Rechtsextremismus Untersuchungsausschuss soll Neonazi-Morde aufklären
Der Streit über die Aufarbeitung der Neonazi-Mordserie ist beigelegt: Die Parteien einigen sich auf einen Untersuchungsausschuss und eine Bund-Länder-Kommission.
Die Hintergründe und Ermittlungspannen in Zusammenhang mit der Mordserie der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) sollen aufgeklärt werden. Dafür wird es einen Bundestags-Untersuchungsausschuss geben. Die Parlamentarischen Geschäftsführer aller Bundestagsfraktionen sprachen sich zudem für eine Bund-Länder-Expertenkommission aus, um die Versäumnisse der Sicherheitsbehörden aufzuarbeiten. Das teilte Unions-Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier in Berlin mit. Der Zwickauer Neonazi-Zelle werden zehn Morde in ganz Deutschland vorgeworfen.
Union und SPD machten sich vor allem für eine Bund-Länder-Expertengruppe stark. Dies reiche aber zur Aufklärung nicht aus, hieß es in einer auf der Grünen-Fraktionsklausur beschlossenen Erklärung. Daraufhin hatte die SPD-Fraktion den Vorschlag gemacht, einen Untersuchungsausschuss und eine Bund-Länder-Expertenkommission einzurichten. Die Grünen standen dieser Lösung prinzipiell offen gegenüber. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte am Rand einer Fraktionsklausur: "Ein Untersuchungsausschuss ist ein Muss."
Kofraktionschef Jürgen Trittin begründete die Forderung nach Aufklärung im Bundestag unter anderem mit den Versäumnissen der Behörden über die Landesgrenzen hinweg. So müsse der Frage nachgegangen werden, wie es passieren konnte, dass die Rechtsterroristen einfach von Thüringen nach Sachsen weiterzogen.
"Offene und gründliche Aufklärung"
Auch die Linke hatte sich offen gezeigt, beide Untersuchungsinstrumente zu akzeptieren. "Ich gehe davon aus, dass alle Fraktionen ein ernsthaftes Interesse an einer zügigen, offenen und gründlichen Aufklärung der Neonazi-Morde und aller Umstände haben", sagte Innenexpertin Petra Pau. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss sei dazu das richtige Gremium mit weitgehenden Befugnissen.
Unions-Innenexperte Hans-Peter Uhl hatte sich bis zuletzt gegen einen Bundestagsausschuss zur Aufklärung der Morde gestellt. Ein solches Gremium auf Bundesebene sei ein "Kampfinstrument" der Opposition gegen die Regierung und gehe am Ziel der Aufklärung vorbei, sagte der CSU-Politiker im Deutschlandfunk. Mögliche Fehler von Behörden seien vor allem auf Landesebene begangen worden, sagte er im Deutschlandfunk. Dort müsse daher über offene Fragen beraten werden, der Bundestag sei dafür nicht geeignet.
- Datum 13.01.2012 - 16:16 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
- Kommentare 16
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Konzeption zur Aufklärung/Aufarbeitung der Versäumnisse geeinigt haben. Es wäre kaum zu vertreten und den Menschen verständlich zu machen gewesen, wenn auch hier parteipolitische Taktik vor Aufklärung gegangen wäre.
Inhaltlich bleibt zu hoffen, dass es primär um die Defizite/Fehler/Pannen bei der Verfolgung des Trios durch Dienste und Polizei geht. Ferner sollte versucht werden zu klären, ob es noch andere von den Diensten beobachtet Zellen im rechtsextremen Bereich gibt, die ev. ebenfalls in die terroristische Gewalttätigkeit abgerutscht sind bzw. drohen, dies zu tun. Diese Frage ist leider in den letzten Wochen kaum gestellt worden, erscheint mir aber - nicht zuletzt mit Blick auf die von muslimischer Seite zurecht gestellten Fragen - doch recht wichtig zu sein.
Wichtig ist, dass die Besetzung des ergänzenden Expertengremiums ebenfalls im Konsens geschieht. Dies ist schwierig, aber daran sollte hart gearbeitet werden. Nur unter dieser Voraussetzung haben die dortigen Erkenntnisse eine hohe Chance auf parteiübergreifend Akzeptanz. Der weitere Schritt sollte dann - in der nächsten Legislatur - in einer Enquete erfolgen, die sich umfassend mit den Folgerungen für die Sicherheitsarchitektur in D befassen sollte. Hierbei müssten auch die Erkenntnisse der vom BMI berufenen Ex-Präsidenten-Kommission Berücksichtigung finden.
Es wäre schön, wenn dies gelingen würde; das Thema hätte es verdient sachlich und jenseits der Taktik behandelt zu werden.
