Rechtsextremismus CSU-Generalsekretär Dobrindt will Verbot der Linkspartei prüfen

Die Linke wirft der CSU politische Brandstiftung vor: Ihr Generalsekretär hatte gefordert, ein Verbot der Linkspartei zu prüfen, ebenso wie ein NPD-Verbot.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt im Bundestag

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt im Bundestag

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hat neben dem Verbotsverfahren für die NPD auch die Überprüfung der Linkspartei vorgeschlagen. Mit einem Verbotsverfahren sollen zudem staatliches Geld an beide Parteien eingefroren werden. "Es darf keine Staatsgelder für die Gegner unserer Demokratie geben, egal ob Braun oder Dunkelrot", sagte Dobrindt.

"Ein Verbotsverfahren gegen die Linkspartei ist genauso zu prüfen wie das Einfrieren der staatlichen Mittel für sie", sagte der CSU-Generalsekretär.

Dobrindt plädierte dafür, Artikel 21 des Grundgesetzes zur Parteienfinanzierung zu ändern. Dann könnte der Bundespräsident bei einem Verbotsverfahren staatliche Zuschüsse einfrieren und bei Parteien, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden, eine Auszahlung unterbinden. Die Details sollten auf der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth diskutiert werden, die am Mittwoch beginnt.

Die Linke ist empört, die Koalition übt Kritik

Die Linke reagierte empört auf den Vorschlag. Linksparteichef Klaus Ernst sagte, dieser Vorstoß sei als ein Versuch der "politischen Brandstiftung" zu werten. Wer wie Dobrindt argumentiere, "verharmlost die braune Gefahr und  ermutigt rechte Gewaltbanden", sagte Ernst. Der Chef der Linken verwies auf regelmäßige Übergriffe von Neonazis auf Büros der Partei. Die CSU kündige mit dem Vorstoß den Konsens der Demokraten einseitig auf, sagte Ernst weiter.

Anzeige

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, sagte, mit dieser Forderung habe die CSU den Boden einer ernsthaften Debatte über eine Strategie gegen den Rechtsextremismus verlassen.

Auch in der Koalition stößt die Forderung der CSU auf Kritik: Der FDP-Rechtspolitiker Christian Ahrendt sagte dem Berliner Tagesspiegel: "Ich halte eine solche Trickserei für unzulässig." Der Grundgesetzgeber habe die Entscheidung über Parteienverbote beim Bundesverfassungsgericht angesiedelt. Es dürfe deshalb "nicht irgendjemand" versuchen, Parteien auf anderem Wege den Garaus zu machen, sagte Ahrendt.  Er sprach sich für ein Verbot der NPD aus, "auch um den Preis des Abzugs der V-Leute des Verfassungsschutzes".

Bund und Länder diskutieren seit Längerem ein NPD-Verbotsverfahren. Ein erstes Verfahren gegen die NPD war 2003 vor dem Bundesverfassungsgericht an der Vielzahl der V-Leute des Verfassungsschutzes in der rechtsextremen Partei gescheitert.

 

 
Leser-Kommentare
  1. Natürlich nicht selektiv auf NPD und Linkspartei anzuwenden. Aber die offene und verdeckte Parteienfinanzierung durch den Staat sollte gestoppt werden. Ebenso sollten die Parteien steuerlich veranlagt werden, dafür aber die Beschränkungen bei Spenden aufgehoben werden. Ebenso sollten die Diäten abgeschafft werden, würde die Politik qualitativ gewaltig verbessern.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ja genau, Politiker sollten überhaupt kein Gehalt bekommen, aber (Groß-)Konzerne dürfen unbegrenzt Spenden verteilen?!

    Wie kann man nur zu einer derart kruden Meinung kommen?

    Ja genau, Politiker sollten überhaupt kein Gehalt bekommen, aber (Groß-)Konzerne dürfen unbegrenzt Spenden verteilen?!

    Wie kann man nur zu einer derart kruden Meinung kommen?

