Christian Wulff Leerstelle Bellevue
Das Präsidentenamt ist überfrachtet mit gegensätzlichen Erwartungen. Christian Wulff hat die falschen bedient. Christian Bangel kommentiert.
© Stringer/AFP/Getty Images

Bundespräsident Christian Wulff
Mag sein, dass Christian Wulff sein Amt irgendwann doch noch wegen der Kreditaffäre verliert. Bislang allerdings halten sich selbst Antikorruptionsinitiativen mit einer Bewertung des Falls zurück. Denn noch ist unklar, ob Wulff einen vergünstigten Kredit nun von einem befreundeten Unternehmer oder von dessen Frau erhielt. Ebenso undeutlich ist, unter welchen Umständen der Bundespräsident in Ferienhäusern von befreundeten Wirtschaftsgrößen urlaubte.
Warum also regen alle sich so auf statt abzuwarten, bis das geklärt ist?
Kein Amt in der bundesdeutschen Politik ist derart beladen mit Ansprüchen wie das des Bundespräsidenten. Hier sammeln sich alle Erwartungen, die im politischen Alltag nicht erfüllt werden. Wo sonst gekungelt wird, wo Überzeugungen preisgegeben werden müssen, wo es manchmal schmutzig wird und oft rüde, da soll der Präsident mit Stil, Intelligenz, Weitsicht und Aufrichtigkeit als Vorbild dienen. Er soll das gute Deutschland repräsentieren, er soll Denkanstöße geben und über alle moralische Zweifel erhaben sein. Die viertgrößte Industrienation der Welt besetzt alle fünf Jahre eine Planstelle für einen Stammesältesten.
Was sagt das eigentlich über das Selbstbild der deutschen Politik? Und wer soll diese Rolle spielen, ohne zu enttäuschen?
Christian Wulff jedenfalls nicht. Der vormalige niedersächsische Ministerpräsident kam ins Amt, weil Kanzlerin Angela Merkel im vorvergangenen Juni ihre politische Handlungsfähigkeit nachweisen musste, indem sie einen eigenen Kandidaten gegen den populären Joachim Gauck durchsetzte. Wulff hatte weiter keine besondere Eignung für das Amt.
- Datum 19.12.2011 - 18:29 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Herr Wulff war schon von Anfang an der Fehlkandidat. Und nun?
Er wird nicht zurücktreten. Auch wenn ich es mir persönlich Wünsche. Irgendetwas ist falsch bei uns. In den arabischen Ländern gehen sie auf die Straße für eine Demokratie, wir sind schon viel weiter, wir gehen nicht mehr wählen.
All die Integrität, die in dem Artikel benannt wurde, ist meines Erachtens bei Herrn Wulff einfach nicht vorhanden.
[...]
Gekürzt. Bitte üben Sie Kritik auf einer sachlichen, respektvollen Ebene. Danke. Die Redaktion/vn
[...]
Die Neue Möglichkeit : Aufstellen geeigneter, durch Vortätikeiten ausgezeichnete Kandidaten ,aus denen dann derjenige gewinnt , der in freier , unbeeinflusster und geheimer Wahl zum Bundespräsidenten gewählt wird. Alles andere verkommt wieder zur Farce
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und üben Sie ausschließlich respektvolle Kritik. Danke. Die Redaktion/vn
Ich habe in meinem , von der Redaktion gekürzte, Meinung ,
keine Unterstellungen bzw.Verunglimpfungen geschrieben. Sollten Sie so strenge Maßstäbe anlegen , ähnelt das einer wie auch immer gearteten Zensur. Solange man seine Meinung , ohne jemanden zu verunglimpfen, äußert , haben die Leser in diesem Forum das Recht diese Meinung zu lesen.
In bezug auf die letzte Bundespräsidentenwahl habe ich lediglich beschrieben , dass Herr Wulff eher aus Strategie-
Partie- und damit Machtpolitik gewählt wurde, zudem ohne zu wissen , welche möglicherweise amtsschädigen Verstrickungen.
