Bundesregierung Zeitarbeiter bekommen verbindlichen Mindestlohn
Das Bundeskabinett hat erstmals eine verbindliche Lohnuntergrenze für die Zeitarbeitsbranche beschlossen. Für Gebäudereiniger und Dachdecker gibt es höhere Mindestlöhne.
Für die rund 900.000 Beschäftigten der Zeitarbeitsbranche gilt vom 1. Januar an ein Mindestlohn. Das Bundeskabinett billigte eine entsprechende Verordnung von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Der neue Mindestlohn liegt bei 7,01 Euro in Ostdeutschland und 7,89 Euro im Westen. Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums sind Mindestlöhne bundesweit damit künftig in elf Branchen mit zusammen etwa vier Millionen Beschäftigten allgemeinverbindlich.
Von der Leyen äußerte sich zufrieden über den Mindestlohn, der vor Billigkonkurrenz aus dem Ausland schütze. Sie forderte die Tarifparteien auf, "auch den zweiten Schritt zu tun und sich auf einen Zeitpunkt zu einigen, ab dem Zeitarbeiter in einem Betrieb den gleichen Lohn erhalten sollen wie die Stammbelegschaft".
Sollten sich Arbeitgeber- und Gewerkschaftsseite im ersten Quartal 2012 darauf nicht einigen können, werde die Politik ihre Zusage aus dem Hartz-Kompromiss einlösen: Dann werde sie "den richtigen Zeitpunkt" für das sogenannte Equal Pay durch eine Expertenkommission ermitteln lassen, sagte von der Leyen.
An die Mindestentgelte müssen sich auch alle in Deutschland tätigen Zeitarbeitsunternehmen aus dem Ausland halten. Wegen formaler Mängel war der bereits im Juli vorgelegte Mindestlohntarifvertrag auf dem Weg zur Allgemeinverbindlichkeit monatelang liegen geblieben.
Mit dem Jahreswechsel werden zudem in weiteren Branchen die dort bereits geltenden Mindestlöhne angehoben. So gilt für die 90.000 Dachdecker dann eine neue Lohnuntergrenze von bundesweit einheitlich mindestens elf Euro. Das sind 20 Cent mehr pro Stunde. Die etwa 900.000 Gebäudereiniger erhalten künftig mindestens 8,82 Euro in den alten Bundesländern und 7,33 Euro in den neuen Ländern. Bislang galten 8,55 Euro und 7 Euro.
Kabinett regelt Aktienrecht und Medizinerausbildung neu
Das Bundeskabinett beschloss außerdem eine Novelle des Aktienrechts. Der Gesetzentwurf von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sieht eine flexiblere Finanzierung von Aktiengesellschaften vor. Für diese und vor allem in Not geratene Banken wird eine Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital erleichtert. Zudem sollen die Beteiligungsstrukturen nichtbörsennotierter Aktiengesellschaften transparenter werden. Erheblich eingeschränkt werden soll zudem die Möglichkeit "missbräuchlich nachgeschobener Nichtigkeitsklagen".
Des Weiteren ließ das Kabinett eine Verordnung zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte passieren. Das Staatsexamen soll am Ende des Studiums entzerrt werden: Eine schriftliche Prüfung wird vor das Praktische Jahr verlegt, sodass sich angehenden Ärzte auf die Arbeit im Krankenhaus konzentrieren können. Eine Erweiterung des Kreises der Krankenhäuser für das Praktische Jahr soll Studierenden Ortswechsel erleichtern. Das Praktische Jahr soll künftig auch in Teilzeit absolviert werden können, sodass Familie und Beruf besser vereinbar werden. Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen.
