Bundespräsident Landesbank hält Wulff-Kredit für regelkonform
Die Landesbank Baden-Württemberg hat die BW-Bank entlastet. Der LBBW zufolge entsprach der günstige Kredit an Bundespräsident Christian Wulff banküblichen Regeln.
© Wolfgang Kumm /dpa

Bundespräsident Christian Wulff
Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat Vorwürfe an ihre Tochter BW-Bank wegen der vergünstigten Kredite an Bundespräsident Christian Wulff zurückgewiesen. Sie sieht keine Regelverstöße bei der Vergabe des Darlehens. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats habe nach einer Sondersitzung in Stuttgart festgestellt, "dass die Kreditvergabe gemäß den internen und banküblichen Regelungen erfolgte", teilte die LBBW mit. "Ein Fehlverhalten in der Bank wurde nicht festgestellt."
Vor gut einer Woche hatte bereits die Staatsanwaltschaft Stuttgart mitgeteilt, sie werde keine Ermittlungen gegen Wulff oder Verantwortliche der BW-Bank einleiten. Ein Anfangsverdacht für Untreue oder Vorteilsnahme beziehungsweise Vorteilsgewährung sei nicht ersichtlich. Keine der eingegangenen Anzeigen über die umstrittene Darlehensvergabe der Bank zur Finanzierung von Wulffs Einfamilienhaus in Großburgburgwedel nahe Hannover habe sich als stichhaltig erwiesen.
Wegen des Kredits hatte es etwa ein Dutzend Anzeigen gegen die BW-Bank gegeben.
Als niedersächsischer Ministerpräsident hatte Wulff von dem befreundeten Unternehmerpaar Geerkens einen Privatkredit in Höhe von 500.000 Euro erhalten. Diese Privatschuld löste Wulff Anfang 2010 mit einem sogenannten kurzfristigen Geldmarktdarlehen bei der Stuttgarter BW-Bank ab.
Kritiker sprachen von ungewöhnlichen Sonderkonditionen. Die Zinsen des Kredits betrugen 0,9 bis 2,1 Prozent. Als Wulffs Geldgeschäfte zum Jahresende 2011 öffentlich wurden, unterschrieb er bei der BW-Bank einen weiteren Vertrag, der sein anfängliches Geldmarktdarlehen durch einen langfristigen Kredit ablöste.
- Nord-Süd-Dialog
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Der Unternehmer Manfred Schmidt organisierte in den Jahren 2007 bis 2009 drei Treffen in Hannover und Stuttgart, auf denen sich Firmen aus Niedersachsen und Baden-Württemberg präsentieren und in Kontakt mit Vertretern der Politik aus beiden Ländern kommen sollten. Schirmherren waren der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff und sein baden-württembergischer Kollege Günther Oettinger (beide CDU).
Die Staatsanwaltschaft wirft Wulffs Ex-Sprecher Olaf Glaeseker vor, von dem Eventmanager Manfred Schmidt mit kostenlosen Urlauben bestochen worden zu sein. 2009 hatte die Landesregierung die Party mit dem Einsatz von Studenten und kostenlosen Kochbüchern für die Gäste unterstützt, was sie aber lange bestritt. Wulff habe davon nichts gewusst, sagt sein Anwalt.
- Bestechung und Vorteilsnahme
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Die Vorwürfe, die gegen Wulff und und seinen früheren Sprecher Olaf Glaeseker erhoben werden, sind unterschiedlich schwer. Im Fall Glaeseker prüft die Staatsanwaltschaft, ob Wulffs Ex-Sprecher sich durch die Annahme der Gratis-Urlaube der Bestechlichkeit schuldig gemacht hat. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft. Nach Paragraf 332 Strafgesetzbuch wird ein Amts- oder Dienstträger bestraft, wenn er einen Vorteil fordert oder annimmt als Gegenleistung für eine Handlung, die seine Dienstpflichten verletzt. Gegen den Unternehmer Schmidt wird wegen Bestechung ermittelt, weil er Glaeseker Vorteile gewährt haben soll.
Die mildere Form der Käuflichkeit ist die Vorteilsnahme und Vorteilsgewährung, die die Staatsanwaltschaft Hannover im Fall Wulff als Anfangsverdacht angab. Dafür sind die strafrechtlichen Voraussetzungen weiter gefasst. In diesem Fall muss der Amtsträger nicht gegen seine Dienstpflichten verstoßen haben. Es reicht, wenn er einen Vorteil fordert oder annimmt. Es muss allerdings einen Bezug zu seinem Amt oder seiner öffentlichen Funktion geben. Rein private Geschäfte und Kontakte fallen nicht hierunter. Die Strafe für Vorteilsnahme beträgt bis zu drei Jahre Haft, allerdings werden etwa 70 bis 80 Prozent aller Ermittlungsverfahren wieder eingestellt.
