Die evangelische und die katholische Kirche haben Waffenexporte an autoritäre Regime kritisiert. Bei der Vorstellung ihres Jahresberichts zu Rüstungsexporten forderte die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) die Bundesregierung auf, ihre Export-Kriterien für Waffen zu überprüfen.

Frühere Waffenlieferungen an die autoritären Regime im arabischen Raum hätten bei den Aufständen der Demokratiebewegungen Anfang dieses Jahres verheerende Auswirkungen gehabt, kritisierte die GKKE. Aus diesen Ereignissen müssten nun Konsequenzen gezogen werden.

Die Kirchen wandten sich auch gegen eine mögliche Lieferung von Kampfpanzern an Saudi-Arabien. Die Menschenrechte in dem Land würden auf das Gröbste verletzt, sagte der katholische Vorsitzende der GKKE, Karl Jüsten. "Die Rüstungsdynamik in der Region wird mit dieser Lieferentscheidung weiter angeheizt." Saudi-Arabien sei an der blutigen Niederschlagung der Proteste im Nachbarland Bahrain zumindest im Hintergrund beteiligt gewesen. Das Stabilisierungsargument der Bundesregierung sei daher nicht hinnehmbar.

Berichte über den geplanten Export von mehr als 200 Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 A7+ an Saudi-Arabien hatten im Sommer für eine heftige Debatte über die Rüstungsexporte Deutschlands geführt. Nach Medienberichten hat das saudische Verteidigungsministerium den Kauf bestätigt. Offiziell lehnt die deutsche Regierung jeden Kommentar ab.

Die GKKE rügte auch die Waffenlieferungen an Portugal und Griechenland im vergangenen Jahr. Weil Deutschland ein U-Boot an Griechenland verkauft habe, hätte es an der weiteren Verschuldung des Landes verdient, so die Meinung der GKKE. Die Kirchen kritisieren besonders den Zeitpunkt des Exportgeschäfts, denn das Ausmaß der griechischen Staatsverschuldung sei bereits bekannt gewesen.