- Datum 20.12.2011 - 16:39 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 35
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Zwar kenne ich mich leider noch nicht genug mit dieser Materie aus, jedoch befürchte ich, dass ein nur teilweise wirkender Mindestlohn durch allerlei verschiedene Kniffe umgangen werden kann, siehe Subunternehmen zB bei Hermes Versand:
"Demnach vergibt Hermes seine Zustellaufträge an sogenannte Satellitendepotbetreiber, die ihrerseits weitere Aufträge an Subunternehmer vergeben, welche wiederum Aufträge an Sub-Subunternehmer vergeben. Durch diese Konstellation haben die meisten Zusteller kein Rechtsverhältnis mit Hermes, d. h. die Vergütung der Zusteller ist in diesen Fällen Angelegenheit der Satellitendepotbetreiber."
http://de.wikipedia.org/w...
Ich freue mich über Aufklärung seitens anderer Kommentare.
Ds merkt man dann auch in der Qualität von Hermes. Hermes hat mit Abstand den schlechtesten Service bei den Zustellern in Deutschland. Ich hab schon aufgehört bei Otto zu bestellen, da diese nur mit Hermes liefern.
Sie haben recht, die Unternehmen reagieren schon drauf und zwar mit Werkverträgen.
siehe Link zu einem kürzlich erschienen Artikel der Zeit
http://www.zeit.de/2011/5...
....was. Wir sind besser gegen Ausländer geschützt.
Ds merkt man dann auch in der Qualität von Hermes. Hermes hat mit Abstand den schlechtesten Service bei den Zustellern in Deutschland. Ich hab schon aufgehört bei Otto zu bestellen, da diese nur mit Hermes liefern.
Sie haben recht, die Unternehmen reagieren schon drauf und zwar mit Werkverträgen.
siehe Link zu einem kürzlich erschienen Artikel der Zeit
http://www.zeit.de/2011/5...
....was. Wir sind besser gegen Ausländer geschützt.
Also mal überlegen. Der Dachdeckermeister kann einen neuen Mitarbeiter also für 11,00 Euro als Dachdecker einstellen oder als Hilfskraft über die Zeitarbeit für 7.89 Euro. Na was er da wohl macht?
7,89 bedeuten vor allem eines. Lohndumping und Altersarmut wegen mangelnder Rentenbeiträge. Diese Koalition zementiert die miese Situation der Zeitarbeiter noch statt sie endlich zu verbessern. Das einzige was wir von der Koalition der sozialen Kälte bisher gesehen haben ist Lobbypolitik und Umverteilung von arm zu reich.
Wann endet der neoliberal konservative Albtraum endlich?
... Firma dann auch nur 7,** bezahlt, die Zeitarbeitsfirma verlangt von ihnen 30-50 Euro, wenn sie sich dort einen Arbeiter "borgen"
"Das einzige was wir von der Koalition der sozialen Kälte bisher gesehen haben ist Lobbypolitik und Umverteilung von arm zu reich."
Atomausstieg , Abschaffung der Wehrpflicht,Beendigung des Afhanistan einsatzes sind also Lobbypolitk und Umverteilung von arm zu reicht.
... Firma dann auch nur 7,** bezahlt, die Zeitarbeitsfirma verlangt von ihnen 30-50 Euro, wenn sie sich dort einen Arbeiter "borgen"
"Das einzige was wir von der Koalition der sozialen Kälte bisher gesehen haben ist Lobbypolitik und Umverteilung von arm zu reich."
Atomausstieg , Abschaffung der Wehrpflicht,Beendigung des Afhanistan einsatzes sind also Lobbypolitk und Umverteilung von arm zu reicht.
da verdient dann ein Ostdt./Westd. bei 40h/Wo 860/950 Euro Netto im Monat. Davon darf er dann seine Wohnung die Reisekosten, die Unterkunft am Arbeitsort, Nebenkosten, Lebensunterhalt und seine Altersvorsorge bestreiten. Also da wundert einen nicht das die Zeitarebitsbranche Problem hat Fachkräfte zu bekommen. Über die Implikation der Altersarmut gar nicht erst zu reden, denn die Rente dürfte sich bei solchen Gehältern bei 430 € einpendeln.
Aber keine Sorge die Industrie ist der Poitik schon wieder einen Schritt voraus um das nochmals nahc unten zu drücken.
http://www.lto.de/de/html...
http://www.zeit.de/2011/5...