- Beamtenrecht
Die Vorschriften sind hier zum Teil noch schärfer. Ein Beamter oder Politiker soll sich nach dem Willen des Gesetzgebers gar nicht erst dem Verdacht aussetzen, käuflich zu sein. Deshalb dürfen Beamte Geschenke auch nur in äußerst geringem Umfang annehmen, in Niedersachen bis zum Wert von zehn Euro. Für Minister gelten die gleichen, zum Teil sogar noch schärferen Bestimmungen. So dürfen sie in Niedersachsen auch keine Privatkredite annehmen, sofern es eine Verbindung zum jeweiligen Amt gibt.
- Aufhebung der Immunität
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Die Staatsanwaltschaft Hannover hat beantragt, die Immunität von Bundespräsident Christian Wulff aufzuheben. Hier ihre Pressemitteilung dazu im Wortlaut:
"Anfangsverdacht gegen Bundespräsident Christian Wulff und David Groenewold
Nach umfassender Prüfung neuer Unterlagen und der Auswertung weiterer Medienberichte sieht die Staatsanwaltschaft Hannover nunmehr zureichende tatsächliche Anhaltspunkte (§ 152 Abs. 2 StPO) und somit einen Anfangsverdacht wegen Vorteilsannahme bzw. Vorteilsgewährung. Sie hat deshalb bei dem Präsidenten des Deutschen Bundestages die Aufhebung der Immunität des Bundespräsidenten beantragt.
Diese Entscheidung hat die Staatsanwaltschaft Hannover unabhängig nach intensiver kollegialer Beratung getroffen. Weisungen vorgesetzter Behörden hat es nicht gegeben.
Aufgabe der angestrebten Ermittlungen ist es, den Sachverhalt in einem förmlichen Verfahren zu erforschen. Nach dem gesetzlichen Auftrag (§ 160 Abs. 2 StPO) hat die Staatsanwaltschaft dabei nicht nur die zur Belastung, sondern auch die zur Entlastung dienenden Umstände zu ermitteln. Selbstverständlich gilt auch nach Bejahung des Anfangsverdachts die Unschuldsvermutung.
Über die Aufhebung der Immunität befindet der Deutsche Bundestag. Die Staatsanwaltschaft Hannover ist deshalb aus rechtlichen Gründen an weiteren Stellungnahmen gehindert."
Wulff ist noch wegen anderer Vorgänge unter Druck: Unter anderem soll seine Staatskanzlei entgegen früherer Auskünfte doch um Sponsoren für die Lobby-Veranstaltung Nord-Süd-Dialog geworben haben, bei der sich Politiker und Wirtschaftsvertreter trafen. Der Rechnungshof in Niedersachsen begann nun von der Landesregierung zusammengetragenen Unterlagen zu sichten. Die Staatskanzlei habe die Untersuchung durch eine unabhängige Stelle angeregt, erläuterte ein Sprecher. Bei der Prüfung geht es auch um eine Feier nach Wulffs Wahl zum Bundespräsidenten.
- Datum 27.01.2012 - 06:40 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Vorstände, Politiker und Anwälte von Vorständen und Politiker halten immer alles was sie machen für legal.
Ich frage mich nur ob die deutschen noch unabhängigen Richter dieses Verhalten und Handeln auch als Legal einstufen würden.
Nur in diesem Fall würde ich den Personen ihren Aussagen trauen.
Eine unabhänige Staatsanwaltschaft müsste in diesem Fall einmal ein Verfahren einleiten.
Staatsanwälte unterliegen in Deutschland dem externen Weisungsrecht des zuständigen Ministers - und der unterliegt wiederum dem Weisungsrecht seines Chefs, des Ministerpräsidenten und der Parteiräson.
Staatsanwälte unterliegen in Deutschland dem externen Weisungsrecht des zuständigen Ministers - und der unterliegt wiederum dem Weisungsrecht seines Chefs, des Ministerpräsidenten und der Parteiräson.
Mich hätte es schon interessiert, aufgrund welcher Argumentation Prüfungsausschuss und Staatsanwalt zu diesen bemerkenswerten Schlussfolgerungen gekommen sind.
Vielleicht kann sich jetzt die BW Bank vor Kreditanfragen kaum retten.
