Familienministerin Kristina Schröder (CDU) will ein Internet-Kinderschutzzentrum errichten. Ziel sei dabei unter anderem Prävention und Opferschutz bei Cybermobbing oder Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen im Netz, sagte Schröder. In dem Schutzzentrum will Schröder mit der Internetwirtschaft und Kinderschutzinitiativen zusammenarbeiten.

Mehrere Maßnahmen sollen in diesem Rahmen gestartet werden: Erste Aufgabe wird es nach Schröders Angaben sein, einen zentralen Notrufbutton zu organisieren. Mit einem Klick sollen Kinder und Jugendliche Hilfe und Beratung im Internet erhalten, wenn sie auf Webinhalte stoßen, die sie als Bedrohung erleben.

Der Notrufbutton sei ein in Großbritannien erprobtes Konzept, sagte die Ministerin. Er sei besonders auf Netzwerkportalen wie Facebook wichtig. Die Idee ist allerdings alles andere als neu: Bereits 2009 hatte der Bund Deutscher Kriminalbeamter ein solches System vorgeschlagen, eine Internet-Beschwerdestelle gibt es außerdem auch schon länger. Kritiker nennen solche Systeme allerdings "Denunziator 2.0" und verweisen auf Missbrauchsmöglichkeiten.

Weiterer Schutz für Kinder soll durch das Angebot  "Surfen ohne Risiko" gewährleistet werden. Auf der Website des Ministeriums soll im kommenden Jahr ein technisch sicherer Surfraum für Kinder ausgebaut werden. Bislang wurden auf der Seite Informationen zum Surfen im Internet und Datenschutz kindgerecht bereitgestellt.

Auch die Mitbestimmung von Jugendlichen im Netz soll verbessert werden. Mit einer neuen Software will das Ministerium Kommunen Online-Lösungen zur Verfügung stellen, mit deren Hilfe Jugendliche sich an Entscheidungen beteiligen können.

Zudem kündigte die Ministerin eine Kampagne an, um Eltern über technische Möglichkeiten des Jugendmedienschutzes zu informieren. Übersetzt: Sie will Eltern nahelegen, Filtersoftware auf dem heimischen Rechner zu installieren. Sie berief sich auf eine neue Forsa-Studie, derzufolge 95 Prozent der befragten Eltern solche Programme für wichtig halten. Allerdings setzten nur 20 Prozent der Eltern diese zu Hause ein.

Die Maßnahmen sind das Ergebnis des "Dialog Internet", einer Arbeitsgruppe aus Politikern und Internetexperten, die zwischen November 2010 und November 2011 Handlungsempfehlungen für eine neue Kinder- und Jugendnetzpolitik entwickelt hatte.