Ds merkt man dann auch in der Qualität von Hermes. Hermes hat mit Abstand den schlechtesten Service bei den Zustellern in Deutschland. Ich hab schon aufgehört bei Otto zu bestellen, da diese nur mit Hermes liefern.
Das finde ich gut, wenn Sie damit Quelle abstrafen. Man kann die Zustände zu nem gewissen Grad schon beeinflussen.
Na hoffentlich kommt Quelle da nicht wieder in Schwierigkeiten...
Das finde ich gut, wenn Sie damit Quelle abstrafen. Man kann die Zustände zu nem gewissen Grad schon beeinflussen.
Na hoffentlich kommt Quelle da nicht wieder in Schwierigkeiten...
Sie haben recht, die Unternehmen reagieren schon drauf und zwar mit Werkverträgen.
siehe Link zu einem kürzlich erschienen Artikel der Zeit
http://www.zeit.de/2011/5...
Das finde ich gut, wenn Sie damit Quelle abstrafen. Man kann die Zustände zu nem gewissen Grad schon beeinflussen.
Na hoffentlich kommt Quelle da nicht wieder in Schwierigkeiten...
auf die Vertragsfreiheit. Und die "liberalen" werden das wohl auch noch abnicken.
... Firma dann auch nur 7,** bezahlt, die Zeitarbeitsfirma verlangt von ihnen 30-50 Euro, wenn sie sich dort einen Arbeiter "borgen"
Die genannten Zahlen sind für mich nicht nachvollziehbar.
Ich beschäftige in Saisonspitzen Leiharbeitnehmer in meinem Betrieb. Dies sind ungelernte Hilfskräfte die für entsprechende Tätigkeiten eingesetzt werden für die eine qualifizierte Ausbildung nicht Vorraussetzung ist.
Diese erhalten in der untersten (!) Lohngruppe nach Tarif mindestens 7,90€ - 8,20€ / Std. brutto. Qualifizierte Lohngruppen (z.B. Fachausbildung, Staplerschein etc.) erhalten entsprechend mehr. Zusätzlich erhalten die Leiharbeitnehmer von Ihrer Firma Fahrgeld bzw. Zuschüsse für die Nutzung ÖPNV.
Die Verleihfirmen rechnen meist mit einem Faktor von 1,6 - 1,9. Die Stunde wird den Entleihfirmen dementsprechend zwischen 14,00€ - 16,00€ in der untersten Lohngruppe vergütet.
Diese Zahlen gelten für eine strukturschwache Region im östlichen Ruhrgebiet. Im Süden liegen die Tarife und Kosten entsprechend höher.
Bei Einsatz von Leiharbeit achten wir zusammen mit dem Betriebsrat streng darauf, dass diese nicht zum Lohndumping missbraucht wird. Bei einer Belegschaft von 50 Mitarbeitern wurden in den letzen drei Jahren sechs Leiharbeitnehmer von uns unbefristet übernommen.
Ich bin daher der Meinung, dass Leiharbeit ein vernünftiges Instrument am Arbeitsmarkt darstellt, sofern damit verantwortungsvoll umgegangen wird.
??
Jeder Mitarbeiter stößt bei Gehaltsverhandlungen, in Leihfirmen, sehr schnell auf Grenzen.
Ich habe zum Beispiel, als Elektroniker, (für eine Berliner Mobilfunkfirma; als Servicetechniker) folgendes vorzuweisen gehabt:
3 Jahre Berufserfahrung (im Windenergiesektor)
Verkabelung + Aufbau
Höhentauglichkeitsuntersuchung + PSA Traning (Persönliche Schutzausrüstung) + so ziemlich alle Zertifikate, die mein nachfolgender Kunde so verlangt hat.
Bei 10€/ Std. war Schluss. Und da habe ich im Schnitt noch mehr verdient, als die Festangestellten von der Firma.