Und welche Schlussfolgerung zieht der einfache Beamte mit Bestechungspotential (Auftragsvergabe, Steuerveranlagung, Bußgelder, Gewerbeaufsicht usw.) aus diesen Entscheidungen? Der geht sofort los, sucht sich viele neue (Facebook-) Freunde, die am dann ganz ungeniert ohne Amtsbezug Privatkredite und Urlaubseinladungen zukommen lassen. Man muss den Urlaub ja nicht gemeinsam verbringen. Bezahlen reicht.
dann ist doch alles wunderbar.
Staatsanwaltschaft ermittelt nicht, die Bank sieht kein Regelverstoß ........
Man muss das ganze nur noch aussitzen und schon ist das auch noch von oberster Stelle hoffähig.
Schoen, willkommenin der Bananenrepublik.
Ich möchte hier einen guten Beitrag in Zeit Online
verlinken, auf den ich per Zufall gestoßen bin.
http://www.zeit.de/2012/0...
die Bank sieht kein Regelverstoss, und Wulff hat sich ja bereits ent-schuld-igt. Dann ist ja alles bestens.
Ich möchte hier einen guten Beitrag in Zeit Online
verlinken, auf den ich per Zufall gestoßen bin.
http://www.zeit.de/2012/0...
die Bank sieht kein Regelverstoss, und Wulff hat sich ja bereits ent-schuld-igt. Dann ist ja alles bestens.
Günther Oettingers Staatsministerium hat sich zwischen 2007 und 2009 an der Anwerbung von Sponsoren für die Privatveranstaltungen des Eventmanagers Manfred Schmidt beteiligt. 2009 war im Übrigen auch Egon Geerkens bei dieser Lobbyparty zugegen, der bei der Umwandlung seines "Kredites" in ein Geldmarktdarlehen der BW Bank behilflich war. Oettingers Landesregierung hat der „Nord-Süd-Dialog“ etwas gekostet, nämlich 3600 Euro. Als regionale Präsente für die prominenten Gäste brachte Oettinger Wein aus den Staatsgütern und Ritter-Sport-Schokolade mit nach Hannover. Von dem Kredit der BW Bank an seinen Parteifreund Wulff, der als CDU Koordinator für die Reform der Landesbanken tätig war, wusste Oettinger selbstverständlich nichts. Und selbstverständlich hält die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) das günstige Darlehen ihrer Tochter BW-Bank an den Koordinator für die Reform der Landesbanken, Christian Wulff, für regelkonform. Warum sollten sie sich selber belasten ?
Jens Leschmann, Kreditsachverständiger: "Herr Wulff hat eine Kondition bekommen für seinen Kredit, die absolut einzigartig ist. Ein normaler Kreditnehmer bei gleicher Bonität und Sicherheitenstellung hätte mit Sicherheit deutlich mehr gezahlt."
http://www.wdr.de/tv/moni...
was Sie schreiben ist richtig, warum sollte die LBBW sich selbst belasten.
Aber in BW ist der CDU Filz ziemlich dick nach 60 Jahren. Da kennt man sich.
Um Konsequenzen muss man sich deswegen wahrscheinlich keine Sorgen machen.
Aufsichtsräte, Ministerpräsident, Politik, Wirtschaft... Ziemlich viel verflochten in BW.
was Sie schreiben ist richtig, warum sollte die LBBW sich selbst belasten.
Aber in BW ist der CDU Filz ziemlich dick nach 60 Jahren. Da kennt man sich.
Um Konsequenzen muss man sich deswegen wahrscheinlich keine Sorgen machen.
Aufsichtsräte, Ministerpräsident, Politik, Wirtschaft... Ziemlich viel verflochten in BW.
Ich würde auch gern einen Kredit zu diesen banküblichen Regeln bekommen. Kann die Landesbank mir erklären, wie ich als nicht CDU-Ministerpräsident zu diesen gelange?
Der Filz ist nach ein paar Monaten Grün natürlich noch da. Und natürlich hält man dann alles für legitim was Wulff (CDU) da macht. Gerade die Stuttgarter Staatsanwalt trägt tiefschwarz, wenn es um Recht geht.
Banken sagen uns was Recht ist - nicht die Politik, nicht die Justiz.
Alle weiteren Bemerkungen würden sowieso von der Redaktion....na sie wissen schon....
Ich möchte hier einen guten Beitrag in Zeit Online
verlinken, auf den ich per Zufall gestoßen bin.
http://www.zeit.de/2012/0...
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