CHILLY
Chilly ich beglückwünsche Sie zu diesem guten Beitrag
Chilly ich beglückwünsche Sie zu diesem guten Beitrag
Na ja, wenn die Politiker nicht weiter wissen gibt es einen Untersuchungsausschuß. Ich hoffe dieser Auschuß arbeitet etwas schneller und gründlicher wie viel Ausschüsse davor.
Chilly ich beglückwünsche Sie zu diesem guten Beitrag
"Die Hintergründe und Ermittlungspannen in Zusammenhang mit der Mordserie der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) sollen aufgeklärt werden."
Kann mir einer erklären, warum hier berichtet wird, als wäre das zu Beweisende, nämlich die Existenz einer "neonazistischen Terrorzelle NSU" sowie deren Täterschaft an den Dönermorden sowie des Polizistenmordes von Heilbronn, schon bewiesen bzw. als wäre ein Urteil schon ergangen?
Wohl nicht umsonst wird das im allerletzten Absatz wieder relativiert.
"Im November war bekannt geworden, dass eine jahrelang unentdeckt gebliebene Neonazi-Zelle aus Zwickau zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine Polizistin ermordet haben soll. Außerdem werden der Gruppe zwei Sprengstoffanschläge in Köln 2001 und 2004 mit insgesamt 23 Verletzten sowie eine Serie von Banküberfällen zur Last gelegt."
"haben soll" und "zur Last gelegt! klingen doch wohl wieder ganz anders als der erste Absatz, der eine bewiesene Schuld suggeriert. Oder gelten Dinge wie die Unschuldsvermutung nicht mehr, wenn das Etikett "Neonazi" draufgepappt ist? Von wem wohl?
Herr Uhl scheint doch in der richtigen Partei zu sein, schon immer waren es seine Parteikollegen von CDU u. CSU, die den rechten politischen Rand und die damit verbundene braune Subkultur in die Partei ziehen wollten. Dass mit Hilfe von Bundestagsabgeordneten nun die Aufklärung von Mordtaten an Migranten vertuscht werden soll, das ist wirklich ein Fall aus dem politischen Tollhaus und so nicht hinnehmbar. Ich frage mich bei solch einer Ankündigung, was geht nur in solch einem angeblichen Christ Demokraten vor? Ein Abgeordneter der Regierung dieses Landes versucht allen Erstes die Aufklärung von politisch motivierten Morden an Ausländern damit zu torpediert,dass er der Opposition ein angebliches "Kampfinstrument“ gegen die Regierungspolitik vorenthalten will!? Was ist das für eine christliche Geisteshaltung? Welch diffuses Demokratieverständnis steckt hinter solch einer Aufkündigung parlamentarischer Gepflogenheiten. Lieber Herr Uhl, hier geht es um Mord an Mitbürger dieses Landes, verübt von kaltblütig agierende Neonazis, es handelt sich um ein Angriff auf die freiheitlich demokratische Grundordnung und um das Versagen oder die Beihilfe zum Mord Bundesdeutscher Verfassungsschützer. Überprüfen Sie Ihr unzureichendes Demokratieverständnis, sollten Sie mit Ihrer Aufgabe als Abgeordneter des Deutschen Bundestages überfordert sein, so treten Sie zurück.
Wie konnte es Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe gelingen sich 13 Jahre einer Verhaftung zu entziehen, obwohl V-Leute in ihrem Umfeld aktiv waren und der Verfassungschutz über ihre Bewaffnung im Untergrund informiert war ?
Warum verliefen die Ermittlungen des MAD im Umfeld des Trios im Sande, nachdem sie TNT aus einem Bundeswehrdepot entwendet hatten ?
Gab es tatsächlich Verbindungen des Trios zu einem V-Mann des Kölner Bundesamt für Verfassungsschutz ?
Warum sahen die Staatsanwaltschaft Gera und die Bundesanwaltschaft keinen Anlass, ein Verfahren wegen „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ einzuleiten, obwohl das Trio ganz offensichtlich unter der Verwendung von TNT Bomben baute und schon vor ihrem „Abtauchen“ 1998 im Visier der Behörden war ?
Warum ließ die Polizei den zuvor rechtskräftig Verurteilten Böhnhardt am 26.1.1998 einfach mit dem Auto davon fahren, bevor die zweite Garage durchsucht wurde ?
Wo waren zu diesem Zeitpunkt Mundlos und Zschäpe und wie konnten sie ohne weiteres von der Bildfläche verschwinden ?
Warum wurden erst am 28.1.1998 Haftbefehle gegen die drei Neonazis erlassen ?