, Herr Wulff vor der Wahl nicht offengelegt hat. Hätte er dies getan und er wäre gewählt worden, wäre er sicher ein Bundespräsident , der deises Amt mit begotener Würde ausfüllen könnte.So jedenfalls hat man das Gefühl eines getäuschtworden zu sein.Diese Meinung braucht man nicht zu kürzen . M.E.
Ich habe in meinem , von der Redaktion gekürzte, Meinung ,
keine Unterstellungen bzw.Verunglimpfungen geschrieben. Sollten Sie so strenge Maßstäbe anlegen , ähnelt das einer wie auch immer gearteten Zensur. Solange man seine Meinung , ohne jemanden zu verunglimpfen, äußert , haben die Leser in diesem Forum das Recht diese Meinung zu lesen.
In bezug auf die letzte Bundespräsidentenwahl habe ich lediglich beschrieben , dass Herr Wulff eher aus Strategie-
Partie- und damit Machtpolitik gewählt wurde, zudem ohne zu wissen , welche möglicherweise amtsschädigen Verstrickungen.
, Herr Wulff vor der Wahl nicht offengelegt hat. Hätte er dies getan und er wäre gewählt worden, wäre er sicher ein Bundespräsident , der deises Amt mit begotener Würde ausfüllen könnte.So jedenfalls hat man das Gefühl eines getäuschtworden zu sein.Diese Meinung braucht man nicht zu kürzen . M.E.
Dieser Mann hat zu seiner Zeit als Ministerpräsident Niedersachsens Blinden die pauschalen Leistungen aberkannt (http://www.tagesspiegel.d...). Und so eine Person "darf" Bundespräsident sein: Die höchste politische Instanz an Integrität? - Da lachen die Hühner!
...da lachen bei mir nicht die Hühner, sondern das Herz, ob solcher schönen und neugierig machenden Überschrift des ZEIT-Autors und ergänze für mich:
Leerstelle Bellevue, Bellevue hier sinnbildlich als pars pro toto für Staatsrepräsentanz, die nach Köhler und jetzt Wulff langsam, aber sicher zur "Lehrstelle" für unsere demokratisch gewordene Nation avanciert!
Jeder, der sich sein Handeln nicht gut vorher überlegt hat, wird dort scheitern!
Und "aufregen", lieber ZEIT-Autor, tun sich wohl doch zu allererst die Medien, mit ihrem Monopol für Stimmungsmache bei uns, fürchte ich...
Wulff wollte meiner Meinung nach nie nach Bellevue, er war aber zu schwach, dem Wunsche einer einzelnen Dame tapfer zu widerstehen und Köhler hat sich trotz seines mich begeisternden Backgrounds um dieses Amt doch direkt gerissen, damals gegen die von Schröder wärmstens empfohlene Genossin aus FF, weil er sich fatalerweise über dieses weisungsabhängige Amt nicht VORHER genug Gedanken machte.
Und letztlich:
[...]
Bitte verzichten Sie auf Vergeiche, die nur der Provokation dienen. Danke, die Redaktion/mk
...da lachen bei mir nicht die Hühner, sondern das Herz, ob solcher schönen und neugierig machenden Überschrift des ZEIT-Autors und ergänze für mich:
Leerstelle Bellevue, Bellevue hier sinnbildlich als pars pro toto für Staatsrepräsentanz, die nach Köhler und jetzt Wulff langsam, aber sicher zur "Lehrstelle" für unsere demokratisch gewordene Nation avanciert!
Jeder, der sich sein Handeln nicht gut vorher überlegt hat, wird dort scheitern!
Und "aufregen", lieber ZEIT-Autor, tun sich wohl doch zu allererst die Medien, mit ihrem Monopol für Stimmungsmache bei uns, fürchte ich...
Wulff wollte meiner Meinung nach nie nach Bellevue, er war aber zu schwach, dem Wunsche einer einzelnen Dame tapfer zu widerstehen und Köhler hat sich trotz seines mich begeisternden Backgrounds um dieses Amt doch direkt gerissen, damals gegen die von Schröder wärmstens empfohlene Genossin aus FF, weil er sich fatalerweise über dieses weisungsabhängige Amt nicht VORHER genug Gedanken machte.
