BundeswehrSo viele traumatisierte Soldaten wie nie

Die Zahl der traumatisierten Bundeswehrsoldaten ist im vergangenen Jahr um 26 Prozent gestiegen. Ein Großteil der Soldaten war im Auslandseinsatz in Afghanistan. von dpa

Bundeswehrsoldaten in Afghanistan

Bundeswehrsoldaten in Afghanistan  |  © Miguel Villagran/Getty Images

Die Zahl traumatisierter Bundeswehrsoldaten ist im vergangenen Jahr um 26 Prozent gestiegen. Von den 922 erkrankten Soldaten seien 759 in Afghanistan im Einsatz gewesen, sagte eine Bundeswehrsprecherin. Die Zahl der Soldaten, die mit sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) aus dem Ausland zurückkehren , hat seit 2004 um das Neunfache zugenommen. Damals wurden 100 erkrankte Soldaten erfasst – im vergangenen Jahr waren es 729.

PTBS kann erst Monate nach verstörenden Erlebnissen im Einsatz auftreten. Symptome sind Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Alpträume, Aggressivität, Panikattacken, Schuld- und Schamgefühle. Viele erleben das traumatisierende Ereignis – oft eine lebensbedrohliche Situation – in ihrer Vorstellung immer wieder .

Die Bundeswehr hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Hilfsmaßnahmen für seelisch Verwundete ergriffen. Rückkehrer aus dem Einsatz können an Präventivkuren teilnehmen, Betroffene sich über eine Telefonhotline beraten lassen. Zudem hat das Verteidigungsministerium einen PTBS-Beauftragten eingesetzt. In Berlin wurde zudem ein Traumazentrum gegründet, das Forschung und Behandlung vereint.

Der Bundestag verbesserte die Entschädigung traumatisierter Soldaten Ende vergangenen Jahres mit einem neuen Gesetz. Anspruch auf Weiterbeschäftigung haben verwundete Soldaten nun bereits ab 30 Prozent Erwerbsminderung, vorher waren es 50 Prozent. Damit werden erstmals auch viele schwer traumatisierte Soldaten berücksichtigt.

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Leserkommentare
  1. das Beste und lasst ihen die beste Behandlung zu kommen lassen. Die Rechnung geht an alle, die diesen Krieg wollten.

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    viele werden traumatisiert zurückkehren. Viele haben Kameraden oder Freunde verloren. Ganz zu schweigen von den Familien in Deutschland, die ihre Väter, Brüder, Söhne, Ehemänner etc. verloren haben. Der Einsatz der Soldaten kann nicht hoch genug geschätzt werden. Daher macht es mich umso wütender, dass JEDER tote Soldat völlig umsonst gestorben ist. Die Wahrheit ist sicher nicht angenehm, aber die Mission in Afghanistan hat rein GAR nichts gebracht und sobald die Soldaten vollständig abgezogen sind, wird wieder das Chaos ausbrechen und jene, die sich jetzt weltoffen zeigen und nach Freiheit sehen, werden umso härter von den Taliban bestraft werden. Die ganze Mission war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Dies konnte jeder, der sich seines gesunden Menschenverstandes bedient, schon zu Beginn des Einsatzes wissen. Umso mehr tun mir die Soldaten leid, die gegen Windmühlen gekämpft haben und denen in Deutschland dafür nicht der notwendige Respekt entgegengebracht wird.

  2. Bundeswehr sofort raus aus Afghanistan !!
    Ohne "Wenn" und "Aber"!!

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    Wo so schon hier mit Ausrufungszeichen den Abzug aus Afghanistan fordern, eine Frage:

    Welche Partei haben Sie denn bei der letzten BT-Wahl gewählt?

    • ribera
    • 19. Januar 2012 22:32 Uhr

    Aber falls Sie Polizist sind und ein Bankräuber schießt Sie nieder
    oder Sie verätzen sich als Feuerwehrmann die Lunge
    oder Sie werden als Lkw-Fahrer in einen Unfall mit schweren körperlichen Verletzungen verwickelt...
    Kein Mitleid mit Ihnen, keine Reha, hätten sich ja was anderes suchen sollen. war ja schließlich Ihre freiwillige Wahl.
    Um sich mal Ihre Argumentation (?) zu eigen zu machen.

  3. gewaltig schief. In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg waren diese Programme nicht erforderlich. Natürlich gab es Ausfallerscheinungen, es waren aber die Ausnahme.

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    • serins
    • 19. Januar 2012 19:19 Uhr

    nur die Gesellschaft oder Familien haben es besser aufgefangen. Und leider muss auch gesagt werden, die dt. Armee wie auch die amerikanische fischt im unteren Ende des Genpools nach Rekruten, denn dies hat mehrere Vorteile sie sind leichter zu führen und hinterfragen auch nichts, leider sind sie oftmals nicht die psychisch Stabilsten.
    Da sind Ausfallerscheinungen vorprogrammiert, da die Eingangs erwähnten Familienverbände nicht existieren, die das Erlebte kompensieren und auch verstehen können, war damals anders da dort die Leute den letzten Krieg erst 1914 erlebt hatten.
    Auch sind imho die meisten Psychologen und Psychiater die sich damit beschäftigen gar nicht in der Lage sind, das Erlebte einzuschätzen. Denn die meisten kennen den Kampfeinsatz nur vom Hören sagen und die Behandlung aus Büchern.
    Wollen wir mal Hoffen das sich das Rekruting und die Behandlung verbessern, glaube jedoch nicht dran.

