Neonazi-Ermittlungen Durchsuchungen bei mutmaßlichen Nazi-Terrorhelfern
Ermittler haben bundesweit Wohnungen von mutmaßlichen Helfern der Zwickauer Terrorzelle durchsucht. Die Beschuldigten sollen den Neonazis Waffen geliefert haben.
© Hendrik Schmidt/dpa

Die zum Teil abgerissene Doppelhaushälfte des Neonazi-Trios in Zwickau
Die Bundesanwaltschaft hat in mehreren Bundesländern Wohnungen und Geschäftslokale von vier mutmaßlichen Unterstützern der Zwickauer Terrorzelle durchsuchen lassen. Wie die Behörde mitteilte, sollen zwei der Beschuldigten den mutmaßlichen Terroristen der Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) schon 1998 Schusswaffen und Sprengstoff verschafft haben.
Die beiden anderen Beschuldigten hätten der Zwickauer Zelle "in Kenntnis der terroristischen Ziele der Gruppierung" 2002 und 2003 nach Erkenntnissen der Ermittler mehrere Schusswaffen verschafft, darunter mindestens eine Pumpgun, hieß es aus der Bundesanwaltschaft. Zusätzlich bestehe der Anfangsverdacht, dass das Quartett die NSU auch danach logistisch unterstützt habe.
An den Durchsuchungen in Sachsen sowie drei weiteren Wohnungen in Thüringen und Baden-Württemberg waren laut Behörde über 100 Beamte des Bundeskriminalamtes beteiligt. Ziel sei es, weitere Informationen über die Helfer des NSU und die Herkunft der Waffen zu gewinnen. Bislang erging offenbar kein Haftbefehl. Generalbundesanwalt Harald Range kündigte eine Erklärung zu den Durchsuchungen an.
Die jahrelang unentdeckte rechtsextreme NSU-Zelle soll zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin ermordet haben. Außerdem werden der Gruppe zwei Sprengstoffanschläge in Köln 2001 und 2004 mit insgesamt 23 Verletzten sowie eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt.
- Datum 25.01.2012 - 14:29 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 9
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Wird eigentlich auch gegen diejenigen ermittelt, die den Nazis das GELD für die Waffen gegeben haben? Das könnte für den einen oder anderen Verfassungsschützer wohl peinlich werden.
...dass es besser ist die letzten schriftliche Dokumente zu sichern, bevor diese komplett zerfallen sind. Aber im Ernst: Die Terrorhelfer, die bis jetzt ihre Beweise nicht entsorgt haben, werden die Wenigsten und wohl auch die Entbehrlichsten sein.
Warum so spät?
@CM
Nein, natürlich nicht. Verfassungsschutz-Mitarbeiter haben auch als Zeugen vor Gericht Sonderrechte (z.B. keine Aussage zu machen, da der VS das "verbietet").
Es zeigt sich eh, dass die (Berliner) Polizei sich lieber mit voller Hingebung vermeintlich linken Autobrandstiftern in Berlin widmet und dafür mehrere Millionen Handy-Datensätze auswertet: http://www.heise.de/newst...
Die Prioritäten sind ganz klar anders verteilt.
Gerade die Medien wären hier aufgerufen, unerbittlich Druck auszuüben und nachzuhaken, insbesondere was die Rolle des VS und des LKA angeht. Aber das passiert nicht, kein "Enthüllungsjournalismus". Wir werden also auch mit dieser NSU-Geschichte genauso weit kommen wie mit Gladio: Nämlich nirgendwohin, Aufklärung gleich Null.
Gladio war ja auch nur NATO-/Staatsterrorismus vom feinsten: https://de.wikipedia.org/...
aber darüber weiß praktisch niemand Bescheid. Jaja, unsere Medien...don`t trust them.