Und letztlich:
[...]
Bitte verzichten Sie auf Vergeiche, die nur der Provokation dienen. Danke, die Redaktion/mk
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche und üben Sie ausschließlich respektvolle, sachliche Kritik. Danke. Die Redaktion/vn
Wir haben alle gewusst, dass er der falsche Kandidat ist. Wieso ist er es trotzdem geworden?
...vieleicht, will man ja noch schnell für die Zeit nach 2013 einen Charakterkopf wie Lammert installieren.
gerade wegen seiner konsequenten demokratischen Ansichten ist er bestimmt nicht die erste Wahl für eine gewisse Dame...
gerade wegen seiner konsequenten demokratischen Ansichten ist er bestimmt nicht die erste Wahl für eine gewisse Dame...
Die Auffassung, dass kein Amt in der bundesdeutschen Politik derart beladen ist mit Ansprüchen wie das des Bundespräsidenten sowie dass sich hier alle Erwartungen, die im politischen Alltag nicht erfüllt werden, sammeln, die Teile ich nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Der Anspruch reduziert sich darauf, unsere Republik nach aussen zu repräsentieren und nach innen als moralisch richtungsgebende Instanz über den Parteien und der alltäglichen Regierungs-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik zu stehen. Bundespräsidenten sind uns immer dann in Erinnerung geblieben, wenn sie genau das getan haben, durch das einzige Mittel, das Ihnen gegeben ist: Das gesprochene Wort. Ich gestehe ein: Es sind nicht viele, aber genügend Beispiele, die zeigen, dass es geht.
Christian Wulff hätte die Chance gehabt, als jüngster Bundespräsident aller Zeiten Brücken zu bauen. Er hätte Symbol einer neuen Generation von politisch interessierten und engagierten Menschen werden können. Er hätte der Jugend, deren Generation zunehmend verloren geht, Werte vermitteln können. Das wäre mein Anspruch an ihn gewesen.
Aber Naivität ist das Attribut, das hier zu wählen ist. Es war naiv zu glauben, Merkel hätte ihn deswegen durchgedrückt. Wulff ist naiv, wenn er glaubt, dass seine Freundschaften als unverfänglich angenommen werden. Altmair war bei Jauch naiv, wenn er glaubt, mit seinem Vorgetragenen Wulff und das Amt retten zu können. Es ist naiv anzunehmen, dass wir interessiert auf die Neujahrsbotschaft warten.
Ich gebe Ihnen recht. Hier hat jemand eine Chance verpasst und verpatzt sie gerade.
Zurücktreten? Nein. Aber Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit sieht anders aus. Vor allem hätte er doch längst einen dicken Strich unter der Angelegenheit ziehen können. Denn nach diesem Amt gibt es nur noch die ehrenvolle Aufgabe als jüngster Pensionär und Privatier in Deutschland. Ich verstehe solche Leute nicht. Sie besitzen kein freies Handeln, keine eigene charakterliche Stärke mehr.
Menschen wie Wulff lassen sich von Beratern und falschen Freunden lenken. Zum eigenen und anderer Schaden, zum kurzfristigen Vorteil für die Geldbörse und Eitelkeit. Schade.
Ich gebe Ihnen recht. Hier hat jemand eine Chance verpasst und verpatzt sie gerade.
Zurücktreten? Nein. Aber Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit sieht anders aus. Vor allem hätte er doch längst einen dicken Strich unter der Angelegenheit ziehen können. Denn nach diesem Amt gibt es nur noch die ehrenvolle Aufgabe als jüngster Pensionär und Privatier in Deutschland. Ich verstehe solche Leute nicht. Sie besitzen kein freies Handeln, keine eigene charakterliche Stärke mehr.
Menschen wie Wulff lassen sich von Beratern und falschen Freunden lenken. Zum eigenen und anderer Schaden, zum kurzfristigen Vorteil für die Geldbörse und Eitelkeit. Schade.
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