Parteiveranstaltung FDP streitet über Rednerliste für Dreikönigstreffen

Unruhe in der FDP: Vor dem Dreikönigstreffen der Partei streitet die Führung über den Veranstaltungsablauf. Die einen fordern Brüderle als Redner, andere wollen Kubicki.

Vor dem traditionellen Dreikönigstreffen der FDP gibt es in der Partei wieder Streit. Der thüringische FDP-Generalsekretär Patrick Kurth kritisierte den geplanten Ablauf des FDP-Jahresauftakts in Stuttgart in der kommenden Woche. Kurth verlangte, Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle als "einen der stärksten Redner der FDP" herauszustellen. Bislang ist keine offizielle Rede Brüderles bei dem Parteitreffen am 6. Januar vorgesehen. Kurth sagte, die FDP müsse "aus allen Rohren auf den politischen Gegner feuern".

Auch der frühere FDP-Innenminister Gerhart Baum zeigte sich unzufrieden mit der Rednerliste. Baum sagte, er würde den schleswig-holsteinischen FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki sprechen lassen. Dieser habe schließlich im Mai in seinem Bundesland die nächste Landtagswahl für die FDP zu bestreiten. Weiter warf Baum der Parteispitze um Philipp Rösler vor, sie habe es nicht geschafft, die FDP aus dem Tief herauszuholen. "Die FDP ist in einer Existenzkrise", sagte Baum. Um eine Wahlniederlage in Schleswig-Holstein zu verhindern, müsse nun energisch an Inhalten gearbeitet werden.

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Zweiter FDP-Rücktritt im Saarland binnen zwei Tagen

Wegen der internen Querelen und schlechter Umfragewerte um drei Prozent sind der FDP im zu Ende gehenden Jahr viele Mitglieder davongelaufen. Nach Angaben der Parteizentrale sank die Zahl um mehr als 5.000 auf im Dezember 63.416 Mitglieder. Das Minus von 7,5 Prozent ist der stärkste Rückgang für die Liberalen seit 15 Jahren. Bereits 2010 hatte die Partei fünf Prozent ihrer Beitragszahler verloren.

Der unter Druck stehende junge Parteivorsitzende Rösler will versuchen, mit einer Grundsatzrede beim Dreikönigstreffen ein Aufbruchsignal zu setzen. Brüderle hingegen ist nach Informationen aus der Fraktion als Redner bislang nur wie üblich auf dem FDP-Landesparteitag vorgesehen. Der Parteitag ist traditionell dem Dreikönigstreffen vorgeschaltet.

Aus dem Saarland hat die FDP zudem ein weiterer Rückschlag erreicht. Der designierte Fraktionschef Christoph Kühn zog seine Kandidatur für das Amt zurück. "Das war eine persönliche Entscheidung", sagte Kühn. Er habe sich nach den Ereignissen der vergangenen Tage im Zusammenhang mit seiner Kandidatur gemeinsam mit seiner Familie zu diesem Schritt entschlossen.

Eigentlich sollte Kühn bereits vor Weihnachten zum Fraktionschef gewählt werden. Dann gelangte aber eine mutmaßliche Dienstwagenaffäre an die Öffentlichkeit. Es wurde bekannt, dass Kühn einen von seiner Fraktion mit Rabatten geleasten Geländewagen fährt, gleichzeitig aber eine Fahrtkostenpauschale kassiert. Die FDP verschob die Wahl schließlich ins neue Jahr. Kühns Rückzug ist nun bereits der zweite innerhalb der saarländischen FDP binnen zwei Tagen. Am Vortag hatte Schatzmeister Rainer Keller seinen Rücktritt erklärt. Der vorherige Fraktionschef Christian Schmitt, den Kühn beerben sollte, war erst Mitte Dezember zurückgetreten.

 
Leser-Kommentare
  1. Herr Rösler, kommen Sie endlich zu den Grundsatztaten:
    -NEIN zur Vorratsdatenspeicherung zementieren
    -NEIN zu Eurobonds zementieren
    -Steuervereinfachung statt Steuersenkung
    -Abschaffung des Mittelstandsbauchs und der kalten Progression aufkommensneutral
    -Abschaffung des Bundestrojaners
    -Weitere Erhöhung der Eigenkapitale der Banken
    -Besserstellung der Arbeitslosen, die lange eingezahlt haben
    -Rückkehr zum klassischen Liberalismus, Freiheit des einzelnen, nicht die von der SPD propagierte Freiheit der Märkte

    Es mangelt nicht an Themen, die von SPD, CDU und Grünen nicht angepackt werden. Sie müssen einfach nur anfangen. Das Volk wartet nicht auf Worte, sondern auf Taten!

    Eine Leser-Empfehlung
  2. Kann sich ein Landesverband der FDP erfolgreicher
    selbst demontieren als die Saarländer?

    Zur Erinnerung:
    2010 Strafanzeigen gegen so ziemlich alle
    FDP-Führungsmitlgieder wegen Ungereimtheiten
    in Zusammenahng mit der "Villa Lessing"
    2011 im Sommer: FDP-MItglieder spielen mit der
    NPD "Monolpoly"
    2011 Dezember: FDP-Fraktionschef Schmitt tritt zurück
    und geht zur CDU (angeblich Mobbing)
    2011 Dezember: Kühn (1von 4) soll Fraktionschef werden.
    2011 Dezember: Kühn soll in eine Dienstwagenaffaire
    verwickelt sein.
    2011 Dezember: Landesvorstand bekräftigt: Kühn soll Anfang
    2012 gewählt werden.
    2011 Dezember: FDP-Saar-General Linsler und Andere:
    Nein, das ist so nicht beschlossen worden.
    2011 Dezember: GESTERN: FDP-Landesschatzmeister tritt
    zurück
    2011 Dezember: HEUTE: FRaktionsvorsitzenderin spe,
    Herr Kühn steht nicht mehr zur Verfügung.

    ....Neuwahlen?

    • JeMa
    • 29.12.2011 um 15:33 Uhr

    wer auf dem Dreikönigstreffen spricht (übrigens könnte dort nach aktuellen Berichten ja auch Sarrazin auftreten, quasi, um der FDP wieder etwas mehr "Möllemann'schen Rechtspopulismus" einzuhauchen), sondern vor wem. - Eine kritische Betrachtung der Mitgliederentwicklung lässt ahnen, dass es mehr potenzielle Redner als Zuhörer geben könnte...

  3. Eine Leser-Empfehlung
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    die sich für Politik interessieren, auch wenn Sie das bezweifeln.

    koennte man doch den "Haufen" einfach aufloesen, was DIE den
    Buerger fuer Geld kosten ist unglaublich, WEG DAMIT, endlich !

    die sich für Politik interessieren, auch wenn Sie das bezweifeln.

    koennte man doch den "Haufen" einfach aufloesen, was DIE den
    Buerger fuer Geld kosten ist unglaublich, WEG DAMIT, endlich !

  4. Nach meine bescheidenen Meinung sollte man nicht Brüderle, sondern Kubicki reden lassen : Den versteht man wenigstens.

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  5. die sich für Politik interessieren, auch wenn Sie das bezweifeln.

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    Antwort auf "Wen interessiert das"
    • essilu
    • 29.12.2011 um 17:25 Uhr

    ...Klassensprecher?

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    Bewerbung?

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  6. So viele Rücktritte in so kurzer Zeit, da wird einem ja schwindelig. Die FDP ist und war eben schon immer eine Partei, in der heftig zurückgetreten wurde, erst recht untereinander.

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