Mein Disponent meinte auch ausdrücklich, dass er mir garnicht mehr geben kann, da es keine Mitarbeiter gibt, die mehr erhalten haben.
1.600 € Brutto = 1.200 € Netto.
WAHNSINNIG VIEL ... (...)
Niemals.
Leihfirmen aus der Windenergiebranche, die ca 11 €/ Std. Ihren Mitarbeitern bezahlen, verlangen 25 €/ Std..
Und das sind normale, ausgelernte "Fachkräfte" (Elektroniker).
Ich möchte also nicht wissen, was eine Leihfirma für Reinigungskräfte/ Büroangestellte etc. zahlen... bzw vom Kunden verlangen.
Kann mir vorstellen, dass die Leihfirma gleich viel/ etwas mehr verlangt, als ein Festangestellter, in Relation.
Die genannten Zahlen sind für mich nicht nachvollziehbar.
Ich beschäftige in Saisonspitzen Leiharbeitnehmer in meinem Betrieb. Dies sind ungelernte Hilfskräfte die für entsprechende Tätigkeiten eingesetzt werden für die eine qualifizierte Ausbildung nicht Vorraussetzung ist.
Diese erhalten in der untersten (!) Lohngruppe nach Tarif mindestens 7,90€ - 8,20€ / Std. brutto. Qualifizierte Lohngruppen (z.B. Fachausbildung, Staplerschein etc.) erhalten entsprechend mehr. Zusätzlich erhalten die Leiharbeitnehmer von Ihrer Firma Fahrgeld bzw. Zuschüsse für die Nutzung ÖPNV.
Die Verleihfirmen rechnen meist mit einem Faktor von 1,6 - 1,9. Die Stunde wird den Entleihfirmen dementsprechend zwischen 14,00€ - 16,00€ in der untersten Lohngruppe vergütet.
Diese Zahlen gelten für eine strukturschwache Region im östlichen Ruhrgebiet. Im Süden liegen die Tarife und Kosten entsprechend höher.
Bei Einsatz von Leiharbeit achten wir zusammen mit dem Betriebsrat streng darauf, dass diese nicht zum Lohndumping missbraucht wird. Bei einer Belegschaft von 50 Mitarbeitern wurden in den letzen drei Jahren sechs Leiharbeitnehmer von uns unbefristet übernommen.
Ich bin daher der Meinung, dass Leiharbeit ein vernünftiges Instrument am Arbeitsmarkt darstellt, sofern damit verantwortungsvoll umgegangen wird.
??
Jeder Mitarbeiter stößt bei Gehaltsverhandlungen, in Leihfirmen, sehr schnell auf Grenzen.
Ich habe zum Beispiel, als Elektroniker, (für eine Berliner Mobilfunkfirma; als Servicetechniker) folgendes vorzuweisen gehabt:
3 Jahre Berufserfahrung (im Windenergiesektor)
Verkabelung + Aufbau
Höhentauglichkeitsuntersuchung + PSA Traning (Persönliche Schutzausrüstung) + so ziemlich alle Zertifikate, die mein nachfolgender Kunde so verlangt hat.
Bei 10€/ Std. war Schluss. Und da habe ich im Schnitt noch mehr verdient, als die Festangestellten von der Firma.
Mein Disponent meinte auch ausdrücklich, dass er mir garnicht mehr geben kann, da es keine Mitarbeiter gibt, die mehr erhalten haben.
1.600 € Brutto = 1.200 € Netto.
WAHNSINNIG VIEL ... (...)
Niemals.
Leihfirmen aus der Windenergiebranche, die ca 11 €/ Std. Ihren Mitarbeitern bezahlen, verlangen 25 €/ Std..
Und das sind normale, ausgelernte "Fachkräfte" (Elektroniker).
Ich möchte also nicht wissen, was eine Leihfirma für Reinigungskräfte/ Büroangestellte etc. zahlen... bzw vom Kunden verlangen.
Kann mir vorstellen, dass die Leihfirma gleich viel/ etwas mehr verlangt, als ein Festangestellter, in Relation.
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