CSU Guttenberg verzichtet auf Kandidatur für Bundestagswahl

Der wegen seiner Doktorarbeit zurückgetretene Minister will vorerst nicht in die deutsche Politik zurück. Das berichtet CSU-Chef Seehofer aus einem Gespräch mit ihm.

Karl-Theodor zu Guttenberg und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (l.)

Karl-Theodor zu Guttenberg und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (l.)

Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg verzichtet nach Angaben von CSU-Chef Horst Seehofer darauf, zur Bundestagswahl 2013 zu kandidieren. Guttenberg habe ihm gesagt, es sei nicht der richtige Zeitpunkt für ein Comeback, sagte Seehofer. Guttenberg wolle aus seinen Fehlern lernen und benötige dafür noch Zeit. Er werde auf längere Sicht nicht bei öffentlichen Veranstaltungen in Deutschland auftreten.

Aus einem von Seehofer verteilten Brief Guttenbergs an die Parteimitglieder geht auch hervor, dass der in den USA lebende Ex-Minister seine Politkarriere gänzlich an den Nagel hängen will. "Ich will mich nun neuer Aufgaben annehmen. Zuweilen werde ich mich zu außenpolitischen Themen äußern. Allerdings nicht als Politiker, sondern als politisch denkender Mensch", heißt es darin. Er wolle auf lange Sicht in Deutschland nicht öffentlich auftreten.

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"Nicht jede meiner Reaktionen und Äußerungen im vergangenen Jahr, das ich als extrem empfunden habe, war klug", schreibt Guttenberg weiter. Die vergangenen Wochen seien vielen als Comeback-Inszenierung erschienen, auch wenn dies nicht seine Absicht gewesen sei.

Bayerns Ministerpräsident hatte wiederholt für eine Rückkehr des zurückgetretenen Ministers in die deutsche Politik geworben – zuletzt auf der CSU-Klausur in Wildbad Kreuth. Andere CSU-Politiker kommentierten dies aber skeptisch. Der 40-Jährige hatte im November in einem Interview der ZEIT der CSU den Anspruch einer Volkspartei abgesprochen und Sympathien für die Gründung einer neuen Partei erkennen lassen. Dies schloss er nun ebenfalls aus.

Guttenberg war im vergangenen Jahr von allen Ämtern zurückgetreten. Er legte auch sein Bundestagsmandat nieder, weil er dem Vorwurf ausgesetzt war, seine Doktorarbeit in großen Teilen abgeschrieben zu haben. Die Universität Bayreuth erkannte ihm den Doktortitel ab.

Die Staatsanwaltschaft stellte ein Ermittlungsverfahren gegen eine Zahlung von 20.000 Euro ein. Der in Franken aufgewachsene Guttenberg war nach seinem Rücktritt in die USA gegangen. Im Dezember war er in Brüssel in die Politik zurückgekommen: EU-Kommissarin Neelie Kroes machte ihn zu ihrem Berater in Internetfragen.

 
Leser-Kommentare
  1. - mehr ist dazu nicht zu sagen...

    37 Leser-Empfehlungen
  2. Bei der Zeit, die er noch braucht, mein ich...

    21 Leser-Empfehlungen
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    Oder meinte er vielleicht er braucht noch mehr Interviews IN der ZEIT? Govanni, übernehmen sie.

    Oder meinte er vielleicht er braucht noch mehr Interviews IN der ZEIT? Govanni, übernehmen sie.

  3. >> Guttenberg verzichtet auf Kandidatur für Bundestagswahl <<

    ... gute Nachrichten wären keine Nachrichten :-)

    19 Leser-Empfehlungen
  4. Entfernt. Bitte tragen Sie sachlich zur Diskussion bei. Die Redaktion/mak

  5. ...und wenn der wieder in den Bundestag kehrt, dann kann Guttenberg ja Bundespräsident werden. Das Parteibuch und die politische Karriere hat er ja um in der Bundesrepublik als Kandidat zugelassen zu werden...

    Und dieser Kapitän da, der wird Europapräsident oder ersetzt Thomas Gottschalk bei Wetten Dass...?

  6. ... und danke von ganzem Herzen, dass Eure Majestät unser Erbärmliche verschonen

    14 Leser-Empfehlungen
    • Mejan
    • 20.01.2012 um 10:45 Uhr

    Eine gute Entscheidung (vorerst).

  7. 8. Yes!!!

    Oder halt? Ist das jetzt vielleicht die Inszenierung des Geläuterten mit Rückgrat, damit der Wiedereintritt etwas später glaubwürdiger wirkt?

    10 Leser-Empfehlungen
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    Natürlich nur eine PR Taktik, da der undankbare Pöbel noch nicht für den Messias bereit ist.

    Kein politisch aufgeklärter Mensch in Deutschland will ihn jetzt oder auch in Zukunft. Seine einzige Hoffnung ist die Bild Zeitung und geheuchelte Demut.

    Natürlich nur eine PR Taktik, da der undankbare Pöbel noch nicht für den Messias bereit ist.

    Kein politisch aufgeklärter Mensch in Deutschland will ihn jetzt oder auch in Zukunft. Seine einzige Hoffnung ist die Bild Zeitung und geheuchelte Demut.

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  • Schlagworte Karl-Theodor zu Guttenberg | CSU | Bayern | Bundestagswahl
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