  2. Entfernt. Bitte üben Sie Kritik sachlich und konstruktiv. Danke. Die Redaktion/vn

    Eine Leser-Empfehlung
  3. Wer fordert, politisch ihm unliebsame Parteien zu verbieten, hat den Boden der Demokratie verlassen. Herr Dobrindt kann keinerlei sachliche Gründe für ein Parteiverbot der Linken nennen. Es handelt sich daher um die Forderung, eine ihm unliebsame Partei zu verbieten. Das ist verfassungsfeindlich. Mithin sollte Herr Dobrindt, der ja durchaus politischen Einfluß hat und damit gefährlich sein kann, vom Verfassungsschutz beobachtet werden.
    (Nach der Logik des Verfassungsschutzes könnte man dann auch gleich die ganze CSU beobachten.)

    89 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der Verfassungsschutz in Thüringen hat versagt. In Bayern würde er gegen die CSU auch versagen.

    "CSU-Generalsekretär Dobrindt will Verbot der Linkspartei prüfen

    Die Linke wirft der CSU politische Brandstiftung vor: Ihr Generalsekretär hatte gefordert, ein Verbot der Linkspartei zu prüfen, ebenso wie ein NPD-Verbot."

    Wer mit denselben Maßstäben an die NPD wie an die Linke herangeht, was das Verbot von Parteien betrifft, handelt eigentlich nur konsequent. Ich bin persönlich zwar für kein Verbot irgendeiner Partei. Aber wer so vehement das Verbot einer Partei auf der anderen Seite des extremen Spektrums fordert, darf sich nicht wundern, wenn er selbst von einem solchen Verbot betroffen ist.

    "Wer fordert, politisch ihm unliebsame Parteien zu verbieten, hat den Boden der Demokratie verlassen. Herr Dobrindt kann keinerlei sachliche Gründe für ein Parteiverbot der Linken nennen. Es handelt sich daher um die Forderung, eine ihm unliebsame Partei zu verbieten. Das ist verfassungsfeindlich."

    Kommen solche Sprüche nur, wenn man selbst ein Verbotsverfahren am Hacken hat? Welche sachlichen Gründe gäbe es denn dann für ein Verbot der NPD?

    Uns fehlt der „Heinrich fürs Grobe“, Ex-Innensenator Heinrich Lummer (Berlin), der für die christlichen Parteien regelmäßig inoffizielle Kontakte zu den rechtsradikalen Lagern gepflegt hatte. Gemäß nach der seinerzeit gültigen Doktrin der Parteiführung: Keine rechte Partei neben der CDU/CSU. Er ist lange vor Sarrazin Autor von „Deutschland soll deutsch bleiben: kein Einwanderungsland, kein Doppelpaß, kein Bodenrecht“. In diesem Buch warnt er vor „Überfremdung“ der Deutschen und spricht sich für eine „Erhaltung“ des „deutschen Volkes“ und der „deutschen Kultur“ aus. So sollen sich doch die Unionsparteien wieder outen und ihre Einstellungen nicht mehr auf die NPD projizieren. So haben die Unionsparteien fortlaufend gezündelt und haben sich zugleich mittels „jüdischer Vermächtnisse“ finanziert. Dieser Angriff auf DIE LINKE ist doch zu erwarten gewesen.

    Der Verfassungsschutz in Thüringen hat versagt. In Bayern würde er gegen die CSU auch versagen.

    "CSU-Generalsekretär Dobrindt will Verbot der Linkspartei prüfen

    Die Linke wirft der CSU politische Brandstiftung vor: Ihr Generalsekretär hatte gefordert, ein Verbot der Linkspartei zu prüfen, ebenso wie ein NPD-Verbot."

    Wer mit denselben Maßstäben an die NPD wie an die Linke herangeht, was das Verbot von Parteien betrifft, handelt eigentlich nur konsequent. Ich bin persönlich zwar für kein Verbot irgendeiner Partei. Aber wer so vehement das Verbot einer Partei auf der anderen Seite des extremen Spektrums fordert, darf sich nicht wundern, wenn er selbst von einem solchen Verbot betroffen ist.