Bevor das Neonazi-Trio 1998 untertauchte, soll es einem Medienbericht zufolge einen Anschlag in Jena verübt haben, der fehlschlug. In einem von Portugiesen bewohnten Haus entdeckten Ermittler 1997 neben einer Gasheizung einen Sprengsatz. Warum erklärte ein Sprecher des Thüringer Landeskriminalamtes (LKA) auf Anfrage des MDR zunächst, der Vorgang sei im Amt nicht bekannt ?
dass die zum türkischen Geheimdienst führenden Spuren angemessen verfolgt werden
http://www.nrhz.de/flyer/...
"Hoffe mal, dass die zum türkischen Geheimdienst führenden Spuren angemessen verfolgt werden
http://www.nrhz.de/flyer/..."
"Waren die „right wing operatives“ Mundlos und Böhnhardt für die DIA also nicht „Rechtsextreme“, sondern „Agenten“ oder „Einsatzkräfte“, die im rechten Spektrum („right wing“) operierten?"
Sind damit Mundlos und Böhnhardt gemeint, bzw., waren sie überhaupt in diesen Mord bzw. die Dönermordserie verwickelt?
http://www.spiegel.de/spi...
http://www.spiegel.de/spi...
http://www.turkishpress.d...
Die überregionale Tagespresse hatte anfangs noch über all die Ungereimtheiten berichtet.
http://www.welt.de/politi...
http://www.fr-online.de/p...
http://www.presseportal.d...
2010 hatte der „Stern“ über die Verwicklungen von Islamistenkreisen, Waffenschieberringen und Geheimdiensten in den Heilbronner Polizistenmord berichtet.
http://www.stern.de/panor...
Mindestens Zschäpe wurde als V-Frau geführt:
http://www.focus.de/polit...
"Hoffe mal, dass die zum türkischen Geheimdienst führenden Spuren angemessen verfolgt werden
http://www.nrhz.de/flyer/..."
"Waren die „right wing operatives“ Mundlos und Böhnhardt für die DIA also nicht „Rechtsextreme“, sondern „Agenten“ oder „Einsatzkräfte“, die im rechten Spektrum („right wing“) operierten?"
Sind damit Mundlos und Böhnhardt gemeint, bzw., waren sie überhaupt in diesen Mord bzw. die Dönermordserie verwickelt?
http://www.spiegel.de/spi...
http://www.spiegel.de/spi...
http://www.turkishpress.d...
Die überregionale Tagespresse hatte anfangs noch über all die Ungereimtheiten berichtet.
http://www.welt.de/politi...
http://www.fr-online.de/p...
http://www.presseportal.d...
2010 hatte der „Stern“ über die Verwicklungen von Islamistenkreisen, Waffenschieberringen und Geheimdiensten in den Heilbronner Polizistenmord berichtet.
http://www.stern.de/panor...
Mindestens Zschäpe wurde als V-Frau geführt:
http://www.focus.de/polit...
Warum äußerten Berliner Sicherheitskreise den Verdacht, die Gruppe habe vom Verfassungsschutz eine neue Identität erhalten und wäre als Informant in der rechten Szene geführt worden ?
Führte der hessische Verfassungsschützer Andreas T., der sich zum Zeitpunkt des Mordes an Halit Yozgat am Tatort aufhielt, tatsächlich einen V-Mann mit Kontakten zum Thüringer Heimatschutz“ ?
Warum wurde Andreas T., ein V-Mann Führer, dem eine rechte Gesinnung nachgesagt wird („Klein-Adolf“), der NS-Devotionalien sammelte, gegen das Waffengesetz verstieß und äußerst widersprüchliche Angaben zu seinem Aufenthalt im Kasseler Internet Cafe machte, ins Regierungspräsidium Kassel versetzt ?
Wie kann es sein, dass Beate Zschäpe am 3.10.08 an einer Demonstration des „Freien Netzes“ im sächsischen Geithain teilnimmt, ohne vor Ort von Polizei oder Verfassungsschutz behelligt zu werden ?
Wer brach nach dieser Demo in die Wohnung eines Pressefotografen ein und entwendete zielgerichtet die Datenträger mit den Fotos von der Nazi-Demo ? Haben die Behörden bereits das Fotomaterial der Internetseite „Nationaler Demonstrationsbeobachter“ analysiert, auf der zahlreiche Bilder der besagten Demo an der Zschäpe teilnahm, zu sehen sind ?
Zu einer Identifizierung von Frau Zschäpe kam es damals nicht, erklärte der Sächsische Landtag am 8.12., heißt das sie konnte trotz Fotografien von Geheimdienstlern, Polizisten und Presseleuten nicht indentifiziert werden ? War es nach heutigem Erkenntnisstand Beate Zschäpe ?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren