Die Zahl traumatisierter Bundeswehrsoldaten ist im vergangenen Jahr um 26 Prozent gestiegen. Von den 922 erkrankten Soldaten seien 759 in Afghanistan im Einsatz gewesen, sagte eine Bundeswehrsprecherin. Die Zahl der Soldaten, die mit sogenannten posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) aus dem Ausland zurückkehren , hat seit 2004 um das Neunfache zugenommen. Damals wurden 100 erkrankte Soldaten erfasst – im vergangenen Jahr waren es 729.

PTBS kann erst Monate nach verstörenden Erlebnissen im Einsatz auftreten. Symptome sind Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Alpträume, Aggressivität, Panikattacken, Schuld- und Schamgefühle. Viele erleben das traumatisierende Ereignis – oft eine lebensbedrohliche Situation – in ihrer Vorstellung immer wieder .

Die Bundeswehr hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Hilfsmaßnahmen für seelisch Verwundete ergriffen. Rückkehrer aus dem Einsatz können an Präventivkuren teilnehmen, Betroffene sich über eine Telefonhotline beraten lassen. Zudem hat das Verteidigungsministerium einen PTBS-Beauftragten eingesetzt. In Berlin wurde zudem ein Traumazentrum gegründet, das Forschung und Behandlung vereint.

Der Bundestag verbesserte die Entschädigung traumatisierter Soldaten Ende vergangenen Jahres mit einem neuen Gesetz. Anspruch auf Weiterbeschäftigung haben verwundete Soldaten nun bereits ab 30 Prozent Erwerbsminderung, vorher waren es 50 Prozent. Damit werden erstmals auch viele schwer traumatisierte Soldaten berücksichtigt.