    • scg
    • 19. Januar 2012 19:31 Uhr

    Ich denke eher, dass es nicht thematisiert wurde um nicht noch mehr stigmatisiert zu werden als das heute leider immer noch der Fall ist

    • joG
    • 19. Januar 2012 20:23 Uhr

    ... Traumatisierungen. Es stammt aber, dass bessere Vorbereitung die Soldaten schützt ist aber richtig. Daher auch erhalten manche Spezialeinheiten bishin zu Erfahrungen damit, wie es ist ge-Waterboarded zu werden. Das sind in den USA ca 1.000 im Jahr. Schickt man hingegen minder trainierte Soldaten in kampfzonen, tut man ihnen keinen Gefallen.

    Ich bezweifel, dass es heute mehr Ausfallerscheinungen als im Zweiten Weltkrieg gibt. Ist halt eine Frage der Diagnose. Damals gab's sicherlich keine PTBS Diagnose. "Kompensiert" wurden diese Ausfallerscheinungen dann mitunter von der Familie, was sich als Gewalt in der Familie ausgewirkt hat. Allerdings wurde das damals sehr oft als normal akzeptiert.
    Das wäre jetzt meine laienhafte Diagnose. Aber man kann denke ich davon ausgehen, dass die 'Ausbildung' für Soldaten im Zweiten Weltkrieg nicht besser war als heute. Erst recht nicht gegen Kriegsende...

    bei entlassenen Soldaten der Wehrmacht. Allerdings waren die Soldaten härter ausgebildet. Sie waren deshalb widerstandsfähiger, auch gegen schwer zu ertragende Eindrücke auf dem Gefechtsfeld. Diese Leidensfähigkeit kann man trainieren. Wenn man jedoch Staatsbürger in Uniform will, bekommt man eben keine Soldaten, die psychisch hoch belastbar sind.
    Im übrigen sollte man nicht so tun, als seinen die Soldaten hoch belastet, denn es betätigen sich nur einige Hundert auf dem Gefechtsfeld. Der Rest betreibt mehr oder weniger Routinedienst im im Lager.

    Nehmen Sie Abstand von Äußerungen, die als relativierend aufgefasst werden können. Die Redaktion/mak

  4. "Anspruch auf Weiterbeschäftigung haben verwundete Soldaten nun bereits ab 30 Prozent Erwerbsminderung, vorher waren es 50 Prozent. Damit werden erstmals auch viele schwer traumatisierte Soldaten berücksichtigt."

    Ein Schritt der schon längst Nötig war.

    LG
    A.G.

  5. dass diese Soldaten "nur" an "posttraumatischen Belastungsstörungen" leiden, und nicht wie früher am Kriegstrauma. Sonst würden wir am Ende noch das Grundgesetz mit Füßen treten, dass uns Deutschen den Einsatz außerhalb des NATO Gebietes eigentlich untersagt.

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    • CH75
    • 19. Januar 2012 19:03 Uhr

    Das sieht das Bundesverfassungsgericht, das sich mit dem Grundgesetz wohl besser auskennt als Sie, aber anders.

    • CH75
    • 19. Januar 2012 19:03 Uhr
    6. Irrtum

    Das sieht das Bundesverfassungsgericht, das sich mit dem Grundgesetz wohl besser auskennt als Sie, aber anders.

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    dass Gesetze stets Interpretationssache sind, aber das GG ist ziemlich eindeutig:
    "Art. 26 Abs. 1 GG: Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen."
    Und spätestens seit Horst Köhlers unbedachtem Interview wissen wir, dass in Afghanistan für wirtschaftliche bzw. strategische Interessen der NATO und seiner Mitglieder gekämpft wird - und nicht wie kolportiert, um Schulen für afghanische Mädchen zu bauen.
    Zusätzlich sollte inzwischen auch der Letzte wissen, dass der "Terror" nicht aus Afghanistan sondern viel mehr von Pakistan aus gesteuert wurde - aber die haben ja dummerweise selbst die Bombe, und daher greifen wir halt einfach die Nachbarn an, um uns dann von Peter Struck verdummbeuteln zu lassen: "Die Freiheit Deutschlands wird am Hindukusch verteidigt" - falls Sie diesen Blödsinn glauben ist das Ihr Ding, aber zum Glück ist eigenständiges Denken in diesem Land (noch) nicht verboten!!

  6. Wo so schon hier mit Ausrufungszeichen den Abzug aus Afghanistan fordern, eine Frage:

    Welche Partei haben Sie denn bei der letzten BT-Wahl gewählt?

  7. Muss die Bundeswehr Leute weiterhin beschäftigen, wenn diese eine Erwerbsminderung von 30% vorweisen können?
    Das kann doch gar nicht funktionieren, nicht bei der geplanten Bundeswehrreform.
    Oder werden die Ex-Soldaten einfach weiter bezahlt, ohne Gegenleistung?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Verteidigungsministerium | Bundestag | Bundeswehr | Bundeswehrsoldat | Entschädigung | Forschung
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