen Hintergrund hat, dann wird sie die Informationen auch nicht weitergeben"
Hier im Ruhrgebiet ist das Problem nicht, dass der Polizei "nicht klar" ist, dass eine Straftat rassistischen Hintergrund hat. Vielmehr ist das Problem, dass man - von Seiten der Polizei - einer Straftat dieses Etikett nicht anhaften will!
So eine "Datei" hilft daher auch kein Stück weiter. Nur die Medien haben mal wieder was zu berichten, und es sieht so aus, als ob was getan würde. Das wars.
Alles wie immer eben...
Die Bevölkerungsverdummungsmaschine läuft wieder auf Hochtouren. Der Begriff Terror ist ja in den letzten Jahren schön etabliert worden, da kann man mittlerweile alles dran aufhängen. Nur, frage ich mich, was ist das denn für ein Terror, der vierzehn Jahre nicht bemerkt wurde? Richtig, er ist keiner. Hier wird eine stinknormale Verbrecherbande, die lange Jahre (wirklich unerkannt?) aus ideologischen Beweggründen heraus (= rechte Gesinnung) Morde an Geschäftsleuten durchgeführt hat und nebenbei mannigfaltig Bankräuberei betrieb, zu einer Terrororganisation hochstilisiert.
Es ist so widerlich. Am Ende werden wir ein Ministerium für Staatsscherheit haben, die Vereinigten Staaten von Europa, eine staatlich gesteuerte Enteignung der Privatvermögen durch Inflation und zu der "Terrorzelle" werden die Ermittlungen eingestellt, weil doch alles irgendwie anders war. Wir werden es erleben.
solche intelligent vorgetragenen Vorträge nur ganz selten im Fernsehen bzw. überhaupt öffentlich.
http://www.youtube.com/wa...
und dazu kommt noch die heimliche Sympathie für die Rechtsradikalen.
Wie ? jetzt kommen gleich wieder 10 Beschwerdekommentare ? meine güte, dann streitet es doch ab... oder wird mein Kommentar gekürzt ? ist zu erwarten ;)
Es ist sehr einfach wieder alles auf "die da" zu schieben, Rether spricht die Wahrheit aber an... es ist eine Einstellungssache.
Und ich weiß ganz genau, dass der Größteil der Bevölkerung 1. sich aus Angelegenheiten mit Nazis raushalten will und 2. ihnen heimlich Sympathie entgegenbringt, z.b. durch rumstehen und nichtstun.
Es ist ein Abgesang auf die komplette Nachkriegsgeneration, der es bumsegal war, wenn ein früherer (fanatischer) Nazi einen Führungsposten irgendwo innehatte.
Ich freu mich schon auf die Rechtfertigungs"argumentation", dass es doch nicht so war ;)
Achso, es kommen die "Killerphrasen" mit dem Vergleich zur SED bzw. DDR^^
Aber ist klar, für irgendeine Sache irgendeinen Schuldigen suchen und nur auf ihn draufhauen ist einfacher, als nach einigen wirklichen Gründen für den Umstand sich um zu schauen.
ein weiterer auftritt von rether mit sehr gutem inhalt
http://www.youtube.com/wa...
ein weiterer auftritt von rether mit sehr gutem inhalt
http://www.youtube.com/wa...
"...dass man zum Beispiel dem Chef des Thüringischen Heimatschutzes, der ja Informant des Verfassungsschutzes war, nicht verbieten kann, volksverhetzende Aktivitäten zu entfalten. Dann könnten wir ihn gleich abschreiben. Ja, das wird also in Kauf genommen und muss von Fall zu Fall entschieden werden. Doch Straftaten dürfen auf keinen Fall begangen werden."
Dieses Zitat stammt aus einem Interview, das die gleiche Autorin, Lisa Caspari, mit dem Ex-Innenminister Gerhard Baum geführt hat und das vorgestern, am 16.11.2011, bei Zeit online veröffentlicht wurde.
An diesem Zitat ist sehr deutlich zu erkennen, dass in den Führungskreisen unserer Politiker Rechtsextremismus noch nicht als problematisch angesehen wird. Aber auch bei unseren Journalisten wird so eine Aussage weder hinterfragt noch kommentiert. Dass aber durch Volksverhetzung der Nährboden für rechtsextreme Gewalttaten gelegt wird, das wir offensichtlich total verharmlost.
Warum gibt es bei uns keine Journalisten, die den Sachen wirklich auf den Grund gehen und so lange fragen, bis es wirklich für die Akteure schmerzhaft wird?
Auch hier werden wieder kaum neue Fakten aufgedeckt und nicht bis zur Wurzel des Übels vorgedrungen.
... die sich scheint's schon länger mit dem Thema beschäftigen und im Text dann zwischen V-Leuten und internen Spitzeln unterscheiden?
Auch Frau Lisa Caspari - und damit ist sie nicht alleine in der Journalistenschar, die über die Nazi-V-Leute schreiben - tut so als wären V-Leute verdeckte Ermittler, die deswegen Geld von den Behörden kriegen, und irgendwie abgezogen - oder wie hier im Text - abgeschaltet werden können.
So ist es natürlich nicht. Die V-Leute sind lediglich Verbindungsleute, die eh in den Nazi-Clubs sind. Die V-Leute sind die internen Spitzel!
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Spekulationen. Danke. Die Redaktion/ag
... die sich scheint's schon länger mit dem Thema beschäftigen und im Text dann zwischen V-Leuten und internen Spitzeln unterscheiden?
Auch Frau Lisa Caspari - und damit ist sie nicht alleine in der Journalistenschar, die über die Nazi-V-Leute schreiben - tut so als wären V-Leute verdeckte Ermittler, die deswegen Geld von den Behörden kriegen, und irgendwie abgezogen - oder wie hier im Text - abgeschaltet werden können.
So ist es natürlich nicht. Die V-Leute sind lediglich Verbindungsleute, die eh in den Nazi-Clubs sind. Die V-Leute sind die internen Spitzel!
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Spekulationen. Danke. Die Redaktion/ag
ein weiterer auftritt von rether mit sehr gutem inhalt
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