2000 beobachtete der sächsische Verfassungsschutz eine Wohnung in der Chemnitzer Bernhardstraße. Die Fahnder observierten damals mehrere Tage lang das Haus und fertigten Bild- und Videoaufnahmen an. Darauf soll unter anderem auch die ebenfalls aus der Neonazi-Gruppe „Brigade Ost“ in Johanngeorgenstadt stammende Mandy S. zu sehen sein, die später Zschäpe ihren Ausweis überlassen haben soll. Auch konnten die Fahnder mehrere Kontaktpersonen der drei Flüchtigen identifizieren und deren Telefonate überwachen. Als Sachsen seinerzeit aber anbot, die verdächtige Wohnung mit einem Sondereinsatzkommando zu stürmen, blockte das Erfurter Innenministerium die Aktion angeblich ab, wie die sächsische Freie Presse berichtete. Sachsens Verfassungsschutzpräsident Reinhard Boos erklärte den Sachverhalt anders. Seine Behörde hätte gar nicht eingreifen dürfen, sondern nur die Polizei und die sei leider an diesem Tag nicht vor Ort gewesen.Was laut Innenausschuss des Landtages nicht stimmt, da zeitgleich das LKA an dieser Stelle observiert haben soll. Wussten die beiden Seiten wirklich nichts voneinander ? Zur selben Zeit wurde übrigens eine weitere Wohnung in der Wolgograder Allee überwacht, angeblich nur vom LKA.Wie konnte Reinhard Boos vor der Parlamentarischen Kontrollkommission des sächsischen Landtages erklären, dass er trotz teilweise diverser Maßnahmen zu keinem Zeitpunkt Kenntnis von dem Versteck und dem Verbleib des Trios gehabt habe?
glauben Sie ernsthaft "die Presse" würde sich inhaltlich mit dieser Staatsaffäre qualifiziert auseinandersetzen?
Nach den miesen (und staatsseligen) Berichten mit permanenter Vorwegname von Urteilen?
In einem Land in dem die mutmaßliche Ermordung von Benno Ohnesorg, inklusive der amtlichen Manipulation bei der Leichenschau, erst nach so langer Zeit langsam an die Öffentlichkeit kommt?
"Gladio" hats hier auch nie! gegeben, hier verfügten lediglich auf wundersame Weise ab und zu linke oder rechte Extremisten über ansehliche Bestände an Kampfmitteln und Militärwaffen....
MfG Karl Müller
Die Ermittlungen dauern mir auch etwas zu lange.
Nur muss man schon etwas in der Hand haben, um Durchsuchungsbefehle erhalten zu können.
Und angesichts dessen, dass Beate Zschäpe durch Brandstiftung Beweismittel teilweise vernichten konnte, muss man halt Geduld haben mit der Polizei.
streng betrachtet ist der Beschuldigten (Sie ist noch nichtmal angeklagt!) bisher noch nicht einmal die Ürheberschaft diser vermeintlichen Verdeckungshandlung nachgewiesen.
Und ein DS-Beschluss geht auch bei "Gefahr im Verzug", da gabs schon wesentlich geringere Anlässe.
MfG Karl Müller
streng betrachtet ist der Beschuldigten (Sie ist noch nichtmal angeklagt!) bisher noch nicht einmal die Ürheberschaft diser vermeintlichen Verdeckungshandlung nachgewiesen.
Und ein DS-Beschluss geht auch bei "Gefahr im Verzug", da gabs schon wesentlich geringere Anlässe.
MfG Karl Müller
streng betrachtet ist der Beschuldigten (Sie ist noch nichtmal angeklagt!) bisher noch nicht einmal die Ürheberschaft diser vermeintlichen Verdeckungshandlung nachgewiesen.
Und ein DS-Beschluss geht auch bei "Gefahr im Verzug", da gabs schon wesentlich geringere Anlässe.
MfG Karl Müller
Super streng genommen kämen auch die beiden Katzen als mögliche Tatverdächtige für das Feuer in Frage!
Super streng genommen kämen auch die beiden Katzen als mögliche Tatverdächtige für das Feuer in Frage!
Super streng genommen kämen auch die beiden Katzen als mögliche Tatverdächtige für das Feuer in Frage!
es geht dabei nicht um Wunschvorstellungen, sondern um gerichtsfeste Nachweisbarkeit; alles andere ist Spekulation.
Als BS/Angeklagter würden Sie sicher auch keinen Wert auf Spekulationen legen, oder?
MfG Karl Müller
es geht dabei nicht um Wunschvorstellungen, sondern um gerichtsfeste Nachweisbarkeit; alles andere ist Spekulation.
Als BS/Angeklagter würden Sie sicher auch keinen Wert auf Spekulationen legen, oder?
MfG Karl Müller
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