    "Wer fordert, politisch ihm unliebsame Parteien zu verbieten, hat den Boden der Demokratie verlassen. Herr Dobrindt kann keinerlei sachliche Gründe für ein Parteiverbot der Linken nennen. Es handelt sich daher um die Forderung, eine ihm unliebsame Partei zu verbieten. Das ist verfassungsfeindlich."

    Kommen solche Sprüche nur, wenn man selbst ein Verbotsverfahren am Hacken hat? Welche sachlichen Gründe gäbe es denn dann für ein Verbot der NPD?

    Uns fehlt der „Heinrich fürs Grobe“, Ex-Innensenator Heinrich Lummer (Berlin), der für die christlichen Parteien regelmäßig inoffizielle Kontakte zu den rechtsradikalen Lagern gepflegt hatte. Gemäß nach der seinerzeit gültigen Doktrin der Parteiführung: Keine rechte Partei neben der CDU/CSU. Er ist lange vor Sarrazin Autor von „Deutschland soll deutsch bleiben: kein Einwanderungsland, kein Doppelpaß, kein Bodenrecht“. In diesem Buch warnt er vor „Überfremdung“ der Deutschen und spricht sich für eine „Erhaltung“ des „deutschen Volkes“ und der „deutschen Kultur“ aus. So sollen sich doch die Unionsparteien wieder outen und ihre Einstellungen nicht mehr auf die NPD projizieren. So haben die Unionsparteien fortlaufend gezündelt und haben sich zugleich mittels „jüdischer Vermächtnisse“ finanziert. Dieser Angriff auf DIE LINKE ist doch zu erwarten gewesen.

  4. ...ich denke eine ernsthafte Prüfung, zum Sprechverbot derartiger CSU-Scheindemokraten wäre eher angebracht.

    "...Parteien, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden."

    Verfassungsschutz....Genausowenig kann man nach den letzten Skandalen, diesen [...]verein ernst nehmen und als Messlatte heranziehen.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie bei einer sachlichen Wortwahl. Danke. Die Redaktion/ag

    32 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • fanta4
    • 04.01.2012 um 10:11 Uhr

    Das sind sehr gefährliche Äußerungen von Dobrindt.

    1. Verunglimpft er die Linke.

    2. Viel schlimmer: Er verharmlost damit die NPD.

    Und spätestens da verlässt er die demokratische Basis.

    Und da hätte ich schon gerne geprüft, ob man das ungestraft von sich geben darf.

    Meiner Meinung nach, geht das Richtung Volksverhetzung.

    • fanta4
    • 04.01.2012 um 10:11 Uhr

    Das sind sehr gefährliche Äußerungen von Dobrindt.

    1. Verunglimpft er die Linke.

    2. Viel schlimmer: Er verharmlost damit die NPD.

    Und spätestens da verlässt er die demokratische Basis.

    Und da hätte ich schon gerne geprüft, ob man das ungestraft von sich geben darf.

    Meiner Meinung nach, geht das Richtung Volksverhetzung.

  5. 6. [...]

    Entfernt. Bitte belegen Sie Tatsachenbehauptungen mit entsprechenden Quellen. Danke. Die Redaktion/ag

    • vonDü
    • 03.01.2012 um 20:03 Uhr

    Bin dafür, wenn man beim undemokratischen Dobrindt und seinem staatlichen finanzierten Gehalt als MdB anfängt.

    36 Leser-Empfehlungen
    • F.K.
    • 03.01.2012 um 20:06 Uhr

    UNSERER Demokratie
    Meint er damit die CSU-Demokratie?

    20 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die gibts nicht !!

    Die gibts nicht !!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Kommentare 286
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Schlagworte CSU | Rechtsextremismus | NPD
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service